DR-Neugründungen zum Hitler-Geburtstag

München/Wiehl – Christian Worchs Partei „Die Rechte“ hat zwei neue Kreisverbände gegründet: in München und im Oberbergischen Kreis (NRW).

Dienstag, 22. April 2014
Tomas Sager

In der bayerischen Landeshauptstadt übernahm Philipp Hasselbach (26) das Amt des Kreisvorsitzenden. Er war erst vor wenigen Monaten nach rund dreieinhalb Jahren Haft wieder auf freien Fuß gekommen. Hasselbach musste unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, Volksverhetzung und Sachbeschädigung mehrere Strafen absitzen. (bnr.de berichtete)

Gegründet wurde der Kreisverband der Neonazi-Partei, wohl nicht zufällig, wie sich vermuten lässt, am 20. April, dem Tag, an dem sich Hitlers Geburtstag zum 125. Mal jährte. Nach der im internen Rahmen vorgenommenen Gründung lud der Kreisverband zu einer „offenen Saalveranstaltung“. Daran hätten auch Mitglieder der „Bürgerinitiative Ausländerstopp“ (BIA) sowie „freie Kräfte“ teilgenommen, heißt es in einem Veranstaltungsbericht. Als Hauptredner trat „Die Rechte“-Vorstandsmitglied Sascha Kolzig auf. Kurz, aber „scharf“ gestaltete dem Bericht zufolge Karl Richter, BIA-Chef, Stadtratsmitglied und stellvertretender NPD-Vorsitzender, sein Grußwort: Er freue sich „auf eine in Zukunft ,fruchtbare Zusammenarbeit’ für ein inländerfreundliches München“.

Nachfolge der „Freien Kräfte Oberberg“?

Länger fiel offenbar das „mehrseitige Grußwort“ aus, das der Neonazi Gerd Ittner schriftlich beisteuerte: Ittner sitzt derzeit wegen Volksverhetzung, Verunglimpfung des Staates, Beschimpfung von Religionsgemeinschaften und Beleidigung eine Haftstrafe ab. Der DR-Kreisverband München will unter anderem mit Infoständen, Flugblattaktionen, Kundgebungen, monatlichen Stammtischen, politischer „Weiterbildung“ sowie „gemeinschaftsfördernden und kulturellen Ausflügen“ aktiv werden.

Der Kreisverband Oberberg gründete sich am Vortag des 20. April „im Raum Wiehl“. Anschließend wurde gefeiert, gemeinsam mit „freien Nationalisten“ und angeblich auch Vertretern der Jungen Nationaldemokraten. Der neue Kreisverband tritt offenbar die Nachfolge der Neonazi-Gruppe „Freie Kräfte Oberberg“ an, die am 6. April kommentarlos ihre Auflösung verkündet hatten. Unter dem Label „Freie Kräfte“ hatte man bereits im vorigen Jahr „Die Rechte“ beim Sammeln von Unterstützungsunterschriften für die Kandidatur zur Bundestagswahl unterstützt. Deutliche Sympathien hatten die „Freien Kräfte Oberberg“ in den letzten Monaten für den „Freundeskreis Rade“ erkennen lassen. Das Landgericht Köln hatte sechs Mitglieder der Neonazi-Gruppe aus dem im Oberbergischen Kreis gelegenen Radevormwald Ende Januar wegen der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung verurteilt. (bnr.de berichtete) Jonas R., Rädelsführer der Truppe und zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt, wurde bis vor wenigen Tagen per Bild auf der Internetseite des neuen DR-Kreisverbandes präsentiert. Ergänzt war das Foto um die Forderung „Freiheit für Jonas R.!“

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