Dortmunder Neonazis marschieren in Athen
Athen – Auch in diesem Jahr nahmen bundesdeutsche Neonazis am alljährlichen „Imia-Marsch“, der größten Demonstration der griechischen Rechtsaußen-Partei „Chrysi Avgi“ („Goldene Morgenröte“), teil.
Knapp 20 Personen zählte eine Delegation der Partei „Die Rechte“, überwiegend Dortmunder Neonazis, aber auch Vertreter aus dem benachbarten Hamm und aus Berlin. Deutlich kleiner fiel offenbar die Gruppe der Partei „Der III. Weg“ aus. Bilder zeigen neun Personen.
Samstags beteiligten sie sich an der Demonstration, zu der rund 2000 Anhänger der griechischen Neonazi-Partei erschienen waren. Die Route war kurzfristig verändert worden. Die Polizei hatte Kundgebungen in der Innenstadt aus Sorge wegen gewaltsamer Zusammenstöße untersagt. Vorausgegangen war am Donnerstagabend eine Attacke griechischer Linksradikaler auf ein Dutzend deutscher Neonazis in einem Athener Touristenviertel, aus der sich eine Massenschlägerei entwickelte. Dabei wurden Medienberichten zufolge fünf Personen aus der deutschen Gruppe leicht und ein Mann schwer verletzt.
Dem „würdigen Charakter“ des Aufmarschs habe die Verlegung keinen Schaden zugefügt, heißt es im Reisebericht Dortmunder Neonazis, denen martialisches Auftreten, Militanz und Erfolg der „Goldenen Morgenröte“ als Vorbild dient: „Untermalt mit hunderten Fackeln und Fahnen, bot sich ein beeindruckendes Bild des aufstehenden Griechenlandes, das kämpferisch gegen Überfremdung und Fremdbestimmung eintritt.“
Beide Gruppen hielten sich seit Donnerstag in der griechischen Hauptstadt auf. Zum Reiseprogramm gehörte auch ein NS-nostalgischer Besuch des deutschen Soldatenfriedhofs Dionyssos-Rapdendoza vor den Toren Athens – zum „Andenken an die gefallenen Helden unseres Volkes“, wie es in dem Dortmunder Bericht heißt. Jene „Helden“ hätten „ihr Leben einst für das Vaterland, fernab der Heimat“ gelassen. Es sei „die Aufgabe der nachfolgenden Generationen, die Flamme der Erinnerung weiterzutragen“. (ts)