von Martin Hagen
   

Dortmund und Berlin: Aus für Thor Steinar

Das Label Thor Steinar gilt als eine der populärsten Kleidungsmarken für die Neonazi-Szene. In den vergangenen Jahren schlossen aber immer mehr Geschäfte, die die rechten Klamotten vertrieben. Jetzt machen auch die Szene-Shops in Berlin und Dortmund dicht.

Auch der Laden in Neubrandenburg ist mittlerweile verschwunden.

„Alles hat ein Ende“. So bewirbt Thor Steinar den aktuellen Ausverkauf, denn die Filialen in Berlin und Dortmund beenden zum 31. Januar die Geschäfte. Die Macher der Bekleidungsmarke machen keine Angaben, warum die „Nordic-Company“ genannten Läden in Berlin und Dortmund dicht machen.

Die Filiale in Dortmund eröffnete erst im Juli 2020 im Stadtzentrum. Das Vorgängergeschäft schloss 2019 nach einer Intervention der Stadtverwaltung. Damit ist nun der zweite Versuch der Betreiber gescheitert, sich in Dortmund zu etablieren. Auch das Ladengeschäft in Berlin-Spandau existierte nur knapp zwei Jahre.

Thor-Steinar-Läden vor allem in Ostdeutschland

Gelistet werden auf der Website noch acht offizielle Stores in Dresden, Schwerin, Erfurt, Magdeburg, Halle – sowie Berlin und Dortmund. In den letzten Jahren sind immer mehr der Geschäfte nach zivilgesellschaftlichen Protesten und juristischen Auseinandersetzungen verschwunden. So schloss 2013 eine Filiale in Berlin-Friedrichshain nach anhaltenden Protesten und Farbangriffen. 2015 folgten die Geschäfte in Hannover und Rostock, 2017 im schleswig-holsteinischen Glinde. Zuletzt stellten die Filialen in Chemnitz und Neubrandenburg Anfang 2021 den Betrieb ein.

Knapp 20 Jahre im rechten Mode-Geschäft

Hinter der 2002 registrierten Marke steht die Mediatex GmbH mit Sitz im brandenburgischen Mittenwalde. Nur wenig ist über die Geschäfte des Unternehmens bekannt. 2008 soll Thor Steinar allein über den hauseigenen Online-Shop rund 1,27 Millionen Euro umgesetzt haben. Mittlerweile sind die Klamotten auch in anderen europäischen Ländern erhältlich.

Die Marke galt lange als eine der beliebtesten der Szene. Ihre Fans sind praktisch auf jeder Neonazi-Demonstration vertreten. Kein Wunder, denn die Köpfe hinter der Marke spielen nicht nur mit germanischer Mythologie und harmloser Runenschrift, sondern auch mit NS-Symbolik.

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