von Oliver Cruzcampo
   

Dokumentation: Die NPD-Kandidaten zu den Wahlen in M-V

Am 4. September wird in Mecklenburg-Vorpommern gewählt – allerdings nicht nur der Landtag. Aufgrund einer Kreisgebietsreform entstehen neue Landkreise, die Kreistage müssen somit auch neu gewählt werden. Die NPD erhofft sich neue Mandate.

Auf einem konspirativ organisierten Landesparteitag im November letztes Jahres bestimmte der NPD-Landesverband bereits die Kandidaten für die kommende Landtagswahl. Insgesamt 20 Personen wurden aufgestellt, allesamt Männer, die meisten unter ihnen sind Landtagsabgeordnete bzw. haben Mandate in Stadtvertretungen oder Kreistagen inne:

Die NPD-Landesliste

1. Udo Pastörs
2. Tino Müller
3. Michael Andrejewski
4. Stefan Köster
5. David Petereit
6. Michael Gielnik
7. Andreas Theißen
8. Michael Grewe
9. Jens Blasewitz
10. Dirk Arendt
11. Dirk Susemihl
12. Marko Müller
13. Mathias Grage
14. Tino Streif
15. Enrico Hamisch
16. Stefan Suhr
17. Dirk Bahlmann
18. Christian Hilse
19. Kristian Belz
20. Karsten Münchow


Im Juli veröffentlichte die rechtsextreme Partei dann eine Art Wahlportal, auf dem auch die Direktkandidaten für die 36 Wahlkreise in M-V vorgestellt wurden. Immerhin schafften es zwei Frauen auf die Liste, die Ehefrauen vom Fraktionsvorsitzenden Udo Pastörs und von Dirk Arendt, dem NPD-Stadtvertreter in Stralsund:

Die NPD-Direktkandidaten

WK 1 Greifswald - Marko Müller
WK 2 Neubrandenburg 1 - Jens Blasewitz
WK 3 Neubrandenburg 2 - Jörg Woelke-Sandt
WK 4 Rostock 1 - David Petereit
WK 5 Rostock 2 - Birger Lüssow
WK 6 Rostock 3 - Jörn Stelter
WK 7 Rostock 4 - Michael Fischer
WK 8 Schwerin 1 - Udo Pastörs
WK 9 Schwerin 2 - Michael Grewe
WK 10 Wismar - Mathias Schuldt
WK 11 Bad Doberan 1 - Dirk Susemihl
WK 12 Bad Doberan 2 - Dirk Bethke
WK 13 Demmin 1 - Alexander Wendt
WK 14 Demmin 2 - Mathias Krebs
WK 15 Güstrow 1 - Stephan Jandzinsky
WK 16 Güstrow 2 - Norman Schreiter
WK 17 Ludwigslust 1 - Marianne Pastörs
WK 18 Ludwigslust 2 - Stefan Köster
WK 19 Ludwigslust 3 - Andreas Theißen
WK 20 Müritz 1 - Torgai Klingebiel
WK 21 Mecklenburg-Strelitz 1 - Marko Zimmermann
WK 22 Mecklenburg-Strelitz 2/Müritz 2 - Hannes Welchar
WK 23 Nordvorpommern 1 - Fanny Arendt
WK 24 Nordvorpommern 2 - Christian Brendemühl
WK 25 Nordvorpommern 3/Stralsund 1 - Karsten Münchow
WK 26 Stralsund 2 - Dirk Reinhard Arendt
WK 27 Nordwestmecklenburg 1 - Tino Streif
WK 28 Nordwestmecklenburg 2 - Alf Börm
WK 29 Ostvorpommern 1 - Michael Andrejewski
WK 30 Ostvorpommern 2 - Enrico Hamisch
WK 31 Parchim 1 - Robert Polzin
WK 32 Parchim 2 - Stefan Suhr
WK 33 Rügen 1 - Tony Lomberg
WK 34 Rügen 2 - Christian Mau
WK 35 Uecker-Randow 1 - Tino Müller
WK 36 Uecker-Randow 2 - Dirk Bahlmann


Im Sommer 2010 wurde die Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern beschlossen, die eine Reduzierung der Landkreise und kreisfreien Städte zur Folge hatte. Aus den zwölf bestehenden Landkreisen werden sechs neue Großkreise gebildet, von den bislang sechs kreisfreien Städten behalten nur Rostock und Schwerin diesen Status.

60.959 Stimmen erhielt die NPD bei der letzten Kommunalwahl im Juni 2009 – das entsprach einem landesweiten Anteil von 3,2 Prozent. 26 Mandate in Kreistagen bzw. Stadtvertretungen bedeutete dies am Ende für die Rechtsextremen. Insgesamt finden sich in diesem Jahr 51 NPD-Kandidaten auf den Wahllisten wieder, aufgrund der recht dünnen Personaldecke sind diese größtenteils identisch mit den NPD-Landtagskandidaten:

Nordwestmecklenburg
alle sieben Wahlbereiche:

Tino Streif
Alf Börm
Markus Kopplow
Janette Krüger
Matthias Schuldt
Steffen Meinecke

Südwestmecklenburg
alle elf Wahlbereiche:

Stefan Köster
Torgai Klingebiel
Stefan Suhr
Marianne Pastörs
Siegfried Wanzenberg
Robert Polzin
Maik Kohlke
Udo Pastörs
Michael Grewe
Andreas Theißen

Mittleres Mecklenburg
alle 13 Wahlbereiche:

Dirk Susemihl
Dirk Bethke
Thomas Nowak
Stefanie Röhr

Mecklenburgische Seenplatte
alle 13 Wahlbereiche:

Hannes Welchar
Jörg Woelke-Sandt
Jens Blasewitz
Torsten Schmidt
Norman Runge
Marko Zimmermann
Matthias Grage
Sven Leibnitz

Nordvorpommern
alle neun Wahlbereiche:

Dirk Arendt
Karsten Münchow
Tony Lomberg
Christian Brendemühl
Christian Mau
Fanny Arendt
Rolaf Gorgs

Südvorpommern
Wahlbereich 1-7

Michael Andrejewski
Tino Müller
Michael Gielnik
Marko Müller
Enrico Hamisch
Alexander Wendt
Marko Lohmann
Mathias Krebs
Christian Hilse
Daniel Ohm

Wahlbereich 8-10

Tino Müller
Michael Andrejewski
Marko Müller
Michael Gielnik
Markus Neumann
Kristian Belz
Dirk Bahlmann
Mathias Panhey
Andre Gehrt
Rocco Müller


Zu „guter“ Letzt werden durch die Neuentstehung der Landkreise auch die Landräte neu gewählt. Während sich in den anderen fünf Landkreisen demokratische Kandidaten um diesen Posten bewerben, will in Südwestmecklenburg Marianne Pastörs, die Ehefrau des NPD-Fraktionsvorsitzenden, ihr Glück versuchen. Anderen NPD-Abgeordneten wurde in der Vergangenheit diese Kandidatur aufgrund von Zweifeln an ihrer Verfassungstreue verweigert. Marianne Pastörs darf jedoch kandidieren, da sie „keine leitende Funktion in der Partei“ innehat, wie sie selbst mutmaßt.

Kommentare(5)

Paul.pa Dienstag, 30.August 2011, 08:14 Uhr:
Ich finde die Formulierung"konspirativ organisierter Parteitag" putzig.
Hier suggeriert der Schreiber, dass dort irgend etwas ganz Schreckliches doch geplant worden sei.
Dass die Nazis wegen der permanenten Hetze gegen sie und die Wirte, die sie beherbergen, dazu geradezu gezwungen werden, blendet Herr Cruzcampo wohl bewußt aus.
 
Roichi Dienstag, 30.August 2011, 09:31 Uhr:
@ Paul

"Hier suggeriert der Schreiber, dass dort irgend etwas ganz Schreckliches doch geplant worden sei."

Eigentlich nicht. Es wird nur ausgeführt, dass der Parteitag heimlich organisiert wurde. Man will ja schließlich keine Gegenstimmen. Oder noch schlimmer Presse.
 
b.c. Dienstag, 30.August 2011, 09:57 Uhr:
@paul.pa
unter konspirativ verstehe ich, dass es heimlich gemacht wird. und da faellt mir zuerst ein, dass man die presse nicht so gern dabei hat. warum wohl? koennten sich vielleicht straftatbestaende ergeben? oder gibt es themen, die offiziell nicht im parteiprogramm vorkommen, um die es im kern aber vielleicht geht?
solchen verdachtsmomenten koennte man vorbeugen...
 
Paul.pa Dienstag, 30.August 2011, 12:45 Uhr:
Den Nazis wäre es bestimmt lieber, wenn sie in aller Öffentlichkeit tagen könnten und nicht"konspirativ".
Vermuten Sie b.c., dass sie eventuell für den nächsten Marsch durch das Brandenburger Tor üben?
Das stelle ich mir bei der Durchsetzung mit V-Männern allerdings schwierig vor.
Meine Überlegungen im letzten Absatz meines vorigen Beitrags erscheinen mir erheblich wahrscheinlicher.
 
Björn Dienstag, 30.August 2011, 13:11 Uhr:
Oder könnte es am Ende etwas damit zu tun haben, dass Staat und kriminelle Antifa oft genug Druck auf die beherbergenden Wirte ausüben, vor den Parteitagen randalieren oder diese direkt angreifen, siehe Steinburg? Oder vielleicht damit, dass Oberdemokraten schonmal die Heizkörper voll aufdrehen und das Öffnen der Fenster verbieten, wie in Berlin-Reinickendorf? Oder kann es daran gelegen haben, dass man Vorfälle wie beim Parteitag von Pro Deutschland in Berlin-Kreuzberg verhindern wollte, wo der extremdemokratische Bezirksbürgermeister mit kriminellen Antifanten paktierte und diese ins Rathaus ließ um dort den Eingang zu versperren und eine erlaubte Veranstaltung zu verhindern? Oder etwa an den vielen Medienhetzern, die dann wieder stundenlang Filmaufnahmen gedreht hätten und alles so zurecht geschnitten hätten, dass ein möglichst schlechtes Bild über die NPD zurechtgebastelt wird?
Ich glaube von allem etwas.

Warum sollte die NPD ausgerechnet den Typen, die offen zugeben mit ihrer parteiischen Berichterstattung der NPD schaden zu wollen, auch noch mitteilen wo und wann der Parteitag ist? Damit sie mal wieder eine anständige Hetzdoku fabrizieren können? Wenn "Journalisten" mit Lügen und Halbwahrheiten Andersdenkende verleumden brauchen sie sich nicht zu wundern, dass man sie nicht mehr einlädt.

Manch ein Verschwörungstheoretiker hier auf ER wittert da natürlich wieder konspirative, umstürzlerische NS-Machenschaften. Nur blöd, dass nicht mal in Zehntausenden internen Mails der NPD irgendein Hinweis auf "gehieme Ziele" der NPD zu finden waren. Zwar ein Rückschlag für linke Verschwörungstheoretiker. Aber da sie mit der Wirklichkeit eh nicht viel am Hut haben machen sie natürlich trotzdem weiter.
 

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