von Redaktion
   

Doch keine Verbindung zwischen "Bombenbauer" Michael K. und der NSU

Laut dem sächsischen Innenminister Markus Ulbig (CDU) bestand zwischen dem rechtsextremen „Bombenbauer“ Michael K. und der NSU doch keine Verbindung. Medien berichteten zuvor, Michael K. könnte den Mitgliedern der NSU Bomben und Waffen zur Verfügung gestellt haben. Die Antwort auf eine Kleine Anfrage dementiert nun diese Verbindung.  

Wie die Freie Presse vom 13. Dezember 2011 berichtet, wurden bei Michael K., der sich 2008 nach einem Schusswechsel mit der Polizei selbst das Leben nahm, Lagepläne für 38 Erddepots gefunden, in denen sich Sprengstoff, Schusswaffen und Handgranaten befinden sollten. Diese seien in Sachsen, Thüringen, Bayern und Österreich.

Erst 2009 konnten die Pläne decodiert werden und „unter den Fundstücken war eine Zehn-Kilo-Bombe, mit der ganze Gebäude hätten zerstört werden können“. Laut der Freien Presse vermutete das Polizeipräsidium Oberfranken, dass Michael K. ein Waffenlieferant für die Zwickauer Terrorzelle gewesen sein könnte, da die Gruppe im Jahr 2000 und 2001 ihre ersten Morde in Nürnberg begangen habe.

Um diesen Sachverhalt und eine eventuelle Verbindung zum Freistaat Sachsen aufzuklären, stellte der GRÜNEN-Landtagsabgeordnete Johannes Lichdi, rechtspolitischer Sprecher seiner Fraktion, im Januar eine Kleine Anfrage an die sächsische Staatsregierung. Es sollte geklärt werden, in welchen Fällen die sächsischen Behörden gegen Michael K. bereits ermittelt haben und welche Waffen in den Erddepots in Sachsen gefunden wurden.

Der sächsische Innenminister Markus Ulbig (CDU) antwortet, dass einmal gegen Michael K. ermittelt wurde. So soll er im Jahr 2007 „in der Kfz-Zulassungsstelle in Plauen im Rahmen verbaler Auseinandersetzungen ‚Heil Hitler!‘ skandiert haben“. Dieses Verfahren ist aber nach dem Tod Michael K.s eingestellt worden. Weitere Verfahren seien nicht bekannt, wobei aber nicht ausgeschlossen werden könne, dass mögliche Verfahren aufgrund der Löschfristen in Datenbanken heute nicht mehr bekannt sind.
Die in Sachsen gefundenen Erddepots in Zettlarnsgrün, Gutenfürst und Grobau hätten zwar „Werkzeug, Kleidung persönliche Gegenstände, Audioträger und Sprengbehälter“ enthalten, aber keine Waffen oder Sprengstoff.

Ferner sei nach der Überprüfung der Unterlagen des Landesamtes für Verfassungsschutz Bayern durch die sächsischen Behörden kein Bezug Michael K.s zur NSU festgestellt worden.

Keine Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen