von Marc Brandstetter
   

„Die Unsterblichen“ noch nicht begraben: Werbetour mit neuem Strategiepapier

Vom Verbot der „Spreelichter“ erwarteten die Behörden eine nachhaltige Schwächung des „Unsterblichen“-Phänomens. Tatsächlich sind die dokumentierten Aktionen der maskierten Neonazis in den letzten Monaten zurückgegangen. Zerschlagen wurden die „Bewegung“ aber keineswegs. Ein nun im Internet veröffentlichter Leitfaden könnte der Aktionsform sogar neue Impulse verleihen.  

In den letzten Jahren durchlief die rechtsextremistische Szene vielfältige Wandlungsprozesse. Die NPD als wichtigste Kraft der parteipolitisch organisierten extremen Rechten veränderte ihr Selbstverständnis, von einer reinen Wahlpartei mit deutsch-nationaler Ausrichtung zu einer Bewegungsformation, einer Kampfgemeinschaft, in der sich hoch motivierte Überzeugungstäter organisiert haben, um das „liberalkapitalistische“ System zu überwinden.

Zeitgleich erhielten die „Autonomen Nationalisten“ (AN), die sich in Stil und Habitus an den linken Autonomen orientieren und damit vergleichsweise „modern“ wirken, großen Zulauf. Charakteristisch für die AN ist ihre „Do-it-yourself-Mentalität“ und ihre Gewaltaffinität: Militanz ist in ihrem Weltbild, das sich ansonsten aus einem Potpourri verschiedener rechtsextremer Strömungen zusammensetzt, fest verankert. Sie wird planvoll und gezielt eingesetzt. Opfer sind vor allem politische Gegner und Polizisten als Repräsentanten des verhassten „Systems“.

Die Szene wird jünger, aktionsorientierter und militanter. Ausdruck dieser Entwicklung sind nicht zuletzt die „Unsterblichen“, die einigen langjährigen Szenemitgliedern gar als Hoffnungsträger im „Kampf um den Endsieg“ galten. Ihr spontanes Auftreten, die geheimnisvolle Maskerade mit dem Hauch des Mystischen, sorgte gerade bei jüngeren Sympathisanten für Begeisterung.

Die Behörden wollten dieser neuen „Gefahr“ einen Riegel vorschieben. Das brandenburgische Innenministerium verbot mit der „Widerstandsbewegung Südbrandenburg“ („Spreelichter“) die „geistigen Mütter und Väter“ der „Unsterblichen“. Tatsächlich gingen in der Folge die dokumentierten Aufmärsche der Neonazis zurück, ohne gänzlich zu verschwinden. Eine völlige Ausschaltung ist kaum möglich, denn bei den „Unsterblichen“ handelte es sich um eine Aktions-, nicht um eine Organisationsform, der sich verschiedenste Gruppierungen bedienen können. 

Trotz des Verbots blieb die Internetseite der „Bewegung“ online. Dort holen die Aktivisten nun zu einem neuen Schlag aus und veröffentlichen einen Leitfaden ihres Konzepts unter der Bezeichnung „Voraussetzung“, der umgehend von dem rechtsextremen Portal „Altermedia“ aufgegriffen wurde. Ziel ist die Rekrutierung neuer Sympathisanten. Dazu werden auch neue Werbemotive präsentiert.

Einleitend stellen die Strategen das Konzept vor: „Die UNSTERBLICHEN gibt es, damit das Anliegen mit einem Bild verknüpft wird, das ohne großen Aufwand von jedem verwendet werden kann. Das erhöht den Wiedererkennungswert der Aktionsform und setzt im Idealfall selbst dann Inhalte, wenn eine Aktion ohne viele Worte auskommen muss oder gar misslingt. […] die Inhalte nicht zu verwässern und die Aktionsform nicht zu einer "Maskerade mit nationalen Inhalten" zu degradieren“, heißt es dort.

Gleichzeitig grenzt man sich von gewalttätigen Auswüchsen der Szene ab – wenn auch aus taktischen Gesichtspunkten: „[…] so falsch wäre es, diesen auch nur im Ansatz mit Gewalt durchsetzen zu wollen. Auch warten die Medien der Demokraten nur darauf, die UNSTERBLICHEN endlich als furchteinflößenden Mob von Randalierern darstellen und so das politische Anliegen ausblenden zu können. Um die Deutungshoheit nicht aus der Hand zu geben, dokumentieren die UNSTERBLICHEN ihre Aktionen und verbreiten sie im Internet.“

Die „Unsterblichen“ versuchen, mit ihrer Bewegung in die Mitte der Gesellschaft vorzustoßen, dort Fuß zu fassen. Es sei gelungen, viele Mitstreiter zu gewinnen, „die zuvor nie mit politischem Aktivismus in Berührung kamen“. Dabei handle es sich um „ganz normale Arbeiter, Studenten, junge Eltern sowie deren Freunde und Bekannte - einig im Ziel, das Anliegen der UNSTERBLICHEN zu verbreiten.“ Deshalb trage man auch keine „Szeneklamotten“ und gebe sich keine Gruppennamen. 

Vor eine parteipolitische Karre möchten sich die Vordenker aber nicht spannen lassen. Wie bei vielen andern Phänomen der Szene auch, hat die NPD bereits Anstrengungen unternommen, auf den „fahrenden Zug zu springen“. Besonders das von den „Unsterblichen“ gewählte Thema „demografischer Wandel“, im Szenejargon „Volkstod“ genannt, stößt auch in Parteikreisen auf höchstes Interesse. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass in Mecklenburg-Vorpommern ein Umzug der „Unsterblichen“ stattfand, kurz nachdem eine NPD-nahe Postille das Thema aufgriffen hatte.

Anhänger des „Unsterblichen“-Konzeptes sehen sich selbst als „Vollblut-Aktivisten“, die den Kampf um die Erhaltung der „deutschen Volkssubstanz“ 24 Stunden am Tag, bei allen Gelegenheiten und auf allen Ebenen führen. „Für die UNSTERBLICHEN ist klar: Politische Inhalte sind wichtig, viele Themen sind wichtig, Propaganda ist wichtig. Und all diesen Anliegen werden sie im passenden Rahmen gerecht, aber nicht als UNSTERBLICHE, sondern auf politischen Veranstaltungen oder mit Wort und Tat im Familien- und Freundeskreis“, schreiben die Autoren der „Vorraussetzung“.

Durch diese „Guerilla-Taktik“ wird es schwer, der Aktionsform habhaft zu werden, zumal ihre Attraktivität für die Szene ungebrochen scheint. Das Verbot der „Spreelichter“ war ein erster Schritt, nun müssen weitere Maßnahmen folgen. Auch der Zivilgesellschaft.

Foto: Screenshot

Kommentare(25)

Felix Freitag, 25.Januar 2013, 15:44 Uhr:
Schade es steht keine Adresse drin wo man die Aufkleber bestellen kann.
 
Alter Fritz Freitag, 25.Januar 2013, 17:39 Uhr:
Wenn Unrecht zu Recht wird.
wird Wideratand zur Pflicht
 
Walter Samstag, 26.Januar 2013, 00:26 Uhr:
Letzter Satz ist ganz schön makaber, aber das merken einige wohl nicht. Denn: Wenn weitere Maßnahmen folgen sollen, wie der vorletzte Satz fordert, dann spricht einzig und allein ein Geist aus den Sätzen, der sich still und insgeheim erhofft, dass ein Verbotsapparat in Gang gesetzt werden soll, der zukünftig, um der angeblichen "Guerilla-Taktik" der Unsterblichen habhaft werden zu können, bereits im Zivilleben eingreift, um dort letztendlich wirken zu können. Wie soll er wirken im "Zivilleben", Herr Dr. Brandstetter? Denkverbote oder Gesinnungspolizei? Beides? Wie auch immer. Unter Berücksichtigung des im Text Implizierten lassen sich sehr deutliche Motive Ihres inneren Antriebes ausmachen.
 
Roichi Samstag, 26.Januar 2013, 10:14 Uhr:
@ Walter

Du bist auch nicht in der Lage zu lesen.
Es werden Maßnahmen der Zivilgesellschaft gefordert. Nicht des Staates.
Staatliche Maßnahmen gab es ja bereits und wird es weiter geben, so Gesetze verletzt werden.

Deine weiteren Spekulationen stützen sich dann auch allein auf deine Ideologie einer vermeintlichen Unterdrückung. Das ist ein typisch rechtes Verhaltensmuster, aber wie immer nicht mehr als ein einnehmen der Opferrolle um nicht die eigene Ideologie infrage stellen zu müssen.

@ Fritz

Du zitierst Rosa Luxemburg, wenn auch falsch.
Meinst du wirklich, eine beinharte Kommunistin ist für dich Jemand, den du ernsthaft zitieren könntest?
Wohl eher nicht.
Zumal du ja auch nicht den Sinn des Zitats begreifst.
 
Amtsträger Samstag, 26.Januar 2013, 10:21 Uhr:
Lieber Walter,

die geforderten Maßnahmen und deren Voraussetzugnen können Sie sich in der Strafprozessordnung durchlesen.

Die Maßnahmen der Zivilgesellschaft können Sie sich selbst überlegen. Dabei wird es aber im Kern um Versammlungen gehen.
 
Amtsträger Samstag, 26.Januar 2013, 10:26 Uhr:
Lieber Alter Fritz,

"Wenn Unrecht zu Recht wird.
wird Wideratand zur Pflicht"

Sie wollen also über Recht und Unrecht entscheiden? Und das mit einem derart verstümmelten Rechtsbewußtsein?

Da kann nicht viel vernünftiges bei herauskommen...

Für die Unsterblichen gilt, was für alle anderen Kriminellen auch gilt: Irgendwann wird man Sie auf frischer Tat festsetzen, aus der Anonymität reißen und nach geltendem Recht bestrafen. Anschließend wird es weitaus leichter, die Taten aufzuklären.
 
ein Leser Samstag, 26.Januar 2013, 11:17 Uhr:
@amtsträger
"Sie wollen also über Recht und Unrecht entscheiden? Und das mit einem derart verstümmelten Rechtsbewußtsein?"

Das haben doch Sie, das verstümmete Rechtsbewusstsein. Sie räumen doch ständig den Opfern Mitschuld ein. Egal ob Opfer von Kinderschändern, Taschendieben, Vergewaltigern etc..
 
Walter Samstag, 26.Januar 2013, 14:02 Uhr:
Roichi, ist das dein einziges "Argument", das du hervorhebst? Das Anschuldigen des Gegenparts mit dem einzigen Inhalt, dass die missliebige Stellung "Ideologie" sei, ist insoweit schon hanebüchen, als sie selbst ein durch Ideologie angetriebenes Argument ist - nämlich keines, außer man ist selbst Ideologe. Aber dass du das schon desöfteren hervorgehoben hast, beweist vielmehr, dass du nicht verstehen und sehen willst (aufgrund deiner eigenen Ideologisierung, die du implizit leugnest, indem du andere derselben bezichtigst), dass hier ein Meinungsklima vorherrscht, dass es Rechten erheblich erschwert, sich zu äußern ohne fürchten zu müssen, dass dabei nicht Beruf (L. Battke) und/oder Hobby (ebenso L. Battke oder J. Pühse) auf dem Spiel stehen.
Der Philosoph Prof. Norbert Bolz brachte das so schön auf den Punkt, als er in einer Fernsehsendung davon sprach, dass unsere Medienlandschaft dezidiert links ideologisiert ist. Dem war in der Sendung - aufgrund der Stichhaltigkeit der Argumentation - nichts entegenzusetzen oder hinzuzufügen.
 
Ole Samstag, 26.Januar 2013, 14:32 Uhr:
Ob man dem mit Verboten entgegen wirken kann?

http://www.noz.de/deutschland-und-welt/politik/niedersachsen/69151630/viele-schueler-waehlen-bei-testwahl-rechts

Eine lächerliche Gesellschaft mit lächerlichen Behörden, dieses Deutschland. Symptom- statt Ursachenbekämpfung.
 
Bürger Samstag, 26.Januar 2013, 15:23 Uhr:
@ Roichi:

Im Artikel steht:

"Das Verbot der „Spreelichter“ war ein erster Schritt, nun müssen weitere Maßnahmen folgen. Auch der Zivilgesellschaft."

Also: AUCH der Zivilgesellschaft.
Damit wird also,von Herrn Brandstetter,sowohl staatliche,als auch zivilgesellschaftliche Maßnahmen gefordert.
 
Chewie Samstag, 26.Januar 2013, 18:57 Uhr:
"Der Philosoph Prof. Norbert Bolz brachte das so schön auf den Punkt, als er in einer Fernsehsendung davon sprach, dass unsere Medienlandschaft dezidiert links ideologisiert ist. Dem war in der Sendung - aufgrund der Stichhaltigkeit der Argumentation - nichts entegenzusetzen oder hinzuzufügen."

Alleine die Behauptung einer "Ideologisierung", noch dazu einer dezidierten, hätte ihn schon disqualifiziert. Aber das hat wahrscheinlich auch nicht er so gesagt (wenn auch vermutlich nur aus taktischen Gründen), sondern Du. Und dass "dem" nichts entgegenzusetzen oder hinzuzufügen war, halte ich auch für dummes Geschwätz Deinerseits, weil Du nur das gehört hast, was DU für "Stichhaltigkeit" hältst.
Im übrigen ist dein Superphilosoph ein ziemlich ekelhafter Sozialdarwinist. Soviel zu den Auswahlkriterien Deiner Argumentationskrücken, aber was soll man auch erwarten?
 
Chewie Samstag, 26.Januar 2013, 19:44 Uhr:
@ Alter Fritz:

"Wenn Unrecht zu Recht wird.
wird Wideratand zur Pflicht"

Das hat Friedrich der II. niemals gesagt. Sie, mein Herr, sind ein Scharlatan, Hochstapler und Lügner.
 
Roichi Samstag, 26.Januar 2013, 23:29 Uhr:
@ ein Leser

"Das haben doch Sie, das verstümmete Rechtsbewusstsein. Sie räumen doch ständig den Opfern Mitschuld ein. Egal ob Opfer von Kinderschändern, Taschendieben, Vergewaltigern etc.."

Wenn man nicht in der Lage ist, Komemntare inhaltlich zu erfassen, dann sollte man nicht versuchen daraus Schlüsse zu ziehen. Außer dem auf die eigene Unfähigkeit. Das ist dir allerdings dennoch passiert. So kommt dann dein Komemntar zustande.


@ Walter

"Roichi, ist das dein einziges "Argument", das du hervorhebst?"

Es ist die Grundlage deines Kommentars.

"Das Anschuldigen des Gegenparts mit dem einzigen Inhalt, dass die missliebige Stellung "Ideologie" sei, ist insoweit schon hanebüchen, als sie selbst ein durch Ideologie angetriebenes Argument ist - nämlich keines, außer man ist selbst Ideologe. "

Mir ist in dem Fall reichlich egal wie deine Stellung ist, mir geht es darum, dass du nur mit deiner Ideologie argumentierst.
Das habe ich ja auch so geschrieben.

"Aber dass du das schon desöfteren hervorgehoben hast, beweist vielmehr, dass du nicht verstehen und sehen willst (aufgrund deiner eigenen Ideologisierung, die du implizit leugnest, indem du andere derselben bezichtigst), dass hier ein Meinungsklima vorherrscht, dass es Rechten erheblich erschwert, sich zu äußern ohne fürchten zu müssen, dass dabei nicht Beruf (L. Battke) und/oder Hobby (ebenso L. Battke oder J. Pühse) auf dem Spiel stehen."

Und hier bestätigst du meine Einschätzung von oben.
Denn wieder ist dein einziges Argument eine vermeintliche Unterdrückung.

"Dem war in der Sendung - aufgrund der Stichhaltigkeit der Argumentation - nichts entegenzusetzen oder hinzuzufügen."

Du erwartest doch nicht ernsthaft im Fernsehen, womöglich noch in einer Talkshow eine dezidierte Auseinandersetzung auf hohem Niveau?
Dafür würde die Sendezeit nicht ausreichen.
Abgesehen davon stellt sich die Frage, was einen Philosophen zu einer Quelle für deine Argumentation macht?
Denn diese ist ja nicht philoshopisch.


@ Bürger

"Damit wird also,von Herrn Brandstetter,sowohl staatliche,als auch zivilgesellschaftliche Maßnahmen gefordert."

Immerhin hast du den Satz gelesen.
Schon besser, als Walter.
Wie schon geschrieben gibt es die staatlichen Maßnahmen bereits und wird es weiter geben.
Verstöße gegen die Gesetze werden geahndet. Dazu zählen auch Verstöße gegen das Versammlungsrecht.
 
Franz Gerber Sonntag, 27.Januar 2013, 10:41 Uhr:
Die NERVIGEN wollen uns nach wie vor zu tode langweilen. Das ganze Erscheinungsbild samt Thematik ist einfach nur lächerlich und nervig. Cool wirkt das höchstens auf einen Teil verblödeter Dorfjugendlucher.
Für mich gehört sowas ins Astro TV.
 
Alter Fritz Sonntag, 27.Januar 2013, 16:49 Uhr:
gepostet von Chewie

@ Alter Fritz:

"Wenn Unrecht zu Recht wird.
wird Wideratand zur Pflicht"

Das hat Friedrich der II. niemals gesagt. Sie, mein Herr, sind ein Scharlatan, Hochstapler und Lügner.
------------------------
Das habe ich nie behauptet!
O.wie nimmt die Dummheit Ober-hand
 
Amtsträger Montag, 28.Januar 2013, 07:37 Uhr:
Lieber Leser,

"Sie räumen doch ständig den Opfern Mitschuld ein. Egal ob Opfer von Kinderschändern, Taschendieben, Vergewaltigern etc.."

Den entsprechenden Passus, insbesondere bei Kinderschändern und Vergewaltigern, können Sie bitte zitieren.

Bis Sie das getan haben, nenne ich Sie einen Lügner! Ein Lügner, der einen Kommentar halbherzig liest und dann bei der nächst besten Gelegenheit bewußt und gewollt falsche und groteske Tatsachen behauptet, nur um einen möglichst radikal klingenden Standpunkt zu formulieren.

Und bevor Sie den vor kurzem formulierten Kommentar über Einbruchdiebstahl, Taschendiebstahl und Prävention heraussuchen, versuchen Sie zuerst einmal den Unterschied zwischen Schuld und Vorsicht zu begreifen.
Denn Schuld war zu keinem Zeitpunkt Gegenstand meines Kommentars.
 
ein Leser Montag, 28.Januar 2013, 12:24 Uhr:
@amtsträger

"Bis Sie das getan haben, nenne ich Sie einen Lügner!"

Na und ich pfeif drauf. Und Sie haben wieder versucht, sich herauszuwinden. Hilft Ihnen nicht, auch wenn Sie jetzt

"...zwischen Schuld und Vorsicht zu begreifen."

diesen Unfug zu Ihrer Entschuldigung anbieten.

Pikant, dass Sie aber erkennen, das ich recht habe. Denn:

"Und bevor Sie den vor kurzem formulierten Kommentar über Einbruchdiebstahl, Taschendiebstahl und Prävention heraussuchen,"

sonst wäre Ihnen dieser Satz nicht entfleucht. Das Raussuchen haben hier schon andere perfekt besorgt. So viel Aufwand sind Sie nicht wert.
 
Bürger Montag, 28.Januar 2013, 12:33 Uhr:
@ Amtsträger

"versuchen Sie zuerst einmal den Unterschied zwischen Schuld und Vorsicht zu begreifen."

Es besteht für die Bürger keine Pflicht,besonders vorsichtig zu sein.
Es ist Aufgabe des Staates das Volk vor Verbrechen zu schützen,dafür zahlt das Volk ja auch Steuern.
 
Amtsträger Montag, 28.Januar 2013, 14:46 Uhr:
Lieber Bürger,

"Es besteht für die Bürger keine Pflicht,besonders vorsichtig zu sein."

Das ist mehr als falsch. Wer sich nicht vorsichtig verhält, verursacht etwaige Schäden fahrlässig. Das ist in einigen Situationen sogar mit Strafe bewährt.

Natürlich besteht keine Pflicht seine Haustür abzuschließen, oder die Fenster geschlossen zu halten. (Eine Versicherung wird das natürlich ganz anders sehen!)

Da es eben keine Pflicht gibt, ergibt sich auch keine Schuld. Und dennoch gilt die alte Weisheit: Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um.
 
Amtsträger Montag, 28.Januar 2013, 14:50 Uhr:
Lieber Leser,

"sonst wäre Ihnen dieser Satz nicht entfleucht. Das Raussuchen haben hier schon andere perfekt besorgt. So viel Aufwand sind Sie nicht wert."

Natürlich suchen Sie nichts heraus. Dasl iegt daran, dass Sie keinen Kommentar von mir finden, der Ihre aussage stützen würde.

Ich könnte jetzt auch einfach behaupten, dass Sie gerne Frauen und die eigenen Kinder schlagen, wie Sie so oft erwähnt haben. Heraussuchen werde ich diese Kommentare natürlich nicht, weil Sie es nicht wert sind.

Na, für wie überzeugend finden Sie derartige Argumentationsmuster?

Tatsächlich ist Ihre Unfähigkeit, bestätigende Zitate vorzulegen, der beste Gegenbeweis. Danke dafür ;)
 
münchhausen Montag, 28.Januar 2013, 15:39 Uhr:
"Es besteht für die Bürger keine Pflicht,besonders vorsichtig zu sein."

Natürlich besteht eine Pflicht eines jeden Bürgers zur Vorsicht, die sich in einer Vielzahl von einzelnen Vorschriften und Gesetzen niederschlägt. Juristisch wird diese Vorsichtspflicht in vielen Fällen durch die Fahrlässigkeitsbeurteilung bewertet.

Ein paar konkretere Beispiele aus der Rechtspraxis:

1. § 276, Abs. 2 BGB: "Fahrlässig handelt, wer die im Verkehr erforderliche Sorgfalt außer Acht lässt." und StVO: §1, Abs 1: "Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht."
2. § 252 Abs. 1 Nr. 4 HGB erhebt das sogenannte "Vorsichtsprinzip" zum Grundprinzip im Rechnungswesen.
3. § 823 BGB, Abs. 2: "Erfüllt eine Person den Tatbestand der obigen Norm durch Handeln (oder Unterlassen) [!], haftet sie auf Schadenersatz". Ein beliebtes Beispiel im Rechtsstudium ist der Fall, in dem eine Bewohnerin so unvorsichtig war, die Blumentöpfe auf dem Balkon nicht richtig festzumachen und daraufhin ein Passant von einem herabstürzenden Topf erschlagen wurde.
4. Das gesammte Arbeitsschutzgesetz schreibt in weiten Teilen ausschließlich Vorsichtsmaßnahmen vor, die die Arbeitnehmer und -geber einzuhalten haben.
5. Im Waffengesetz regeln die §§ 34-39 die "Obhutspflichten" des Waffenbesitzers. Dieser "hat die erforderlichen Vorkehrungen zu treffen, um zu verhindern, dass diese Gegenstände abhanden kommen oder Dritte sie unbefugt an sich nehmen." §36 Abs. 1
6. Nach § 7 StVG, "Haftung des Halters, Schwarzfahrt", ist jeder Fahrzeughalter angehalten, sicherzustellen, dass das abgestellte Fahrzeug abgeschlossen und nicht durch Dritte benutzbar ist. Wird mit dem eigenen, entwendeten Fahrzeug ein Unfall begangen, ist man aufgrund der verletzten Vorsichtspflicht in Mittäterschaft.
7. Nach Urteil des Rostocker Oberlandesgerichts (Az.: 8 U 40/06) besteht Pflicht zur Vorsicht, wer an einer schlecht einsehbaren Kreuzung einfährt, selbst wenn er gemäß der Verkehrsordnung vorfahrt hat.
8. Die in landesrechtlichen Gesetzesquellen festgelegte Räum- und Streupflicht ist eine Verkehrssicherungspflicht bei Schnee und Glätte auf Straßen und Wegen zur Vermeidung von Unfällen.

und wenn die Tür zu Hause bei Abwesenheit nicht abgeschlossen wird, das Feuer am Weihnachtsbaum nicht gelöscht, man sich mutwillig in Gefahr begibt, wird keine Versicherung den entstandenen Schaden ersetzten. Gerichte haben diese Grundprinzip der Vorsichtspflicht immer wieder an solchen konkreten Klagen bestätigt.
 
3 minijobs trotz studium Montag, 28.Januar 2013, 15:42 Uhr:
""Das Verbot der „Spreelichter“ war ein erster Schritt, nun müssen weitere Maßnahmen folgen. Auch der Zivilgesellschaft."

Nun Herr Brandstetter, die "Zivilgesellschaft" hat wichtigeres zu tun. Täglich um ihre Existenz kämpfen! Dank Niedriglöhnen, Billigjobs, Arbeitslosigkeit, Armut. (wer hats erfunden? Agenda 2010!) Da bleibt keine Zeit für linkes Theater. Die wenigsten in diesem Land haben so ein gemütliches Pöstchen wie Sie.
 
nachgefragt Montag, 28.Januar 2013, 18:06 Uhr:
@amtsträger
"Für die Unsterblichen gilt, was für alle anderen Kriminellen auch gilt: Irgendwann wird man Sie auf frischer Tat festsetzen, aus der Anonymität reißen und nach geltendem Recht bestrafen. "

Erklären Sie uns doch, was an den Unsterblichen kriminell sein soll? Eine freie Meinungsäußerung die Ihnen nicht in den Kram passt?
 
Roichi Montag, 28.Januar 2013, 20:54 Uhr:
@ Leser

Du kannst gern drauf pfeifen. Überzeugen kannst du so nicht.

"Pikant, dass Sie aber erkennen, das ich recht habe. "

Nö. Er wollte nur weiteren Blödsinn von dir vorbeugen.
Das hat er ja auch erfolgreich getan.
Denn auch hier hast du nichts entgegenzusetzen. Nur Gepöbel.

"So viel Aufwand sind Sie nicht wert."

Und damit hast du dann endgültig das Handtuch geworfen.
Wieso sollte man sich denn noch mit dir auseinandersetzen?


@ Bürger

"Es besteht für die Bürger keine Pflicht,besonders vorsichtig zu sein."

Im Strafrecht vielleicht, im Zivilrecht sieht das schon anders aus.
Und natürlich muss man sich nicht beschweren, wenn man nicht das vernünftige Maß an Vorsicht walten lässt und man geschädigt wird.

"Es ist Aufgabe des Staates das Volk vor Verbrechen zu schützen,dafür zahlt das Volk ja auch Steuern."

Der Staat hat noch viel mehr Aufgaben.
Und einen hundertprozentigen Schutz gibt es nicht. Nichtmal in einem Überwachungsstaat.
Übrigens wäre ich doch mal gespannt, was du sagst, wenn auf einmal die Steuern verdoppelt würden, um das zu finanzieren.
Da geht dann das Geschimpfe auf den Abzockestaat los. Von den gleichen Leuten, die jetzt mehr Verbrechensbekämpfung fordern.
 
nur mal angemerkt Dienstag, 29.Januar 2013, 18:51 Uhr:
Amtsträger
"Bis Sie das getan haben, nenne ich Sie einen Lügner!"

Erledigt, Amtsträger!
Denn Amtsträger bemerkte:

"Jetzt werden sich die Bürger tatsächlich um ihre Kinder kümmern müssen, wissen wo sie sind, was sie tun, mit wem sie zusammen spielen etc. Eben das, was gute Eltenr ohnehin schon machen.2.10.12

Js msn muss sich als Elternteil um seine Kinder kümmern. Da führt kein Weg dran vorbei, egal wieviel man demonstriert und wettert...02.10.12

Wohl wahr. Aber man kann immer wissen wo sich das Kind aufhält, wann es nach Hause kommt und wer es begleitet.
Man kann es auf diese Gefahren vorbetreiten und es warnen. Das kann man sogar üben..."02.10.12

Mit allen 3 Formulierungen unterstellen Sie allen Eltern der Opfern und denen die es noch werden, Mitschuld und Fehler. Und verniedlichen damit die Schuld der Täter und das Versagen von Polizei unt Justiz. Tja Lügner Amtsträger das war wieder nichts!
 

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