von Oliver Cruzcampo
   

Die Null-Komma-Partei – Republikaner treten zur Bundestagswahl an

Die rechtsgerichtete Partei Die Republikaner wollen zur Bundestagswahl im kommenden Jahr antreten. Doch zuerst benötigt die Splitterpartei über 30.000 Unterstützungsunterschriften. Damit dies gelingt, stellt die Partei Geldprämien in Aussicht.

Wenn im Herbst kommenden Jahres die Wahl zum 18. Deutschen Bundestag stattfindet, wollten auch die Republikaner auf den Stimmzetteln auftauchen. Die Kleinstpartei hat allerdings weder im Bundestag noch in den Länderparlamenten Mandate inne, somit muss der aufwändige Weg über die Unterstützungsunterschriften gegangen werden. Laut Republikaner würde es sich dabei um eine Praxis handeln, um sich „unliebsamer Konkurrenz zu entledigen“.

Pro Bundesland würden 2.000 Unterschriften benötigt, heißt es auf der Website der REPs. Dort können sich Sympathisanten auch ein sogenanntes Formblatt für eine Unterstützungsunterschrift herunterladen und es der Partei unterschrieben zukommen lassen. Derzeit wird diese Möglichkeit jedoch nur den Bewohnern aus fünf Bundesländern angeboten, alle anderen gehen bislang zumindest leer aus.

Im aktuellen Parteiorgan wird verkündet, dass der „programmatisch und finanziell solide Kurs des Bundesvorsitzenden Dr. Rolf Schlierer“ bereits die Grundlagen für eine erfolgreiche Wahlteilnahme geschaffen hätte. Ausschließlich will sich der stellvertretende Bundesvorsitzende Johann Gärtner auf diesem soliden Kurs jedoch nicht verlassen und bietet den lokalen Kreisverbänden zudem einen finanziellen Anreiz: „Jeder Kreisverband, der einen Direktkandidaten aufstellt und mindestens 200 bestätigte Unterschriften vorlegen kann, erhält einen Zuschuss von 500 Euro.“ Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob dieser Obolus ausreichend ist, um Anhänger der Republikaner zur Kandidatur zu bewegen. Auch 200 Unterschriften dürften in Dutzenden nur auf dem Papier existierenden Kreisverbänden eine nicht unerhebliche Hürde sein.

Was genau sich die Republikaner um deren Bundesvorsitzenden Rolf Schlierer von dem Wahlantritt erhoffen, ist ungewiss. Zu den letzten Landtagswahlen war die Splitterpartei erst gar nicht angetreten. Vor genau einem Jahr trat sie in Mecklenburg-Vorpommern zur Landtagswahl nach eigenen Aussagen „gegen die NPD“ an und scheiterte grandios. Ganze 579 Personen machten ihr Kreuz bei den REPs, was am Ende magere 0,1 Prozentpunkte bedeutete und gleichzeitig das schwächste Ergebnis aller 16 zur Wahl angetretenen Parteien darstellte.

Riskiert man einen Blick auf die letzten Bundestagswahlen sind auch dort die Erfolgsaussichten für 2013 nicht gerade rosig. Während die REPs in den neunziger Jahren mehrmals knapp an der Zwei-Prozent-Marke scheiterte, versank man seitdem immer mehr in der politischen Bedeutungslosigkeit. Reichte es 2005 mit 0,6 Prozent noch gerade zur Teilnahme an der staatlichen Parteienfinanzierung, gelang dies vier Jahre später (0,4 Prozent) schon nicht mehr. 

Auf eine Kehrtwende deutet bislang nichts hin. Möglicherweise erhoffen sich die REPs, die ein oder andere Stimme von NPD-Wählern abzugreifen. Auch aufgrund der anhaltenden Verbotsdebatte um Holger Apfels Partei, hat die NPD bei vergangenen Landtagswahlen jeweils rund ein Drittel ihrer Stimmen einbüßen müssen.

Kommentare(6)

Sebastian L. Donnerstag, 06.September 2012, 15:33 Uhr:
Höre ich da so etwas wie Häme aus dem Titel heraus?
 
Dennis Donnerstag, 06.September 2012, 15:49 Uhr:
Oh mann, die sind ja noch peinlicher als die NPD-Chaoten...
 
Elvira Donnerstag, 06.September 2012, 16:52 Uhr:
@ Elvira:
Hier war ein Schreibfehler im Programm.

Verbindet euch mit der NPD, da hat der Staat noch mehr Arbeit.
 
Wahrheitsfanatiker Sonntag, 09.September 2012, 09:17 Uhr:
Die REPs existieren nur noch auf dem Papier.
 
Atze Montag, 10.September 2012, 05:47 Uhr:
Zumindest eine zeitlang gab es ja mal Versuche der Reps mit den Pros ins Geschäft zu kommen. Faktisch existieren die Reps ja nicht mehr. Also muss man irgendwie Aufmerksamkeit auf sich lenken und eine gewisse bedeutung vorgauckeln, um von anderen Rechtsparteien hofiert und umworben zu werden. Eine eigenständige Kandidatur würde ja letztlich das rechte Wählerlager noch stärker aufsplittern. Die Reps spekulieren wohl darauf, mit der eigenen kandidaturandrohung Angebote anderer Rechtsparteien zu bekommen, es zu unterlassen. Aber nach dem Debakel in MeckPom nimmt die eh keiner mehr Ernst.
 
Torsten Sennhofer Mittwoch, 28.November 2012, 19:48 Uhr:
Na ja, viel dürfte davon abhängen ob es die Rep´s schaffen flächendeckend anzutereten. (Was ich kaum glauben kann) Schaffen die es aber doch, würde dies natürlich in rechten Kreisen die Runde machen.
Dummerweise liegen die Themen für eine Protestwahl in 2013 parat. Also hoffen wir mal dass es nicht klappt. Aber wenn die Rep´s es schon beim letzten mal nicht geschafft haben - warum sollte es jetzt klappen?
 

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