„Die Fronten vereinen“

Waldsassen – Rund 60 deutsche und tschechische Neonazis beteiligten sich an einem Aufmarsch des „Freien Netzes Süd“ (FNS) unter dem Motto „Fremdarbeiterinvasion stoppen“ in der bayerischen Grenzgemeinde Waldsassen (Landkreis Tirschenreuth).

Freitag, 11. März 2011
Anton Maegerle

Unter den Teilnehmern befand sich auch Tomas Vandas, Vorsitzender der Neonazi-Partei „Delickna strana socialni spravedlnosti“ (DSSS; Arbeiterpartei für soziale Gerechtigkeit"). Vandas war ehemals Vorsitzender der 2010 vom obersten tschechischen Verwaltungsgericht verbotenen Neonazi-Partei „Delnicka strana“ (Arbeiterpartei), die enge Verbindungen zur NPD pflegte.

Vandas betonte in seiner Rede, „dass die derzeit herrschenden Zustände in der Europäischen Union unser aller Untergang“ bedeuteten. Nach der Kundgebung marschierten deutsche und tschechische Neonazis ins benachbarte Cheb (vormals Eger). Bei der dortigen Kundgebung trat erneut Vandas als Redner auf.

In einem Bericht über die Veranstaltung hält das „Freie Netz Süd“ fest, dass es „längst an der Zeit“ sei, „die Fronten zu vereinen, um gemeinsam gegen die raffsüchtigen Kapitalisten in Brüssel vorzugehen“. Das Ende 2008 von Matthias Fischer nach seinem Austritt aus der NPD gegründete „Freie Netz Süd“ wird im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes Bayern als „größtes neonazistische Netzwerk in Bayern“ eingestuft. Dem FNS gehören rund 20 Gruppierungen an. Auf regionaler Ebene pflegen die Neonazis aus dem FNS-Spektrum Kontakte zur NPD und es gibt sogar Doppelmitgliedschaften.

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