von Oliver Cruzcampo
   

"Die anderen sind wir" – Neuer FES-Band über Rechtsextremismus in Europa

Gestern stellte die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) in Berlin ihren neuen Band "Rechtsextremismus in Europa" vor. Eröffnet wurde die hochkarätig besetzte Veranstaltung durch zwei Referate von Martin Schulz, Pra?sident des EU-Parlaments, und Cecilia Malström, der EU-Kommissarin fu?r Inneres. Beide waren sich angesichts der vielfach sehr problematischen Situationen in den Mitgliedsstaaten einig: Ein erfolgreiches Europa kann nur durch ein Bekenntnis zur Vielfalt und entschlosseneres Auftreten gegen Rechtsextremismus gelingen.

Malmström sagte, sie sei sehr besorgt über die wachsende Welle von Drohungen und Gewalt gegen Asylsuchende, Einwanderer, ethnische und sexuelle Minderheiten in vielen europäischen Ländern. Um gegen gewaltbreiten Extremismus vorzugehen, sei eine starke politische Führung notwendig. "Wir brauchen ein gemeinsames Engagement auf höchstem Niveau, also der Staats- und Regierungschefs auf dem Europäischen Rat", so Malmström. Auch müsse eine nachhaltige Förderung von unterschiedlichsten "Graswurzel"-Initiativen in der gesamten EU sichergestellt werden. Bis Ende des Jahres werde sie ein entsprechendes Europäischen Programm auf den Weg bringen, versprach die EU-Kommissarin. Dies enthalte eine Mischung von praktischen Vorschlägen und politische Empfehlungen.

Die Werte und Normen sowie zivilen und sozialen Grundrechte, auf denen die EU aufgebaut sei, seien zugleich nach wie vor die richtige Antwort auf Ausgrenzung, Rechtsextremismus und Gewalt, sagte Martin Schulz. Die supranationale Werte- und Rechtsgemeinschaft für alle Menschen in Europa stelle im Grunde den wirksamsten Schutz gegen extremistische Tendenzen dar. Problematisch sei allerdings, so der SPD-Politiker weiter, dass dies von vielen Menschen als zu selbstverständlich und gegeben erachtete werde. Dabei müssten die Werte jeden Tag erstritten und verteidigt werden. Auch trage eine gleichmäßigere Verteilung von Wohlstand und eine Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zur Vermeidung von Rechtsextremismus bei.

Dieser Ansatz wird auch im neuen FES-Band verfolgt: Neben Länderanalysen und Gegenstrategien geht es in dem 463 Seiten starken Buch nämlich insbesondere um arbeitsmarktorientierte Ausstiegsarbeit in Europa. Das Engagement im Themenfeld Rechtsextremismus – auch mit dem Fokus Europa – ist für die FES derweil nicht neu. Dass rechtsextreme Einstellungen im europäischen Raum sehr weit verbreitet sind, belegte beispielsweise die 2011 vorgelegte FES-Studie zur "gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit". Einer der damaligen Befunde für die acht untersuchten Staaten: Etwa 50 Prozent der Menschen halten die Zahl der Zuwanderer für zu hoch. Über 30 Prozent stimmen zu, dass es eine "natu?rliche Hierarchie zwischen Menschen unterschiedlicher Ethnien" gebe.

Neben Meinungsmache konnten rechtspopulistische und rechtsextreme Gruppen auch bei Wahlen handfeste Erfolge verbuchen. Fast sieben Prozent erzielte in Griechenland 2012 beispielsweise die extrem rechte Partei „Goldene Morgenro?te“. Ebenfalls 2012 erreichte der französische "Front National" 14 Prozent bei den Parlamentswahlen.

Fast 250 Seiten widmet sich "Rechtsextremismus in Europa" zunächst einer ausführlichen Bestandsaufnahme. Neben einer allgemeinen Beschreibung der europäischen radikalen Rechten werden durch zahlreiche Autorinnen und Autoren in acht Länderanalysen die aktuellen Trends rechtsextremer bzw. rechtspopulistischer Parteien und Bewegungen in Deutschland, Griechenland, Italien, Portugal, Polen, Rumänien, der Ukraine und Ungarn unter die Lupe genommen.

Es geht um die aktuellen Europa-Trends rechtsextremer bzw. rechtspopulistischer Bewegungen, die Ursachen fu?r deren "Erfolg" und "Good Pratice" im Engagement gegen die rechtsextreme Herausforderung – also bereits bestehende Instrumente und Netzwerke. Ebenso wird die Rolle einer europa?ischen O?ffentlichkeit und einer vernetzten europa?ischen Zivilgesellschaft gegen Rechts betrachtet. Der Sammelband ist daher ein informatives und nützliches Nachschlagewerk zum Stand der Dinge in Europa und zur Diskussion exemplarischer Gegenstrategien: Beispielsweise der Arbeit im XENOS-Sonderprogramm "Ausstieg zum Einstieg", von Präventions- und Interventionsansätzen in Norwegen und dem "Radicalisation Awareness Network" (RAN).

FES-Rechtsextremismus-in-Europa
Ralf Melzer, Sebastian Serafin (Hrsg.)
"Rechtsextremismus in Europa – Länderanalysen, Gegenstrategien und arbeitsmarktorientierte Ausstiegsarbeit"
Friedrich-Ebert-Stiftung, Berlin (2013)
ISBN: 978-3-86498-521-8

Kommentare(15)

nur mal angemerkt Dienstag, 28.Mai 2013, 09:28 Uhr:
"Etwa 50 Prozent der Menschen halten die Zahl der Zuwanderer für zu hoch."

50 Prozent können nicht irren! Und der Rest ist durch die Mainstream-Genderpropaganda eingelullt. 50%- das lässt hoffen! Tja Roichi, das war wieder nix mit Deinen 1,5 %!
 
Roichi Dienstag, 28.Mai 2013, 11:06 Uhr:
@ nur mal angemerkt

Willst du dich jetzt wieder mit Statistiken blamieren?
Und auch 50% können sich irren.
Die Gründe für Fremdenfeindlichkeit sind bekannt. Ebenso, dass die beste Gegenmaßnahme der Kontakt mit Fremden ist.
 
JayBee Dienstag, 28.Mai 2013, 12:41 Uhr:
@ nur mal angemerkt

Die 50%, die die Zahl nicht für zu hoch halten, können nicht irren. Und der Rest ist durch die Panikmache von Rechts verängstigt und eingeschüchtert.

Ich halte mich mal an Deine Dikussionsvorlage...
 
nur mal angemerkt Dienstag, 28.Mai 2013, 14:24 Uhr:
@jaybee

Und schon wieder ein Lacher!

"Und der Rest ist durch die Panikmache von Rechts verängstigt und eingeschüchtert."

Wie können angebliche 1,5% sooo viele Menschen einschüchtern? Sind sie nicht eher eingeschüchtert von Ereignissen wie KIrchweyhe, am Alex oder anderswo?
 
Marlies Dienstag, 28.Mai 2013, 14:26 Uhr:
@roichi
"Ebenso, dass die beste Gegenmaßnahme der Kontakt mit Fremden ist."

Aha! Muss jetzt jeder z.B. nen Moslem aufnehmen? Als Zwangsmaßnahme?
 
Chewie Dienstag, 28.Mai 2013, 18:26 Uhr:
"50 Prozent können nicht irren!"

Das ist das dümmste, was ich in diesem Jahr gehört bzw. gelesen habe.
 
Roichi Mittwoch, 29.Mai 2013, 09:51 Uhr:
@ nur mal angemerkt

"Wie können angebliche 1,5% sooo viele Menschen einschüchtern? "

Indem sie krimineller und gewalttätiger, als der Rest der Menschen sind und dazu noch ein menschenverachtendes Weltbild haben.
Das sollte Angst machen. Zumal man ja historisch nachvollziehen kann, wohin das führt.

"Sind sie nicht eher eingeschüchtert von Ereignissen wie KIrchweyhe, am Alex oder anderswo?"

Nö. Kriminalität gibt es immer und wird es immer geben.
Beide Ereignisse haben weiter nichts mit irgendwelchen Ängsten zu tun, auch wenn du das gern hättest.
Zufällig waren die Täter keine reinrassig Deutschen. Dennoch sind es nur zwei Taten von vielen und dennoch sind es nur ein paar Täter.
Sieben um genau zu sein.
Wenn dir also die 1,5% keine Angst machen, wie sollen es dann die von dir angesprochenen 0,000000085 %?
Auch hier hast du dich selbst demontiert.


@ Marlies

"Muss jetzt jeder z.B. nen Moslem aufnehmen? Als Zwangsmaßnahme?"

Lies nochmal, was ich schrieb, und nicht, was du denkst, was ich schreiben sollte, um deine Phantasien zu erfüllen.
 
nur mal angemerkt Mittwoch, 29.Mai 2013, 14:37 Uhr:
@roichi

Ich kugel mich schon wieder vor Lachen. Wie viele Linke Gewalttäter gibt es laut Deiner heißgeliebten Statistik? Das wurde hier doch eindeutig festgestellt- Mehr wie Rechte. Wie viele Migranten/Nachfahren töteten, beraubten, erschlugen DEUTSCHE? Auch das wurde Dir oft genug belegt. (Siehe z.B. Messerattacke.de)

"Indem sie krimineller und gewalttätiger, als der Rest der Menschen sind und dazu noch ein menschenverachtendes Weltbild haben."

Du musst Dich langsam mal entscheiden: Entweder nur 1,5% die angeblich nichts können oder erreichen und die niemand will- oder 1,5 % die stellvertetend die Meinung von 50 % aller Bürger vertreten. Roichi verheddert sich in seinem eigenen Sermon. Fein machst Du das- weiter so!

Oder sprachst Du jetzt richtigerweise von den deutschenhassenden Jugendgangs? Dann hättest Du wieder einen Erkenntnisgewinn. Nur mit den Prozentzahlen, da musst Du noch lernen!

"Zufällig waren die Täter keine reinrassig Deutschen. "

Aha! Gibt es ihn also doch- den reinrassigen Deutschen. Roichi auf dem Weg der Erkenntnis!


"Die Gründe für Fremdenfeindlichkeit sind bekannt. Ebenso, dass die beste Gegenmaßnahme der Kontakt mit Fremden ist."
"Lies nochmal, was ich schrieb, und nicht, was du denkst, was ich schreiben sollte, um deine Phantasien zu erfüllen."

Winde Dich nicht, mein Kleiner, genau das hast Du gemeint -Betonung liegt auf "Gegenmaßnahme". Und was machst Du mit denen, die keinen Kontakt mit Moslem, Roma und co. wünschen? Naaaa????
 
Roichi Mittwoch, 29.Mai 2013, 16:25 Uhr:
@ nur mal angemerkt

"Ich kugel mich schon wieder vor Lachen."

Zu mehr reicht es bei dir ja auch nicht.

"Auch das wurde Dir oft genug belegt"

Du meinst bestimmt diese tollen BLogs, die immer voneinander abschrieben und selbst sagen, dass sie nur raten und eigentlich keine Zahlen haben.
Die hast du schon oft gebracht und deine Kamerraden auch. Nur belegen kannst du damit nichts.
Denn Raten ersetzt keine Daten.

"Du musst Dich langsam mal entscheiden"

Nö. Du musst das mal machen. Aber das betrifft mich nicht.

"Oder sprachst Du jetzt richtigerweise von den deutschenhassenden Jugendgangs?"

Deine feuchten Träume darfst du für dich behalten.

"Nur mit den Prozentzahlen, da musst Du noch lernen!"

Was denn?
Dass Nazis nicht damit umgehen können?
Das ist bekannt.

"Gibt es ihn also doch- den reinrassigen Deutschen. Roichi auf dem Weg der Erkenntnis!"

Was du so Erkenntnis nennst. Aber vielleicht versuchst du einfach nchmal den Satz zu verstehen.

"Winde Dich nicht, mein Kleiner, genau das hast Du gemeint "

Also wenn dein einziger Beleg deine Phantasie ist, kann nicht viel bei rumkommen.
Aber mehr hast du ja auch nicht.

"Und was machst Du mit denen, die keinen Kontakt mit Moslem, Roma und co. wünschen? "

Nachhilfe geben. So wie bei dir. Aber nicht jeder ist in der Lage diese auch anzunehmen.
Naja. Man hat ja noch Hoffnung, auch bei Problemfällen.
 
qual Mittwoch, 29.Mai 2013, 18:29 Uhr:
lieber nur mal angemerkt
"Wie viele Migranten/Nachfahren töteten, beraubten, erschlugen DEUTSCHE? "
Wie viele wurden denn getötet,beraubt weil sie DEUTSCHE waren?Wie viele Türken,Griechen,Zigeuner und Juden wurden von Rechten getötet weil sie eben diese waren?
 
JayBee Donnerstag, 30.Mai 2013, 07:24 Uhr:
@ nur mal angemerkt

"Und was machst Du mit denen, die keinen Kontakt mit Moslem, Roma und co. wünschen? Naaaa????"

Na denen ist dann auch nicht mehr zu helfen. Die sollten sich aber auch nicht das Recht rausnehmen, für irgendeine Mehrheit zu sprechen. Is schon ein bißchen traurig, Deine Verbohrtheit. Öffne Dich doch mal ein wenig der Welt.
 
Henriette von Stetten Donnerstag, 30.Mai 2013, 08:17 Uhr:
@qual
Zahlen zu erfragen oder Opferzahlen zu vergleichen sagt nicht unbedingt etwas über
die Täter und Opfer aus.
100 Millionen Menschenopfer werden dem Weltkommunismus an und zugerechnet.
Außerdem gibt es bis in die jüngste Gegenwart einen unterschiedlichen Umgang
von seiten der Gesellschaft mit den Tätern.
 
nur mal angemerkt Donnerstag, 30.Mai 2013, 22:20 Uhr:
@jaybee
"Na denen ist dann auch nicht mehr zu helfen. Die sollten sich aber auch nicht das Recht rausnehmen, für irgendeine Mehrheit zu sprechen. Is schon ein bißchen traurig, Deine Verbohrtheit. Öffne Dich doch mal ein wenig der Welt."

Dann solltest Du mal reisen, dort hin, wo es weh tut. Und nicht nur zum Ballermann. Das dürfte Deinen Blick auf die Welt verändern!
 
JayBee Freitag, 31.Mai 2013, 08:51 Uhr:
@ nur mal angemerkt

Woher glaubst Du denn zu wissen, wohin ich in meinem Leben schon gereist bin? Außerdem, was meinst Du mit "dahin reisen, wo es wehtut"? Die Arktis, wegen der Kälte, die Sahara, wegen der Hitze tagsüber? Ich glaube ja, am meisten weh tut es am Ballermann, aber da war ich noch nicht.
 
Roichi Freitag, 31.Mai 2013, 10:00 Uhr:
@ JayBee

Mit dem Ballermann hast du Recht. Das tut weh.
Aber der Rest der Insel ist sehr schön.

Vielleicht meinte nur mal angemerkt auch eher, dass du ihm in den Hintern kriechen solltest.
Wer weiß, bei seinen üblichen Spekulationen ist alles möglich.
 

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