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„`Deutschland den Deutschen - Ausländer raus!´ – Das ist noch heute die Quintessenz nationaler Politik“

In der Neonazi-Szene Thüringens war er jahrelang aktiv: als Kameradschafts-Kader, Mitglied einer Rechtsrock-Band und später bei den Autonomen Nationalisten. Nach ersten Zweifeln machte Christian Ernst Weißgerber seinen Ausstieg später öffentlich und berichtet derzeit anhand einer YouTube-Serie aus dem Innenleben der rechtsextremen Szene. Wir haben uns mit dem ehemaligen Neonazi über seine Vergangenheit und aktuelle Themen wie die Montagsdemos unterhalten.

Christian Ernst Weißgerber, Foto: Anne-Kathrin Gerlieb

Wie gestaltete sich seinerzeit dein Weg in die rechtsextreme Szene?

Ich habe mich seit frühester Kindheit besonders für die Geschichte des Dritten Reiches interessiert, glaubte naiv an Gerechtigkeit und dass es nur ausreichend starker Autoritäten und staatlicher Mechanismen bedarf, um sie politisch durchzusetzen. Ich habe dann mit etwa 16 Jahren meinen Faszinationspunkt bewusst zu Ankerpunkten umfunktioniert und aktiv Kontakt zu Personen aus der rechten Szene gesucht, um mit ihnen über Politik und Geschichte zu diskutieren. Von da an kam der Stein gewissermaßen von selbst ins Rollen: die ersten Kontakte und Freundschaften in der Szene; Enthusiasmus für vermeintlich politische Aktionen; Kampf gegen das „Böse“ in der Welt und der Wunsch, dies in meinem Sinne zu verbessern. Ich war damals absolut davon überzeugt, dass ich das Richtige tue, mich für die Wahrheit und das Gute einsetze, mein Volk vor dem Aussterben rette etc. – mein Weg in die Szene führte also über eine Vielzahl von Selbsttäuschungen...

Dein Vater soll dich damals auch auf mehrere Montagsdemos mitgenommen haben. Wie beurteilst du die derzeitige Entwicklung um diese Demonstrationen, die ja vermehrt an Zulauf gewinnen? Man findet dort antisemitische Zwischentöne, auch Rechtsextreme nehmen – zumindest vereinzelt – daran teil.

Das Interessante und zugleich Alarmierende an der Entwicklung der Montagsdemos ist für mich, dass noch vor zehn Jahren rechtspopulistische oder gar rechtsextreme Personen sowohl phänotypisch als auch rhetorisch klar von den Veranstaltungsanmelder_innen und anderen Teilnehmer_innen der Demos zu unterscheiden waren. Dies hat sich jedoch deutlich verändert. Die scheinbar klare Unterscheidung ist unscharf geworden. Forderungen und Mundart der Verantalter_innen und Teilnehmenden neigen immer weiter in eine beängstigende Richtung – wenngleich sie sich als „weder rechts noch links“ verstanden wissen wollen und ihrem Selbstverständnis nach aus der Mitte der Gesellschaft das auszusprechen beabsichtigen, was sich etablierte Politiker_innen und auch sonst niemand zu sagen traue. Diese „Aus-der-Mitte-der-Gesellschaft“-Metaphorik dient ihnen als Deckmantel um allem, was sie sagen den Anschein des uneingeschränkt Vertretbaren, weil „ganz Normalem“ zu verleihen.

Selbst wenn von vermeintlich „Rechten“ exakt dasselbe gesagt, die gleichen unreflektierten Parolen verschwörungstheoretischer Provenienz lanciert werden, ist das schon okay, solang es aus der „Mitte der Gesellschaft“ kommt – die von etablierter Seite unterdrückte Stimme aus dem Volk, die sich aufschwingt um gegen Korruption und Ungerechtigkeit aufzubegehren; das Geschwätz kenne ich nur allzu gut aus meiner eigenen „Kampfzeit“. Diese derzeit jedoch unter latent-nationalistischen Liberalen (oder besser pseudo-liberalen Nationalisten?) im Trend stehende „Man-wird-jawohl-noch-sagen-dürfen“-Rhetorik ist gepaart mit einer erzkonservativen Rebellion gegen ‚Political Correctness’, die sich als aufrichtige Wahrhaftigkeit à la Herman, Sarrazin oder Lucke (miss-)versteht.

„Mut zur Wahrheit“ verkommt hierbei zur Chiffre für strukturellen Antisemitismus und latent-rassistische (Europa-)Politik, die durch „klare Fakten“ und „objektive“ ökonomische Betrachtungen verifizierbar sei. Ich denke, dass dieses Jonglieren mit Statistiken und Vorurteilen vor allem für die sich als „ganz normale Bürger von neben an“ verstehenden Personen eine nette Abwechslung zur Tristesse des alltagspolitischen Geschehens darstellt. Nicht nur ihre Überzeugung der Nutzlosigkeit etablierter Politiker lassen sich hier endlich mal ohne groß zu überlegen ausbreiten, sondern auch die von ihnen geteilten „ganz normalen“ Ressentiments offen aussprechen – immer hin ist das doch Sinn und Zweck von Meinungsfreiheit, oder etwa nicht? Ganz im Sinne: „Es ist doch wahr und muss halt endlich mal gesagt werden!“

Aus ihrem fundamentalistischen Selbstverständnis erklärt sich auch, warum die Vorwürfe des Rechtspopulismus von den Verfechter_innen der ‚Neuen Rechten‘ harsch abgewiesen werden: „Wie kann das Eintreten für „die Wahrheit“ als populistische Affektpolitik bezeichnet werden? Sie ist doch objektiv, wir haben die Zahlen und Tabellen hier; wir sind die goldenen Ritter und wollen die Prinzessin, bevor es zu spät ist, aus den Fängen des Drachen retten – deshalb schließt euch uns ganz schnell an. Am besten schon nächsten Montag!“

Ich halte diese Form von Politik nicht für den Weg, kapitalistische Zustände und Ungerechtigkeit zu überwinden und meine, dass es wichtig ist, sich populistisch-nationalistischen Agitatoren – ob mit Professortitel oder ohne – entschlossen entgegenzustellen und ihre Ideologie, ihr verschleiertes Ressentiment immer wieder zu enttarnen.

Leider werden all diese Vorwürfe von den eigentlichen Adressaten viel zu selten ernst genommen und noch seltener überhaupt durchdacht oder annähernd verstanden: „Wieso Antisemitismus? Wir sagen doch gar nichts Schlechtes über Juden!“


Du bist später bei den „Autonomen Nationalisten“ gelandet, einer seinerzeit recht neuen Bewegung. Wenn ich es richtig verstanden habe, kamen bei dir recht schnell Zweifel an deiner Ideologie auf. Wie kam es dazu?

Die Zweifel an einigen ideologischen Aspekten der Szene setzten bereits sehr früh ein: Ich hatte kein Verständnis für die Gewaltakte aus angeblich politischen Überzeugungen wie sie vor allem seit dem Beginn der 90iger Jahre vermehrt verübt wurden und hatte daher von Anfang an eine starke Skepsis gegenüber dem Skinheadkult und seinen martialischen Mythen, die mir sehr plump und nicht politikfähig erschienen. Die meisten Alt-Skins beweihräucherten ihre „großen Taten“ sowie diejenigen ihrer Helden aus älterer und jüngster Vergangenheit. Besonders aufgrund des gescheiterten Versuchs, eine völkisch-nationalistische Jugendorganisation zu leiten – darüber spreche ich in der zweiten Episode meiner aktuellen Youtube-Serie –, brachten zum ersten Mal die Grundfeste meines damals totalitären Weltbildes ins Wanken.

Ich glaubte von da an nicht mehr an Führerprinzip und autoritative Herrschaftsstrukturen als Lösungsansatz für politische Probleme und schloss mich vor allem deshalb den Autonomen Nationalisten (AN) an. Trotzdem überzeugte ich mich noch einige Zeit selbst davon, dass ich ein ‚nationaler Sozialist’ sei und zur Erneuerung der Bewegung für eine mögliche Revolution beitragen könne und müsse – mit allem was dazu gehört: Geschichtsrevisionismus, (struktureller) Antisemitismus, Essentialisierung von Volk und Nation (die Annahme, das diese mehr sein als bloße historische Konstruktionen) u.v.a.

Mit der Bewegung der ANs sei jedoch, so dachte ich damals, eine Art ‚Reformation der Szene’ möglich: Springerstiefel wurden gegen Chucks, Bomberjacken gegen Windbreaker und mein Kampf gegen Marx´ Kapital oder andere zuvor als Feindliteratur eingestufte Bücher ausgetauscht. Nationale Politik ganz neu ‚denken’ war damals mein Motto. Auf Dauer erschienen mir die Veränderungsversuche jedoch als rein oberflächlicher Natur, die Kritik ideologischer Grundbegriffe der Bewegung (Rasse, Volk, Nation) als ein bloßer Imagewechsel, bei dem die gleichen Ressentiments strukturell im Denken erhalten blieben – neue Verpackung, ewiggestriger Inhalt: Glatzen mit Haaren, wenn man so will.

„An allem sind die Juden (bzw. die jüdisch-marxistische Finanz- und Weltverschwörung) Schuld“ – „Deutschland den Deutschen: Ausländer raus!“ Das ist noch heute die Quintessenz nationaler Politik, selbst wenn es in diversen scheinbar unschuldigen Floskeln und neuen Labels wie dem sogenannten Ethnopluralismus verpackt daher kommt. Alle erzkonservativen, nationalsozialistischen, rechtsalternativen etc. pp. Weltanschauungen beinhalten diese ideologischen Versatzstücke. Sie meinen vielleicht etwas ganz anderes zu vertreten, weil sie ja andere Wörter verwenden oder sich vom historischen Nationalsozialismus und dessen Verbrechen distanzieren; sie übersehen dabei aber (wenn sie es nicht willentlich zu verheimlichen versuchen), dass sie die gleichen Denk- und Handlungsstrukturen reproduzieren. Das erkannte bzw. erahnte ich nach und nach und entschloss mich deshalb zum Rückzug aus der Szene.


Du hast dich dann entschieden, an der Universität Jena Philosophie zu studieren. Obwohl du innerlich schon fast mit der Szene abgeschlossen hattest, wurdest du umgehend von der Antifa als Neonazi geoutet. Welche Konsequenzen hatte das?

Zu Beginn meines Studiums waren die Outing-Aktionen für mich absolut verständlich und ich hatte sie auch – wenngleich nicht mit der anhaltenden Ausdauer und Rigorosität – erwartet, da ich zu dieser Zeit zunächst noch in der Szene aktiv und zumindest im Südthüringer Raum sehr umtriebig war. Enttäuscht war ich jedoch, dass mein Rückzug aus der Szene lang überhaupt nicht ernst genommen wurde. Ich hatte nicht das Gefühl, dass mein Rückzug überhaupt für voll genommen wurde bzw. dass ich die Möglichkeit hätte, mich politisch neu zu orientieren bzw. meine Weltanschauung eben auch mit Hilfe anderer zu kritisieren und zu überwinden. Damit will ich nicht sagen, dass ich sofort in den Reigen des Studierendenlebens etc. hätte aufgenommen werden sollen. Skepsis gegenüber Personen, die sich aus der rechten Szene zurückziehen ist oberstes Gebot – selbst bei überzeugenden antifaschistischen Lippenbekenntnissen. Aber mehr als andauernde Denunziation oder totale Nichtbeachtung bzw. andererseits Unterstellung einer False-Flag-Aktion hätte ich mir nach einem Jahr oder so schon mal gewünscht.

Rückblickend betrachtet, haben diese anhaltenden Aktionen gegen meine Person aber auch stark dazu beigetragen, dass ich meinen Rückzug aus der Szene um eine öffentliche Distanzierung und einen Ausstieg bei Exit Deutschland sowie über antifaschistische Kanäle erweitert habe und mich jetzt aktiv – unter anderem bei Exit Deutschland – engagiere.

Aktuell hast du auf YouTube die Serie „Ausstieg – (K)ein Weg zurück an den Start gebracht. Dein Ausstieg liegt ja nun bereits einige Jahre zurück, was erhoffst du dir von der Veröffentlichung?

Ich denke, meine Geschichte bietet interessante Einblicke in die Dynamik der damaligen rechten Szene, die neben der üblichen Aufklärungsabsicht auch für die Analyse aktueller rechtspopulistischer, -extremistischer sowie anderer ideologisch-fundamentalistischer Gruppierungen hilfreich seien können. Ich hoffe, dass ich einige ideologische Mechanismen – wenn auch auf eine vielleicht etwas unkonventionelle Weise – sowie deren Mutationsformen verdeutlichen und auf deren Unsinnig- bzw. Unhaltbarkeit aufmerksam machen kann – wenn ich dabei noch ein bis zwei ehemaligen Kamerad_innen vor den Kopf stoße und sie neben brüsker Empörung auch zum Nachdenken anregen kann, haben sich meine verhaltenen Hoffnungen schon mehr als erfüllt. Meine genaue Motivation kann man auch auf der Facebook-Seite des Projekts nachlesen und diskutieren.


Die ersten Folgen sind bereits online – was erwartet die Zuschauer in den kommenden Wochen?

Ich will freilich nicht zu viel verraten, aber nach den ersten drei Folgen sind ja noch viele wichtige Fragen weitgehend unbeantwortet oder unerwähnt geblieben. Vor allem die Vorstellungswelt (unter anderem völkischer) Neonazis, das Rollenbild ‚der’ Frau in großen Teilen der Szene und natürlich mein weiterer Werdegang in der Szene bis zu meinem Rückzug werden resümiert und ebenfalls auf aktuellere politische Ereignisse eingegangen.


Bist du noch politisch aktiv und beobachtest in etwa weiterhin Entwicklungen in der rechtsextremen Szene?

Ich bin nicht in dem Maße aktiv, dass ich genauere Strukturveränderungen und szeneinterne Entwicklungen genauer beobachten würde. Freilich bekomme ich noch mit, was in der Welt so los ist. Als Experte (was auch immer das ist) für aktuelle Szeneinterna würde ich mich jedoch nicht einschätzen und kann deshalb nicht guten Gewissens auf genauere Fragen dazu antworten.

Kommentare(82)

Sven Mittwoch, 07.Mai 2014, 16:02 Uhr:
Das ist das erste Mal, dass ich etwas Sinnvolles von einem "Aussteiger" lese, Glückwunsch!
Trotzdem drängen sich mir ein paar Fragen auf: Existiert für Weissgerber der Ethnopluralismus gar nicht? Gibt es also nur die Wahl zwischen totaler Aufgabe der ethnischen Identität oder der Glaube an die Überlegenheit der eigenen? Und wenn man diese nur aufgeben kann, zu Gunsten von was? Was kommt dann? Das globale Dorf, in dem alle ethnischen und anderen Unterschiede eliminiert sind und alle in Freheit und Brüderlichkeit zusammen leben? Oder können die weissen Deutschen auch als Minderheit im eigenen Land ein gutes Leben führen?

Bei mir entsteht dadurch der Eindruck, dass Weissgerber die eine Utopie gegen die andere getauscht hat. Hat er sich mal mit der Identitären Bewegung befasst? Vielleicht würde das seine Weltanschauung erweitern.
 
Stefan Mittwoch, 07.Mai 2014, 19:41 Uhr:
Der Glaube an die Vielfalt der Völker und deren Erhalt, sollte links wie rechts akzeptiert werden... Nur am äußeren Rand schließt sich der Kreis der Gewalt. Nationale Identität oder Gloabale Identität mit Ablehnung an Staaten ist jeden selbst überlassen... Solange man Mensch bleibt und toleriert und akzeptiert.... Was ist heute schon rechts was links... Drauf geschissen... Mensch sein zählt....
 
Roichi Mittwoch, 07.Mai 2014, 19:43 Uhr:
@ Sven

Der Ethnopluralismus wird von ihm treffend beschrieben: Als neue Verpackung alter Inhalte. Er ist also nicht mehr, als die alte Lüge in neuem Gewand.

"Was kommt dann?"

Eine Frage, die Rechte nicht beantworten können. Schon allein ,weil sie von falschen Vorraussetzungen wie "ethnischer Identität" oder "Eliminierung von Unterschieden" ausgehen.
Nichts dergleichen ist real. Es sind nur weitere Hilfskonstrukte, um die Lüge aufrecht zu erhalten.

"Hat er sich mal mit der Identitären Bewegung befasst? Vielleicht würde das seine Weltanschauung erweitern. "

Hat er. Wenn du den Artikel gelesen hättest, würdest du genau darauf stoßen. Ist eben auch nur eine neue Verpackung.
Der Inhalt hat sich auch hier nicht geändert.
 
Toni Mittwoch, 07.Mai 2014, 20:55 Uhr:
Moin Roichi,

alte Lüge im neuen Gewand? Welche Lüge denn? Für den einen gibt es Unterschiede zwischen den Völkern, und für den anderen sind alle gleich.
Das ist doch eher eine philosophische Frage, und hat nichts mir Wahrheit oder Lüge zu tun. Warum bildest du dir ein zwischen falsch und richtig unterscheiden zu können und sprichst es Rechten pauschal ab?

Herr Weißgerber hat den Antifadruck zu sprüren bekommen und ist "ausgestiegen". Er wollte eben in Ruhe studieren. Die Antifa macht einem das Leben zur Hölle und läßt erst locker, wenn man zu kreuze kriecht, wie eben Herr Weißgerber. Man kann aber auch durchhalten und tapfer sein Ding machen - das schaffen allerdings nur die Wenigsten.

Das Herr Weißgerber Zweifel an seiner eigenen Weltanschauung bekam, glaube ich gerne. Ist man doch mit 20 Jahren selten schon charakterlich gefestigt und weltanschaulich schon gar nicht.
Und das man bei den vielen Vollpfosten, die sich unter rechter Flagge tummeln, schnell die Schnauze voll hat, dass kann ich gut nachvollziehen.
Man muß sich dann einfach nicht mit denen abgeben.
Es gibt gute Menschen - auch von Rechts.
 
Sven Mittwoch, 07.Mai 2014, 22:23 Uhr:
@Roichi

Nein, das ist nicht richtig. Die alte Inhalte sind Herrenrasse und Untermenschen, dem gegenüber steht die Meinung, das alles egal ist, sprich nichts wert. Der Ethnopluralismus respektiert die Unterschiede als Andersartigkeit, nicht als Anderswertigkeit. Meine Frage ist ob das utopisch ist und es von Weissgerber deshalb abgelehnt wird.

Welche Lüge wird aufrecht erhalten?

Von der Identitären Bewegung ist im Artikel nichts zu lesen, sondern von den AN. Vielleicht bist du derjenige, der ihn nicht gelesen hat?
 
Roichi Mittwoch, 07.Mai 2014, 22:52 Uhr:
@ Stefan

Warum sollte man eine Lüge akzeptieren?
Nur damit die Kamerraden endlich sagen können: Wir haben Recht.
Nun, das sagen sie auch so, egal, ob ihnen das Gegenteil schon hundertmal bewiesen wurde.
So funktioniert Fundamentalismus.

Übrigens passt deine letzte Aussage nicht dazu. Mal sehen, ob du dahinter kommst, warum.
 
Schwab Donnerstag, 08.Mai 2014, 13:44 Uhr:
Nazi-Aussteiger sind vor allem Menschen, mit gewöhnlichen menschlichen Eigenschaften, sie möchten soziale Kontakte und Freunde haben und von möglichst vielen Mitmenschen anerkannt werden. Nazi-Aussteiger sind zumeist die Intelligenteren unter den Neonazis, die erkennen, daß die nationale Revolution zwar ständig in der NS-Szene herbei geredet wird, aber nicht kommt, vielleicht gar nicht kommt, so die Annahme. Deshalb das Kalkül auszusteigen, die eigenen Lebenschancen zu verbessern.
Christian Weißgerber hätte ja einfach still und leise aussteigen können, aber, wie er sagt, hatte ihn die Nazi-Vergangenheit immer wieder eingeholt. Deshalb reichlich spät die öffentlichen Selbstgeißelungen und die devote Haltung, er als Ex-Nazi sei es eigentlich gar nicht wert, daß die anderen Studenten sich mit ihm abgeben.

"Damit will ich nicht sagen, dass ich sofort in den Reigen des Studierendenlebens etc. hätte aufgenommen werden sollen. Skepsis gegenüber Personen, die sich aus der rechten Szene zurückziehen ist oberstes Gebot – selbst bei überzeugenden antifaschistischen Lippenbekenntnissen. Aber mehr als andauernde Denunziation oder totale Nichtbeachtung bzw. andererseits Unterstellung einer False-Flag-Aktion hätte ich mir nach einem Jahr oder so schon mal gewünscht."

Weißgerber möchte einfach nur von seinen Kommilitonen akzeptiert werden - einfach nur Mensch sein, menschlich behandelt werden. Deshalb ist alles, was für ihn vor wenigen Jahren richtig war, jetzt falsch.
 
Zopfhoerer Donnerstag, 08.Mai 2014, 17:19 Uhr:
Morgen Toni ...

"Herr Weißgerber hat den Antifadruck zu sprüren bekommen und ist "ausgestiegen". Er wollte eben in Ruhe studieren."

Wie du Artikel und Videos unschwer entnehmen kannst, setzten Zweifel, Ausstiegsgedanken und damit schlicht die Vernunft von Herrn Weissgerber bereits vor Beginn seines Studiums ein.

"Die Antifa macht einem das Leben zur Hölle und läßt erst locker, wenn man zu [K]reuze kriecht"

Die Antifa lässt erst locker, wenn man sich von menschenverachtendem Gedankengut verabschiedet. So einfach ist das.
Sie macht dir das Leben zur Hölle, wenn deine Ideologie legitimiert, dass du "Volksfremden" das Leben zur Hölle machst. Wollen wir brennende Asylantenheime gegen persönliche Verfolgung von Einzelpersonen aufwiegen? Die Antifa kann nicht einschätzen, "wie sehr rechts" eine Person ist. Somit werden alle nationalistisch eingestellten Personen Ziel der Aktionen, denn schließlich ist der Nationalismus an sich der Kritikpunkt.
Wie sich diese Kritik allerdings letztlich äußert, kann man mit Fug und Recht infrage stellen, da stimme ich dir zu. Trotzdem sind Nationalisten die letzten, die sich über die Antifa beschweren sollten.

"Es gibt gute Menschen - auch von Rechts. "

Gute Menschen sorgen sich um ihre Mitmenschen. Nicht nur um ca. 10% davon.
 
Sven Donnerstag, 08.Mai 2014, 18:49 Uhr:
Lieber Roichi, merken Sie überhaupt, dass sie hier nicht argumentieren?

Sie verneinen einfach die Gegenargumente und behaupten ihre Position wäre offenkundig. "So funktioniert Fundamentalismus" - aber das begreifen Sie wohl nicht?

Die Wissenschaft sagt keineswegs, dass alle Menschen gleich sind, oder, dass alle Völker gleich sind, geschweige denn alle Kulturen. Im Gegenteil. Die Frage ist vielmehr, ob die Unterschiede signifikant sind, oder nicht.

Die Frage ob man die erhalten solle (wie es die Identitären wollen), oder ob man Sie in der globalisierten Welt verschwinden lassen soll (so wie ich Sie verstehe) oder ob man die eine zu Gunsten der anderen zerstören soll (so wie es der NS will) ist eine philosophische und ethische Frage. Mit Wahrheit und Lüge hat das nichts zu tun, zumindest nicht so wie Sie das anscheinend glauben.

Sie haben den Glauben auf ihrer Seite, aber nicht die Wahrheit. Und so verbissen wie Sie diesen als reine Wahrheit verteidigen, stehen sie eben anderen Fundamentalisten in nichts nach. Man kann auch als Liberaler radikal und extremistisch sein.

Sie dürfen mich korrigieren, wenn ich Ihnen Unrecht tue. Aber das ist mein erster Eindruck hier.
 
Roichi Donnerstag, 08.Mai 2014, 20:28 Uhr:
@ Toni

"Welche Lüge denn?"

Die der Überlegenheit qua Geburt.
In jeglichen Formen.
Um das mal kurz zusammenzufassen.
Ausgedrückt in Nationalismus, Rassimus, Antisemitismus, Chauvinismus, Faschismus etc.

"Für den einen gibt es Unterschiede zwischen den Völkern, und für den anderen sind alle gleich."

Falsche Bezugsgröße.
Schon das Konstrukt "Volk" wird nicht klar definiert.
Daher taugt nur die Bezugsgröße Mensch. Und die ist nunmal einheitlich.
Da also die Bezugsgröße rein ideologisch bestimmt wird, ergibt sich schon daraus ein falsches Bild.

"Das ist doch eher eine philosophische Frage, und hat nichts mir Wahrheit oder Lüge zu tun. "

Ich kann ja mal meinen Mitbewohner fragen, der ist Philosoph.
Wobei das keine entsprechende Frage ist, sondern rein wissenschaftlich analysiert werden kann. Wie oben geschehen.

Ende Teil 1
 
Roichi Donnerstag, 08.Mai 2014, 20:29 Uhr:
Teil 2


"Warum bildest du dir ein zwischen falsch und richtig unterscheiden zu können und sprichst es Rechten pauschal ab? "

Ich unterscheide nicht zwischen "falsch" und "richtig". Ich unterscheide zwischen Ideologie und Realität.
Das Konstrukt "Volk" konnte noch von keinem hier schreibenden Kamerraden, und auch nicht von den historischen, wie heutigen Vorbildern ausreichend definiert werden, um überhaupt eine Abgrenzung verschiedener "Völker" vorzunehmen. Es ist schlicht untauglich.
Weiterhin wurden sämtliche Versuche dessen hier auf der Seite mit einfachsen Mitteln und nachvollziehbar widerlegt.
Wissenschaftlich betrachtet ist das Konstrukt also wertlos. Ebenso wie alles, was darauf aufbaut.

"Herr Weißgerber hat den Antifadruck zu sprüren bekommen und ist "ausgestiegen". Er wollte eben in Ruhe studieren."

Kannst du lesen?
Kannst du zuhören?
Dann sieh dir den zweiten Teil vom Interview an, lies den Artikel.
Er war vorher schon raus. Er war längst vorher auf dem Weg aus der Szene.
Damit hatte die Antifa nichts zu tun. Allein die Kamerraden und die Ideologie waren es, die dem Geist nicht genügten.

"Man kann aber auch durchhalten und tapfer sein Ding machen"

Erspart das Denken. Also mach weiter.

Ende Kommentar
 
Roichi Donnerstag, 08.Mai 2014, 20:29 Uhr:
@ Sven

"Nein, das ist nicht richtig. Die alte Inhalte sind Herrenrasse und Untermenschen, dem gegenüber steht die Meinung, das alles egal ist, sprich nichts wert."

Dann solltest du sowohl den Artikel, wie auch meinen Kommentar nochmal lesen.
Nicht davon ist dort zu finden.
Allerdings wäre es auch blöd, denn dann könntest du nicht nochmal darauf hinweisen, dass der Ethnopluralismus toll wäre, obwohl er doch auch nicht anderes ist.

"Welche Lüge wird aufrecht erhalten?"

Siehe den Kommentar an Toni.
Oder lies den Artikel.

"Von der Identitären Bewegung ist im Artikel nichts zu lesen, sondern von den AN. Vielleicht bist du derjenige, der ihn nicht gelesen hat? "

Es steht weniger explizit darin. Aber dazu mus man auch verstehen, was er sagt und nicht nur auf Schlagworte reagieren.
 
Otho Freitag, 09.Mai 2014, 01:05 Uhr:
@ Sven (1. Nachricht):
In der Tat erscheint das einem so, als würde die eine Utopie zugunsten einer anderen ausgetauscht werden. Allein die Rede von Nationen als „bloße historische Konstruktionen“, also bestenfalls als Summe ihrer Teile - nicht mehr, deutet hier die nächste Sackgasse an. Eine, die aber gesellschaftlich deutlich anerkannter ist als eine Blut-und-Boden-Ideologie. Ich bin sicher, in 5 Jahren wird von ihm auch darüber ausgewogener reflektiert werden.

Aber bis dahin: exit über alles! :D
 
Schwab Freitag, 09.Mai 2014, 11:51 Uhr:
@Sven

Diskussionen mit @Roichi sind deshalb nicht fruchtbar, da Roichi zivilreligiös veranlagt ist, bei ihm kämpft immer - in dieser einfachen Struktur - das Gute, dem er selbstverständlich selbst angehört, gegen das Böse. Erkenntnisgewinn ist da kaum möglich.
Das "Volk" sei ein "Konstrukt"! Und warum? Weil "Volk" nazistisch und rassistisch sei, und schließlich ist Nazismus und Rassismus böse. Das "Volk", da von bösen Menschen ausgedacht, gibts halt dann nicht. So einfach ist das Weltbild des Roichi!
Wäre es wirklich so einfach, gäbe es auch die Deutschen (als "Volk") nicht - und wir könnten uns die Vergangenheitsbewältigung (Holocaust usw.) ersparen. Der Holocaust war dann nur ein Mißverständnis - von Hitler ausgelöst, der meinte, er sei Deutschösterreicher - völkisch was anderes als Jude. Hätte Roichi damals gelebt, dieses Mißverständnis aufgeklärt, der Welt und der Menschheit wäre vieles erspart geblieben ...
Daß es für Roichi kein Volk als Abstammungsgemeinschaft gibt, ist sonnenklar, aber nicht einmal Staatsvölker wie in den USA soll es geben. Dann braucht es keine Staaten zu geben - ohne jeweiliges Staatsvolk. Und alles löst sich auf in der Scheinwelt der "Konstrukte".
Diesen Unsinn hat übrigens auch schon - freilich auf höherem Abstaktionsniveau - Karl Popper vertreten.
 
Otho Freitag, 09.Mai 2014, 14:04 Uhr:
@ Schwab:
Das ist natürlich alles richtig. Größen wie Volk, Stamm, oder auch nur familienübergreifende Gemeinschaften an sich, sind anthropologische Konstanten im Menschen selbst, welche sich auch nicht beliebig hinwegkonstruieren laßen. Mao hat in China 30 Jahre lang versucht die Familie abzuschaffen. Genützt hat das nichts: heute feiert eine Milliarde Chinesen jährlich das Fest der Familie, und wer es sich leisten kann, bezahlt die Strafsteuer für ein zweites Kind gerne. Aus Sicht der Linken ist das freilich alles nur schlecht umgesetzt worden (wie immer eben), da man sein Scheitern nur mit den Tücken der Umstände zu erklären vermag (Gómez Dávila), nicht mit seinem Denken an sich.
Anthropologische Philosophen wie Arnold Gehlen oder Helmuth Plessner sind hier sehr aufschlußreich, wenn es um die Stellung des Menschen in der Welt geht.
Aber man darf sich von derlei privatem Erkenntnisgewinn natürlich keine konkreten Auswirkungen versprechen. In der Politik geht es schließlich nur um Macht –nicht um die besseren Argumente. Mit offenen Augen, ohne zu resignieren, ins Chaos zu gehen – vielleicht liegt gerade darin die Herausforderung unserer Tage. Mir kommt bei dem Gedanken an diese seinsvergessene Zeit immer wieder ein Zitat aus den Marmorklippen in Erinnerung: ,,Die Menschenordnung gleicht dem Kosmos darin, dass sie von Zeit zu Zeiten, um sich von neuem zu gebären, ins Feuer tauchen muß.“ Das Feuer sucht sich seinen Weg, und ein glückliches Jahrhundert gibt es sowieso nicht.
 
Toni Freitag, 09.Mai 2014, 17:27 Uhr:
@Roichi
"Kannst du lesen?
Kannst du zuhören?
Dann sieh dir den zweiten Teil vom Interview an, lies den Artikel.
Er war vorher schon raus. Er war längst vorher auf dem Weg aus der Szene.
Damit hatte die Antifa nichts zu tun. Allein die Kamerraden und die Ideologie waren es, die dem Geist nicht genügten."

Druck von Antifa, Schule, Elternhaus und anderswo wird Weißgerber schon vorher erlebt haben. Der sitzt einem nämlich bei einer nonkonformen Weltanschauung ständig im Nacken - wenn diese nach außen gelebt wird.
Viel eher mutmaße ich, dass sein Geist einer Weiterentwicklung nicht genügte. Er hätte nur raus aus Szenedunst und falscher Hass-Ideologie gehen müssen. Er wusste nie das es einen Weg zum Guten gibt, ohne sein Dasein als Angehöriger des Deutschen Volkes über Bord zu werfen.
Diese Schranke konnte er nicht durchbrechen. Er wählte den einfachen Weg.

""Man kann aber auch durchhalten und tapfer sein Ding machen"

Erspart das Denken. Also mach weiter."

Hätte ich eigentlich wissen müssen. Du machst aus den Tugenden von einst einfach Dummheit. Denken und dennoch stark sein passt nicht zusammen?
Nur weil nicht jeder deiner emotionslosen und bitterkalten "Konstrukttheorie" folgt, nennst du ihn gleich dumm. Du bist ein kleiner Diktator.
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:20 Uhr:
Anbei der Versuch auf die geposteten Fragen und Vorwürfe assoziativ – man beachte die Polyvalenz des Wortes! – und so kurz als irgend möglich einzugehen. ?
Ich beziehe mich dabei nicht immer genau @specific-user-xy – getroffene Hunde bellen. Für nachfolgende doppeldeutige Entgleisungen dieser Art entschuldige ich mich im Vorhinein. Ich werde versuchen Interpretationsstützen meiner Darstellungen zur Verfügung zu stellen ;-)
(Ich gehe hier mal nicht weiter auf die Fragen zu Antifa-Druck und Ausstieg etc. ein, weil ich dazu in den Interviews berichtet habe und die Unterstellung, ich würde mich nur bei anderen anbiedern wollen etc., als Diffamierungsversuch einstufe.)

Ende Teil I
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:23 Uhr:
Teil 2

Ein wirklich bombastischer Gedankengang aus der Diskussion verdient hier in all seiner Banalität nochmal in voller Länge als Stein des Anstoßes an den Anfang meiner Antwort gestellt zu werden:
„Viel eher mutmaße ich, dass sein Geist [also meiner] einer Weiterentwicklung nicht genügte. Er hätte nur raus aus Szenedunst und falscher Hass-Ideologie gehen müssen. Er wusste nie das es einen Weg zum Guten gibt, ohne sein Dasein als Angehöriger des Deutschen Volkes über Bord zu werfen. Diese Schranke konnte er nicht durchbrechen. Er wählte den einfachen Weg.“
Wenn doch nur alles so einfach wäre, wie Rückzug, Distanzierung und Ausstieg (hier sollte unterschieden werden!) aus der rechten Szene bzw. die Überwindung einer menschenverachtenden oder rechtskonservativen Ideologie! - Dann hätten wir diese Diskussion hier grade vielleicht gar nicht!

Ende Teil 2
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:27 Uhr:
Teil 3

Das Fundamentalismus und bloßer Antifundamentalismus nur zwei Seiten ein und derselben Medaille sind, ist schon mal ein guter Ausgangspunkt. Leider wird dies als der Wahrheit letzter Schluss angenommen und wahr ist freilich, immer nur das was der sagt, der gerade den Post hier schreibt - ohh, das bin ja ich! Yippie! ;-)
Man stelle sich hierzu folgendes stark konstruiertes Gedankenexperiment vor: wenn mich jemand auf der Straße fragt, ob ich es lieber hätte, dass er mir ins Gesicht spuckt oder mir "eine in die Fresse haut" und ich außerdem annehme, dass ich beides doof finde; entscheide ich mich dann sofort für Tor Eins, Tor Zwei oder..... sage ich eher: Nein, danke! Nichts von beidem!“ Und wähle einen anderen Weg? Tertium datur!

Zum Beispiel anstatt Fundamentalismus oder Antifundamentalismus eine Art Hybridform: Einen Postfundamentalismus. Diesen versteht Oliver Marchart in seinem Buch Politische Differenz wissenschaftstheoretisch als „einen Prozess unabschließbarer Infragestellung metaphysischer Figuren der Fundierung und Letztbegründung [...] – Figuren wie Totalität, Universalität, Substanz, Essenz, Subjekt oder Struktur, aber auch Markt, Gene, Geschlecht, Hautfarbe, kulturelle Identität, Staat, Nation etc.“ (MARCHART 2010, S. 16.) Diese Kategorien werden noch heute implizit wie explizit von verschiedenen wissenschaftlichen und politischen Positionen (siehe Sven, Toni, Otho und Schwab) unhinterfragt vorausgesetzt oder als Letztbegründungen verteidigt.

Ende Teil 3
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:30 Uhr:
Teil 4

Ich fasse mal zusammen (empfehle aber das Buch uneingeschränkt zur Lektüre): Marchart lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was von den etablierten Fundamenten ausgeschlossen bleibt. Zu diesem Zweck schlägt er in Anschluss an Judith Butler eine Operationalisierung ‚kontingenter Fundamente’ (contigent foundations) vor, die als eine „Vielzahl kontingenter, umkämpfter und früher oder später scheiternder Versuche, das Soziale mit Fundamenten zu versehen,“( Ebd.) verstanden werden müsse. Der postfundamentalistische Pluralismus ist hierbei jedoch kein alle Meta-Erzählungen auflösender Kampfterminus postmoderner Provenienz, der das legere Mantra des anything goes säuselt. Ebensowenig sei darunter laut Marchart ein Nihilismus oder Existenzialismus zu verstehen (Ersteres wäre der Vorwurf gegen mich: nichts habe mehr irgendeinen Wert, weil ja ehh alle gleich sein/nicht unterschiedlich viel = nichts wert sein sollen; eine spezifische Abart des letzteren ist die Position von Schwab und Co.) Schwab, Toni und Co. trauern scheinbar in unserer achso „seinsvergessenen Zeit“ (Otho) den gut alten Zeiten nach (welche das sind, ist hier variabel), in denen es noch gesellschaftskonform war, ‚deutsch’ zu sein und man sich auch weder schämen noch abducken musste, nachdem man dies verlautbarte. Außerdem sehnt sich zumindest Otho danach, dass ab und an nochmal ein Haufen richtig ‚authentischer Menschlein’ in Stahlgewittern und Feuersbrünsten gestählert würden.

Ende Teil 4
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:32 Uhr:
Teil 5

(Bestimmte Lesarten von) Heidegger und Gehlen sind für Parteigänger der konservativen Revolution freilich (Letztere waren dicke Dudes von Ernst Jünger) immer willkommene Gesinnungsstützen. Plessner fügt sich hier nicht so gut ein, wenn man sich die Mühe macht ihn (oder wenigstens den Wikipedia-Artikel zu ihm) mal zu lesen.

Warum und inwiefern sind Nationen nun aber Konstruktionen und wieso ist es nicht einfach bloß Teil einer „nonkonformen Weltanschauung“ (Toni), sie als Fundament anzunehmen, sondern national-[...]-konservatives Geschwätz?
Zum einen weil Nationen sich NICHT aus biologischer Homogenität herleiten lassen (das ist eine tatsächlich mal ziemlich sicher bewiesene Angelegenheit ;-D). Es gibt also keine Essenzen, himmlischen Ideen oder riesen Kakadu-Eier aus denen Nationen schlüpfen, sondern sie werden gewissermaßen als politische Kategorien an den unterschiedlichsten historischen Momenten von mehr oder weniger (vielen, mächtigen etc.) Menschenmengen ‚geboren’. Nun Folgt freilich der Hebammeneinspruch: „Ab wann haben sich denn Menschen als Helenen, Römer, deutsch, französisch, ... national, toller als xy etc. zu bezeichnen begonnen und ihre politischen Handlungen daran mehr oder weniger stark ausgerichtet?“ – „Schon immer? Oh, Gott! Wenn das so ist, dann muss dass ja auch immer so bleiben!“ – Sprach die eine ideologische Kategorie zu anderen und hopste schnell in ihrer Schublade zurück, um sich zu verbarrikadieren...

Ende Teil 5
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:34 Uhr:
Teil 6

Nationen sind weder gottgegeben noch haben sie irgendwelche anderen materiellen Grundlagen als die sie konkret-geschichtlich in staatlich-gesellschaftlichen usw. Institutionen gerade manifestierenden. Aus entfernter biologischer Ähnlichkeit und/oder historischer Tradition (jedweder Art) folgt jedoch noch keine politische oder moralische Konsequenz mit irgendeiner Notwendigkeit: Weder zur Aufrechterhaltung noch zu andauernden Advokation nationaler Identitäten als conditio sine qua non für ein gutes Leben in einer globalisierten Welt (siehe hierzu Humes-Gesetz – Sein-Sollen-Dichotomie als ausreichende Widerlegung) noch für sonst irgendwas. Eine anthropologische Konstante kann ja vieles sein (auf den ersten Blick überzeugend oder unglaubwürdig und in der aktuellen Forschungslandschaft alles andere als unumstritten), aber was sie ganz sicher nicht sein kann, ist vor allem eines: und zwar historisch-variabel.

Teil 6
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:35 Uhr:
Teil 7

Das sind Familienverhältnisse, Stammesriten etc. scheinbar jedoch ziemlich (und damit meine ich nicht, dass es mal viele Inkas gab, die rituell Menschen geopfert haben sollen und dann auf einmal nicht mehr so viele Inkas und weniger – zumindest religiöse – Menschenopfer. Vielmehr meine ich, dass Menschen zwar wahrscheinlich immer irgendwie zusammen leben müssen, um (von mir aus als Gattungswesen) zu überleben, aber ein „Dasein als Angehöriger des deutschen Volkes“(Toni) braucht es dazu nicht und letzteres scheint – all things considered – sogar eher abträglich für das Überleben vieler Menschen (gewesen?) zu sein. Tatsächlich scheint aber nicht alles vollkommen konfus abzulaufen. Was also ist dann noch konstant? Sagen wir es mal ganz unverblümt: Atmen, Essen, Trinken, Scheißen, Ficken. Das mit ziemlicher Sicherheit. Alles andere (verschiedenste Gesellschaftsformen und z.B. diverse Gruppen- bzw. Geschlechtsidentitäten) halte ich grundsätzlich für ziemlich variabel. In jedem Fall aber, weil historische Variabilität möglich ist, für politisch aushandlungsfähig.

Ende Teil 7
 
CEW Samstag, 10.Mai 2014, 00:38 Uhr:
Teil 9

Wessen religiös-kultureller-livestyle-Way of life sich entfalten darf und welcher nicht ist dann eine jeweils Situationsabhängige juridisch-gesellschaftspolitische Frage und eben keine ‚anthropologische Konstante’. Letztere ist eher ein an sich leerer Wortcontainer, in dem sich allerlei Wünsch-Dir-was-Attribute versammeln lassen, die scheinbar empirische Evidenz aufweisen und dann können wir daraus unser gesellschaftliches Zusammenleben ableiten (?) – I would prefer not to. Für mich wäre dann doch eher der Unterschied zwischen Symbolsystemen und dem wichtig, was sie ‚in der Welt’ mit scheinbar schier unumstößlicher Evidenz bezeichnen sollen. Eine quasi-philosophische Frage die Toni, Sven, Otho, Schwab, und Co. das nächste Quinquennat ausgewogener reflektieren sollten! – Wo steckte gleich nochmal der komische Typ mit den Hörnern und den haarigen Beinchen? Ah, da läuft er ja: Fernab des einfachen Weges!

Ende - zugegeben zu langes - Kommentar (sorry dafür!)
 
Schwab Samstag, 10.Mai 2014, 13:39 Uhr:
@CEW

" ... eine spezifische Abart des letzteren ist die Position von Schwab und Co.) Schwab, Toni und Co. trauern scheinbar in unserer achso „seinsvergessenen Zeit“ (Otho) den gut alten Zeiten nach (welche das sind, ist hier variabel), in denen es noch gesellschaftskonform war, ‚deutsch’ zu sein und man sich auch weder schämen noch abducken musste, nachdem man dies verlautbarte."

Daß man sich für die eigene (Teil-) Identität des Deutschseins nicht zu schämen braucht, ist tatsächlich der Ausgangspunkt meines politischen Engagements gewesen - ab Mitte der 1980er Jahre. In meiner weiteren Entwicklung, spätestens ab dem Jahr 2000, ist aber ein anderes Motiv hinzugekommen, nämlich die politisch wissenschaftliche Fragestellung: die Suche nach einem geeigneten Gemeinwesen (Staat), in dem eine menschliche Gruppe (die Deutschen) möglichst (nicht absolut) glücklich und harmonisch zusammenleben kann.
Dabei ist die Frage nach der besten Staatform, dem besten Regierungssystem, Wirtschaftssystem, auch das Verhältnis zu den anderen Nationen (Außenpolitik), aber auch die genetische Beschaffenheit des Staatsvolkes von großer Bedeutung. Also ob beispielsweise die Bevölkerungsstruktur Brasiliens, Südafrikas und der USA geeigneter ist als die der Deutschen (heute immer noch!)?
 
Roichi Samstag, 10.Mai 2014, 14:05 Uhr:
Auf die Gefahr hin, dass einiges schon gesagt wurde.

@ Schwab

"Deshalb das Kalkül auszusteigen, die eigenen Lebenschancen zu verbessern."

Dir sollte klar sein, dass dies eine unzulässige und unbegründete Unterstellung von Moitven ist.
Warum also bringst du sie?
Wohl nur, um ihn damit menschlich abzuwerten, wie du dann gleich ausführst:"Deshalb reichlich spät die öffentlichen Selbstgeißelungen und die devote Haltung, er als Ex-Nazi sei es eigentlich gar nicht wert, daß die anderen Studenten sich mit ihm abgeben."
So umgehst du jegliche inhaltliche Auseinandersetzung, indem du ihn als Person infrage stellst.
Und so kommst du dann auch zu dem offensichtlich falschen Schluss: "Deshalb ist alles, was für ihn vor wenigen Jahren richtig war, jetzt falsch."
Dabei spricht er doch sehr offen über seine Motive, und seine Zweifel. Weit vor dem Studium.
Du musst das allerdings ausblenden, da sonst deine "Argumentation" nicht funktioniert.
Es fällt dir eben nur auf die Füße, dass er diese schon selbst widerlegt hat.

"Diskussionen mit @Roichi sind deshalb nicht fruchtbar, da Roichi zivilreligiös veranlagt ist, bei ihm kämpft immer - in dieser einfachen Struktur - das Gute, dem er selbstverständlich selbst angehört, gegen das Böse. Erkenntnisgewinn ist da kaum möglich. "

Ich akzeptiere deine Kapitulation.
Wenn du nicht argumentieren kannst, steigst du genauso aus, wie alle deine Kamerraden.
Schon peinlich für einen, der sich selbst zur "geistigen Elite" der Bewegung zählt.

Ende Teil 1
 
Roichi Samstag, 10.Mai 2014, 14:05 Uhr:
Teil 2


"Das "Volk" sei ein "Konstrukt"! Und warum? Weil "Volk" nazistisch und rassistisch sei, und schließlich ist Nazismus und Rassismus böse. Das "Volk", da von bösen Menschen ausgedacht, gibts halt dann nicht. So einfach ist das Weltbild des Roichi!"

Nein. Dazu reicht es meine hiesigen Kommentare auch zu lesen.
Du darfst natürlich gerne diese Behauuptung untermauern.

"Wäre es wirklich so einfach, gäbe es auch die Deutschen (als "Volk") nicht - und wir könnten uns die Vergangenheitsbewältigung (Holocaust usw.) ersparen."

Jetzt wird es ganz verquer.
Nicht die deutschen als "Volk" haben Verbrechen begangen. Das behaupten nur immer gerne Rechte, um eine KOllektivschuldthese aufzustellen.
Deutschland mit seinen Institutionen hat Verbrechen begangen, wie auch Personen innerhalb und außerhalb dieser Institutionen.
Aber soweit kommst ud offenbar ideologisch nicht. Dann wäre die Kollektivschuldthese nämlich nicht haltbar, und du könntest nicht Opfer spielen.

"Daß es für Roichi kein Volk als Abstammungsgemeinschaft gibt, ist sonnenklar,"

Du ersetzt also das Konstrukt "Volk" gegen das Konstrukt "Abstammungsgemeinschaft". Willst du auch noch den Ariernachweis einführen? Oder wie willst du diese "Abstammungsgemeinschaft" begründen?

"aber nicht einmal Staatsvölker wie in den USA soll es geben."

Falsch.
Auch das ist ein Konstrukt. Genauso wie es das hiezulande ist.
Nur im Gegensatz zu den völkischen Konstrukten ein begründbares mit einem klar definierten Zweck.

Ende Kommentar
 
Roichi Samstag, 10.Mai 2014, 14:06 Uhr:
@ Sven

"Lieber Roichi, merken Sie überhaupt, dass sie hier nicht argumentieren?"

Vielleicht kommst du einfach nicht mit.

"Sie verneinen einfach die Gegenargumente und behaupten ihre Position wäre offenkundig. "So funktioniert Fundamentalismus" - aber das begreifen Sie wohl nicht?"

Falsch.
Ich habe den Punkt der Akzeptanz einer Ideologie aufgegriffen.
Dass und warum diese Ideologie Blödsinn ist, hatte ich schon ausgeführt.
Und du wirst sicher einsehen, dass ein "sollte links wie rechts akzeptiert werden" und 'das ist so' keine Argumente darstellen.
Mehr kam allerdings nicht vom Stefan, auf den sich mein angesprochener Kommentar bezog.
Also, warum sollte ich eine Lüge akzeptieren?

Ende Teil 1
 
Roichi Samstag, 10.Mai 2014, 14:06 Uhr:
Teil 2


"Die Frage ob man...."

Die Frage stellt sich erst gar nicht.
Nur auf Basis des ideologischen Konstrukts "Volk" lässt sich eine solche Frage formulieren.
Auf wissenschaftlicher Basis dagegen nicht.

"zumindest nicht so wie Sie das anscheinend glauben."

Ich brauche nicht glauben. Ich kann argumentieren.
Daher benötige ich auch nicht solche Fundamentalaussagen wie: "Sie haben den Glauben auf ihrer Seite, aber nicht die Wahrheit."
Denn nur Leute, die mit Lügen arbeiten, müssen betonen, die "Wahrheit" stünde auf ihrer Seite. Alle anderen haben Fakten, Argumente und Tatsachen.

"Sie dürfen mich korrigieren, wenn ich Ihnen Unrecht tue. Aber das ist mein erster Eindruck hier. "

Gerne. Die Frage ist eher, ob es ankommt.



@ Otho

Was war das denn?
Was ist denn eine Nation? Wo du dich shcon darauf beziehst.

Und was soll dieser Blödsinn zur "linker Sichtweise".
Zumal du nichts weiter damit betreibst, als irgendwelche rechten Behauptungen zu wiederholen.
Schwab wird sich über soviel Jubelpersertum sicher freuen. Erreicht hast du damit nichts. Das könntest du nur durch Argumente.

Ende Teil 2
 
Roichi Samstag, 10.Mai 2014, 14:09 Uhr:
@ Toni

"Viel eher mutmaße ich, dass sein Geist einer Weiterentwicklung nicht genügte."

Reichlich gewagte Unterstellung.
Zumal du dafür keinerlei Argumente vorbringen kannst.

"Er wusste nie das es einen Weg zum Guten gibt, ohne sein Dasein als Angehöriger des Deutschen Volkes über Bord zu werfen."

Bist du Priester?
Auch hier kein Argument.

"Diese Schranke konnte er nicht durchbrechen. Er wählte den einfachen Weg. "

Vorwürfe sind ja immer beliebt, wenn es darum geht, Aussteiger zu diffamieren. Am besten noch solch persönliche.

"Du machst aus den Tugenden von einst einfach Dummheit."

Nein. Ich mache aus blinder Gefolgschaft das, was sie ist.

"Denken und dennoch stark sein passt nicht zusammen?"

Die Selbstüberhöhung darf nicht fehlen.

"Nur weil nicht jeder deiner emotionslosen und bitterkalten "Konstrukttheorie" folgt, nennst du ihn gleich dumm."

Nö. Nur Leute, die blind folgen und nicht denken.
Egal, ob es dadurch weniger kuschelig in der Kamerradschaftsecke wird.
Denken hat nichts mit Komfort zu tun. Es können auch unbequeme Lösungen dabei herauskommen. Du weißt schon "stark sein" und "nicht den einfachen Weg nehmen".


@ CEW

Danke für diese ausführliche Darstellung.
Auch wenn ich nicht glaube, dass das verstanden wird.
 
Otho Samstag, 10.Mai 2014, 18:26 Uhr:
Ich glaube mich zu erinnern, daß es Matthias Brotkorb war, der sich auf dieser Seite vor einiger Zeit einmal darüber lustig gemacht hatte, damit ein Deutscher nach traditioneller Auffassung immer auch deutsche Eltern haben müßte. Geht man den Gedanken bis zum Schluß, dann stößt man freilich auf ein Entstehungsproblem. Aber genau da wird es ja interessant: Identitäten entstehen ab gewissen Punkten „einfach so“, auch ohne einer logisch-analytischen Nagelprobe standhalten zu müßen. Und der Deutsche mit Hugenotten im Stammbaum fühlt sich deswegen genauso als Deutscher wie der ohne. Das kann man ruhig als irrational bezeichnen, oder auch als eine Art Mythos, aber deswegen verschwindet es dennoch nicht aus der Welt. Der Gedanke, daß es das grundsätzlich könnte, ist lediglich ein spezifisch spät-westlicher, der so auch nur an Unis und in linken Kreisen überhaupt Anklang findet – niemals aber „beim kleinen Mann auf der Straße“. Der sieht weiterhin, wie der Regen von oben nach unten auf die Straße fällt und nicht umgekehrt.
Wenn ich aber der Masse der Menschen ein falsches Bewußtsein unterstelle, dann kann ich freilich auch von einem „Extremismus der Mitte“ sprechen. Dann sehe ich freilich den aktuellen Menschen als unvollkommen an, den es durch den zukünftigen Menschen zu beseitigen gilt. Eine Logik, auf der historisch gesehen der Gulag entstand.
 
Otho Samstag, 10.Mai 2014, 18:26 Uhr:
Die etablierte Politik kann grundsätzlich moderne Identitätsprobleme, wie sie im Zuge der Masseneinwanderung entstanden, weiterhin ignorieren. Aber dann darf sie sich nicht wundern, wenn in anderen Ländern Parteien wie UKIP, SVP, FPÖ oder FN immer stärker werden. Wie lange Deutschland hier durch Fehlen einer solchen großen Partei noch eine Ausnahmerolle spielen wird, bleibt abzuwarten. Aber da auch der Deutsche nur ein Mensch ist, wird sich wohl auch hierzulande das Rad der Geschichte weiter drehen.
 
Roichi Samstag, 10.Mai 2014, 20:43 Uhr:
@ Schwab

"Daß man sich für die eigene (Teil-) Identität des Deutschseins nicht zu schämen braucht, ist tatsächlich der Ausgangspunkt meines politischen Engagements gewesen"

Und damit schonmal eine falsche Grundannahme.

"nämlich die politisch wissenschaftliche Fragestellung"

Leider ohne die Wissenschaft mit einzubeziehen.

"die Suche nach einem geeigneten Gemeinwesen (Staat), in dem eine menschliche Gruppe (die Deutschen) möglichst (nicht absolut) glücklich und harmonisch zusammenleben kann. "

Womit du nur dein oben schon geäußerte falsche Grundannahme weiterverfolgt hast.

"Also ob beispielsweise die Bevölkerungsstruktur Brasiliens, Südafrikas und der USA geeigneter ist als die der Deutschen"

Was nur unter deiner falschen Grundannahme irgendeine Bedeutung entwickelt.
Du siehst, wo das Problem liegt. In einer Grundannahme, von CEW als "etablierte Fundamente" ausgeführt und behandelt, die nicht der REalität entspricht, weil sie sich allein auf ein ideologisches Konstrukt stützt.
 
Schwab Sonntag, 11.Mai 2014, 11:25 Uhr:
@Ortho

Da kann ich mich noch gut daran erinnern:
Brodkorb machte sich lustig über eine Theorie des Volkes, die ich angeblich vertreten würde, aber tatsächlich gar nicht vertrete. Man muß den Nationalisten einfach nur dumme Inhalte unterschieben, um sie als relativ dumm vorführen zu können.
Ich hatte in meiner Replik Brodkorb nachgewiesen, daß nach meinem Bewußtsein historisch gewachsene Abstammungsgemeinschaften immer auch von Zuwanderern und deren Assimilation geprägt waren und sind. Genauso wie ein Deutscher heute Munier oder Meenen heißen kann, kann in Zukunft ein Abstammungsdeutscher auch Özdemir heißen. Oder nehmen Sie Mo Asumang, die zu 50 Prozent deutscher Herkunft ist.
Also mir zu unterstellen, ich wüßte dies nicht, was auch durch mein Buch "Deutsche Bausteine" widerlegt wird, das Brodkorb nur selektiv auswertete, grenzt an Manipulation, sofern dahinter eine bösartige Absicht stehen würde, was ich Brodkorb aber nicht unterstelle.
Gutmenschen sind einfach übermotiviert, schießen hin und wieder übers Ziel hinaus.
Selbstverständlich können die Deutschen Teile der 3,5 Millionen Türken im Land assimilieren, aber ein Großteil der Deutschen wie vor allem der Türken möchte dieses Modell eher begrenzt sehen.
 
Schwab Sonntag, 11.Mai 2014, 11:40 Uhr:
Brodkorbs Kritik des Amöben-Theoretikers Schwab, der dem Konstrukt des Brodkorb entspricht:

http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/deutsche-stimme/artikel/die-deutsche-amoebe-deutsch-ist-wer-deutsche-eltern-hat.html

Brodkorbs Relativierung seiner Kritik, er habe mein Buch nur auszugsweise ausgewertet:

http://www.endstation-rechts.de/news/kategorie/deutsche-stimme/artikel/von-der-arithmetik-des-rassismus-juergen-schwab-und-die-assimilation-in-massen.html
 
Roichi Sonntag, 11.Mai 2014, 12:27 Uhr:
@ Otho

Wohl eher die verquere Logik eines Rechten, der versucht das völkische Weltbild zu retten, gegen alle Fakten und Argumente.

"Die etablierte Politik kann grundsätzlich moderne Identitätsprobleme, wie sie im Zuge der Masseneinwanderung entstanden"

Du meinst wohl, wie sie dir Rechten gerne herbeireden, um eine Rechtfertigung für ihre Ideologie zu haben.
Immernoch gibt es keine Argumente und Fakten dafür. Nur die Ideologie.

"Aber da auch der Deutsche nur ein Mensch ist, wird sich wohl auch hierzulande das Rad der Geschichte weiter drehen. "

Interessante Aussage von jemandem, der das Rad zurückdrehen möchte. Zusammen mit seinen Kamerraden.
 
Otho Sonntag, 11.Mai 2014, 20:16 Uhr:
@Schwab
Die Thematik ist wohl später nochmal aufgetaucht. Zumindest hatte ich noch diesen Beitrag von Baal Müller dazu im Hinterkopf: http://jungefreiheit.de/kolumne/2011/die-amoebe-und-der-minister/

Ansonsten halte ich die Diskussion darüber, wer nun als Deutscher gelten kann und wer nicht, für ziemlich komplex. Heute ist es weiterhin so, daß ein Eingebürgerter auch dann weiterhin als Ausländer wahrgenommen wird, wenn dieser sich zu „seinem neuen Land“ bekennt und mit „seiner alten“ Identität bricht (egal ob Russe, Inder oder sonst woher). In anderen europäischen Ländern die ich kenne, ist das nicht anders. Wann sich welche Gruppe Ausländer soweit „angeähnelt“ hat, daß sie als deutsch wahrgenommen (!) wird, bleibt wohl weiterhin eine offene Frage. Bevor dies jedoch zu einem relevanten Massenphänomen wird, findet weiterhin eher eine freiwillige Segregation aller Gruppen statt. Mit Tendenz zur Sezession.

"Eine Gesellschaft, die selber in der Desintegration begriffen ist, hat keine Chance ihre Zuwanderer zu integrieren, denn diese sind zugleich Ergebnis und schonungsloser Analysator der Desintegration." Jean Boudrillard
 
CEW Sonntag, 11.Mai 2014, 20:24 Uhr:
“Und der Deutsche mit Hugenotten im Stammbaum fühlt sich deswegen genauso als Deutscher wie der ohne. Das kann man ruhig als irrational bezeichnen, oder auch als eine Art Mythos, aber deswegen verschwindet es dennoch nicht aus der Welt. Der Gedanke, daß es das grundsätzlich könnte, ist lediglich ein spezifisch spät-westlicher, der so auch nur an Unis und in linken Kreisen überhaupt Anklang findet – niemals aber „beim kleinen Mann auf der Straße“. Der sieht weiterhin, wie der Regen von oben nach unten auf die Straße fällt und nicht umgekehrt.” (Otho)

Das der wissenschaftliche Alltag vielerorts tatsächlich einem Schattenboxen im Elfenbeinturm gleichkommt ist unbestreitbar. Aber daraus folgt noch kein Fehler in der Einschätzung der “Unis und in linken Kreisen”, anstatt Politik an einem mythischen Volksbegriff eher an den Wünschen und Bedürfnissen möglichst aller Menschen auszurichten sein sollte. Das Regen aus Wolken auf die Erde fällt ist eine empirisch wenig aufwendig prüfbare Aussage. Aber was das beste ist: das Gegenteil zu behaupten ist durch das Aufstellen gewisser Parameter auch falsifizierbar. Es ist also möglich klar zu zeigen, warum jemand der sagt, der Regen falle vom Boden in die Wolken zumindest in einer gewissen Hinsicht falsch liegt. Ähnlich strenge Methoden lassen sich beim Gefühl Deutscher zu sein nur schwerlich vorbringen, was es aber natürlich noch nicht per se als falsch herausstellt.

Ende Teil I
 
CEW Sonntag, 11.Mai 2014, 20:38 Uhr:
Zu dumm nur, dass es auch unzählige Personen gibt, die sich nicht als Deutsche fühlen – und das besagte Gefühl somit gewissermaßen aus ihrer Hinsicht falsifizieren. Liegen diese (wahrscheinlich von Otho und Schwab als Gutmenschen zu titulierenden) Menschen jetzt falsch oder die Emotionsdeutschen? Wer entscheidet? Und vorallem: auf welcher Grundlage?
Der Vorwurf “Unis und linke Kreise” könnten ihre Argumentation nur auf Grundlage der Unterstellung eines falschen Bewusstseins “der Masse der Menschen” Otho) aufrechterhalten (siehe Zitat im nächsten Kommentar), basiert seinerseits auf der impliziten Unterstellung eines falschen Bewusstsein ‘der Unis und linken Kreise’ durch Otho. Die Argumentationsstruktur besagt nämlich, dass ‘Unis und linke Kreise’ allen anderen ideologische Verblendung vorwerfen müssen, um ihren eigenen Standpunkt valide vertreten zu können, der aber laut Otho selbst ideologisch bzw. falsch sein soll. Denn immerhin beansprucht Otho ja, dass zumindestens seine Aussagen ‘der Wahrheit’ entsprechen und er mit dem “kleinen Mann auf der Straße” einmütig rechtbehält – frei nach dem Thomas-Theorem (“Wenn die Menschen Situationen als wirklich definieren, sind sie in ihren Konsequenzen wirklich.”) ist man eben immer so deutsch, wie man sich fühlt. Dass hieraus freilich nichts folgt, leuchtet vielleicht nicht sofort ein – wahrscheinlich aber nur, weil man sich gerade nicht so danach fühlt…

Ende Teil 2
 
CEW Sonntag, 11.Mai 2014, 20:48 Uhr:
“Wenn ich aber der Masse der Menschen ein falsches Bewußtsein unterstelle, dann kann ich freilich auch von einem „Extremismus der Mitte“ sprechen. Dann sehe ich freilich den aktuellen Menschen als unvollkommen an, den es durch den zukünftigen Menschen zu beseitigen gilt. Eine Logik, auf der historisch gesehen der Gulag entstand.” (Otho)
Das für Otho nur wichtig ist, dass man sich als „Deutscher“ fühlt, deutet schon daraufhin, dass seine Kategorie des Deutschseins Willkürzuständen Tür und Tor öffnet, wie sie Gulag oder Konzentrationslager beherrschten (auch letztere sind „historisch gesehen“ übrigens aus dem dystopischen Wunsch der Erschaffung eines neuen Menschen in einem ‚perfekten Staat’ entstanden: ein reiner Volkskörper aus arischen Übermenschen (Stichwort ‚Herrenrasse’), in dem sich dann endlich jeder ganz als Deutscher fühlen könnte). Es fällt Otho freilich nicht ein KZs hier in einem Atemzug mit Gulags zu nennen; sonst könnte er aber auch nicht so unterschwellig gegen eine spezifische Form von Staatssozialismus wettern, die zu verherrlichen, er hier jedem unterstellt, der seinen Volksbegriff etc. nicht teilt – oder hat das etwas doch andere Gründe? Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ende Teil 3
 
CEW Sonntag, 11.Mai 2014, 20:49 Uhr:
Übrigens spricht vom Paradox eines “Extremismus der Mitte” hier nur Otho. Sollte jedoch Interesse an einer ausführicheren Erläuterung und Kritik der Extremismus-Konzeption als politologischer Kategorie bestehen, empfehle ich die Lektüre meines Aufsatzes “Das Kaleidoskop der Radikalisierung“, der sich hier herunterladen lässt (Anmeldung kostenlos): http://journals.sfu.ca/jed/index.php/jex/article/view/60

Ende Teil 4
 
CEW Sonntag, 11.Mai 2014, 20:57 Uhr:
Otho und Schwabs Spekulationen zu Volk und Nation bzw. dessen, was ein Deutscher ist und wie hoch das ‘Assimilationspotential’ das deutschen Volkes festzusetzen sei, lässt sich mit dem folgenden – freilich weltfremden ;-) – Gedankenexperiment pointiert beschreiben: Wenn ich mir einen 300€-Schein (ganz recht gelesen: dreihundert Euro) hier in meiner Hosentasche und somit in meinem Besitz vorstelle, – denn es spricht ja grundsätzlich nichts gegen dessen Existenz, immerhin ist der Euro ja ein historisch zumindest derzeitig akzeptiertes Tauschmittel – und dann solang für seine Existenz hier in meiner Hosentasche argumentiere, bis ich selber an ihn glaube (er sieht so und so aus, hat diese oder jene Größe und Beschaffenheit, diesen oder jenen Wert im Verhältnis zu etwas anderem, kann für dies und das eingetauscht werden – ist nur soviel Wert, wie er eben gerade Wert ist etc); bin ich dann tatsächlich um 300€ reicher als vor dieser Wunschvorstellung oder habe ich es nicht viel eher geschafft, nicht nur mich selbst, sondern auch einige andere zu täuschen, die nun auch aus den ersehnten Vorteilen an die Existenz eines 300€-Scheines in meiner Hosentasche glauben? Das Gedankenexperiment lässt sich freilich auch mit 500€-Scheinen machen, nur dass es diese im Gegensatz zu den von Schwab und Co. angenommen natürlichen (!) Nationen etc. auch tatsächlich gibt – sie wurden nämlich von Menschen geschaffen oder vielleicht ließe sich besser sagen: konstruiert...

Ende Teil 5
 
CEW Sonntag, 11.Mai 2014, 21:01 Uhr:
Kein Zweifel kommt bei Schwab und Otho auf. Sie sehen sich mit 'der Wahrheit' im Bunde, die ja auch vom “kleinen Mann auf der Straße”(Otho) bestätigt würde (sic! - über die chauvinistischen Implikationen dieses Schreibstils ergehe ich mich an dieser Stelle lieber nicht weiter). Leider ist der ‘gesunde Menschenverstand’ der meisten heute vielerorts noch nicht soweit anzuerkennen, dass es wichtiger sein sollte Menschen in Not zu helfen, als sich in einen auf Abstammung und Tradition berufenden Kokon einzuhüllen, der sich bei näherer Betrachtung als ebenso brüchig erweist, wie das zuvor angedeutete liberal-demokratische Ideal, die Würde des Menschen in jeder Situation zu achten. Diese findet derzeit an der Mittelmeerküste der EU ihre Grenze(n) – von den Köpfen von Identitätsfetischisten wie Schwab, Putin und Konsorten ganz zu schweigen.

Ende Kommentar
 
Zopfhoerer Sonntag, 11.Mai 2014, 23:00 Uhr:
Danke CEW für diese ausführliche Darstellung. Sei dir meiner Achtung gewiss.

Schwab. Wenn es nicht purer Egoismus ist, der aus deiner Weltanschauung spricht, wüsste ich nicht, was dich sonst antreibt.

"Daß man sich für die eigene (Teil-) Identität des Deutschseins nicht zu schämen braucht ..."


Niemand (außer ein paar komischen Antideutschen Pfosten ... ) sagt, dass man sich dafür schämen muss.
Aber sollte man stolz darauf sein, dass man Deutscher ist oder das man Mensch ist?
Sollte man andere danach beurteilen, welcher Nation oder Volksgruppe sie angehören, oder dass sie Menschen sind?

Du sagst, deine politische Arbeit beruht auf der "Suche nach einem geeigneten Gemeinwesen (Staat), in dem eine menschliche Gruppe (die Deutschen) möglichst (nicht absolut) glücklich und harmonisch zusammenleben kann."

Warum sollte dieses Gemeinwesen nicht die menschliche Gesellschaft als Ganzes sein? Warum sollen alle positiven gesellschaftlichen Aspekte des glücklichen und harmonischen Zusammenlebens nur einem relativ kleinen, privilegierten Zirkel (der "menschlichen Gruppe") vorbehalten sein? Weil dieses Ziel weniger umständlich zu erreichen ist ??
Und falls dies tatsächlich so geschehen sollte; wo ist denn festgelegt, dass ausgerechnet die Deutschen diese privilegierte Gruppe sein sollen?

Ende Teil 1
 
Zopfhoerer Sonntag, 11.Mai 2014, 23:31 Uhr:
Teil 2:

"[...] auch die genetische Beschaffenheit des Staatsvolkes von großer Bedeutung."

Warum? Und woran willst du die ideale genetische Beschaffenheit festmachen?
Wenn irgendwann der menschliche Erbcode vollständig entschlüsselt und untersuchbar ist und dir dann ein Genetiker sagt, dass deine DNA wissenschaftlich gesehen nur von minderer "Güte" ist, was tust du dann? Deiner Ideologie entsprechend müsstest du dich dann ... abschaffen ???
Und: Wer legt die "Güte" in der menschlichen Genetik fest ?? Ein Mensch? Oder letztlich die Natur, deren Willen sich kein Mensch anmaßt zu kennen?

Warum sollte nicht ein "multikultureller Genpool" die ideale genetische Grundlage der Menschheit sein? In der Tierwelt sind oftmals Hybridformen, die das Genmaterial möglichst vieler Gattungen einer Art in sich vereinen die erfolgreichsten.

Wenn du deine "menschlich-genetische Auslese" vornimmst, wie und wann merkst du, dass du eventuell die falsche Wahl getroffen hast?

Ich HASSE es, in dieser Art und Weise von Menschen zu reden, aber ihr Nationalisten lasst mir keine Wahl. Um mit euch zu kommunizieren, muss man wohl selbst ein gewisses Maß an Menschenverachtung einfließen lassen ...

"Also ob beispielsweise die Bevölkerungsstruktur ... bla blubb fasel."

Die ideale Bevölkerungsstruktur für den Nationalisten ist das Volk.
Die ideale Bevölkerungsstruktur für den Menschen ist die Menschheit.

Ende Teil 2
 
Zopfhoerer Montag, 12.Mai 2014, 00:10 Uhr:
Teil 3:

Ich bin es leid, dass sich einige immer wieder über alle anderen stellen wollen; ob nun auf völkischer, genetischer, ideologischer oder sonst einer Grundlage.

Irgendwo steht, dass jede Aufteilung in menschlich-soziale Gruppen irgendwo einen Anfang haben muss. Dieser Anfang ist nicht deutsch. Nicht islamisch, nicht weiß und nicht genetisch einwandfrei, sondern schlicht der Mensch.

Man mag meine Ausführungen naiv nennen; realitätsfern, unerfahren, heuchlerisch. Eben typisch Gutmenschlich.

Aber eines steht fest:
Ansichten wie deine haben in der Vergangenheit immer zu Kriegen, Elend, Leid und Tod geführt und werden uns auch in Zukunft mehr als genug davon bescheren.
Ansichten, die Menschen in Kategorien mit unterschiedlichem "Wert" einteilen.
Dagegen vorzugehen ist Ausgangspunkt MEINES politischen Engagements.
Es mag für dich als Nationalisten komisch klingen, aber es gibt auch Menschen, die nicht nur an sich selbst denken. Eine solidarische Welt, im Einklang mit Menschenrechten und Menschenwürde ist möglich, auch wenn ihr Nationalisten das nicht wahrhaben wollt.

Euer Egoismus kotzt mich an.
Allez und gute Nacht an alle.
 
Roichi Montag, 12.Mai 2014, 04:44 Uhr:
@ Schwab

"aber ein Großteil der Deutschen wie vor allem der Türken möchte dieses Modell eher begrenzt sehen. "

Und schon wieder erklärt ein Rechter seine Meinung für allgemeingültig.
Ohne auch nur einen Fakt oder ein Argument dafür zu haben.
Es reicht die Behauptung der schweigenden Mehrheit.
 
Schwab Montag, 12.Mai 2014, 19:23 Uhr:
@Zopfhörer

"Ich bin es leid, dass sich einige immer wieder über alle anderen stellen wollen; ... ."

Wer stellt sich in diesem Faden über andere Menschen bzw. Menschengruppen? In welchen Formulierungen? Bitte Zitate nennen. Danke!

"Schwab. Wenn es nicht purer Egoismus ist, der aus deiner Weltanschauung spricht, wüsste ich nicht, was dich sonst antreibt."

Mein Deutsch-Lehrer, SPD-Mitglied, der es gut mit mir meinte, sagte zu mir 1989: "Jürgen, wenn Du politisch so weitermachst, wirst Du noch viele Nachteile in kauf nehmen müssen". Der Herr Weißgerber ist doch auch hauptsächlich deshalb ausgestiegen, weil er innerhalb der "Szene" zu viele Nachteile für sich sieht. Oder Molau, Rochow, Reitz usw.

Aber jetzt mal wirklich an alle hier: Jeder Mensch, der sich politisch betätigt, sollte die Frage nach dem besten Gemeinwesen in den Mittelpunkt stellen. Das ist ein absolutes MUSS !!!
Selbstverständlich gibt es dabei auch viele Wahrheiten, die sich gegenseitig widersprechen können. Deshalb gibts auch unter den Menschen Meinungsverschiedenheiten, die friedlich, aber auch kriegerisch ausgetragen werden. Auch Bürgerkrieg gehört hierzu.

Deine Annahme, die Menschen möchte in ihrer großen Mehrheit in einer Art Menschheitsgesellschaft zusammenleben, was man ja im Kleinformat in den USA hat und in der EU versucht durchzusetzen, ist doch dabei zu scheitern. Überall wieder S e z e s s i o n in kleinere Staaten, überall S e g r e g a t i o n in multikulturellen Gesellschaften.
 
Otho Montag, 12.Mai 2014, 20:08 Uhr:
Die Grundsätzliche Problematik ist hier natürlich das Menschenbild. Sieht man den Menschen eher als Mängelwesen, der mit seinen –meinetwegen- irrationalen Bedürfnissen in der Welt stehend, diese gar nicht rein Vernünftig gestalten kann. Oder betrachtet man ihn als beliebig beschreibbares, weißes Blatt Papier, durch das durchaus ein weltliches Paradies entstehen könnte. Am besten fand ich diese Beschreibung einmal so zusammengefasst: Der musische Mensch gegen den Techniker. Das ist wohl der eigentliche Hauptkonflikt.
Sicherlich fühlen sich heutzutage einige nicht mehr als Deutsche, die es eig. sollten. Da kann man ruhig werten, das tut man letztlich eh. Ein anderer Schlag, hat mit derlei Nationalgefühl schon allein aus Interesse nichts am Hut – da ist es vielleicht auch besser so. Ich für meinen Fall, konnte mich an Massenveranstaltungen auch noch nie erfreuen und werde dies wohl auch nie – ich stehe zu solchen Gefühlen also auch noch einmal in einer Art Distanz. Allein der Bezug auf ein Massenphänomen legitimiert ein solches Nationalgefühl letztlich allein aus sich selbst heraus. Heute steht beispielsweise die WM von 2006 symptomatisch für ein solches „patriotisches Erwachen“. Freilich sehr differenziert und lediglich in Form des Sportes. Aber dennoch reichte dies damals aus, um der Linken mal wieder einen kalten Schauer über den Rücken zu jagen.
1
 
Otho Montag, 12.Mai 2014, 20:09 Uhr:
„Da hat er sich wieder gezeigt, der nationalistische Deutsche – unbelehrbar wie immer, weswegen er ein für alle Mal aus der Weltgeschichte verschwinden muß!“
Man sollte solch feine Ausschläge jedoch seismographisch deuten. Das würde so einiges über unsere Welt verraten (der Kassenschlager „Deutschland schafft sich ab“ wäre hier u.a. auch mit zu bedenken). Freilich mögen derlei Einteilung in „Wir und die Anderen“ heute noch größtenteils belanglos sein. Eine bedeutende Tragweite bekommen solche Fragen erst in Ausnahmesituationen – etwa bei existentiellen Verteilungskämpfen und Loyalitätsfragen. Dann aber richtig.
Ansonsten sehe ich keine Not mich vom Alien aus Braunau zu distanzieren. Im Gegensatz zu manch Anderem, war ich wahrlich nie ein Anhänger von diesem. Deswegen sehe ich auch keinen Grund darin, Gulags notorisch in einem Atemzug mit KZ‘s zu nennen (wäre das denn nicht eh eine unzulässige Relativierung?), zumal die Entstehung des Gulag dem deutschen KZ geschichtlich vorausging.
Und gerade die Auflösung alter Bindungen: von Volksstämmen, Religionsgemeinschaften, Klassen etc., hat in der Moderne gerade zu einem solchen Klima geführt, auf dem der planhafte Massenmord gedeihen konnte. Hannah Arendt hat hierzu auch einige gute Gedanken gebracht. Indem der Mensch quasi nackt dasteht, als reiner Mensch, wird er zwangsweise mit allen anderen verglichen - da es keine weiteren Bezugspunkte mehr gibt.
2
 
Otho Montag, 12.Mai 2014, 20:10 Uhr:
Dann wird der Jude als Bedrohung angesehen, da die klaren Grenzen zu ihm verschwunden sind. Dann wird der Konservative als „Konterrevolutionär“ umgedeutet, als der Feind des Fortschritts, ja der Menschheit, da diese sich angeblich zu irgendetwas höherem entwickeln sollte. Aber das sind wohl alles Irrwege, die in ihrer letzten Konsequenz gegangen werden müßen, um sie auch als solche zu erkennen. Daß dieses Erkennen bis heute noch nicht gelungen ist, sagt auch so einiges über unsere nähere Zukunft aus.
Letztlich kann ich den Glauben an eine durch und durch glückliche Welt durchaus verstehen, der auch noch zukünftig seine Anhänger finden wird. Es steckt einiges an säkularisierter Theologie darin. Dieser Gesichtspunkt erklärt sowieso so manches.
In einem solchen quasi-religiösen Sendungsbewußtsein ist sich Herr Weißgerber über die Jahre auch treu geblieben. Da bestätigt meinen ersten Eindruck von ihm bis heute.
3
 
CEW Montag, 12.Mai 2014, 22:35 Uhr:
Lieber Her Schwab,

weil Sie die ganze Zeit nur in der dritten Person von mir reden und zudem überhaupt nicht auf die Argumente in meinen Kommentaren eingehen, habe ich mir gedacht, ich wende mich an dieser Stelle etwas direkter an Sie. Nur vorweg zur Klarstellung: Ich habe mich nicht deshalb aus der Szene zurückgezogen, weil ich, wie Sie entgegen all meinen getätigten Aussagen konstatieren, „innerhalb der "Szene" zu viele Nachteile“ für mich sah, sondern aus dem selben Grund, aus dem ich eingestiegen bin: weil ich für mich selbst erkannt und entschiedenen habe, dass es das Richtige ist, dies zu tun; dass meine politische Meinung sich nicht länger mit der opinio communis der Szene vertrug. Die Repressionen blieben doch auch nach meinen Rückzug noch frappierend und sind selbst nach meiner öffentlichen Distanzierung und dem damit sich daran anschließenden Ausstieg noch nicht gänzlich abgeklungen – nur dass ich darum nicht die ganze Zeit bei anderen Leuten auf die Tränendrüse drücken muss, wie schwer ich es hatte, obwohl es mir mein Lieblingslehrer ja prophezeite... Ich denke, Sie wollen sich hier erneut die Rolle des ausharrenden letzten Ritters zusprechen, weil es ihnen ja von Anfang an klar war, wie Sie sich heroisch gegen den Strom schwimmend für den einzige wahren Weg entschieden haben...
 
CEW Montag, 12.Mai 2014, 22:36 Uhr:
Aber sie haben es trotzdem gemacht – für die Wahrheit über das bestmögliche Gemeinwesen. Der Weg zur Wahrheit ist gepflastert mit ‚Zurückgebliebenen’, die sagen, sie gefunden zu haben, obwohl ihnen einfach die Kraft fehlt ihr Versagen, ernsthaft weiter zu suchen, einzugestehen.
Der Punkt, den Sie bei all Ihren versuchen, ihren Standpunkt mit Scheinheiligkeit zu umschleiern, einfach nicht zu verstehen scheinen, ist, dass es trotz anwachsender Sezession, Segregation (und ich möchte dieser alliterativen Reihe mit dem Anfangsbuchstaben ‚S’ gerne noch die sich bei mir durch das Lesen ihrer Posts immer stärker aufdrängende orale Sekretion hinzufügen!) keine Ausrichtung von Gemeinwesen (engl. Community - wie ‚links’ das im bösen „Besatzer-Englisch“ dann schon wieder klingt...) an national-identitären Phantasmen braucht. Für das Gegenteil haben Sie noch kein einziges valides Argument vorgebracht (ich wäre sogar geneigt Ihnen einen „Germanisten-Discount“ zu zugestehen, wenn Ihr Geschwätz wenigsten mehr beinhalten würde als: „rigide Identität aus nationaler Tradition – das kann ich auch biologisch beweisen und dafür stehe ich mit meinem Namen! Seit 1989.“
 
CEW Montag, 12.Mai 2014, 22:37 Uhr:
Herr Schwab: ich empfehle Ihnen sehr die Lektüre von Gyatri Spivaks „Can the subaltern speak?“; vielleicht könnten wir auf Grundlage dieser Lektüre-Erfahrung etwas „fundierter“ über die politische Verwendung und Anerkennung von Identitätskonzeptionen debattieren....
Strategischer Essentialismus: yes please!
Alle anderen Formen des Essentialismus (Ihre Vorstellungen von Identität, Volk und Nation eingeschlossen): No, thank you!
 
CEW Dienstag, 13.Mai 2014, 10:17 Uhr:
Lieber Otho,

Sie (bzw. Du, denn anscheinend kennen wir uns ja) können meinen Brief-Post an Herrn Schwab in Blind-copy an Sie gerichtet ansehen. Nur dass ich noch hinzusetzen muss, dass sie sich noch stärker als dieser lächerlich machen, weil sie versuchen, Intellektuelle zu bemühen, ihrer mehr als dünnen Argumentation zu dienen, indem Sie diese aus dem Kontext reißen und deren eigenes Selbstverständnis verfremden (zum Teil auch deren eigentliche Namen „Jean Boudrillard“ (sic!) ist sicher der verschollene erzkonservative Zwillingsbruder des „linken“ französischen Medientheoretikers Jean Baudrillard). Vielleicht verwechseln Sie Hannah Arendt ja auch mit Eva Herman, aber erstere hätte sich einer Identitätspolitik à la Konservativer Revolution vehement widersetzt (aber es ist ja immer clever jüdische Intellektuelle zu zitieren, um seinem Weltbild eine gewisse Offenheit anzudichten... und einem Antisemitismus Vorwurf dadurch vielleicht doch zu entgehen, wenn verschwörungstheoretische Theoreme aufgestellt werden – falsch gedacht!)
Ich persönlich habe nichts mit dem vulgärmarxistischen Standpunkt gemein, der die notwendige Auflösung der Klassenverhältnisse prophezeit, noch mit der liberalen Überzeugung eines Fortschritts der Menschheit, den Sie mir implizit unterstellen. "Die Grundsätzliche Problematik ist hier natürlich das Menschenbild. [...] betrachtet man ihn als beliebig beschreibbares, weißes Blatt Papier, durch das durchaus ein weltliches Paradies entstehen könnte."
 
CEW Dienstag, 13.Mai 2014, 10:20 Uhr:
Ihre banalen Versuche kulturelle Phänomene ihrer spezifischen Differenzen zu berauben, um im Laufe kruder Vergleiche dadurch die (angeblichen) Standpunkte ihrer Opponenten zu diskreditieren, ist ja ganz niedlich – wenngleich sie gekonnt an meinem Standpunkt vorbei argumentieren – aber mal ehrlich: das kauft Ihnen doch eh niemand ab, dass sie Hannah Arendt intensiv gelesen haben wollen und hier trotzdem die ganze Zeit Personen einen humanistischen Fortschrittsgedanken unterstellen, die einzig sagen, dass alle Menschen gleich-ungleich sind und daher leben sollten wo, wie, wann und wie lang sie wollen - natürlich gibt es dabei Interessenkonflikte und Wir-Sie-Verhältnisse. Aufgabe von Politik und Politischem soll die Regelung des Miteinanders in spezifischen Situationen sein – ich ergehe mich nicht in Details. Das hat wie ich bisher gemerkt habe auch wenig Sinn, da darauf ohnehin nicht eingegangen wird. Der Punkt ist: zum genannten „Menschenbild“ braucht es keine Identitäten die sich durch quasi-religiöse Rückbesinnungsmechanismen einer daher-fabulierte Tradition und große Geschichte untrennbar bindet, die uns dann zu diesem oder jenem verpflichtet, diesen oder jenen ausschließt... und dieses „Menschenbild“ muss auch nicht durch was auch immer verwirklicht werden, sondern ist ontologische Komponente von Gesellschaft, daher ja auch das Problem mit ihren verzweifelten Verwirklichungsvorwürfen... die gehen ganz am, nennen wir es mal philosophischen Gehalt, unserer Debatte vorbei!
 
CEW Dienstag, 13.Mai 2014, 10:22 Uhr:
Hieran anschließend gebe ich Folgendes zu bedenken: „Niemals Identität, immer Identifizierungen.“ (Jean-Luc Nancy – ein Kollege Baudrillards). Identifizierungen, die durch das was als Identität bezeichnt wird höchstens zeitweise fixiert werden, sind immer prozessual, weshalb sich Menschen ändern, ihre Identität, ihren Glauben, ihre Gemeinschaft, ihre Vorlieben, mit denen sie sich identifizieren, wandeln können – darunter gibt es nichts Unwandelbares, Essentielles, Ewiges (das ahnt sogar Sarrazin). Das ist es, was Sie aber nicht zu verstehen scheinen... es geht nicht darum, dass sich Menschen nicht Interessengruppen zuordnen oder Fußballfans einer bestimmten Mannschaft seien sollen... es geht um die politischen Folgen von rigiden Identitätsmythen wie: „Ich als Deutscher bin wie alle anderen Deutschen freilich fleißiger als der Italiener, das waren wir auch schon immer – wir sind halt Deutsche und so is´es halt...“ diese Art von Bullshit ist die Quintessenz dessen, was Sie zu retten versuchen: „Ich fühle mich so und so, weil ich das und das (schon immer gewesen) bin und daraus folgt jetzt das und das.“
Bevor sie darauf keine tatsächlichen Antworten vorbringen, kann ich Ihre Position nur erneut mit dem Gütesigel: Auto-Touché versehen (was soviel heißt wie: Sie schießen sich ins eigene Bein, weil sie anstatt Argumente vorzubringen und auf Kritik zu reagieren, die gleichen nichtssagenden, am Thema vorbei redenden and by the way unterkomplexen Gesinnungsaussprüche hervorzaubern.)
 
CEW Dienstag, 13.Mai 2014, 10:26 Uhr:
Zudem habe ich mit Nichten Gulag und KZ gleichgestellt und damit eine Relativierung erzeugt, sondern darauf hingewiesen, dass Sie nur das Gulag als Mechanismus der Erzeugung eines utopischen Menschenbildes nennen, anstatt sich an die eigene Nase zu fassen und die ihrem Menschenbild nahestehenden nationalsozialistischen Vernichtungslager in ihre Überlegungen einzubeziehen, die aus strukturell ähnlichen ideologischen Vorstellungen eingerichtet wurden (einfach mal aufmerksam lesen und ganz angestrengt nachdenken - ob sie an Captain Adi geglaubt haben oder schon immer "ein bisschen anders" waren, ist hierbei jawohl vollkommen irrelevant). Freilich sind sie gegen solche Gedankengänge immun, denn was hat ein „gesunder Nationalismus“ schon mit der Shoa zu tun... alles Übertreibung und das Schwingen mit der Holocaust-Keule – alles quasi-religiöses Sendebewusstsein. Wenn Sie mich so gut kennen würden, wie Sie hier suggerieren, sollten Sie wissen, dass ich es nicht hinnehme, wenn man mir im prophetischen Singsang selbst Prophetismus vorwirft – dem Geschwätz aber keinerlei argumentative Grundlage folgen lässt. Auf sowas habe ich selbst in dunkelbraunsten Zeiten allergisch reagiert – aber das wissen Sie ja wahrscheinlich auch wieder besser als ich... In diesem Sinne liebe Grüße nach Sachsen-Anhalt! ;-)
 
Otho Dienstag, 13.Mai 2014, 15:07 Uhr:
Wenn ein Hitler ganz egal sei, dafür aber ein o anstatt eines a in einem Namen ein größeres Problem, dann sagt das auch einiges über Ihren Diskussionsstil aus. Desweiteren die Unterstellung, ich würde etwa Arendt oder Plessner bedienen ohne sie hinreichend gelesen zu haben, bzw. um einen Antisemitismusvorwurf damit versuchen zu entkommen. Da erspar ich mir den Kommentar.
Und daß Identitäten sich verändern, machte ich zuvor sogar an einem Bsp. fest, aber was red‘ ich noch.
Wo die Anspielung nicht genügt, hat sich sowieso jede Diskussion erübrigt (Gómez Dávila).

Ende aus TH
 
Roichi Dienstag, 13.Mai 2014, 18:31 Uhr:
@ Schwab

Nur mal kurz. Man muss es ja nicht so ewig auswalzen wie du, wenn man sich auch kurz fassen kann.

Außer persönlichen Angriffen hast du nichts mehr zu melden.
Deine "Argumente" sind nur eine Wiederholung deiner bisherigen Behauptungen und die Gegenargumente hast du noch nicht einmal verstanden.
Erst Recht nicht den Text von CEW. Dort wurde deinem "USA-Argument" schon vorausgegriffen.
Damit hat sich dann auch deine "Argumentation" erschöpft.
 
Roichi Dienstag, 13.Mai 2014, 18:32 Uhr:
@ Otho

"Die Grundsätzliche Problematik ist hier natürlich das Menschenbild. "

Nein.
Es hilft dabei auch nicht, menschenverachtende Ansichten als "ARgumente" anzuführen, die du shcon oben eingeworfen hast.
Und deine Stammtischempirie wurde auch schon zerlegt. Ebenso wie das "gestörte Volksempfinden"
Auch du wiederholst dich nur.

"Deswegen sehe ich auch keinen Grund darin, Gulags notorisch in einem Atemzug mit KZ‘s zu nennen (wäre das denn nicht eh eine unzulässige Relativierung?), zumal die Entstehung des Gulag dem deutschen KZ geschichtlich vorausging. "

Netter Ablenkungsversuch. Wie wäre es, wenn du nochmal nachliest, was der Bezug war, und wenigstens versuchst diesen zu verstehen?

"Und gerade die Auflösung alter Bindungen: von Volksstämmen, Religionsgemeinschaften, Klassen etc., hat in der Moderne gerade zu einem solchen Klima geführt, auf dem der planhafte Massenmord gedeihen konnte. "

Schon klar: Die Linken sind Schuld an allem.
Auch hier bist du nicht über eine Reflexhandlung auf einige Worte hinausgekommen.

Insofern ist es dann auch nicht weiter tragisch, dass du aus der Diskussion nun auch wörtlich aussteigst.
 
Otho Donnerstag, 15.Mai 2014, 04:17 Uhr:
Nachtrag:
Ach Roichi, ohne dich wäre Endstation Rechts doch nur halb so schön!
Natürlich würde ich niemals den Linken eine Schuld an den geschichtlichen Prozessen geben. Dazu müßte man sie ja erst einmal ernst nehmen! Sie sind letztlich auch nur Handlanger eines größeren Irrtums.

Endgültiges Ende aus Erfurt,
Gruß an „Kokser“ :D
 
Roichi Donnerstag, 15.Mai 2014, 16:31 Uhr:
@ Otho

Ich würde mir nie anmaßen, mir eine derart herausragende Rolle zuzusprechen.
Ansonsten bleibt es diesmal wenigstens nur bei Belanglosigkeiten, da braucht man nichts zu sagen.
 
Schwab Donnerstag, 15.Mai 2014, 19:17 Uhr:
Hallo Herr Weißgerber,
ich möchte die Gelegenheit nicht ungenutzt lassen, Ihnen noch kurz zu antworten. Kurz deshalb, da ich nicht 24 Stunden am Tag online bin, noch auf anderen "Baustellen" tätig bin. Ich hatte nicht darauf geachtet, daß sich hinter Ihren Initialen Ihr Name verbirgt. Dies nur zum Verständnis.
Daß in meiner Publizistik das Thema "Politisches Ordnungsdenken" im Mittelpunkt steht, wurde bereits von wissenschaftlichen Analysten und Kritikern gewürdigt. U. a. von Brodkorb, Pfahl-Traughber, Jesse. Ich wurde zum Theoretiker angefähr an Anfang der 1990er Jahre - als Abonnent und Autor der "Staatsbriefe" von Hans-Dietrich Sander. Das Hauptthema in dieser Zeitschrift war der "Staat", wie dies schon der Titel nahelegt. Ich hatte damals auch schon sozialistische Positionen auf der Ebene der Gesellschaft, auch in Eigentumsformen, bezogen. Dies alles setzte ich in den meisten meiner sechs Bücher fort. Alles gut dokumentiert und für Anhänger und Kritiker nachzuvollziehen.
Was mir nicht einleuchtet ist der Grund, warum Sie nach Ihrem stillen Ausstieg Monate oder wenige Jahre später diesen Ausstieg noch öffentlich bei Endstation Rechts dokumentieren mußten!? Die Motive dafür sind wohl persönliche, sie möchten, daß die Antifa, ihr studentisches Umfeld und künftige Arbeitgeber dies öffentlich zur Kenntnis nehmen.
 
Schwab Donnerstag, 15.Mai 2014, 19:23 Uhr:
Fortsetzung:

Was anderes ist Ihre Kritik am "Nationalen Widerstand", auch die von Molau und Rochow, die ich teilweise für richtig finde. Dies können Sie auch in zahlreichen meiner Kolumnen usw. nachlesen, die auf der Seite "Sache des Volkes" veröffentlicht sind.
Ihr Ausstieg ist insofern für mich zu bedauern, da ich Ihr Medien-Video-Projekt für gelungen erachtet hatte, hier bestand wohl eine Wesensverwandtschaft zur "Sache des Volkes".
Aber als intelligenter Nationaler ist man wohl im tiefsten Thüringen einsam. Auch dies kann ich gut nachvollziehen. Wenn man dann öffentlich aussteigt, soll man halt sagen, daß man unter den vielen Sonderschülern einsam gewesen war, aber das sind keine politischen Gründe!

Gruß
Jürgen Schwab
 
Roichi Freitag, 16.Mai 2014, 23:56 Uhr:
@ Schwab

Und wieder kommst du nicht über die persönliche Ebene hinaus.
Weder wurde der Ausstieg auf Endstation Rechts dokumentiert, noch lieferst du auch nur den geringsten Beleg für die unterstellten Motivationen.
Du wiederholst einfach nur deine Behauptungen von oben. Und ergänzt diese durch eindeutig erfassbar falsche Behauptungen.
Ebenso ignorierst du die bereits im Artikel und den Videos dargestellte Motivation. Würde ja auch nicht zu deinen Behauptungen passen.

"Wenn man dann öffentlich aussteigt, soll man halt sagen, daß man unter den vielen Sonderschülern einsam gewesen war, aber das sind keine politischen Gründe!"

Nicht?
Wenn nur Sonderschüler die eigene Ideologie dauerhaft erstrebenswert finden, und man sich ob dieser Tatsache zum Intellektuellen aufschwingt, dem es schon an der Fähigkeit mangelt, Aussagen zu lesen, und nicht durch ideologische Versatzstücke zu ersetzen.
Was für eine politische Aussage soll damit möglich sein? Was für ein Ziel?
Offenbar eines, das nur Menschen mit begrenztem Horizont anspricht und davon auch nur die ganz resistenten.
Grund genug, diese Art Politik nicht weiter zu verfolgen.
 
Marc Samstag, 17.Mai 2014, 02:26 Uhr:
Ich würde gerne wissen was EWC zu den Identitären sagt:

z.B.
http://www.youtube.com/watch?v=DswbqF40LM8

Oder auch die Aufsätze von "Der Funke" Blog.

Können Sie dem nicht zustimmen? Das ist eine klare Absage an den NS, aber gleichfalls auch an die Multikulti-Ideologie.
 
CEW Samstag, 17.Mai 2014, 21:40 Uhr:
@Schwab: bitte informieren Sie sich bevor Sie deununziatorische Vermutungen streuen! Ich habe mich seit Dezember 2012 bereits in verschiedenen medialen Formen distanziert. Lesen sie für meine Motivation für das Projekt gern meinen Text dazu:
https://www.facebook.com/notes/ausstieg/mein-ausstieg/234350803420591

Media-Pro-Patria erschien mir zwar zum damaligen Zeitpunkt als eine Form der Selbstkritik der Szene, wie ich jedoch bereits im Interview (Frage 3, 3. Absatz) beschrieben habe, handelte es sich dabei nur um einen oberflächlichen "Imagewechsel, bei dem die gleichen Ressentiments strukturell im Denken erhalten blieben – neue Verpackung, ewiggestriger Inhalt: Glatzen mit Haaren, wenn man so will."
Auch am Ende der 4. Folge von "Mein Ausstieg" gehe ich darauf ein:
http://www.youtube.com/watch?v=Vf4X-TwlLWM
Ansonsten habe ich den Ausführungen meiner letzten Kommentare nichts hinzuzufügen und verwehre mich daher Ihren Vereinahmungsversuchen. Egal auf wievielen "Baustellen" sie pfuschen und auf wievielen Hochzeiten Sie tanzen, dies rechtfertigt nicht, dass Sie auch in Ihrer letzten Nachricht nicht auf meine Argumente eingehen, sondern uninformiert daherplappern - schlimmer noch eine mir völlig unverständliche Anbiderungstaktik ansetzen. Ich habe das Gefühl, Sie lesen meine Nachrichten gar nicht (ganz), wollen nicht wirklich argumentativ reagieren oder sehen sich schlichtweg nicht im Stande angemessen zu diskutieren (mittels immanenter Kritik der Argumente des Gegenübers z.B)
 
CEW Samstag, 17.Mai 2014, 21:46 Uhr:
@ Marc:
Auf Deine Frage habe ich bereits ausführlich in Interview und Kommentaren geantwortet (bitte nochmal nachlesen!). Auf das Video des Identitären aus Wien kann ich trotzdem gern in den nächsten Tagen nochmal in extenso eingehen...
 
Marc Montag, 19.Mai 2014, 02:04 Uhr:
@CEW

Das wäre wirklich hilfreich. Ich empfinde die Argumentation dieses jungen Mannes als einleuchtend und nicht als extremistisch. Auch die generelle Kritik am Universalismus, zudem der NS eben so gezählt wird. Das hier zum Beispiel http://derfunke.info/?p=516 hier finden Sie sich ja gewissermassen wieder ;-)

Ich freue mich auf Ihre Antwort.
 
Schwab Montag, 19.Mai 2014, 23:14 Uhr:
Kamerad Weißgerber!

Ich muß mich bei Ihnen entschuldigen, daß ich Ihnen nicht die Aufmerksamkeit geschenkt habe, sie Sie von mir und uns allen erwartet haben. Sie haben vollkommen Recht, indem Sie nicht meine politische Ausrichtung verwerfen, sondern die unzureichende Qualität meiner politischen Arbeit bemängeln ("Pfusch auf dem Bau"). Das wird Sie in noch größere Erklärungsnöte bringen. Aber für Ihre mediale Distanzierung im Dezember 2012 fehlen mir die Belege. Und was heißt schon "Distanzierung"? Was glauben Sie, wie oft ich mich schon in Internet-Kolumnen von diversen Erscheinungen im "Nationalen Widerstand" in öffentlich zugänglichen Texten "distanziert" habe? Aber ich bin ja kein "Aussteiger" ...
Aber bei Ihnen gehts doch darum, daß Sie sich still und leise aus der Szene zurückgezogen haben, aber im studentischen Milieu sind Sie von Ihrer "Nazi-Vergangenheit" eingeholt worden. Deshalb die Notwendigkeit eines nachträglichen öffentlichen Ausstiegs. So sehe ich es.

Mit kameradschaftlichen Grüßen
Jürgen Schwab
 
CEW Dienstag, 20.Mai 2014, 14:25 Uhr:
Lieber Herr Schwab,

ich habe in meinen ausführlichen Kommentaren ihre politische Meinung bereits verworfen und, so wie ich das sehe, vernichtend kritisert. Nur weil Sie nicht auf meine Argumente eingehen, sondern die ganze Zeit ohne jeden Zusammenhang rumlammentieren, habe ich mich für eine Art offenen Briefs in Kommentarform an Sie entschieden. Anstatt darauf zu antworten ‚pfuschen’ Sie sich Ihre eigene kleine Welt zurecht, in der Sie ohne jeden Beleg behaupten: „im studentischen Milieu sind Sie [also Ich] von Ihrer "Nazi-Vergangenheit" eingeholt worden“. Zu dumm nur, dass ich noch aktiv war, als ich mein Studium am 01.Oktober 2009 begann, am 14.November 2009 sogar öffentlich in Arnstadt gesprochen habe (mein Name war auf einem Flyer, den ich selbst in der Uni verteilt habe). Mein Rückzug aus der Szene folgte erst im Verlauf des Jahres 2010. Ihre Geschichte zerbricht somit an Fakten, die sie gern bei den betreffenden Antifa-Gruppen oder Ihren Kameraden in Thüringen erfragen können, aber wenn ich mir eine saubere Recherche wünsche, brauche ich mich tatsächlich weder auf ihre Kommentare verlassen, noch eines ihrer Bücher aufschlagen. Leider habe ich mich was das Jahr meiner öffentlichen Distanzierung betrifft selbst vertippt – dies findet man aber tatsächlich ohne großen Aufwand auf der Facebook-Seite von EXIT Deutschland.
 
CEW Dienstag, 20.Mai 2014, 14:29 Uhr:
Es handelte sich bei der besagten öffentlichen Distanzierung um ein Interview von Steven Hartung und mir mit Rainer Fromm, das am 28. Dezember 2011 in der Tagesschau im ZDF ausgestrahlt wurde – fragen Sie das Material gern dort an, da es nicht mehr über die Mediathek zugänglich ist. Im Februar 2012 war ich dann unter anderem mit Bernd Wagner, Ingo Hasselbach und Andrea Röpke bei Beckmann zu Gast. Vielleicht fragen Sie letzere mal, falls sie Ihnen in Zukunft mal wieder über den Weg läuft. (https://www.facebook.com/exitdeutschland/posts/260233490718234)

Warum die Unterscheidung von Rückzug, Distanzierung und Ausstieg wichtig ist, hat nicht nur damit etwas zu tun, dass das Label als Möglichkeit für die geneigten KameradInnen angesehen wird, vielleicht ein milderes Urteil vor Gericht zu erhalten, wenn man sich kurzer Hand als AussteigerIn betitelt und dann hofft, dass niemand genauer nachfragt. Dass sich JustizbeamtInnen davon immer wieder beeindrucken lassen, dürfte nicht zuletzt an der fehlenden Expertise im Umgang mit Szene, Ideologie und den feinen Unterschieden liegen - aber letzteres bereitet ja offenbar auch eingefleischten Publizisten des Genres besondere Probleme...
 
CEW Dienstag, 20.Mai 2014, 14:31 Uhr:
Sie, mein lieber Herr Schwab, haben sich gar nicht aus der Szene zurückgezogen und können sich daher auch wenig überzeugend von etwas distanzieren, dass sie strukturell stützen und weiter ausbauen. Ein tatsächlicher Rückzug würde zumindest bedeuten, dass man nicht mehr an einschlägigen Veranstaltungen teilnimmt oder anderweitig spezifisches Gedankengut verbreitet.. Dass, kurz gesagt, alle Brücken zur Szene abgerissen werden, was auch freundschaftliche Kontakte einschließt. Eine (öffentliche) Distanzierung setzt meiner Meinung nach bereits einen hohen Grad an Reflexivität der eigenen politischen Position und des Werdensprozesses voraus – vorher nachher Perspektive, Gründe für den Gesinnungswandel etc. Sonst hat man sich vielleicht aus dem aktiven Geschehen zurückgezogen, reproduziert in seinem engeren Umfeld aber weiterhin Vorurteile und Ideologie. Eine AussteigerIn ist nur wer nach (meist) langjährigem Reflexionsprozess nicht nur Hass und Ressentiment etc. hinter sich gelassen hat, sondern sich gleichfalls im Rahmen der individuellen Möglichkeiten gegen Formen von fundamentalistischen, rassistischen, nationalkonservativen (= identitären), you say the word Standpunkte und damit für eine bessere Gesellschaft engagiert.
 
CEW Dienstag, 20.Mai 2014, 14:34 Uhr:
Deshalb sind Sie, Herr Schwab, tatsächlich kein Aussteiger, haben sich niemals distanziert und sich auch nicht zurückgezogen – das Schlimmste aber ist, dass sie sich selbst vortäuschen, sie würden nicht den gleichen Mechanismen und Strukturen Vorschub leisten, die Sie dermaßen abzulehnen meinen (historischer NS, Xenophobie, Rassismus, Homophobie etc.). Eigentlich ist ihr Standpunkt eine Art Cola-Light-Variante des NS. Sie haben alle Zutaten versammelt und ersetzen nur die scheinbar unschönen durch ein angeblich ungefährliches Substitut (etwa Zucker gegen Süßungsmittel). Das verändert den Beigeschmack minimal, bleibt aber immer noch Coke, wird immer noch unter den gleichen Verhältnissen produziert und distribuiert, macht genauso Karies und Bauchschmerzen wie das „Original“ und wenn Sie mich fragen, schmeckt es auch genauso zum Kotzen.

Denken Sie darüber mal nach Genosse Schwab...
 
Schwab Dienstag, 20.Mai 2014, 19:32 Uhr:
Hallo Herr Weißgerber,

danke für die Infos. Es ist doch Ihre Aufgabe, über Ihren Ausstieg lückenlos zu informieren. Für uns anderen Menschen ist Ihr persönlicher Ausstieg vielleicht nicht ganz so wichtig wie für Sie selbst.
Aus Ihren vorherigen Kommentaren hier und auch aus Ihrem Facebook-Text war für mich der ganze Hergang so nicht ersichtlich. Wenn man die Fakten nicht ganz kennt, interpretiert man gerne die Lücken ...
Was mir nicht einleuchted, wenn Sie bereits im Dezember 2011 ausgestiegen waren, was ich Ihnen jetzt glaube, warum es dann an der Uni, die Sie besuchen, noch ein Nachspiel gegeben hatte? Hatte die Antifa Ihnen den Ausstieg nicht geglaubt? Oder hatten die das auch übersehen - wie ich?
Ich distanziere mich ständig von einzelnen Inhalten, Aussagen von Personen. Eine Distanzierung von ganzen Parteien fällt mir schwer, auch von Kameradschaftsszenen, da gibts immer Plus und Minus, auch bei einzelnen Menschen. Ich distanzierte mich beispielsweise vom Bündnis der NPD mit Swoboda und Rechtem Sektor, lobte aber Karl Richter u. a., daß der sich auch vom NATO-Putsch in der Ukraine distanziert hatte.
Man hat halt zu mancher Partei, Kameradschaft, Person Schnittmengen, stimmt aber nicht in allem überein. Es gibt auch Neonazis, die mich für einen "Marxisten" halten, weil ich mit Marx, Engels und sogenannten Marxisten in manchem übereinstimme. Auch dies ist eine Verkürzung, die der Wirklichkeit des "wirklichen Lebens" nicht entspricht.

Gruß
Jürgen Schwab
 
Schwab Mittwoch, 21.Mai 2014, 20:22 Uhr:
Korrektur:

In meinem Falle ist wohl der Begriff "Distanzierung" unpassend, da ich einzelne Personen, Organisationen, Inhalte und Handlungen innerhalb des Nationalen Widerstands (NW) sehr wohl k r i t i s i e r e , mich aber nicht pauschal vom NW d i s t a n z i e r e . Unter "Distanzierung" verstehen viele, daß man bestimmten Personen nicht die Hand gibt, sie nicht grüßt, nicht den gleichen Raum mit ihnen teilt.
 
Marc Mittwoch, 21.Mai 2014, 20:28 Uhr:
@CEW

Ich möchte Ihre Aufmerksamkeit noch einmal weg von ihrem "Battle" mit Herrn Schwab zu dem Thema der Identitären lenken :)

Wenn Sie beispielsweise diesen Text hier lesen http://www.identitaere-generation.info/gestaendnis-einer-maske-teil-1

Würden Sie sagen, das ist eine Option? Eine demokratische? Oder befürworten Sie den Kampf gegen diese Leute genau so wie gegen die NS-Szene?
 
CEW Donnerstag, 22.Mai 2014, 11:10 Uhr:
@Marc: danke für die verschiedenen Links! Nach dem ersten Überfliegen würde ich mein erstes Kommentar an Sie nochmal bestätigen: ich habe bereits auf die derartige Formen der Reformation/Rehabilitation nationaler Politik als "Identitäre Generation"(IG) oder sonst was geantwortet. Auch auf den von ihnen angesprochenen begriff des Extremismus bin ich eingegangen (bzw. habe auf einen anderen Text verwiesen und würde mich an dieser Stelle ungern ausführlich wiederholen wollen. Wenngleich mir eine vergleichende Analyse des Textes "Geständnisse einer Maske Teil 1"(letzter Post von Ihnen) mit meinen Aussagen bei "Ausstieg - (K)ein weg zurück" und im Interview oben sehr interessant anmutet, würde diese eindeutig ergeben, dass die Vorstellungen von Martin Sellner leider noch immer eine ideologisierte Vorstellung von Ideologie, ‚dem’ System im Singularetantum und von Identität im Allgemeinen hat – vielleicht wird das Philosophie-Studium bei ihm noch das seinige tun, um dies zu beheben. Er sagt zum Beispiel „Kein Mensch wird ideologisiert geboren.“ (zweiter Teil). Dabei unterstützt er einen Ideologie-Begriff der zwischen Ideologie und „Wahrheit“ zu unterscheiden vermag... so einfach ist es meiner Meinung nach nicht und ich empfehle Folgendes kurzes Video als Denkanreiz: https://www.youtube.com/watch?v=F4WAXQJyxCo
 
CEW Donnerstag, 22.Mai 2014, 11:16 Uhr:
Wenn man Teile meiner Vergangenheit in dem was die IG propagiert wiederfindet, dann weil ich in meiner aktiven Zeit eine ähnliche Richtung eingeschlagen hatte, wie die Identitären – meinen aktuellen Standpunkt dazu finden Sie ebenfalls in den Kommentaren oben.

@Schwab: Im Bezug auf Ihre Frage möchte ich Sie auf meine Antwort zu Frage 4 des Interviews auf dieser Seite verweisen.
Schön zu lesen, dass wir uns einig sind, dass Sie sich nicht von Naziorganisationen distanzieren, weil Sie in diesen (auch) positive Aspekte sehen...(hierbei würde ich von einem gelungenen Autotouché sprechen, aber was soll die gestochene Sprache? Sie schießen sich ins eigene Bein, wenn Sie behaupten 'kritisch' zu sein, während Sie bei Naziorganisationen und Kameradschaftsverbünden mal das (dann wohl linke?) Auge zudrücken... ganz im Sinne: "Ach, so schlimm sind die Jungs doch gar nicht... und wenn sie mich mal bei ihnen sprechen lassen, können sie vielleicht sogar noch was lernen!"
 
Schwab Donnerstag, 22.Mai 2014, 20:33 Uhr:
@Weißgerber

Vielen Dank für Ihre Ausführungen, weil ich mich erst jetzt so richtig mit dem Wort "Distanzierung" befasse. "Distanzierung" ist doch im Grunde genommen eine künstliche bürgerliche Reaktion, aus der tiefe Unsicherheit spricht. Sie, Herr Weißgerber, haben es nötig sich zu distanzieren, weil Zweifel an Ihren Motiven bestehen - nicht nur bei mir, auch auf der Linken. Für mich selbst ist Distanzierung nicht notwendig, ich stehe für mein politisches Profil, das auch Gegnern bekannt ist. Wenn ich mich mit wenigen freien Kameradschaften abgebe, dann um Einfluß auf sie zu nehmen - in meinem Sinne, nicht um den Leuten nach dem Mund zu reden. Indem beispielsweise die "Artgemeinschaft" oder fanatische Hitler-Sekten mich nicht als Redner einladen, wegen meiner Inhalte, besteht schon eine naturgegebene Distanz. Diese Leute mögen mich nicht wegen meiner Standpunkte. Aus verbalen Distanzierungen sprechen nur Selbst-und Fremd-Zweifel!
 
Roichi Samstag, 24.Mai 2014, 11:41 Uhr:
@ Schwab

Jetzt wird es wirklich lächerlich.
Du kommst weiterhin nicht von der persönlichen Ebene weg und musst dir schon solchen Blödsinn einfallen lassen, um überhaupt noch etwas zu haben, das du vorbringen kannst.
Dabei bist du dir nichteinmal bewusst, dass du dich länst selbst ausgekontert hast.
 

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