von Robert Scholz
   

„Der muslimische Antisemitismus wird in Deutschland geduldet“

Es ist schon ein ungewöhnlicher Lebenslauf, den der aktuelle Gesprächspartner der rechtskonservativen Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) zu bieten hat. Als Sohn eines Iraners 1977 in Deutschland geboren, wächst Arye Sharus Shalicar auch in Berlin Wedding auf. Mit 13 Jahren aber hängt sich Shalicar ein Kettchen mit Davidstern um. Die muslimischen Freunde wenden sich daraufhin von dem Juden ab und projizierten ihre israelischen Vernichtungsphantasien auf ihn. Jetzt wohnt Shalicar in Israel und ist einer von vier Sprechern der israelischen Armee.

Ungeachtet der Tatsache, dass Arye Sharus Shalicar bereits vor gut zehn Jahren nach Israel auswanderte, macht ihn die „Junge Freiheit“ zum Kronzeugen der gescheiterten Integration. Als Lackmustest dient der Antisemitismus, mit dem Shalicar in Deutschland selbst viele Jahre konfrontiert war. Allerdings nicht – wie man vielleicht vermuten könnte – von Deutschen, sondern von Einwanderern muslimischen Glaubens. 

Shalicar selbst wusste demnach lange Zeit gar nicht, was ein Jude war, da das „Jüdischsein“ im elterlichen Zuhause keine Rolle gespielt hatte. Als „Schwarzkopf“ war er in Neukölln und Wedding mit Türken und Arabern befreundet, er hörte ihre Musik, spielte mit ihnen Fußball oder Basketball und schaute den gleichen Mädchen hinterher. „Sie waren meine besten Freunde“, so Shalicar gegenüber der JF. Bis zu dem Tag, an dem er – wie seine Freunde – mit einem Anhänger an einem Kettchen seine „Abstammung“ deutlich machen wollte. Seine Oma hatte ihm die Kette mit dem Davidstern-Anhänger geschenkt. Sie wurde ihm zum Verhängnis.

Seine Freude wandten sich von ihm ab: „Ich wurde zu Freiwild“, erinnert sich Shalicar, „mußte ständig Beleidigungen, Drohungen, Demütigungen und ihren Haß gegen das jüdische Volk ertragen, den sie in expliziten Vernichtungsphantasien ganz ungeniert lauthals äußerten: Alle Juden sollten getötet und Israel zerstört werden, auch jüdische Babys verdienten nach Meinung mancher keine Schonung. Ging ich vorbei machen sie Zisch-Laute wie ausströmendes Gas.“

Sein jüngst veröffentlichtes Buch „Ein nasser Hund ist besser als ein trockener Jude“ ist ein „Buch über ein neues Deutschland“, so Shalicar. „Ein Deutschland, das viele Deutsche gar nicht kennen. Die meisten denken ja, Antisemitismus habe sich hierzulande im Grunde historisch erledigt.“ Die Deutschen wüssten „meist nicht, was es mit den Parallelgesellschaften im Land auf sich hat“. Obwohl die Deutschen aber angeblich gar nicht wüssten, was es mit den Parallelgesellschaften auf sich hat, behauptet Shalicar im Interview, „der muslimische Antisemitismus werde geduldet“. Mit der Einwanderung, stimmt der Sprecher der israelischen Armee dem erstaunlich unkritischen Interviewer Moritz Schwarz zu, habe Deutschland auch Konflikte importiert. Demnach fänden in Deutschland eine Art Stellvertreterkriege statt, bei denen „die Juden“ immer den Kürzeren ziehen würden: „Fast jeder ist mit jedem verfeindet und für viele spielt es keine Rolle, daß sie in Deutschland und Tausende Kilometer von den Konflikten weg sind. In einem sind sich die meisten aber einig: in ihrem Haß auf die Juden“.

Kommentare(4)

Xberg Montag, 07.Februar 2011, 17:51 Uhr:
"Ungeachtet der Tatsache, dass Arye Sharus Shalicar bereits vor gut zehn Jahren nach Israel auswanderte, macht ihn die „Junge Freiheit“ zum Kronzeugen der gescheiterten Integration. "

Das zeigt allenfalls, daß die "Integration" der Muslime schon vor zehn Jahren eine heillose Katastrophe war.
 
kaeptnkaffee Donnerstag, 28.Juli 2011, 09:52 Uhr:
Es ist faszinierend, wie linker (oder multikulti) Antisemitismus immer wieder auf Teufel komm raus legitimiert wird. "wie, hier wird niemand von rechts der SPD angegriffen?" - schwups ist der Interviewer "erstaunlich unkritisch". "Hier geht es sogar gegen Muslime" - moment, da finde ich irgendwo bestimmt noch einen, an den Haaren herbeigezogenen Widerspruch! Siehe da: Wir machen aus "wissen nicht, was es mit Parallelgesellschaften auf sich hat" und "muslimischer Antisemitismus wird geduldet" einen Widerspruch. Passt zwar nicht, denn Parallelgesellschaft und Antisemitismus sind ja keine Synonyme o.ä.. Aber Hauptsache, alles was nicht gegen rechts geht, ist falsch und schlecht.
 
S. Ritter Dienstag, 02.August 2011, 07:45 Uhr:
Der beschriebene Fall ist kein Einzelfall. Bereits Mohammed wandte sich im Koran gegen die Juden. Insofern darf man sagen, wenn man Antisemitismus mit einer rechten (faschistischen) Gesinnung gleichstellt, dass dies auf den Islam zutrifft. Gewiss ist nicht jeder Muslim ein Antisemit, jedoch ist diese politische Ausrichtung im Islam begründet. Insofern wäre es verfehlt, Gegner der Islamisierung als Rechte zu beschimpfen!
Ich selbst kenne viele Muslime, die unverhohlen zugeben, dass sie Juden hassen und diese am liebsten auslöschen würden. Insofern stimmt es, dieser Antisemitismus wird in Deutschland geduldet, sogar gefördert. Nur der von (Ur-) Deutschen nicht.
 
Gertrud Sonntag, 09.September 2012, 12:53 Uhr:
Der Hass vieler Muslime gegenüber Juden beruht auf dem Palästina-Konflikt und einem großen Unwissen. Dennoch ist es impertinent, zu bahaupten, dass alle Muslime Juden hassten. Es gibt viele interreligöse Organisationen, in denen Juden, Christen und Muslime sich austauschen und an einem friedlichen Miteinander arbeiten.Insofern können die drei rechtsgerichteten Vorkommentierer sich in die Ecke stellen und schämen.
 

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