„Der III. Weg“ ordnet sich neu

Mit Bayern verfügt die Neonazi-Partei jetzt über einen zweiten Landesverband. Der bisherige „Gebietsleiter Süd“ hat seine Parteikarriere beendet.

Dienstag, 04. August 2020
Redaktion

Die braune Splitterpartei „Der III. Weg“ ordnet sich innerhalb ihrer Strukturen neu. Nach Sachsen hat man jetzt im Rahmen der bisherigen Aufteilung in Gebietsverbände mit Bayern einen zweiten Landesverband gegründet, wie die Minipartei informierte. Zur Vorsitzenden wurde Jasmine Eisenhardt aus dem Landkreis Cham gewählt. Als Stellvertreter fungiert Karl-Heinz Statzberger aus dem Stützpunkt München/Oberbayern. Bisher gehörte Bayern zusammen mit Baden-Württemberg zum „Gebietsverband Süd“ des „III. Wegs“.

Ein plötzlicher Personalwechsel im Juni hat die Umstrukturierung nun offenbar beschleunigt. Am 11. Juni legte der Partei zufolge der bisherige „Gebietsleiter Süd“ Walter Strohmeier seine Parteiämter nieder und dazu auch die Vollmitgliedschaft. Für den im August 2018 als Nachfolger von Kai Zimmermann gestarteten Strohmeier war das Ende der Parteikarriere die Konsequenz einer Verurteilung zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Veruntreuung durch das Schöffengericht Viechtach (Landkreis Regen).

Wegen finanziellen Engpässen aufgrund privater Spielsucht hatte der Neonazi in mehr als 250 Fällen Gelder im mittleren fünfstelligen Bereich aus seiner Handwerksfirma für sich abgezweigt. Strohmeier kam mit seiner Eigeninitiative einem Rauswurf durch den „III. Weg“ zuvor, für den eine persönliche Bereicherung überhaupt nicht ins Idealbild eines volksnationalen Parteisoldaten passt. Ganz im Gegensatz dazu hat es Karl-Heinz Statzberger offenbar nicht geschadet, dass er bereits 2005 wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu vier Jahren und drei Monaten Haft verurteilt wurde. Immerhin wird Strohmeier noch ein Verbleib als Fördermitglied gestattet. (hf)

Kategorien
Tags