von Robert Scholz
   

Der Fünf-Millionen-Zickzack-Mann ist wieder da und wird wohl Pro-Landesvorsitzender in Berlin

Patrik Brinkmann, die wohl mystischste Gestalt der deutschen Rechten, macht mal wieder Schlagzeilen. Dieses Mal soll er zum Berliner Landesvorsitzenden von Pro-Deutschland gewählt werden – wieder einmal.

Die rechtskonservative Wochenzeitung „Junge Freiheit“ (JF) scheint auch nicht mehr recht zu wissen, wie sie mit dem Schwedenmillionär Brinkmann umgehen soll. Die Mitteilung, dass er den Landesvorsitz der Pro-Bewegung in Berlin übernehme, findet sich versteckt in der Rubrik „Parteien, Verbände, Personen“ zwischen Pressemitteilungen der Schüler- und Senioren-Union.

Kein Wunder: Denn in der Vergangenheit fiel Brinkmann zum größten Teil durch Ankündigungen auf. Ursprünglich engagierte sich der Schwede bei Pro-NRW und stellte mehrere Millionen Euro für den Landtagswahlkampf in Aussicht. Was aus dieser Wahlkampfhilfe wurde bleibt unklar, angeblich würden noch 100.000 Euro an den Pro-Ableger in Berlin fließen. Auch die finanzielle Unterstützung von NPD und DVU, in deren Umfeld sich Brinkmann einige Zeit bewegt hat, habe sich in Grenzen gehalten. Zwar habe die NPD nach Informationen der JF ein Darlehen in Höhe von 200.000 Euro erhalten, zugesagte Wahlkampfunterstützungen seien allerdings ausgeblieben. Noch schlechter soll es um die Zuwendungen an die DVU bestellt gewesen sein. Lediglich 2.000 Euro hätte Brinkmann zur Finanzierung eines Gutachtens für eine Klage der DVU gegen das Adoptionsrecht für homosexuelle Paare bereitgestellt.

Sein erwartetes ökonomisches Engagement war es offenbar letztlich auch, was ihm bereits im Frühjahr vergangenen Jahres eine Spitzenstellung bei der Pro-Bewegung in der Bundeshauptstadt einbringen sollte. Die Spitzenkandidatur wurde ihm vom Pro-Deutschland-Chef Manfred Rouhs förmlich angetragen. Die Hoffnung: Ein Wahlkampfbudget im siebenstelligen Bereich. Das Ausländerwahlrecht machte dem Geschäftsmann aus Schweden dann einen Strich durch die Rechnung. Für das Abgeordnetenhaus, dem Berliner Landtag, konnte Brinkmann nicht kandidieren. Anscheinend als Ersatz wurde ihm schon seinerzeit der Vorsitz von Pro-Deutschland angeboten – Brinkmann lehnte enttäuscht ab. Wenig später verkündete Brinkmann einen Partei „Die Freiheit“ des CDU-Dissidenten René Stadtkewitz kämpft immer noch um den Einzug in das Abgeordnetenhaus und will noch immer nichts mit der Pro-Bewegung zu tun haben. Und trotzdem kommt Brinkmann zurück in die Hauptstadt: als Landesvorsitzender der Pro-Bewegung. Auch mit der Spitzenkandidatur scheint es nun noch zu klappen: Brinkmann, so berichtet die JF, werde in Berlin-Zehlendorf kandidieren – für die Bezirksverordnetenversammlung.

Auf kommunaler Ebene ist es nach geltendem Recht auch EU-Ausländern möglich, politisch aktiv zu werden. Und auch bei Wahlen zum Europaparlament wäre es Brinkmann möglich in Deutschland anzutreten. Gut möglich, dass dies der Hintergrund des Re-Engagements ist. In letzter Zeit turtelten Pro und Republikaner heftig. Das „große Ziel“, hieß es unlängst, sei „eine gemeinsame Partei für alle seriösen Patrioten“ spätestens zur Europawahl 2014.

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