von Robert Scholz
   

Der Beweis: Dieter Stein (Junge Freiheit) ist wirklich konservativ

Vor wenigen Monaten stritten freiwillige und unfreiwillige Vertreter der „Neuen Rechten“ über selbige Bezeichnung. Während Götz Kubitschek und Co. die Bezeichnung für angemessen hielten, wehrte sich Dieter Stein vehement dagegen. Dass Stein dabei keineswegs opportunistisch handelte, sondern seine Meinung bereits seit mindestens 20 Jahren vertritt, belegt ein Blick in die Ausgabe der „Jungen Freiheit“ vom Juli/August1989. Stein ist also tatsächlich konservativ – zumindest, was das Festhalten an einmal getroffenen Positionen betrifft.

Neuerdings geistert wieder (verstärkt durch einige rechte Zeitschriften) ein Begriff durch die Diskussion, der mehr vernebelt, als er aufklärt: Die “Neue Rechte“. Diese flotte Formulierung ist von den linken Enthüllungsjournalisten begierig in ihren Pamphleten über das Erstarken der Rechten aufgegriffen worden, um ein angeblich homogenes Beziehungsgeflecht “neofaschistischer“ Gruppen herbeizudichten.

Denn wer oder was ist denn die “Neue Rechte“? In Frankreich mag es tatsächlich eine rechte Intelligenz geben, die sich als “Nouvelle Droite“ kennzeichnet, in Westdeutschland gibt es jedoch kaum jemanden, vor allem niemanden von Einfluß, der sich als “Neuer Rechter“ bezeichnet. Es gibt eben keine Homogenität in diesem bislang diffusen Umfeld unabhängiger Geister, das sich nun mehr den Republikanern verschreibt.

“Neue Rechte“: Das klingt verdächtig so nach aprilfrischer Weste, durch die man sich mit antifaschistischer Jungfräulichkeit von den blutbesudelten Jacken älterer Generationen (der bösen “Alten Rechte“) abheben will, zumindest bis diese “in die Grube fahren“, denn “vorher ist der Weg nicht frei“ (so H.T. Homann vom Rechts-Apokalypse-Blatt “Etappe“).

Eine Trennlinie zu diesem NS-Geschäftemacher Frey ist sicher richtig, aber vollzieht sich doch schon allein auf intellektuellem Niveau. Lassen wir uns nicht in die Rechtfertigungsecke drängen! Deshalb ist auch von deklamatorischen Abgrenzungsbeschlüssen der Republikaner wenig zu halten, denn sie bedeuten einen Offenbarungseid: Treten wir nun aus dem Schatten Hitlers heraus oder bewältigt Rechts das Dritte Reich mit der Linken um die Wette?

Dieter Stein


Zur Debatte zwanzig Jahre später siehe:
Das aktuelle Aufflackern der Kontroverse um den Begriff
Stein lehnt den Begriff erneut ab
Stein zum "Phantom Neue Rechte"



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