von Elmar Vieregge
   

Das Magazin „DMZ Zeitgeschichte“ und die Verherrlichung der Waffen-SS am Zeitschriftenkiosk

Zu den in den Regalen der Bahnhofsbuchhandlungen unter der Rubrik „Geschichte“ angebotenen Zeitschriften hat sich 2012 mit „DMZ Zeitgeschichte“ ein neues Angebot gesellt, dessen Titel allgemein und unverfänglich klingt. Doch bereits mit seinem Namen täuscht es die Passanten, denn das Heft widmet sich nicht den vielfältigen Bereichen der Zeitgeschichte, sondern konzentriert sich auf ein einziges Thema. Dieses behandelt es zudem nicht aus einer populärwissenschaftlichen, sondern aus einer für Rechtsextremisten typischen Sicht. Die „DMZ Zeitgeschichte“ beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Verherrlichung der Waffen-SS. Ein Gastbeitrag.

Die einseitige Ausrichtung auf die nationalsozialistische Streitmacht der seit 2012 erscheinenden Zeitschrift „DMZ Zeitgeschichte“ verwundert allerdings angesichts des verlegerischen Hintergrundes nicht, denn das Heft ist ein Seitenprojekt der „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ). Bei ihr handelt es sich um ein 1995 entstandenes Magazin, das nach einer 2003 erfolgten Insolvenz vom Kieler Verleger Dietmar Munier übernommen wurde. Munier wiederum ist einer der wichtigsten Akteure der rechtsextremistischen Publizistik, der ein Zeitschriften- und Verlagsgeflecht um seinen „Arndt-Verlag“ und seinen Versandhandel „Lesen & Schenken“ betreibt. Die DMZ widmet sich seit der Übernahme einer Themenpalette, die sowohl die Bundeswehr und moderne Waffentechnik als auch die Wehrmacht und die Waffen-SS abdeckt. Während das Magazin dabei einerseits aktuelle wehrpolitische Themen nüchtern behandelt, verbreitet es andererseits beschönigende Artikel über die Streitkräfte des „Dritten Reiches“. Dadurch macht sich die DMZ für einen breiten Leserkreis interessant, der von nicht extremistisch eingestellten Personen mit einem generellen Interesse am Militärwesen bis hin zu Rechtsextremisten mit ihrer verklärenden Sicht auf den NS-Staat reicht. Da dies unter Verzicht auf eine offene rechtsextremistische Agitation erfolgt, schreckt die Zeitschrift die Laufkundschaft der Zeitschriftenhändler nicht ab, könnte jedoch aufgrund dieser Mäßigung für nicht wenige der am „Dritten Reich“ interessierten Leser auf Dauer zu langweilig sein.

Mit der „DMZ Zeitgeschichte“ richtet sich nun ein neues Blatt an die zuletzt genannten Personen. Dabei stellt die vierteljährlich erscheinende Schrift die Waffen-SS als militärische Eliteeinheit vor und sieht sie als Opfer einer angeblichen Desinformation, die deren öffentlichen Ruf negativ bestimmt. Dementsprechend beabsichtigt die Zeitschrift, der von ihr abgelehnten öffentlichen Meinung ihre Sicht entgegenzustellen und - nach eigener Aussage - vor allem Jugendliche anzusprechen. Im Aufbau verfügt sie über eine feste Struktur. Die einzelnen Rubriken enthalten hauptsächlich Schilderungen einstiger Kampfhandlungen, Vorstellungen wichtiger SS-Soldaten, Berichte über deren Ausrüstung sowie Interviews mit Veteranen. Inhaltlich entsprechen die Artikel der in der gemäßigten rechtsextremistischen Publizistik üblichen Ausrichtung. Dazu gehört – wie bei der DMZ - der Verzicht auf eine direkte rechtsextremistische Agitation. Stattdessen enthalten die Beiträge eine Kombination aus der Unterschlagung des ideologischen Hintergrundes der Waffen-SS mit der Betonung ihrer militärischen Leistungen. Gleichzeitig geht die Zeitschrift nicht auf deren in ganz Europa verübte Kriegsverbrechen und ihre Rolle im Holocaust ein, sondern stellt von alliierten Soldaten an ihren Angehörigen begangene Taten heraus. Dies geschieht etwa durch eine Berichterstattung über mehrere 1944/45 erfolgte Erschießungen gefangener SS-Soldaten durch amerikanische Soldaten, wobei unterschlagen wird, dass die alliierten Kombattanten unter dem Eindruck der massenhaften Verbrechen des „Dritten Reiches“ standen, derer sie unter anderem in den von ihnen befreiten Konzentrationslagern gewahr geworden waren.

Die Artikel über Kampfhandlungen beschreiben unter vor allem für die Waffen-SS besonders bedeutende Schlachten wie Charkow (1943) oder Budapest (1944/45). Dies erfolgt jeweils aus einer rein militärgeschichtlichen Perspektive. Ebenso werden bei der Vorstellung besonders erfolgreicher SS-Soldaten lediglich deren militärische Leistungen, nicht jedoch deren politische Werdegänge vorgestellt, sodass sie allein als Elitekrieger erscheinen. Die Berichte über deren ehemalige Ausrüstung bestehen aus sachlichen Beschreibungen von Waffen, Uniformen und Orden. Dies dürfte das Interesse von generell an Militaria interessierten Lesern wecken. Mit den verschiedenen Interviews ermöglicht „DMZ Zeitgeschichte“ nicht nur ehemaligen Veteranen, sich nach mehr als sechs Jahrzehnten öffentlich darzustellen, sondern präsentiert den von ihr erhofften jugendlichen Lesern Vorbilder.
 
Insgesamt lenkt die Zeihschrift durch ihre Berichterstattung davon ab, dass es sich bei der Waffen-SS nicht um eine Streitmacht wie andere auch handelte, sondern um eine vom Nationalsozialismus durchdrungene Parteiarmee der NSDAP, die als Instrument in einem rassistischen Vernichtungskrieg diente. Somit verherrlicht sie einerseits die Truppe und präsentiert andererseits insbesondere jungen Rechtsextremisten ein historisches Ideal für deren eigene Lebensgestaltung. Dietmar Munier hat mit der „DMZ Zeitgeschichte“ sein publizistisches Angebot erweitert. Das Magazin ist dadurch Teil eines unauffälligen Expansionsprozesses, der die starke Stellung des norddeutschen Verlegers im rechtsextremistischen Publikationswesen festigt.

Foto: Bundesarchiv, Bild 101III-Zschaeckel-206-35 / Zschäckel, Friedrich / CC-BY-SA, Lizenz: CC

Kommentare(21)

Koldo Samstag, 18.Mai 2013, 16:56 Uhr:
Mr. Elmar Vieregge is quite an ignorant with respect to what the Waffen SS were, and how the americans and russians have tried unsuccesfully to copy.
The Waffen SS were Pretorian Guard of Hitler, with outstanding achievements, and nothing to do with the SS which were in charge of the camps.
Instead of talking perhaps Vieregge could talk about The London Cage in England or th camps in the US where torture was the usual coin to deal with the German POWs.
 
Michael Montag, 20.Mai 2013, 00:20 Uhr:
@Roichi

Leider liegen Sie fundamental mit Ihren persönlichen Attacken auf Koldos Ansicht daneben... Anstatt unfundierte Beleidigungen von sich zu geben, sollten Sie sich lieber über historische Tatsachen in Kenntnis setzen (Bsp: Differenz in Ursprung und Wirken zwischen SS und Waffen-SS)!!! In diesem Sinne kann ich nur Ihre eigene Aufforderung zitieren und an Sie selbst zurückverweisen: "So get some education"!
 
nurmalso Montag, 20.Mai 2013, 07:30 Uhr:
"Doch bereits mit seinem Namen täuscht es die Passanten, denn das Heft widmet sich nicht den vielfältigen Bereichen der Zeitgeschichte, sondern konzentriert sich auf ein einziges Thema."

Wieso täuschen. Da steht doch "Deutsche Militärzeitschrift" = DMZ. Im Focus steht also das deutsche Militär.


"Dieses behandelt es zudem nicht aus einer populärwissenschaftlichen, sondern aus einer für Rechtsextremisten typischen Sicht."

Bullshit! Sinn und Zweck einer Militärzeitschrift ist es, an das Militär militärische Maßstäbe anzulegen.


"Die „DMZ Zeitgeschichte“ beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Verherrlichung der Waffen-SS."

Bullshit! Die Themen sind sehr breit gefächert. Napoleon, Afghanistan, da ist "alles" dabei.
Kampfhandlungen und Erlebtes so zu schildern wie es war, ist also Verherrlichung?


"Dies erfolgt jeweils aus einer rein militärgeschichtlichen Perspektive."

Und das überrascht bei einer Militärzeitschrift??


"Ebenso werden bei der Vorstellung besonders erfolgreicher SS-Soldaten lediglich deren militärische Leistungen, nicht jedoch deren politische Werdegänge vorgestellt, sodass sie allein als Elitekrieger erscheinen."

Das ist ja auch der Sinn und Zweck einer Militärzeitschrift. Die vermutete Ideologie der Kämpfer oder deren sonstige Vorlieben und Hobbys interessieren bei einer rein militärischen Beurteilung nur Hetzer.
Allerdings, seit dem Fall Drygalla wissen "WIR", dass eine erbrachte Leistung erst nach dem ideologischen abschnüffeln des Leistungserbringers und seines privaten Umfeldes, an Wert gewinnt oder auch nicht.
 
Hotte Montag, 20.Mai 2013, 07:53 Uhr:
"Aufgrund ihrer Beteiligung am Holocaust, Porajmos und an zahlreichen Kriegsverbrechen wurde sie 1946 vom Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg zur verbrecherischen Organisation erklärt."

Zum Thema "outstanding achievements"
 
Roichi Montag, 20.Mai 2013, 09:31 Uhr:
@ Michael

Mehr als den Vorwurf hast du nicht zu bieten?
Naja.
Die Trennung, die du hier weiterführst ist historisch nicht möglich.
Insofern ist deine Aussage dazu auch nicht begründet.
Siehe für den Anfang:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schutzstaffel#Zusammenfassung_zur_Waffen-SS
und
http://de.wikipedia.org/wiki/Waffen-SS
 
Roichi Montag, 20.Mai 2013, 10:21 Uhr:
@ nurmalso

"Im Focus steht also das deutsche Militär. "

Falsch. Nur das Militär einer kurzen Periode der deutschen Geschichte. Und natürlich auch nur als Helden.

"Sinn und Zweck einer Militärzeitschrift ist es, an das Militär militärische Maßstäbe anzulegen."

Und die wären?
Übrigens gehören auch Moral und Rechtmäßigkeit dazu. Ebenso wie Bewertungen der Handlungen vor dem Gesetz.
Und hier wird natürlich nichts dergeleichen vorgenommen. Denn dann müsste man auch auf die Verbrechen eingehen.

"Kampfhandlungen und Erlebtes so zu schildern wie es war, ist also Verherrlichung? "

Nur, wenn man entscheidende Fakten und Handlungen einfach unterschlägt.

"Das ist ja auch der Sinn und Zweck einer Militärzeitschrift."

Die Verherrlichung von Kriegsverbrechern?
Na da wird der Björn aber widersprechen.
 
nur mal angemerkt Montag, 20.Mai 2013, 16:24 Uhr:
@roichi
Ich denke, Sie haben in dieser Zeitschrift noch nicht einen Buchstaben gelesen. Anders lässt sich Ihr Geschwurbel nicht erklären1
 
nurmalso Dienstag, 21.Mai 2013, 08:02 Uhr:
"Die „DMZ Zeitgeschichte“ beschäftigt sich fast ausschließlich mit der Verherrlichung der Waffen-SS."

DMZ Nr. 93 Mai-Juni 2013 Inhalt:

-Doggerbank 1915 Deutsch-Britisches Seegefecht

-Neukölln ist überall, Bundeswehr, Ankara bellt Berlin schweigt

-Nachrichten aus Deutschland, Weniger Hubschrauber, Bewaffnete Drohnen, Die Briten ziehen ab, Heidelberg, Nato macht dich

-Panzerjagd- Drahtgelenkte Raketen gegen Panzer
stattdessen
-Unser Verbrecheralbum, Rezession zu "Unsere Mütter unsere Väter"

-Soldaten aus Leidenschaft Generaloberst Dr. Lothar Rendulic

-der japanische Typ 90, Hochmoderner Kampfpanzer

-Eine Stadt in Flammen, in Syrien Aleppo

-Ein Typhon, Private Flotte soll Piraten einheizen

-Glück ab, Fallschirmjäger der Bundeswehr

-das dritte Auge, Gladius-System der Bundeswehr

-Jagd auf US-Flugzeugträger, ein deutsches U-Boot soll der Navy zeigen wie es geht

-Im Wüstenstaub, Afrikakorps unter Rommel

-Kampf der Mentalitäten, Wüstenkrieg in Nordafrika, Tradition gegen Moderne

-Der Panzer 3

-Ungeliebter Lückenfüller, Panzerbüchse 39 der Wehrmacht

-Eisernes Kreuz, Ordensstiftung vor 200 Jahren

-Langensalza im Juni 1866

-Jagd auf Geronimo, Jagd auf Osama Bin laden

-Glanz und Erfolglos, Verteidigungsminister Darabos muss gehen

-geheime Mission, Waren Schweizer Elitesoldaten im Mali-Einsatz?

-Abwehrkampf in der Normandie Der Nachrichtensoldat W.A. erinnert sich

-Nachrichten aus aller Welt: Russische Marine im Mittelmeer, Wikileaksskandal, Eurofighter für den Sultan, Mehrzweckhubschrauber für Indien, Luftlandepanzer BMD-4, Deutsche Boote für Saudi-Arabien, Russland: Treppe für internationale Einsätze, 20 neue Stealth-Schiffe


@Roichi

lass es , Du blamierst dich erneut!
 
Bob der Baumeister Dienstag, 21.Mai 2013, 09:49 Uhr:
@nurmalso:
Vielleicht hätten Sie lieber auf den letzten Kommentar verzichten sollen, denn wenn sich hier einer blamiert, dann sind Sie es. Schließlich scheinen Sie nicht in der Lage, die "DMZ" von der "DMZ Zeitgeschichte" zu unterscheiden und werfen alles in einen Topf. Aber so funktionieren einfache Weltbilder eben.
 
Roichi Dienstag, 21.Mai 2013, 11:35 Uhr:
@ nurmalso

Wie wäre es denn nicht alles durcheinander zu werfen?
Dazu einige wichtige Fragen:
Um welche Zeitschrift geht es?
Worauf habe ich geantwortet und was habe ich geschrieben?

Das solltest du klären, bevor du dich wieder blamierst.
 
nurmalso Dienstag, 21.Mai 2013, 14:02 Uhr:
@Bob, mach Dir mal keine Sorgen die Sache passt.
Im Focus eurer Hetzerei steht der DMZ-Verlag mit D. Munier, Zitat: "Die einseitige Ausrichtung auf die nationalsozialistische Streitmacht der seit 2012 erscheinenden Zeitschrift „DMZ Zeitgeschichte“ verwundert allerdings angesichts des verlegerischen Hintergrundes nicht, denn das Heft ist ein Seitenprojekt der „Deutschen Militärzeitschrift“ (DMZ). Bei ihr handelt es sich um ein 1995 entstandenes Magazin, das nach einer 2003 erfolgten Insolvenz vom Kieler Verleger Dietmar Munier übernommen wurde. Munier wiederum ist einer der wichtigsten Akteure der rechtsextremistischen Publizistik, der ein Zeitschriften- und Verlagsgeflecht um seinen „Arndt-Verlag“ und seinen Versandhandel „Lesen & Schenken“ betreibt."

Mit "lass es" war Roichis Versuch gemeint, den porträtierten Soldaten generell Verbrechen zu unterstellen und ich vermute mal der Waffen-SS insgesamt. Zitat "Und hier wird natürlich nichts dergeleichen vorgenommen. Denn dann müsste man auch auf die Verbrechen eingehen."
 
Roichi Dienstag, 21.Mai 2013, 20:11 Uhr:
@ nurmalso

Schon klar.
Die Verbrechen waren nur Einzeltaten und hatten keinen Zusammenhang zur Ideologie der Organisation Waffen-SS.
Wenn du dir weiter die Welt schönreden willst, gerne, erwarte aber nicht, dass die Historie dir zustimmt.
 
wp Donnerstag, 23.Mai 2013, 10:20 Uhr:
Schade, daß der Autor so unkonkret bleibt in seiner Vorstellung dieser neuen Militärzeitschrift. Mich hätte z.B. interessiert, ob US-Soldaten Kriegsverbrechen nur dann begangen haben, nachdem sie Nazi-KZs befreit hatten, wer die "erfolgreichen SS-Soldaten" waren, deren politische Werdegänge verschwiegen wurden und inwiefern die Soldaten der Waffen-SS von NS-Ideologie durchdrungen war. Der Nachweis, daß dem so war, ist auch René Rohrkamp in seiner jüngsten Studie bei Schöningh/Paderborn schuldig geblieben.
 
Henriette von Stetten Donnerstag, 23.Mai 2013, 10:38 Uhr:
@RoichiZeitschrift nicht gelesen,nur Geschwurbel geschrieben noch dazu in englisch.Geschichtskenntnisse und Informationen kann man sich aneignen.
Dann versuchen etwas dazu zu sagen.Nicht
so beleidigend sondern mit Haltung.
 
E. Vieregge Sonntag, 26.Mai 2013, 17:46 Uhr:
Guten Tag "nurmalso"´,

in Ihrem Eintrag vom 20. Mai kommentierten sie meine Aussage, nach der die DMZ Zeitgeschichte "fast ausschließlich mit der Verherrlichung der Waffen-SS" beschäftigt ist, mit Ihrer Aussage: "Bullshit! Die Themen sind sehr breit gefächert." Einen Tag später, am 21. Mai (1. Eintrag), zitierten Sie die Inhaltsangabe der DMZ Nr. 93 Mai-Juni 2013 als vermeintlichen Beleg zur Widerlegung meiner Aussage.

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich mein Artikel mit der "DMZ Zeigeschichte" beschäftigt, die ein Nebenprojekt der "Deutschen Militärzeitschrift" (DMZ) ist. Mit Ihren Anmerkungen haben sie also die Ihnaltsangabe der "Deutschen Militärzeitschrift" (DMZ)herangezogen, um meine Aussagen zur "DMZ Zeigeschichte" zu widerlegen. Ihre Angaben sind damit schlichtweg unkorrekt.

Um nicht vom eigentlichen Thema abzulenken erkläre ich erneut, dass sich die "DMZ Zeitgeschichte" fast ausschließlich mit der Verherrlichung der Waffen-SS beshcäftigt. Den Whrheitsgehalt meiner Aussage, kann jeder leicht nachprüfen, der das Heft in die Hand nimmt und einen Blick in das Inhaltsverzeichnis wirft. Übrigens bezeichnet sich die "DMZ Zeitgeschichte" auf der Seite 2 ihrer Ausgabe Nr. 4 (Apri-Juni 2013)als "Neue Zeitschrift über die Waffen-SS". Drüber hinaus lässt sich die Richtigkeit meiner Aussage durch einen Blick auf die Internetpräsenz des Heftes www.dmz-zweitgeschichte.de belegen, die den Inhalt der aktuellen Ausgabe vorstellt.

In Ihrem zweiten Kommentar vom 21. Mai gaben sie an, dass es um den "DMZ-Verlag mit D. Munier" ging. Auch in diesem Fall äußern sie die Unwahrheit. Im Zentrum des Artikels steht die "DMZ Zeitgeschichte". Da diese aber ein Nebenprojekt der "Deutschen Militärzeitschrift" ist, bin ich in einem Absatz auf diese sowie den hinter beiden stehenden Verleger D. Munier eingegangen, Das erfolgte, da ich diese Hintergrundinformationen als wichtig für die Beurteilung des neuen Magazins erachte.
 
Paul.Pa. Dienstag, 28.Mai 2013, 08:49 Uhr:
Diese lächerliche Diskussion über die Waffen SS wird nie zum Ende kommen, weil man Fakten überhaupt nicht zur Kenntnis nimmt. Da die Zahl der Zeitzeugen auch immer geringer geworden ist, kann man inzwischen auch jede Horrormeldung verbreiten, ohne dass sie wahr sein muss.
Zur Frage der Waffen SS ist doch eigentlich durch den ersten Bundeskanzler der BRD Dr.Konrad Adenauer alles gesagt worden, ich darf seine Erklärung im Weiteren zitieren:
Nach der Ehrenerklärung für die Wehrmacht im Bundestag ist aus den Kreisen der ehemaligen Waffen-SS an den Bundeskanzler die Frage gestellt worden, ob er auch die Angehörigen der Waffen-SS einbeziehe. Der Bundeskanzler hat dem Sprecher der Angehörigen der Waffen-SS, Oberst Gruppenführer (Generaloberst) a. D. Hausser, am 17. Dezember 1952 eine klare Antwort gegeben, diese hier nachfolgend ebenfalls im Wortlaut.
Zitat Anfang:
„Sehr geehrter Herr Generaloberst! Einer Anregung nachkommend, teile ich mit, dass die von mir in meiner Rede vom 3. Dezember 1952 vor dem Deutschen Bundestag abgegebene Ehrenerklärung für die Soldaten der früheren deutschen Wehrmacht auch die Angehörigen der Waffen-SS umfasst, soweit sie ausschließlich als Soldaten ehrenvoll für Deutschland gekämpft haben.
Mit dem Ausdruck vorzüglicher Hochachtung bin ich Ihr gez. Adenauer”
Zitat Ende
Ähnliche Erklärungen gibt es auch vom FDP Vorsitzenden Dr.Erich Mende, vom SPD Vorsitzenden Kurt Schumacher und von dem späteren SPD Bundeskanzler Schmidt.
Man sollte Fakten doch einfach zur Kenntnis nehmen.
 
Roichi Dienstag, 28.Mai 2013, 11:04 Uhr:
@ Paul

Schön, dass du Adenauer zitierst. Jetzt wäre noch eine historische Einordnung interessant.
Wie waren die damaligen Verhältnisse politisch und gesellschaftlich?
Und was soll das "soweit sie ausschließlich als Soldaten ehrenvoll für Deutschland gekämpft haben." bedeuten?
Nachdem inzwischen erforscht ist ,dass große Teile der WaffenSS das eben nicht getan haben, folgt, die Erklärung gilt nicht für diese Teile.
Und für die Organisation als Solche wurde festgestellt, dass sie eine verbrecherische Organisation war.
http://de.wikipedia.org/wiki/Waffen-SS
 
Samuel Bernstein Dienstag, 28.Mai 2013, 11:46 Uhr:
@ Roichi

"Und für die Organisation als Solche wurde festgestellt, dass sie eine verbrecherische Organisation war."

Ja das wurde festgestellt. Allerdings in einem Prozess,in dem der Ankläger auch gleichzeitig der Richter war.
 
Paul.Pa. Dienstag, 28.Mai 2013, 17:37 Uhr:
Hallo Roichi,
dass die SS in Gänze eine verbrecherische Organisation gewesen sein soll wurde durch das Nürnberger Tribunal festgestellt, dem selbst Sie nicht attestieren werden, dass es sich um rechtsstaatliche Verfahren gehandelt hat.
Im übrigen hat die BRD Regierung festgestellt, dass die Nürnberger Urteile kein grundsätzliches Recht für die BRD bilden.
Aber das wird Ihnen der kluge Amtsträger bestimmt viel besser als ich auseinander setzen können.
 
Roichi Dienstag, 28.Mai 2013, 21:13 Uhr:
@ Samuel

"Ja das wurde festgestellt."

Richtig. Das ist Fakt.
Und inzwischen auch wesentlich ausführlicher wissenschaftlich belegt, als es damals schon möglich war.
Wenn du damit also ein Problem hast, dann solltest du versuchen das wissenschaftlich zu widerlegen. Nur wird dir das nicht gelingen.
Leg mal los. Niemand wird dich daran hindern.
 
Prof. Erhard Freitag, 14.Juni 2013, 15:17 Uhr:
Nun gut, es bleibt schwierig. Im konketen Fall ist die Situation sehr zweischneidig: Jahrzehntelang hat die SPD die SS offensichtlich ebenfalls nicht als verbrecherische Organisation eingestuft. Es ist in Wahrheit so, daß alle früheren SPD-Spitzenpolitiker bis hin zu Willy Brandt und Helmut Schmidt vor Veteranen der Waffen-SS gesprochen und diese massiv umworben haben. Auch Franz Schönhuber als SS-Veteran kam auf SPD-Ticket beim bay. Rundfunk in München nach oben. Trotzdem ist festzuhalten, daß jedes SS-Mitglied massive weltanschauliche und rassekundliche Schulungen bekommen hat, vom niedrigsten soldatischen Rang bis hin zu den großen Gönnern, Schiebern und SS-Ehrenführern wie Reemtsma und Weizsäcker. Tatsächlich ist die SS in bestimmten Teilen ein gutes Beispiel für organisierte Kriminalität, aber auch für verbrecherisches Sektenwesen. Andererseits konnte man als einfacher Mensch sehr schnell in diese Organisation gelangen, wie die Beispiele Franz Schönhuber und Günter Grass zeigen. Die SS-Division Frundsberg von Günter Grass wäre nach Willy Brandts alter SPD Diktion eine Einheit, die tapfer und anständig gekämpft habe. Real darf diese Bewertung durchaus angezweifelt werden, wahlkampftaktisch war sie für die SPD sicher sehr hilfreich. In der SPD scheint es ein sehr umfassendes Sprechverbot zu solchen Dingen zu geben. Vermutlich tritt Wolfgang Thierse auch deshalb immer betont schrill und verleumderisch gegenüber Menschen auf, die einfache SS-Ränge in Schutz nehmen wollen. Gegenüber Weizsäcker war er allerdings stets zu feige. Bei Grass war Thierse auf dem rechten Auge ebenfalls vollkommen blind. Das ist sehr bedauerlich und zeigt das Ausmaß des moralischen Elends in der gegenwärtigen Politik.
 

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