von Tim Schulz
   

Chemnitz: Rechte Anschläge reißen nicht ab

Die Serie an mutmaßlich fremdenfeindlichen Straftaten in Chemnitz will scheinbar kein Ende finden. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag brannte ein türkisches Restaurant in der Stadt fast vollständig aus. Ermittler gehen von Brandstiftung aus. Der Hintergrund der Tat ist noch unklar, allerdings häufen sich seit Beginn der Aufmärsche der rechtsextremen „Bürgerbewegung Pro Chemnitz“ Straftaten mit deutlichen Hinweisen auf rechtsextreme Motive.

Das Restaurant "Mangal" ist bereits das vierte Lokal in den letzten zwei Monaten, das Ziel eines Angriffs wurde

Der Brand im Restaurant „Mangal“ brach laut Anwohnern nach einer lauten Explosion in den frühen Morgenstunden des Donnerstag aus. Zeugenberichten zufolge entfernten sich nach der Detonation drei dunkel gekleidete Personen schnell vom Tatort. Die Ermittler gehen davon aus, dass die Täter in die Gaststätte einbrachen und den Brand legten. Bewohner des Hauses konnten unverletzt evakuiert werden. Zwar liegen zur Zeit noch keine belastbaren Informationen über den Hintergrund der Tat vor, allerdings lässt sich ein rassistischer Hintergrund laut Polizei nicht ausschließen. Der polizeiliche Staatsschutz hat entsprechend Ermittlungen aufgenommen.

Kein Einzelfall

Seit den rechtsextremen Ausschreitungen Anfang September hat die Zahl von Straftaten mit mutmaßlich fremdenfeindlichem Hintergrund deutlich zugenommen. Allein vier Restaurants wurden attackiert, darunter die persischen Lokale „Safran“ und „Schmetterling“. Unbekannte Täter demolierten und beschmierten die Restaurants nicht nur mehrfach, sondern bewarfen den Inhaber des „Safran“ mit Möbeln. Das war Ende September. Zuvor war bereits der Betreiber des jüdischen Restaurants „Schalom“ mit Steinen und Eisenstangen beworfen und antisemitisch beleidigt worden. Zudem beschädigten mehrere Personen, die sich laut Medienberichten aus einer Demonstration von Pro Chemnitz lösten, wenig später das alternative Zentrum „Rothaus“, in dem auch Büros von Linken-Politikern untergebracht sind. Und auch der Fall einer rechtsextremen „Bürgerwehr“, die Parkbesucher terrorisierte, sorgte für bundesweite Aufmerksamkeit.

Die Bilanz von nicht einmal zwei Monaten – von den unzähligen tätlichen Angriffen auf Migranten, Journalisten und Gegendemonstranten, die mangels Anzeigen oft nicht in die Statistik eingehen, ganz zu schweigen. Derweil prüft das polizeiliche Terrorabwehrzentrum laut Aussagen des sächsischen Innenministeriums Verbindungen zwischen dem aktuellen Anschlag und zurückliegenden Taten. Als späte Konsequenz aus der Gewaltreihe kündigte Innenminister Wöller zudem an, „ausländische Einrichtungen“ also etwa migrantische Restaurants zukünftig stärker durch Polizeistreifen zu schützen.

Inwiefern die verstärkte Präsenz von Sicherheitskräften allerdings das grundlegende Problem beheben kann, ist fraglich. Schließlich nimmt nicht nur die Zahl der Straftaten mit rassistischem Hintergrund zu, sondern auch die Intensität der Gewalt scheint weiter zu wachsen. Koordinierte Bürgerwehr-Aktion, der aktuelle Brandanschlag bis hin zu Terrorplänen von „Revolution Chemnitz“ – die rechtsextreme Szene in Chemnitz reagiert auf die regelmäßigen rechten Aufmärsche in der Stadt mit zunehmender Enthemmung. Auch Menschenopfer werden inzwischen von einigen Gewalttätern in Kauf genommen, wie der Brand im „Mangal“ zeigt.

Kommentare(3)

Patrick Freitag, 19.Oktober 2018, 19:38 Uhr:
"Chemnitz: Rechte Anschläge reißen nicht ab"

Die Überschrift ist nichts anderes als Fake. Sie wissen das, denn im Text wird es ja auch mehr oder weniger verdruckst zugegeben. Es ist überhaupt NICHTS bekannt, das können Taten im kriminellen Schutzgeldmilieu genauso sein wie Fals-Flag-Aktionen von Linksextremisten.
Aber Hauptsache, die Richtung stimmt, nicht wahr ? Journalismus geht anders.
 
Roichi Samstag, 20.Oktober 2018, 19:30 Uhr:
@ Patrick

Deine Ablenkung wird nicht funktionieren.
Schon blöd, wenn die eigene Ideologie auf die Füße fällt, nicht?
 
Irmela Mensah-Schramm Samstag, 20.Oktober 2018, 21:00 Uhr:
@Patrick
Ja, ja ach die "Lügenpresse", nicht wahr Patrick?
Da muss man kein Ermittler gleich sein, um zu erkennen was in Chemnitz los ist!
Na ja, als ich dort unlängst die Nazi-Botschaften zerstört habe, wo war dann der Patrick?
 

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