von Marc Brandstetter
   

Bundestagswahl: „Pro Deutschland“ droht schon bei der Sammlung von Unterstützungsunterschriften Blamage

Die „Bürgerbewegung Pro Deutschland“ schlägt Alarm. Offensichtlich läuft die Sammlung von Unterstützungsunterschriften für die anstehende Bundestagswahl alles andere als geschmiert. Knapp über 8.600 Anhänger konnten die Islam-Hasser mobilisieren – gebraucht werden aber mehr als 29.000.

Die rechtspopulistische Splitterpartei „Pro Deutschland“ hat ein großes Ziel. Sie möchte als erste „wertkonservative“ Kraft bei der Bundestagswahl am 22. September flächendeckend auf dem Wahlzettel stehen. Bislang seien alle Bemühungen ähnlicher Organisationen an der Sammlung von Unterstützerunterschriften gescheitert. Dieses Schicksal könnte nun auch der Mannschaft um Parteichef Manfred Rouhs drohen. 

Denn die Hürden für einen Wahlantritt sind hoch. Benötigt werden nach Parteiangaben genau 29.286 Personen, die mit ihrer Unterschrift die Kandidatur der „Hobbypolitiker“ unterstützen. Bislang kommen die Sammeltrupps der Islam-Hasser, die in den zurückliegenden Monaten ihr Heil in provokanten Veranstaltungen suchten, nicht ins Rollen. 

„Tick Tack, Tick Tack, die Zeit verrinnt … Wir müssen ab sofort jeden Tag, jede Stunde nutzen!“, appellierte Rouhs deshalb vor wenigen Tagen an seine Anhänger. Er erinnerte daran, dass noch knapp drei Monate Zeit bleibe, um diese Hürde zu nehmen. Mahnend läuft auf der Webseite der selbsternannten „Bürgerbewegung“ eine Uhr, die die Tage herunter zählt. Die von „Pro Deutschland“ selbst veröffentlichten Zahlen lassen nur einen Schluss zu: Die Rechtspopulisten haben sich eine Mammutaufgabe aufgeladen.

Besonders angespannt ist die Lage in Bremen (26 von 512 Unterschriften), Hamburg (66 von 1.320), Mecklenburg-Vorpommern (83 von 1.870), dem Saarland (28 von 824), in Sachsen-Anhalt (74 von 2.100), Schleswig-Holstein (133 von 2.100) und Thüringen (88 von 2.100). Bislang wurden nur in Berlin (1.781 von 2.100), Brandenburg (1.464 von 2.100) und Nordrhein-Westfalen (1.375 von 2.100) vorzeigbare Ergebnisse erzielt.

Die prekäre Situation wird zusätzlich durch ein Schaubild illustriert. In gleich acht Bundesländern schlagen die Rechtspopulisten Alarm. Hier sei man auf Hilfe angewiesen. Schlecht laufe die Sammlung in zwei Ländern, in sechs sei man zufrieden. Deshalb rudert Chef-Populist Rouhs in einem ergänzenden Kommentar bereits zurück. Ein „Muß“ seien die Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Berlin, Brandenburg, Sachsen, die anderen werden mittlerweile in die Kategorie „wünschenswert“ einsortiert.

Kommentare(2)

rolf Donnerstag, 18.April 2013, 08:46 Uhr:
Hätten PRO DEUTSCHLAND, DIE REPUBLIKANER, DIE FREIHEIT und möglicherweise auch die AFD zusammengearbeitet, wäre vielleicht sogar der Einzug in den Bundestag gelungen, aber wenn noch nicht einmal PRO NRW mithilft, dann bleibt der Erfolg eben mal wieder aus.
 
Atze Donnerstag, 18.April 2013, 11:43 Uhr:
Tja, nicht ganz unlustig, mit welchen Problemen sich so die selbsternannten Vertreter der "schweigenden Mehrheit" jenseits irgendwelcher Dampfplaudereien konfrontiert sehen... :-)))
 

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