Braunes Label im Visier der Sicherheitsbehörden

Das rechtsextreme Vertriebsunternehmen „OPOS Records“ von Sebastian Raack veranstaltete am 21. Dezember eine Jahresabschlussfeier für seine Kunden und Unterstützer. Darüber informierte der brandenburgische Verfassungsschutz.

Freitag, 27. Dezember 2019
Anton Maegerle

Seit 2016 hat das seit 2007 aktive Vertriebsunternehmen „OPOS Records“, eines der umsatzstärksten Labels für braune Musik in Deutschland, seinen Sitz im brandenburgischen Lindenau (Landkreis Oberspreewald-Lausitz), an der Grenze zu Sachsen gelegen

Im Vorfeld der Veranstaltung gab der brandenburgische Verfassungsschutz öffentlich kund, dass die Feier dem Dienst und „anderen Sicherheitsbehörden“ bekannt sei. Für den brandenburgischen Verfassungsschutz gab der Einladungsflyer von OPOS, der eine Weihnachtsfeier von Wehrmachtssoldaten während des Zweiten Weltkriegs zeigt, Anlass, um über „Wehrmachtsfantasien bei OPOS Records. Rechtsextremistisches Musiklabel lädt zur Jahresabschlussfeier“ zu informieren. Die Abkürzung „OPOS“ steht für „One People, One Struggle („Ein Volk – Ein Kampf“) und erinnert an die NSDAP-Losung „Ein Volk, ein Reich, ein Führer“.

„Einer der erfolgreichsten Protagonisten“

Die „politische Ausrichtung“ der wie im Vorjahr abgehaltenen Jahresabschlussfeier wird „anhand ihrer Ankündigung deutlich“, konstatieren die Verfassungsschützer: „So wie der auf dem Bild gezeigte Besuch des Weihnachtsmannes voraussichtlich der Motivation der Soldaten diente, so soll die Jahresabschlussfeier von OPOS Records den Zusammenhalt in der rechtsextremistischen Szene stärken. Genau hierfür setzt sich Sebastian Raack, der Besitzer des Musiklabels, bereits seit Jahren ein“, stellen die Sicherheitsexperten fest. Die musikalische Produktpalette von Raack wurde mindestens 25 Mal von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien indiziert.

Sebastian Raack (Jg. 1978) ehemaliger Anhänger der Neonazi-Truppe „Blood&Honour“ (B&H) und Vertreter der B&H-Jugendorganisation „White Youth“ in Brandenburg gilt dem Inlandsgeheimdienst als „einer der erfolgreichsten Protagonisten im Geschäft mit der rechtsextremistischen Erlebniswelt“. Neben „OPOS“ unterhält Raack, zeitweilig Musiker der Szene-Bands „Outlaw“ und „Hope for the weak“ die Kampf- und Kraftsportmarke „Greifvogel Wear – Radical Warrior Clothing Brand“. Mit „OPOS“ und „Greifvogel Wear“ soll Raack sechsstellige Umsätze jährlich machen.

Sponsor beim „Kampf der Nibelungen“

Ferner berichten die Verfassungsschützer, dass Raack „in die immer professioneller werdende Szene rechtsextremistischer Kampfsportveranstaltungen involviert" sei. So wäre seine Kampfsportgruppe „Greifvogel Eskadron“ mehrfach an entsprechenden Großveranstaltungen beteiligt gewesen. Zudem trete „OPOS Records“ auch bei Szene-Veranstaltungen wie „Kampf der Nibelungen“ (KdN9 als Sponsor auf.

In Lindenau betreibt Raack zudem die „Parkgaststätte“ samt angeschlossener „Pizzeria 18“.

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