von Marc Brandstetter
   

Braunes Fußballturnier geplatzt – Brandenburger Sportverein kündigt Nutzungsvertrag in letzter Minute

Rechtsextremisten sind heute in vielen gesellschaftlichen Bereichen aktiv, sie verfügen über ein breites Aktionsrepertoire. Neben Demonstrationen festigen Aktivitäten wie Konzerte oder Sportveranstaltungen den Zusammenhalt. In Brandenburg verhinderte nun ein Sportverein durch die Kündigung des Nutzungsvertrages ein „nationales Fußballturnier“ in letzter Minute.

Die Planungen liefen auf Hochtouren. Für kommenden Samstag hatten Neonazis in ihren braunen Terminkalender ein Fußballturnier in Velten (Landkreis Oberhavel) eingetragen. Für die regionale Szene sollte es das Jahreshighlight werden, mit allem, was dazu gehört: Martialische Mannschaftsnamen, dem Kampf Mann gegen Mann auf dem Spielfeld und mit Bratwurstverkauf. Ein Aktivist hatte dafür einen Nutzungsvertrag mit einem örtlichen Sportverein für dessen Spielstätte geschlossen.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Der Sportverein hob nämlich den bereits geschlossenen Vertrag auf, nachdem ein Verstoß gegen die eigene Satzung in dem Papier festgestellt worden war. Vermutlich hatte zuvor eine sogenannte Gefährdetenansprache durch die Polizeibehörde stattgefunden, um die Vereinsführung über den Vertragspartner aufzuklären. Mutmaßlich stammt dieser aus der örtlichen Kameradschaftsszene.

Nach Informationen des brandenburgischen Innenministeriums waren zu der Sportveranstaltung ungefähr zehn Mannschaften erwartet worden. Die Werbemaßnahmen seien bundesweit gelaufen, was dem Turnier eine „überregionale Bedeutung“ beschert hätte.

Bei der brandenburgischen NPD sorgte die Absage des Fußballturniers für erhöhten Blutdruck. In einem Facebook-Post, der offensichtlich mit heißer Feder gestrickt wurde, beschwert sich ein Autor über „Stasi-ähnliche Methoden“. Der Verfassungsschutz wäre mit seinen Lügen erfolgreich gewesen, das „nationalse Fußballturnier“ (sic!) sei untersagt worden.

Dieser Darstellung widerspricht die Polizei Neuruppin. Auf Nachfrage von ENDSTATION RECHTS. bestätigte eine Pressesprecherin vielmehr die Vertragsauflösung wegen eines Satzungsverstoßes, ein „Verbot“ habe es nicht gegeben.

Weiter kündigte die Partei „Protest“ gegen die Entscheidung an, sie fordert ihre Sympathisanten auf, „aktiv“ zu werden. Groß wird dieser wahrscheinlich nicht ausfallen. In den vier Stunden, in denen die Meldung nun online ist, haben nur acht Anhänger „gefällt mir“ gedrückt. Und der Bitte, die schäumende Wutattacke zu teilen, ist nur ein Facebook-Fan nachgekommen.

Kommentare(16)

Bernd Mittwoch, 29.August 2012, 15:08 Uhr:
Was hat der Staat doch für eine Angst.
Doch egal ob Hausdurchsuchung, oder sonstige Schikanen, der nationale Widerstand bleibt am Leben.
 
qual Mittwoch, 29.August 2012, 16:22 Uhr:
lieber bernd
Mit nationaler Widerstand meinen Sie was genau?Schläger,Drogen abhängige,Säüfer, Bombenbauer,Diebe?Angst hat nicht der Staat sondern ihr.OH keine Demo in Do ihr Patrioten.
 
Amtsträger Mittwoch, 29.August 2012, 17:47 Uhr:
Staatliche Maßnahmen werden nicht aufgrund von Angst, sondern zum Schutz von Rechtsgütern getroffen.

Lieber Autor,

"Vermutlich hatte zuvor eine sogenannte Gefährdetenansprache durch die Polizeibehörde stattgefunden..."

Mit Sicherheit nicht. Denn erstens heißt diese Ansprache Gefährderansprache und zweitens wird sie nur gegenüber eines potentiellen Störers (wie der Namen schon sagt) durchgeführt.

Dies wird einfach ein normales Gespräch gewesen sein.

Als Rechtsextremist muss man eben damit leben, das sandere Menschen nicht mit einem zusammenarbeiten wollen. Nicht ohne Grund wird häufig der Kern solcher veranstaltungen gegenüber von Vermietern verschleiert.
 
WW Mittwoch, 29.August 2012, 19:01 Uhr:
Bernd...

"der nationale Widerstand bleibt am Leben"

Da scheinen doch die Ansprüche zu sinken. Sonst wollte der "nationale Widerstand" doch immer gleich morgen die Macht übernehmen, oder wie?
 
freiversuch Donnerstag, 30.August 2012, 13:34 Uhr:
"der nationale Widerstand bleibt am Leben"

Mimosen sind halt auch Lebewesen.
 
Björn Donnerstag, 30.August 2012, 14:43 Uhr:
@Qual

"Mit nationaler Widerstand meinen Sie was genau?Schläger,Drogen abhängige,Säüfer, Bombenbauer,Diebe?"

Nein. Dann hätte er antifaschister Widerstand geschrieben.

Ansonsten ist es natürlich scheinheilig, wenn die Polizei darauf pocht, dass es kein offizielles Verbot gab. Wenn man Sportvereine nur ordentlich unter Druck setzt dann lösen diese von ganz alleine ihre Verträge auf. Worin nun die "Gefahr" bei einem friedlichen Fußballturnier bestehen soll, bleibt uns unsere politisch aktive Polizei schuldig. Wozu eine "Gefährdenansprache" für ein Fußballturnier? Ich habe schon circa zehn nationale Fußballturniere mitgemacht. Welche alle ohne jeglichen Zwischenfall vonstatten gingen.

Die üblichen totalitären Maßnahmen also, wenn sich Oppositionelle treffen wollen. In der BRD nichts Neues.
 
qual Donnerstag, 30.August 2012, 17:59 Uhr:
lieber björn
Die üblichen totalitären Maßnahmen also, wenn sich Oppositionelle treffen wollen. In der BRD nichts Neues.
Ach so also wenn sich die genossen der SPD treffen wollen betreibt die Polizei den gleichen Aufwand.Entschuldigung das wusste ich nicht.Da leben wir anscheinend in einem totalitären Staat.
"Mit nationaler Widerstand meinen Sie was genau?Schläger,Drogen abhängige,Säüfer, Bombenbauer,Diebe?"

Nein. Dann hätte er antifaschister Widerstand geschrieben.
Ach stimmt der nationale Widerstand traut sich ja nur an Frauen ran.Wie dumm von mir.
 
Roichi Donnerstag, 30.August 2012, 18:33 Uhr:
@ Björn

"Die üblichen totalitären Maßnahmen also, wenn sich Oppositionelle treffen wollen."

Ja, wenn du Lügen rechtfertigen musst, dann natürlich immer mit den totalitären Maßnahmen, die "Oppositionelle", gemeint sind Rechtsextreme, treffen.
Anstatt, dass die Kamerraden bei der Anmeldung die Wahrheit sagen.
Aber dann würde man ja Gefahr laufen, dass man die Meinung der Gesellschaft abbekommt, die nichts mit Rechtsextremen zu tun haben will.
So kann man dann wenigstens über Unterdrückung heulen. Und natürlich die eigenen Lügen unter den Tisch kehren.
 
not amused Freitag, 31.August 2012, 13:24 Uhr:
@vollhorst
"Aber dann würde man ja Gefahr laufen, dass man die Meinung der Gesellschaft abbekommt, die nichts mit Rechtsextremen zu tun haben will."

Woher willst Du das wissen? Und komm nicht wieder mit der schweigenden Masse! (beliebtes vollhorst Argument)

wahrheitsgemäß richtig wäre:
... die nichts mit Rechts- und Linksextremen zu tun haben will.
Und genau das meint die schweigende Mehrheit!
 
Björn Samstag, 01.September 2012, 13:43 Uhr:
@Qual

"Ach so also wenn sich die genossen der SPD treffen wollen betreibt die Polizei den gleichen Aufwand."

Nö. Nur wenn sich die Opposition trifft. Hab ich oben aber auch geschrieben. Also nächstes mal erst lesen, dann lospoltern.

"Ach stimmt der nationale Widerstand traut sich ja nur an Frauen ran."

Trauen sie sich nicht an Frauen ran? Kennen sie Rajesh Kootrappali von "Big Bang Theory"?

"Wie dumm von mir."

Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung. Aber leider nicht der letzte.

@Roichi

"Anstatt, dass die Kamerraden bei der Anmeldung die Wahrheit sagen."

Haben sie doch.

"Und natürlich die eigenen Lügen unter den Tisch kehren."

Na verbreitest du wieder Unterstellungen, die du nicht belegen kannst? Kennst du Herrn Limiski eigentlich? Der würde sicher gerne wissen, warum du ihn als Extremisten beschimpfst. Roichi und seine "Haltet den Dieb"-Masche.
 
qual Samstag, 01.September 2012, 18:28 Uhr:
lieber not amused
Ein wenig Anstand würde ihnen gut zu Gesicht stehen.Zitat aus dem Zusammenhang gerissen und dann die Wahrheit nicht so ernst genommen.6 setzen
 
WW Samstag, 01.September 2012, 23:17 Uhr:
not amused...

"Und genau das meint die schweigende Mehrheit!"

Und woher wissen Sie das, wenn die Mehrheit schweigt?
 
Roichi Sonntag, 02.September 2012, 12:27 Uhr:
@ Björn

"Nur wenn sich die Opposition trifft. Hab ich oben aber auch geschrieben. Also nächstes mal erst lesen, dann lospoltern."

Die SPD ist in der Opposition.

"Haben sie doch. "

Nö. Sonst hätten sie ja gleich eine Absage erhalten.
 
qual Sonntag, 02.September 2012, 13:10 Uhr:
ach björn
was war denn das?Ziehen sie sich doch die Schuhe aus und spielen ein wenig mit Ihren Strümpfen.Ist bestimmt sinnvoller als das was Sie da abgesondert haben.
 
Björn Montag, 03.September 2012, 18:48 Uhr:
@Roichi

"Die SPD ist in der Opposition."

Falsch. Die SPD ist Teil dieses Regimes. Zur Zeit hat sie mehr Macht auf Länderebende als auf Bundesebene, was aber nichts an ihrer Wesendsverwandschaft mit den anderen Blockparteien ändert.

"Nö. Sonst hätten sie ja gleich eine Absage erhalten."

Doch. Die Absage haben sie erhalten, weil die Polizei die Vermieter unter Druck gesetz hat.

@Qual

"was war denn das?"

Die verdiente Antwort auf ihre Pöbeleien.
 
qual Dienstag, 04.September 2012, 15:28 Uhr:
lieber björn
was Pöbeleien angeht seit ihr ja Experten.
Das Wort Opposition bedeutet Widerstand oder Widerspruch. In der Politik bedeutet es, eine andere Meinung als die Regierung zu haben.

Im Bundestag, in den Landtagen der Bundesländer und in den anderen Parlamenten nennt man diejenigen Parteien Opposition, die nicht zur Regierung gehören.

Die Aufgabe der Opposition ist es, die Regierung zu kontrollieren, zu kritisieren und bei den politischen Diskussionen eigene Vorschläge zu machen. Außerdem vertreten die Parteien in der Opposition die Interessen der Menschen, von denen sie gewählt wurden.
Sie sehen man kann Opposition auch anders beschreiben.
Die verdiente Antwort auf ihre Pöbeleien.
wie schon mal geschrieben Schuhe aus und ran an die Socken.
 

Die Diskussion wurde geschlossen