Braune Töne sozial „verpackt“

Am 15. September soll in Eisenach ein „Liederabend für kranke Kinder“ stattfinden. Auftreten sollen dabei auch zwei weibliche Liedermacherinnen.

Freitag, 31. August 2018
Horst Freires

In der rechten Szene wird bereits seit Monaten für einen „3. Liederabend für kranke Kinder und deren Angehörige“ geworben. Dieser soll am 15. September in Eisenach stattfinden. In Anbetracht des veranstaltenden Personenkreises und ihm zur Verfügung stehender Räumlichkeiten kommt dafür eigentlich nur das unter NPD-Regie stehende sogenannte „Flieder Volkshaus“ als Schauplatz in Frage, auch wenn die genaue Lokalität auf Internet-Hinweisen nicht öffentlich genannt wird.

Maßgeblich organisiert wird das Unplugged-Konzert vom braunen Liedermacher Steven Arndt alias „Hermunduren“, der aus Eisenach stammt und auch zum Bandprojekt „Killuminati“ gehört. Er selbst will aber offensichtlich nicht auftreten, denn die Bühne ist für andere Acts vorgesehen. Bei den etwas ruhigeren Tönen in Verbindung mit einem Sozialen-Engagement-Thema ist im Vergleich zum Rechtsrock dabei auch der weibliche Anteil höher.

Künstlername „Wut aus Liebe“

Beworben werden die Liedermacherin Aria S., die auf ihrer akustischen Gitarre meist bekannte Rechtsrock-Titel covert, dazu Karin Mundt aus dem Raum Goslar, die sich den Künstlernamen „Wut aus Liebe“ gegeben hat, der ursprünglich aus Jena kommende Mirko Szydlowski alias „Barny“, den man auch beim NSU-Prozess in München unter den Besuchern antreffen konnte, sowie „Fylgien“, der bürgerlich Sebastian Döhring heißt. Er betreibt im brandenburgischen Templin einen Versandhandel.

In einer der ersten Flyer-Fassungen war zudem noch der Soloauftritt des Frontmannes der Rechtsrock-Band „Randgruppe Deutsch“ erwähnt. Dieser hat aber inzwischen mitgeteilt, dass er nicht aufspielen wird. Möglicherweise kommt aktuell noch eine weitere Absage hinzu, weil Karin Mundt auf ihrer Facebook-Seite zuletzt Nachrichten ihres lädierten Sprunggelenkes und Knies aus dem Krankenhaus verbreitet hat.

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