Braune Kampfsport-Events

Für den 9. Juni wird mit martialischer Rhetorik eine Kampfsport-Veranstaltung in Sachsen beworben. Kampfpaarungen soll es auch beim „Schild & Schwert-Festival“ Ende April im sächsischen Ostritz geben.

Freitag, 06. April 2018
Horst Freires

Ob auf der Matte oder im Ring, reine Kampfsportveranstaltungen der extrem rechten Szene finden immer mehr Zulauf. Das wachsende Interesse spiegelt nun auch ein Event am 9. Juni in Sachsen wider, das den Namen „Tiwaz“ trägt – die nordische Rune für den Gott Tyr als Symbol für Mut, Ruhm und Kraft.

Der genaue Ort der Zusammenkunft wird nicht preisgegeben. Neben Freefight-Kämpfen soll es am 9. Juni auch Boxduelle geben. Für das braune Spektakel wird bereits im Vorwege mit martialischer Rhetorik die Werbetrommel gerührt. Da heißt es beispielsweise „Frauen vergießen Tränen, Männer vergießen Blut!“

„Fleisch aus Stahl geschaffen“

Mehrere rechte Szenelabel, die Sportbekleidung und entsprechende Ausrüstung anbieten, unterstützen die Organisatoren. Dazu gehören Black Legion (Martin Seidel, Cottbus), Greifvogel Wear (Sebastian Raack, Lindenau), Pride France (Tomasz Szkatulski aus Frankreich) und Wardon. Ebenfalls werden die auch von den „Hammerskins“ mitorganisierte Veranstaltungsreihe „Kampf der Nibelungen“ aus dem Raum Dortmund sowie der Sonnenkreuzvertrieb von Frank Kraemer aus Eitorf als Unterstützer genannt. Auch Wardon mit seiner Maxime des sportlichen Körperkults in Anlehnung an den Nationalsozialismus bedient sich der martialischen Sprache und schreibt auf seiner Facebook-Seite: „Für Wardon ist es eine Selbstverständlichkeit, dort Unterstützung zu leisten, wo Fleisch aus Stahl geschaffen wird.“ Pride France-Gründer Szkatulski, selbst Kampfsportler, kündigt bereits an: „Pride France come with fighter“.

„III. Weg“-Veranstaltung mit Erlebnischarakter

Die Macher des „Kampfs der Nibelungen“ fiebern unterdessen dem „Schild & Schwert-Festival“ vom 20. bis 22. April im sächsischen Ostritz entgegen (bnr.de berichtete), bei dem es etliche Kampfpaarungen geben soll. Außerdem soll es eigenen Angaben zufolge im Herbst wieder wie in den Vorjahren ein eigenes Turnier geben.

Offenbar animiert von dem durch den Thüringer NPD-Kader Thorsten Heise initiierten Event „Schild & Schwert“ will auch die Neonazi-Partei „Der III. Weg“ offenbar ein Event mit umfänglichem Erlebnischarakter auf die Beine stellen. Dazu wird am 7. Juli in Mitteldeutschland die Veranstaltung „Jugend im Sturm“ ausgerufen. Darin eingebettet soll neben Rechtsrock auch dort Kampfsport ein maßgeblicher Programmpunkt sein.

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