Braune Geschichtsklitterung
Bad Nenndorf – In der Neonazi-Szene wird zum „5. Trauermarsch Bad Nenndorf“ (Motto: Das Krieg hatte ein Ende, das alliierte Morden nicht“) in Niedersachsen am 14. August dieses Jahres mobilisiert.
Seit 2006 versuchen militante Neonazis unter anderem aus dem Umfeld der „Nationalen Offensive Schaumburg“ (NOS) die Geschehnisse im niedersächsischen Bad Nenndorf in der frühen Nachkriegszeit für ihre Propaganda zu instrumentalisieren. Zwischen 1945 und 1947 war es dort zu Misshandlungen von deutschen Häftlingen gekommen, von denen den meisten Sowjet-Spionage vorgeworfen wurde. Die Briten selbst hatten die Vorfälle aufgedeckt, thematisiert und das Lager sofort geschlossen. Waren 2006 lediglich zwei Dutzend Anhänger der gewaltbereiten NOS zu Mahnwachen erschienen, marschierten im August 2008 bereits 400 Neonazis auf. Im vergangen Jahr reisten dann etwa 730 braune Aktivisten in Bad Nenndorf an. Aufgerufen wird zu dem diesjährigen Neonazi-Aufmarsch – „Für die Opfer alliierter Kriegs- und Nachkriegsverbrechen – Gemeinsam und entschlossen gegen die Lüge der Befreiung“ – unter anderem durch eine Anzeige in der aktuellen Ausgabe der NPD-Zeitung „Deutsche Stimme“. (bnr)