Braune Aufmarschserie in Stolberg

Stolberg – Neonazis wollen am kommenden Wochenende erneut gegen „Ausländerkriminalität“ in Stolberg (Städteregion Aachen) aufmarschieren.

Dienstag, 05. April 2011
Redaktion

Organisatoren der Aufmärsche am 8. und 9. April sind die Neonazis Ingo Haller (Niederzier) und Axel Reitz (Pulheim), unterstützt werden sie von der „Kameradschaft Aachener Land“ (KAL) und der „autonom“-nationalsozialistischen „Aktionsgruppe Rheinland“ (AGR). Vertreter beider Gruppen sind schon wegen massiver Gewalttaten und Bedrohungen gegen Menschen aufgefallen.

Die Aufmarschserie, die im vierten Jahr stattfindet, wurde im Vorfeld von illegalen Flyer-, Sprüh-, Aufkleber- und Plakataktionen im gesamten Rheinland sowie Infoabenden der Neonazi-Szene begleitet. Haller rief bei einer Veranstaltung den „Kameraden“ zu, man werde „jedes Jahr mehr und mehr und immer wieder“ in Stolberg aktiv sein, „damit wir dem ganzen dummen Pack, was draußen rumläuft, die Augen öffnen, damit sie sehen, was hier [in Deutschland] los ist“. Mit dem „Pack“ waren nicht-rechte Deutsche gemeint.

Beide fremdenfeindlichen Demonstrationen werden als „Trauer- und Protestmarsch“ angekündigt, offiziell „zum Gedenken“ an einen Anfang April 2008 durch einen Migranten erstochenen 19-Jährigen „und alle[n] Opfer[n] antideutscher Gewalt!“ Am Freitag soll ein „Fackelmarsch“ stattfinden, am Samstag ein Großaufmarsch mit Teilnehmern aus ganz Deutschland. Ein antirechtes Bündnis ruft dazu auf, die sich in der Neonazi-Szene etablierende „Großveranstaltung“ rund um den „Märtyrerkult“ mittels Blockaden zu stoppen. Weitere Proteste sind in der Innenstadt und abgelegen von den Aufmärschen geplant. (mik)

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