„Blutzeugen“ beim „Tag der Ehre“

Budapest – In der ungarischen Hauptstadt findet am 8. und 9. Februar wieder das Rechtsrock-Spektakel der „Blood&Honour“-Sektion mit verschiedenen internationalen Bands statt.

Montag, 21. Januar 2019
Redaktion

Ein Pflichttermin für Ungarns extrem rechte Szene ist der so genannte „Tag der Ehre“ am zweiten Wochenende im Februar. Dabei wird heroisch den toten Kämpfern ungarischer Faschisten und der Waffen-SS bei der Belagerung von Budapest 1945 durch die Rote Armee gedacht.

In den vergangenen Jahren haben sich rund um das Ereignis Rechtsrock-Konzerte der „Blood&Honour“-Sektion Ungarn etabliert. Am 8. Februar soll es dazu einen akustischen Abend mit mehreren ungarischen Acts geben, einen Tag später am Samstag dann einen Rechtsrock-Auftritt mit mehreren Bands, darunter auch „Blutzeugen“ aus Dresden. Die Auswahl für genau diese sächsische Combo erfolgte mit Sicherheit nicht zufällig. „Blutzeugen“ hat nämlich den Song „Budapest“ eingespielt und diesen sogar mit Hilfe der Sänger von „Moshpit“ (Raum Dresden) und des One-Man-Bandprojekts „Jogos Önvedelem“ auch in Ungarisch aufgenommen.

Leistungsmarsch als Gedenkritual

Neben der Band „Vigli Venuti Male“ aus Mailand werden für den 9. Februar auch die bereits seit 1992 aktiven RAC-Musiker von „Verszerzödes“ aus dem Raum Sopron, die beim deutschen Label PC-Records (Chemnitz) veröffentlichen, und die ebenfalls aus Ungarn kommenden „Oi-Kor“ beworben.

Die ungarische B&H-Sektion gibt es seit 1998. Im Jahr 2003 mischte „Blood&Honour“ erstmals maßgeblich an der Organisation aller Aktivitäten rund um den Tag der Ehre mit. In all den Jahren versammeln sich Abordnungen von Neonazis aus verschiedenen Ländern Europas. Dazu zählten beispielsweise aus Deutschland die NPD und „Der III. Weg“. In den vergangenen Jahren hat sich als Gedenkritual auch ein Leistungsmarsch als Anziehungspunkt erwiesen. Dieser wird von einigen Teilnehmern in Uniformen des Zweiten Weltkriegs, darunter im SS-Outfit, bestritten und steht auch in diesem Jahr wieder auf der Agenda. 2017 wurden dort mit Hannes Ostendorf und Stefan Behrens auch zwei Mitglieder der Band „Kategorie C – Hungrige Wölfe“ angetroffen. (hf)

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