von Robert Scholz
   

Bluts- contra Kulturgemeinschaft – Russlanddeutsche spalten die NPD

2,6 Millionen Russlanddeutsche sind in Deutschland wahlberechtigt zudem seien sie mehrheitlich konservativ eingestellt. Von der CDU sollen sich viele abgewandt haben, die NPD entdeckt sie als Wählergruppe. In der Partei ist das nicht unumstritten.

Als „Neonazis mit Migrationshintergrund“ beschriebt die „taz“ das Problem mit Russlanddeutschen in der NPD recht treffend. Nach dem in neonazistischen Kreisen vorherrschenden Blutsprinzip, heißt es dort, müssten Aussiedler eigentlich zur „Volksgemeinschaft“ gehören. Es zähle in diesen Kreisen aber eben auch die „gelebte Kultur“, so dass der Ariernachweis bis ins 14. Jahrhundert gebrochenes Deutsch nicht aufwiegt. Für viele in der NPD bleiben die Spätaussiedler so schlicht Ausländer.

Die NPD, so macht es Martin Rank in der „taz“ deutlich, bemühe sich daher, möglichst unauffällig um die Stimmen der Russlanddeutschen zu werben. Ähnlich wie mit den Christen in der NPD, gibt es einen Arbeitskreis der sich speziell um die Interessen dieser Wählergruppe kümmern soll. Auch in Dresden wird dieser Arbeitskreis wohl am sogenannten Gedenkmarsch teilnehmen, mutmaßt der Autor: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass bei den Kundgebungen in Dresden Neonazis mitlaufen werden, die sich schon einmal mit Aussiedlern geprügelt haben. Der russlanddeutsche Arbeitskreis wird in Dresden wohl trotzdem wieder mit einer kleinen Gruppe mitmarschieren. Doch davon werden die meisten nichts mitbekommen. Es soll ja niemand verprellt werden.“

Kommentare(1)

Jerry Freitag, 11.Februar 2011, 15:56 Uhr:
Also, solange die NPD keine Wahlplakate in kyrillischer Schrift aufhängt (was ich von der CDU hier schon oft genug gesehen habe), glaube ich eher weniger, daß es zu einer starken Mobilisierung kommt. Da eine nennenswerte Anzahl der Einwanderer aus ehemaligen Sowjetrepubliken hier in Jena landet, hätte ich eventuelle Annäherungsversuche der NPD vermutlich schon bemerkt.
 

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