Bindeglied zu den „Freien“
Ein führender NPD-Funktionär aus Bayern soll militante Neonazis unterstützt haben.
Der 56-jährige NPD-Spitzenfunktionär Roland Wuttke aus Mering, Pressesprecher des NPD-Landesverbandes Bayern, Bezirksvorsitzender des NPD-Bezirksverbands Oberbayern und Ansprechpartner des Arbeitskreises Wirtschaft der Bundes-NPD, soll Neonazis unterstützt haben, bei denen am 14. Oktober eine groß angelegte Razzia durchgeführt wurde. Im Visier der Behörden stehen die „Autonomen Nationalisten Mering“ (AN Mering) und die Neonazi-Truppe „Nationales Augsburg“, ein Ableger der „Kameradschaft Augsburg“. Rund 150 Beamte durchsuchten etwa 30 Wohnungen in und um Augsburg, im Allgäu, in Nordschwaben und Thüringen. (bnr.de berichtete) Gefunden wurden dabei auch Hieb- und Stichwaffen sowie eine Pistole und Munition.
Erkenntnissen der bayerischen Verfassungsschützer zufolge tritt Wuttke, früherer Gelegenheitsautor der „Jungen Freiheit“, seit 1999 „mit rechtsextremistischen Ereignissen in Erscheinung “. In einem internen Papier des bayerischen Verfassungsschutzes war bereits 2004 darauf hingewiesen worden, dass Wuttke „seit längerem die Funktion des Bindeglieds zwischen ‘freien Kameradschaften‘ und rechtsextremistischen Parteien übernimmt.“ Dies zeige sich „zum einen durch seine intensive Zusammenarbeit mit den jeweiligen Gruppierungen und zum anderen durch seine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Thema des ‘Nationalen Widerstands‘ in seinen zahlreichen publizistischen Ausarbeitungen“. Sein Ziel, so die Verfassungsschützer, sei „die Vereinigung aller ‚national gesinnten Kräfte’“.
„Verfassungsschutzberichte wie schlechte Witze“
In einer Rede bei einer Kundgebung in Erlangen im Oktober 2004 hatte Wuttke ausgeführt: „Wir haben eine große Botschaft: Wir haben wieder etwas, was die Jugend zum Kampf animiert: Es ist der große Idealismus. Und fragt Euch doch einmal, welche Kraft ist denn mächtiger? Erinnert Euch an die Bilder der jungen Palästinenserinnen, junge Mütter, die sich den Sprengstoffgürtel umschnallen, um für ihr Volk, für ihre Nation in den Tod zu gehen. Das ist es.“
2005 sorgte Wuttke für bundesweite Schlagzeilen, nachdem bekannt wurde, dass er an seinem Wagen das Abzeichen der 1. SS-Panzerdivision „Leibstandarte Adolf Hitler“ (LAH) spazieren fahren würde. Im Mai 2010 schrieb Wuttke an die Präsidentin des baden-württembergischen Landesamtes für Verfassungsschutz Beate Bube: „Auch die BRD wird bald Geschichte sein. Die ‘Verfassungsschutzberichte‘ werden sich dann wie schlechte Witze lesen. Weil ich nicht weiß, ob Sie dem erlauchten Kreis derjenigen gehören, denen am Tag X ein Platz im Flieger reserviert ist, wünsche ich Ihnen schon jetzt alles Gute.“