Bildungsminister Brodkorb stellt neue Aufklärungsbroschüre vor

Für viele Eltern ist es eine Horrorvorstellung: Ihr Kind hat Verbindungen in die Neonazi-Szene geknüpft, es droht zu entgleiten. Wie damit umgehen? Antworten auf diese und andere Fragen liefert eine Broschüre der Landeszentrale für politische Bildung, die Bildungsminister Mathias Brodkorb in Schwerin vorstellte.

Bildungsminister Mathias Brodkorb (Foto: Stefanie Link)

Wenn sich Kinder, Jugendliche oder junge Erwachsene der rechtsextremen Szene zuwenden bzw. bereits zugewandt haben, dann wissen Eltern, Angehörige oder Lehrerinnen und Lehrer oftmals nicht, wie sie mit dieser Situation umgehen sollen. Die Landeszentrale für politische Bildung leistet Hilfestellung für das Erkennen und den Umgang mit rechtsextremer Orientierung bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die neue Publikation „Mein Kind und rechtsextrem … wie abwegig ist das denn?!“ bündelt alle wichtigen Fragen zu diesem Themenkomplex (pdf-Datei).

„Eltern, Lehrerinnen und Lehrer müssen wissen, woran sie eine rechtsextremistische Einstellung oder Haltung von Kindern und Jugendlichen erkennen“, erläuterte Bildungsminister Mathias Brodkorb. „Die Erfahrung zeigt, dass nur wenige betroffene Familien mit solchen Situationen offen umgehen können. Eine Publikation ist daher ein wichtiges Mittel für die Aufklärungsarbeit, um Informationen zu diesem sensiblen Thema zur Verfügung zu stellen“, so Brodkorb.

Die Broschüre „Mein Kind und rechtsextrem … wie abwegig ist das denn?!“ klärt auf, was junge Menschen am Rechtsextremismus fasziniert. Sie erläutert, welche Rolle Gewalt in der rechtsextremen Szene spielt, welche rechtsextremen Organisationsformen existieren und warum Rechtsextremismus und Demokratie unvereinbar sind. Darüber hinaus gibt sie Eltern, Familienangehörigen, Lehrerinnen und Lehrern wertvolle Tipps, wie sie mit den Kindern und Jugendlichen über deren Haltung ins Gespräch kommen. In einer Übersicht sind Beratungsstellen aufgeführt, bei denen die Betroffenen weitere Unterstützung bekommen können.

Bedürfnis gestiegen

„In den vergangenen Jahren ist das Bedürfnis an Informationen in diesem Themenfeld gestiegen“, sagte der Direktor der Landeszentrale für politische Bildung, Jochen Schmidt. „Wir wollen mit der Broschüre unsere Aufklärungsarbeit verstärken und unsere Beraterinnen und Berater in den Regionalzentren für demokratische Kultur unterstützen. Die Beratung ist ein Schwerpunkt des Landesprogramms ‚Demokratie und Toleranz gemeinsam stärken!?“, so Schmidt. Das Programm wird im Jahr 2014 mit Bundes- und Landesmitteln sowie mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) in Höhe von insgesamt 1,8 Mio. Euro unterstützt.

Die Publikation „Mein Kind und rechtsextrem … wie abwegig ist das denn?!“ wird mit Mitteln aus dem Bundesprogramm finanziert. Exemplare der ersten Auflage sind an Einrichtungen der Familienhilfe und Schulen verschickt worden. Die Broschüre kann kostenfrei bei der Landeszentrale für politische Bildung bestellt werden. Eine mobile Ausstellung zur Information von Eltern und Angehörigen über den Rechtsextremismus ergänzt das Angebot und kann bei der Landeszentrale für politische Bildung kostenfrei ausgeliehen werden.

Kommentare(1)

A.U. Donnerstag, 27.November 2014, 02:38 Uhr:
Aber wo kann denn diese wertvolle Broschüre gekauft werden ?
Gerne möchte ich immer einige Broschüren in meiner Aktentasche und oder im
Auto dabei haben, denn sehr oft werdee ich gefrragt, wie man damit denn am
besten umgehen kann.
Auch als Nothelfer bin ich u.a. zeitlich bedingt nicht in der Lage, auf diese Fragen
immer die richtige oder passende Antwort zu geben.
Bedarf gibt es sehr viel besonders von alleinerziehenden Eltern . Frauen die Müttern von solchen verirrten Kindern sind, wissen nicht mehr ein noch aus.
Denn an Drogen herangeführte Kinder gibt es sehr viele. Untereinander sind
die Kinder wie eine verschworene Gemeinschaft, gerade im Alter von 13-16
gibt es diese Abkapselungstendenzen von den eigenen Eltern und auch von Verwandten .
 

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