von Redaktion
   

Bielefeld: 6.500 protestieren gegen Neonazi-Demo an Heiligabend

Am Heiligabend sollte in Bielefeld die letzte Neonazi-Demonstration des Jahres über die Bühne gehen. Am Ende fanden sich nur etwa 70 Rechtsextremisten vor Ort ein, während sich über 6.500 Personen an der Gegendemonstration beteiligten.

Motto der Neonazi-Demo am 24. Dezember war „Der Repression entgegentreten – AJZ dicht machen“. Bereits am 6. August wollte man unter ähnlichem Motto durch Bielefeld ziehen, doch der Aufmarsch der Rechtsextremen wurde blockiert. 

Im zweiten Anlauf konnten die – laut Polizeiangaben – 68 Neonazis zwar für knapp zwei Stunden durch Bielefeld ziehen, allerdings mit weit weniger Anhängern als erwartet. Auf der Gegenseite folgten etwa 6.500 Personen einem Aufruf eines breiten Bündnisses aus Parteien, Kirchen, Gewerkschaften und Vereinen, dem unter anderen auch Bielefelds Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) gefolgt war.

Die Gegenaktionen verliefen weitestgehend friedlich, von einer Brücke aus wurden Neonazis mit Steinen und Obst beworfen. Laut Polizeiangaben wurde jedoch niemand verletzt.

Kommentare(11)

Paul.pa Dienstag, 27.Dezember 2011, 22:25 Uhr:
Sehr gut. Aber warum müssen diese Gegendemonstranten eigentlich immer wieder gewalttätig werden, wie auch hier wieder?
 
flight93 Mittwoch, 28.Dezember 2011, 09:01 Uhr:
Es wurden nur wenige gewalttätig,der übermäßige Großteil der Demonstranten waren friedlich.
 
TheCharlie Donnerstag, 29.Dezember 2011, 07:40 Uhr:
Die offizielle Zahl der Neonazis, die an Heilig-Abend in Bielefeld aufmarschierten: 68
1:95,58 - Mit dem Verhältnis von Nazis und Demokraten kann man doch sehr zufrieden sein.
 
Roichi Donnerstag, 29.Dezember 2011, 12:57 Uhr:
@ Paul

EINIGE Gegendemonstranten waren gewalttätig. Höchstens eine Handvoll, wenn man sich die Videos so ansieht.
Die große Mehrheit war friedlich.
 
Björn Donnerstag, 29.Dezember 2011, 15:03 Uhr:
@Roichi/Flight93

So, so. Es waren also nur einige, deshalb darf man nicht allen dafür die Schuld geben. Eine Aussage, die man von euch nur hört, wenn es sich um linke Gewalt handelt. Bei vermeintlich "rechter" Gewalt da wäre auch nur ein Einziger Gewalttäter der Beleg für eine gewaltätige Demo und für gewalttätige "Rechte" insgesamt. Warum könnt ihr nicht das, was ihr für eure Genossen einfordert, nämlich Differenzierung, auch für anderen gelten lassen?

Können wir uns auf folgendes einigen?:
Es gibt einige gewaltätige "Rechte" und einige gewaltätige Linke. Für beide Fälle gilt jedoch, dass die Gewalt nicht der Allgemeinheit der jeweiligen Bewegung angerechnet werden kann.

Könnt ihr euch dazu durchringen?
 
Amtsträger Donnerstag, 29.Dezember 2011, 15:58 Uhr:
"Eine Aussage, die man von euch nur hört, wenn es sich um linke Gewalt handelt. Bei vermeintlich "rechter" Gewalt da wäre auch nur ein Einziger Gewalttäter der Beleg für eine gewaltätige Demo und für gewalttätige "Rechte" insgesamt."

Also ich habe eben jene Aussage bereits z.B. bei der angezündeten Gartenlaube von Roichi vernommen. Aber mein Gedächtnis reicht auch nicht nur von 12 bis Mittags ;)
 
Roichi Donnerstag, 29.Dezember 2011, 16:31 Uhr:
@ Björn

"Können wir uns auf folgendes einigen?:"

Nein, denn das wäre eine Verkennung der Tatsache, dass Gewalt in der Rechten Szene weit verbreitet ist, in der Linken aber eine Randerscheinung bleibt.
Und auch wenn du das gerne leugnest, so ändert das nichts an den Tatsachen.

Ich frage mich dann allerdings, was in deiner Argumentation die letzte Demo in Dresden war? Von 2000 Rechten, wenn man es mal gutmütig schätzt, waren etliche hundert Gewaltbereit, bzw. setzten Gewalt ein. Das sind nichtmehr einige Wenige.
In der Partei sind etliche Gewalttäter in hohen Positionen vertreten. Das sind auch nicht einige wenige.
Man könnte sagen, die Rechte Szene lebt von und mit der Gewalt. Denn eine Distanzierung gibt es nicht. Auch bei dir. Da wird dann von Beziehungskisten, nachträglicher Notwehr und angeblichen Angriffen gesprochen. Nur um die Gewalt der eigenen Leute zu rechtfertigen.

Nein Björn, auch differenziert betrachtet, ergibt sich das Bild einer gewalttätigen Rechten Szene.
Es ist an dieser selbst das abzulegen.

Denn Gewalt hat in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren.
 
flight93 Donnerstag, 29.Dezember 2011, 17:00 Uhr:
Die Gewalttäter machen unsere Demo kaputt,also ich lehne es ab Gewalt auszuüben,Gewalt funktioniert nicht,ergibt Gegengewalt und sowas können wir uns nicht leisten! Und mit der Polizei sich anzulegen fruchtet gar nicht,das geht nach hinten los und wird nur teuer.Auch Polizisten sind sind Menschen,die bei solchen Demos zwischen den Fronten stehen und verletzt werden können das geht gar nicht auch sie haben Familie.Chaoten gibt es leider immer.
Ich bin für friedliche Demos gegen Rechtsextremismus wie Menschenketten,Sitzblockaden (Dresden) da gehts auch 2012 nicht weiter,als vom Bahnhofs-Vorplatz.OHNE Gewalt versteht sich,warum griffen Nazis die "Praxis" in Dresden denn an???
68.Nazis in Bielefeld ist aber schwach gegen 6 500 Demokraten hüpsch die Nazis werden immer weniger geil,geil geil weiter so!! Dann haben die Bielefelder im nächsten Jahr zum heiligen Abend eine Chance das Fest der Liebe zu feiern und nicht den Nachmittag für eine Groß-Demo gegen einen schwachsinnigen Nazi-Aufmarsch zu verbraten,da hat Normalo eigentlich was besseres zu tun als sich mit Nazis rumzuärgern und die Polizei bestimmt auch,das könnte Amtsträger bestimmt nachvollziehen.
 
Amtsträger Freitag, 30.Dezember 2011, 11:35 Uhr:
Was könnte besser sein als die Teilnahme am politischen Willensbildungsprozesses von einer vielzahl an Bürgern zu schützen?

Und wenn 68 Extremisten 6500 Bürger auf die Straße bringen, dann ist es ein gut investierter Arbeitstag ;)
 
Björn Freitag, 30.Dezember 2011, 15:27 Uhr:
@Roichi

"Nein, denn das wäre eine Verkennung der Tatsache, dass Gewalt in der Rechten Szene weit verbreitet ist, in der Linken aber eine Randerscheinung bleibt."

Ich bin immer wieder erstaunt über ihr selektives Wahrnehmungsvermögen. Das Linke Gewalt weit mehr verbreitet ist als "reche" blenden sie mal schnell aus. Diese tatsache würde ja schließlich ihr gesamtes ideologiesches fundament erschüttern. Lesen sie sich VS-Berichte der letzten jahre durch. Da wird deutlich wer hier gewalttätiger ist.

"Ich frage mich dann allerdings, was in deiner Argumentation die letzte Demo in Dresden war? Von 2000 Rechten, wenn man es mal gutmütig schätzt, waren etliche hundert Gewaltbereit, bzw. setzten Gewalt ein."

Diese Aussage ist in vielerlei Hinsicht schlicht falsch. Erstens gab es keine "rechte" Demo da der Startpunkt von linken Verfassungsfeinden besetzt war und zweitens haben nur eine handvoll Leute Steine auf den linksextremen treffpunkt geworfen von dem aus sie mit Ziegelsteinen beworfen wurden. Alles auf Video festgehalten. Während linke zu hunderten Steine warfen, Molotowcocktails oder Polizisten angriffen. Durch "Rechte" ist nicht eine einzige Person zu schaden gekommen. Linke haben dagegen über 100 Menschen zum Teil schwer verletzt. Wenn du also schon hunderte linke Gewalttaten als Randerscheinung abtust und sagst, dass man diese nicht auf die Allgemeinheit der Blockierer übertragen kann, warum tust du es dann mit der handvoll "rechten" Gewalttaten? Warum bist du nicht in der Lage zu differenzieren?

"In der Partei sind etliche Gewalttäter in hohen Positionen vertreten."

Ach blödsinn. Die allerwenigsten NPD-Mitglieder sind durch Gewalttaten aufgefallen. Und schon gar nicht in hohen Positionen. Die wenigen, die es dennoch sind lehnen heute Gewalt als Mittel der politischen Ausseinandersetzung strikt ab. Außerdem dürfte sogar dir aufgefallen sein, dass die meisten Gewalttaten im Zusammenhang mit linken Angriffen standen. Z.b. Pölchow oder Köster. Sie sind also keinen brutalen Schläger, die losziehen und unschuldige Leute verprügeln, sondern, die sich zu stark gegen linke Angriffe gewehrt haben. Das kann man durchaus kritisieren. Aber es eignet sich nicht für eine Verallgemeinerung aller "Rechten" als Schläger oder Gewalttäter. Wer soetwas tut, der will ganz offensichtlich seine argumentative Inahltleere überspielen und Stimmung machen.

"Man könnte sagen, die Rechte Szene lebt von und mit der Gewalt."

Man könnte sagen du greifst wieder zu primitiven Lügen, weil dir die Argumente ausgegangen sind. Genauso kann ich einfach behaupten der Kampf gegen rechts lebt von und mit der Gewalt. Das tue ich aber nicht, weil ich in der Lage bin zu differenzieren und ich die Schuld für die vielen linken Gewalttaten bei den einzelnen gewalttätern suche und nicht bei der Allgemeinheit der Linken. Manche sind dazu scheinbar nicht in der Lage.

"Denn eine Distanzierung gibt es nicht."

Ich habe mich schon merhfach von Gewalt distanziert und die NPD ebenso. Das weißt du zwar, da du aber sonst keine Argumente hast greifst du mal wieder zu billigen Lügen. Wenn man denkt der Roichi kann nicht noch tiefer sinken dann setzt er noch eins drauf.

"Da wird dann von Beziehungskisten, nachträglicher Notwehr und angeblichen Angriffen gesprochen."

Das sagt der Richter. Ich wiederhole es nur für euch, da ihr sowas immer unauffällig überlest. Bei den Ausseinandersetzungen in Pölchow und bei der Geschichte mit Köster hat es zuvor linke Angriffe gegeben. Das sind Fakten, die auch auf Video festgehalten sind oder bei der Verhandlung zur Sprache kamen. Klar das du sowas ignorierst. Es würde ja deiner propagada zuwieder laufen.

"Nein Björn, auch differenziert betrachtet, ergibt sich das Bild einer gewalttätigen Rechten Szene."

Nur hast du grad bewiesen, dass du nicht in der Lage bist zu differenzieren. Die allermeisten "Rechten" sind gewaltlos und friedlich. Du willst das nur nicht akzeptieren weil dann dein ganzes vorurteilsverseuchtes Weltbild ausseinander fällt.

"Denn Gewalt hat in der politischen Auseinandersetzung nichts verloren."

Richtig. Weder bei Linken noch bei "Rechten". Akzeptiere das, dann kann man dich auch wieder etwas ernster nehmen.

@Flight93

"Die Gewalttäter machen unsere Demo kaputt,also ich lehne es ab Gewalt auszuüben"

Sehr vernünftig. Dann sind wir ja schon zwei.
Kann ich dann davon ausgehen, dass sie meiner obigen Aussage zustimmen?

"Können wir uns auf folgendes einigen?:
Es gibt einige gewaltätige "Rechte" und einige gewaltätige Linke. Für beide Fälle gilt jedoch, dass die Gewalt nicht der Allgemeinheit der jeweiligen Bewegung angerechnet werden kann."
 
flight93 Freitag, 30.Dezember 2011, 15:44 Uhr:
@Amtsträger damit meinte ich das es den Nazis zu blöde wird überhaupt noch mal am Heiligabend zu mindest in Bielefeld einen Aufmarsch zu starten.
Natürlich war es großartig das in Bielefeld so viele Zivilcourage zeigten und somit den Nazis zeigten das sie dort unerwünscht sind und die Polizei das gut absicherte.
So müsste es auch in anderen Orten sein,dann werden es immer weniger Nazis die marschieren wollen,denn es waren früher mehr gewesen.
 

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