von Redaktion
   

Betrunkene greifen Ausländer in Rostock an

In Rostock wurden am vergangenen Montag zwei Menschen Opfer einer rechten Gewalttat. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung.

Der Angriff muss überraschend gekommen sein. In Rostock warteten gestern Abend zwei Ausländer auf den Bus, als zwei Betrunkene sie attackierten. Die beiden 32-Jährigen griffen ihre Opfer nicht nur tätlich an, sondern beleidigten sie auch fremdenfeindlich. Der Angriff ereignete sich an einem Wartehäuschen in der Hinrichsdorfer Straße.

Aufgrund der Umstände liegt der Verdacht nahe, dass der Übergriff aus einer rechten Motivation heraus erfolgt sein könnte. Die Opfer erlitten nach Polizeiangaben keine sichtlichen Verletzungen, trotzdem hat die Kriminalpolizei Ermittlungen gegen die beiden zum Tatzeitpunkt stark alkoholisierten Männer wegen gefährlicher Körperverletzung aufgenommen.

Neonazi-Gewalt auf Rekordniveau

Für das vergangene Jahr registrierten die Behörden mit 1.032 Delikten einen neuen Höchstand rechtsextremistischer Straftaten. Geradezu explodiert sind die aus einer menschenverachtenden Überzeugung heraus verübten Gewalttaten. Zählte das Landeskriminalamt (LKA) im Vorjahr 35 entsprechende Straftaten, mussten die Statistiker 2015 satte 94 Eintragungen, davon 72 Körperverletzungen, vornehmen. In den zurückliegenden zehn Jahren – seit 2006 erfolgt die Erfassung der PMK nach dem aktuellen Muster – wurde nicht einmal annähernd ein so hoher Wert erreicht. Bislang markierte das Jahr 2008 mit 42 Verbrechen mit Gewaltbezug den Höchstwert.

Zwei von drei Verbrechen, nämlich 60 (63,8 Prozent), klärte die Polizei der offiziellen Statistik zufolge auf und ermittelte 104 Gewalttäter. Den Anstieg um 168,6 Prozent führt das Innenministerium auf die Zunahme „asylkritischer“ Demonstrationen in der zweiten Jahreshälfte zurück, in deren Umfeld 36 Gewaltdelikte aufgenommen worden seien. 57 seien „fremdenfeindlich“ motiviert gewesen, in 26 Fällen seien politische Gegner und in 14 Fällen Polizisten Opfer geworden. Wie viele Menschen genau verletzt wurden, teilte das Ministerium nicht mit.

Elf Gewalttaten standen laut dem zuständigen Innenressort im Zusammenhang mit Unterkünften von Asylbewerbern, insgesamt erfasste das LKA 49, und damit fünf Mal mehr als 2014 (neun), Delikte in diesem Bereich. 48 davon wurden „rechten“ Tätern zugeordnet. Bundesweit waren es nach BKA-Angaben 924 Übergriffe. 

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