Berufung wegen Beleidigung

Bielefeld/Vlotho – Die für Mittwoch vor dem Landgericht Bielefeld anberaumte Berufungsverhandlung gegen die Holocaust-Leugnerin Ursula Haverbeck-Wetzel (Jg. 1928) wurde kurzfristig abgesag. Ein neuer Gerichtstermin findet voraussichtlich im Herbst statt.

Dienstag, 01. Juni 2010
Redaktion

Vor dem Landgericht Bielefeld will die mehrfach wegen Volksverhetzung verurteilte Ursula Haverbeck-Wetzel aus Vlotho (Kreis Herford) in der Zweiten Instanz eine Geldstrafe wegen Beleidigung der Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, aufheben lassen.

Die Holocaust-Leugnerin Haverbeck-Wetzel, ehemals Vorsitzende des im Mai 2008 durch den Bundesminister des Innern verbotenen rechtsextremen Vereins „Collegium Humanum – Akademie für Umwelt und Lebensschutz e.V.“, war am 30. Juni 2009 vom Amtsgericht Bad Oeynhausen zu einer Geldstrafe von 50 Tagessätzen zu jeweils 30 Euro verurteilt worden. Das Amtsgericht sah es als erwiesen an, dass Haverbeck-Wetzel die Präsidentin des Zentralrats der Juden in einem Brief beleidigt hatte.

Das Schreiben der Geschichtsrevisionistin Haverbeck ging im Januar 2008 beim Zentralrat ein, nachdem Knobloch ein Verbot des „Collegiums Humanum“ gefordert hatte. Haverbeck forderte darin Charlotte Knobloch auf, sie solle in ihr „Ursprungsland, nach Innerasien” zurückkehren, falls es ihr in der Bundesrepublik Deutschland nicht gefalle. Außerdem „warnte“ Haverbeck: „Machen Sie so weiter wie bisher, dann könnte sich ein neues Pogrom ereignen, das entsetzlich würde.“ Die Zentralratspräsidentin hätte sich außerdem nicht in „innerdeutsche Angelegenheiten“ einzumischen. „Bereiten Sie sich auf den Tag der Wahrheit vor. Er ist nahe und nicht mehr aufzuhalten.”, so Haverbeck-Wetzel.

In rechtsextremen Kreisen wurde im Vorfeld des 2. Juni „ausdrücklich“ um „Unterstützung“ durch Prozessbeobachter für Haverbeck in der Berufungsverhandlung gebeten. Haverbeck-Wetzel
engagiert sich seit langem in Holocaust leugnenden Kreisen. Zuletzt wohnte sie im April dem Prozess gegen den Holocaust-Leugner Richard Williamson in Regensburg bei und war bei der Freilassung des Hitler-Verehrers Ernst Zündel aus der JVA Mannheim im März selbst vor Ort. (am)

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