von Marc Brandstetter
   

Berufsziel Sozialassistentin: Berliner Akademie möchte NPD-Aktivistin Fank nach Protesten vor die Tür setzen

Rechtsextremisten in sozialen Berufen sind ein sensibles Thema. Werden vermeintliche oder tatsächliche Neonazis enttarnt, schlagen die Wogen hoch. In Berlin erhitzt ein solcher Fall derzeit die Gemüter: Dort macht die NPD-Aktivistin Maria Fank eine Ausbildung zur Sozialassistentin. Ihr Arbeitgeber legte ihr deshalb nun einen Auflösungsvertrag nahe, Fank kündigte Gegenwehr an.

„Besonders bedenklich ist zudem, dass [Klaus] R. [Administrator des abgeschalteten „Thiazi-Forums“, Anm. der Red.] nach eigener Aussage seine Berufstätigkeit als Erzieher in einem Hort nutzt, um eine solche Wertevermittlung bereits bei Kindern zu vollziehen“, konstatierten Polizeibeamte in den auf dem rechtsextremen Internetportal „Altermedia“ veröffentlichten Ermittlungsakten gegen das damals größte deutschsprachige rechtsextreme Internetforum. 

Genau diese Sorge, nämlich die weltanschauliche Indoktrinierung ihrer Mädchen und Jungen, trieb auch die Eltern einer Kindertagesstätte in Lüneburg um, als sie Front gegen eine dort angestellte Erzieherin machten. Die Pädagogin ist mit dem bekannten NPD-Kader Andreas T. verheiratet, der das Bürgerbüro des Fraktionsvorsitzenden der Partei in Mecklenburg-Vorpommern, Udo Pastörs, leitet. T. gehört zum harten Kern der Neonazi-Szene, gemeinsam mit seiner Frau soll er Informationen der und kehrte nach längerer Krankheit nicht mehr an die KITA „Marienplatz“ zurück.

Ein wenig anders, aber doch vergleichbar, ist ein Fall, der derzeit in Berlin für Schlagzeilen sorgt. An der „Akademie für berufliche Bildung“ (AFBB) wird die Landeschefin der NPD-Suborganisation  „Ring Nationaler Frauen“ (RNF), Maria Fank, zur Sozialassistentin ausgebildet. Dagegen laufen mehrere linke Initiativen in der Bundeshauptstadt Sturm. Auf einer Protestkundgebung am Montag prophezeite ein Redner, die NPD-Aktivistin werde das erworbene pädagogische Wissen in sozialen Einrichtungen zur Verbreitung ihrer Ideologie missbrauchen. Akademieleiter Roland Schmidt ficht dies nicht an. Als Reaktion auf die Demonstration schloß er kurzerhand die Schule. Außerdem unterstrich er, dass eine einzelne Personen die Ausrichtung der Schule, die sich gegen Rassismus engagiere, „nicht unterwandert“, schreibt die Bei den rassistischen Protesten gegen ein Flüchtlingswohnheim in Berlin Hellersdorf agiert sie stets an vorderster Front.

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