Berliner Neonazis sind zurück

Berlin – Die Freien Nationalisten Berlin Mitte (FN-Mitte) treten nach einer erklärten Selbstauflösung aus Angst vor Repression offensichtlich nun unter neuen Namen wieder auf.

Montag, 29. November 2010
Redaktion

Die FN-Mitte waren im Frühjahr 2010 die aktionistische Gruppe aus dem Spektrum der Autonomen Nationalisten (AN) in Berlin. Die über die ganze Stadt verteilt wohnenden Neonazis traten massiv mit Schmierereien, rassistischer Propaganda und dem Besuch von Szene-Veranstaltungen fast jedes Wochenende in Erscheinung. Angehörige dieser Gruppe wurden zudem verdächtigt, an zahlreichen Übergriffen auf alternative Treffpunkte beteiligt gewesen zu sein. Nach umfangreicher Berichterstattung und einer Hausdurchsuchung gegen einen Aktivisten löste sich im September die Gruppe offiziell auf.

Seit dem 7. November tritt nun die „Nationale Bürgerbewegung Berlin“ beziehungsweise „Nationalistische Befreiungsfront Berlin“ im Internet auf. Die Machart der Seite gleicht der vorherigen von FN-Mitte. Auch ist die neue Seite ebenfalls beim Server logr.org zu finden. Die angeschlossene „Mädelgruppe“ verzichtete gleich auf jede formale Abgrenzung zu den „Freien Nationalisten Berlin Mitte“ (FNBM). Sie trägt das Kürzel „FNBM“ in der Kontaktemailadresse.

Erste eigenständige Aktion der NBFB war das Verteilen eines Flugblattes im Berliner Bezirk Mitte, in dem gegen den „Volksschädling Silvio Meier“ gehetzt wurde. Meier war 1992 von Neonazis erstochen worden. (fk)

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