von Oliver Cruzcampo
   

Berlin: Hunderte demonstrieren gegen letzten Thor-Steinar-Laden

Mehrere Hunderte Personen zogen am Sonnabend durch die Petersburger Straße in Berlin, um gegen den letzten noch verbliebenen Thor-Steinar-Laden in der Hauptstadt zu demonstrieren. 

Unter dem Motto „2 Jahre Tromsø sind 2 Jahre zu viel!“ hatte die „Initiative gegen Rechts Friedrichshain“ in den Berliner Stadtteil mobilisiert. Vom Boxhagener Platz aus marschierten die Demonstranten in Richtung Rigaer Straße und von dort aus weiter direkt zum Laden Tromsø, der von polizeilichen Einsatzkräften abgesichert wurde.  

Der Laden in Petersburger Straße ist das letzte Thor-Steinar-Geschäft in Berlin. Vor Kurzem musste der „Tønsberg“ in Berlin-Mitte nach einem langwierigen Rechtsstreit seine Pforten dichtmachen und auch ein Laden im Europa-Center, der erst Thor-Steinar und dann „Erik&Sons“ ins Sortiment aufnahm, blieb nur wenige Wochen geöffnet.

Der Vermieter „SF-Immobilienfonds“ hätte dem Tromsø laut der Initiative bereits im März 2009 die Kündigung ausgesprochen. Anfang Dezember 2010 hätte zuletzt das Landgericht Berlin die Kündigung des Vermieters bestätigt. Der Rechtsstreit dauert jedoch noch an.

Kommentare(6)

Malek Sonntag, 27.Februar 2011, 11:44 Uhr:
Wieso kann nicht jeder tragen was er will? Die linken Gruppierungen haben auch ihre Läden und werden nicht angefeindet. Ich hab nichts gegen Thor Steinar auch nicht gegen die Bekleidung. Mir gefällt diese Kleidung.Man sollte nicht alle über einen Kamm scheren,es gibt solche und solche.
 
Amtsträger Sonntag, 27.Februar 2011, 12:44 Uhr:
Es kann doch jeder tragen was er will. Mit Ausnahme von Symbolen verfassungsfeindlicher Organisationen (§86a StGB) oder Schriftzügen die den Tatbestand der Volksverhetzung (§ 130 StGB) erfüllen.

Es gibt aber auch das Recht auf Meinungsfreiheit nach Art. 5 I GG, nachdem jeder seine Meinung in der Öffentlichkeit verbreiten darf. Dazu zählt auch, wie er bestimmte Kleidungsmarken findet!
 
Masine Sonntag, 27.Februar 2011, 14:27 Uhr:
Ja. Und solche. Solche auch. Und solche.
 
AchtColaAchtBier Sonntag, 27.Februar 2011, 18:30 Uhr:
Ja, jede Person darf tragen, was sie möchte, aber die Freiheit jeder Einzelnen hört für mich dort auf, wo menschenverachtende Ideologien verharmlost, verbreitet oder unterstützt werden. Bei Thor Steinar passiert dies hauptsächlich finanziell. Die Marke gibt sich unpolitisch. Außerdem werden Nazimarken und Läden so in der Gesellschaft populär und zunehmend akzeptiert.
Doch Faschismus ist keine Meinung, Faschismus ist ein Verbrechen! Deswegen muss alles dafür getan werden, menschenverachtende Ideologien anzugreifen. Natürlich gibt es auch ohne Thor Steinar noch rechtes Gedankengut und neben anderen rechten Modemarken darf der Kampf auch nicht bei den Rechtsradikalen aufhören. Ausländerfeindlichkeit, Antisemitismus, Antiziganismus, Homophobie, Sexismus, etc. sind nicht nur Phänomene der extremen Rechten, sondern ziehen sich bis weit in die Mitte, ja sogar ins linke Spektrum der Gesellschaft.
 
Jürgen Niklas Sonntag, 27.Februar 2011, 19:08 Uhr:
Ich hasse die Rechten auch. Aber wie doof ist es denn Klamottenläden zu bekämpfen? Man kann sie ja ignorieren, von mir aus boykotieren, aber wer seid ihr, dass ihr Modeläden bekämpft? Sowas ähnliches haben die echten Nazis damals auch gemacht. "Kauft nicht bei Juden" hiess es damals. Was kommt als Nächstes? Vernichtung von Alpha Industries? Ist auch sehr beliebt bei Nazis, wie ich in Berlin jeden tag beobachten kann. Dann schreiben wir ihnen noch den Haarschnitt vor und verbieten Ihnen das Fahren von Volkswagen - immerhin beruht diese Firma auf einer Idee von Hitler.

Leute, es geht nur um Leibchen und Hosen. Bleibt mal auf dem Boden. Ändert die Köpfe - nicht die Kleidung. Dann sied ihr auch wieder glaubwürdig
 
Nixda Sonntag, 27.Februar 2011, 21:28 Uhr:
Es geht hier nicht in erster Linie um Klamotten. Zieh einem Schwein ein Hemd an, es bleibt trotzdem ein Schwein.
Wenn die Nasen bestimmte Marken tragen, erkennt man sie sofort. Find ich für unsere Seite nicht schlecht.

Hier geht es eher darum, dass die Shops auch Treffpunkt für Nazis sind. Es kann uns also nicht egal sein, ob diese Idioten irgendwo einen Laden aufmachen, von dem aus sie ihre nächsten Aktionen planen und die Nachbarschaft terrorisieren.

So seh ich das...
 

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