Bekleidungsmarke hilft Neonazis

Berlin – Das in der rechtsextremen Szene beliebte Modelabel „Erik and Sons“ (ES) unterstützt Neonazis bei der Herstellung von Propagandamaterial.

Mittwoch, 01. Juni 2011
Fabian Kunow

Andreas J. Voigt tritt in der extremen Rechten als Romancier auf. Sein „Nationaler Doppelroman“ wird auf verschiedenen neonazistischen Internetseiten beworben. In den 90er Jahren betrieb er in Berlin-Lichtenberg den Szenetreffpunkt „Cafe Germania“. Nach dem schnellen Ende des Lokals wandte er sich dem sich elitär gebenden „Deutschherrenclub“ zu.

Dieser „Deutschherrenclub“ betreibt eine Facebook-Seite „Ruhm und Ehre der Deutschen Mutter“, welche nun mit Aufklebern auch jenseits des virtuellen Raums Propaganda betreibt. Gestaltet hat diese Aufkleber nach Angaben des „Deutschenherrenclubs“ Udo S. S. ist Geschäftsführer von Erik and Sons. Über ES können auch die Aufkleber bestellt werden. Auf den Aufklebern ist die SS- Kultstätte Wewelsburg abgebildet sowie das unter „14 Words“ in der Szene bekannte rassistische Glaubensbekenntnis des amerikanischen Neonazis David Lane auf Deutsch abgedruckt.

Diese organisatorische Hilfestellung bei der Herstellung von Propagandamaterial ist die zweite direkte Unterstützungshandlung für Neonazis durch die Bekleidungsmarke. Hier drin ist auch der qualitative Unterschied zwischen den Marken „Thor Steinar“ und „Erik and Sons“ zu sehen. Konkurrieren doch beide um die gleiche rechte Käuferklientel. So vertreibt ES eine Jeans mit dem Namen „Landers“, wo nur ein Buchstabe getauscht werden muss, um das Wort „Landser“ zu haben.

Erik and Sons versucht aber nicht nur, seinen Kundenstamm im rechtsextremen Milieu zu rekrutieren. Zweimal trat die Marke als großer Werbepartner von Box- und Kampfsportveranstaltungen auf. Werbemotto: „Mauljucken“.

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