„Bekenntnis-Schlesier“ verurteilt
Polen (Jelenia Gora) – Jürgen Hösl-Daum (Jg. 1978), DSU-Stadtrat in Görlitz und bis Januar 2004 Bundesvorsitzender der Schlesischen Jugend (SJ), wurde vom polnischen Landgericht Jelenia Gora zur Zahlung von 2.000 Zloty (500 Euro) mit einer zweijährigen Bewährungszeit verurteilt. Zwei Mitangeklagte erhielten die gleichen Strafen.
Das Geld kommt einem Kinderheim in Jelenia Gora zugute. Die drei Männer waren im Juli 2004 im polnischen Boleslawiec bei einer nächtlichen Plakatklebeaktion verhaftet worden. „Polen und Tschechen, herzlich willkommen in der EU! Unsere Gerichte arbeiten bereits fleißig, denn Mord verjährt nicht!“ stand in deutscher Sprache über Bildern vertriebener und getöteter Deutscher nach 1945. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Hösl, der sich selbst als „Bekenntnis-Schlesier“ bezeichnet, gehörte vormals der CSU als Mitglied an und war Regionalbeauftragter der rechtsextremen „Deutschland-Bewegung“. In einem Interview mit der „Jungen Freiheit“ bezeichnete Hösl die illegale Plakataktion als „Aufklärung“. Als Rechtsbeistand der drei Deutschen fungierte Alexander I. Jg. 1971), Mitglied der Burschenschaft Saxo-Silesia Freiburg. Im Herbst 2000 hatte I. mit einem weiteren Burschenschafter versucht, in Wroclaw eine Burschenschaft Silesia Breslau aufzubauen. (am)