Aus Politik und Zeitgeschichte - Rechtsterrorismus

Das Jahr 2019 hat in besonderer Weise vor Augen geführt, dass die rechtsterroristische Gefahr real und akut ist: In der Nacht zum 2. Juni wurde der Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke ermordet; am 9. Oktober wurden in Halle an der Saale zwei Menschen erschossen – geplant war ein noch viel größeres Blutbad in der Synagoge.

Zahlreiche Meldungen über aufgefundene Waffenlager, kursierende Feindeslisten, offene Todesdrohungen und die Aufdeckung staatsfeindlicher Netzwerke, die bis in Polizeikreise reichen, lieferten weitere alarmierende Hinweise. Die Vorfälle in Deutschland lassen sich auch in einen internationalen Kontext einordnen.

ANNETTE RAMELSBERGER
NACH DEM NSU-PROZESS: LEERSTELLEN UND LEHREN

Der NSU-Prozess hat fünf Jahre lang deutsche Abgründe ausgeleuchtet, aber längst nicht alle Helfer der Terrorzelle zur Verantwortung ziehen können. Das Urteil hinterließ Angehörige der Opfer tief enttäuscht. Und gewalttätige Rechts- radikale scheinen aktiver als je zuvor.

GIDEON BOTSCH
WAS IST RECHTSTERRORISMUS?

Rechtsextremistischer Terror fiel oft aus dem Raster der Sicherheitsbehörden, weil einige seiner Spezifika mithilfe der gängigen Terroris- musdefinitionen nicht adäquat zu fassen waren. Eine griffige und präzise Definition zu finden, ist noch immer kompliziert.

FABIAN VIRCHOW
ZUR GESCHICHTE DES RECHTSTERRORISMUS IN DEUTSCHLAND

Vom Bund Deutscher Jugend in den 1950er Jahren über die 1980 verbotene Wehrsport- gruppe Hoffmann bis zum NSU: Terrorismus von rechtsaußen hat in der Bundesrepublik eine unrühmliche Tradition. Er tritt in vielfältiger Form auf und ist noch immer eine Gefahr.

CHRIS ALLEN
NUR „EINSAME WÖLFE“? RECHTSTERRORISMUS ALS TRANSNATIONALES PHÄNOMEN

Rechtsterroristische Täter werden häufig
als „einsame Wölfe“ betrachtet, die isoliert voneinander zuschlagen. Tatsächlich sind sie durch ideologische Grundlagen und Motivatio- nen stärker miteinander verbunden, als wir uns bislang eingestanden haben.

MATTHIAS QUENT
(NICHT MEHR) WARTEN AUF DEN „TAG X“. ZIELE UND GEFAHRENPOTENZIAL DES RECHTSTERRORISMUS

Der „Tag X“ bezeichnet für systemfeindliche Rechtsextremisten den von ihnen herbeige- sehnten Zeitpunkt des Zusammenbruchs der verfassungsmäßigen demokratischen Ordnung. Doch nicht alle sind bereit, auf eine Krise zu warten – sie wollen sie stattdessen selbst auslösen.

ASTRID SÉVILLE
VOM SAGBAREN ZUM MACHBAREN? RECHTSPOPULISTISCHE SPRACHE UND GEWALT

Es wäre zu kurz gegriffen, einen direkten kausalen Zusammenhang zwischen Worten
und Taten herzustellen. Doch die Sprache des Rechtspopulismus delegitimiert bestehende Institutionen und führt zu einer Legitimierung gesellschaftlicher Verrohung und Enthemmung.

Die neue Ausgabe des APUZ kann kostenlos über die Seite der BPB bezogen werden. Die PDF-Version wird dort ebenfalls zur Verfügung gestellt.

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