von Thomas Witzgall
   

Aus Neonazi-„Heldengedenken“ wird Wunsiedler Spendenlauf

Vieles war dieses Jahr anders in Wunsiedel. Knapp unter 200 Neonazis hatten sich zum jährlichen Herbsttermin des Freien Netz Süd – jetzt Partei Der Dritte Weg – versammelt. Doch die Wunsiedler Bürger verwandelten den Trauermarsch mit Unterstützung in „den unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“, dessen Erlös an die Aussteigerhilfe Exit-Deutschland ging. Auch an der Strecke protestierten wieder mehr Menschen gegen das makabre Ritual der bayerischen Neonaziszene.

„Wenn das der Führer wüsste“: Neonazi-Spendenlauf in Wunsiedel (Foto: Thomas Witzgall)

Artikel zuerst veröffentlicht bei ENDSTATION RECHTS. Bayern

Für die rechtsextreme Szene Bayerns ist das „Heldengedenken“ im November in Wunsiedel ein fester Termin, auch weil es juristisch weitgehend durchentschieden ist und Sicherheit herrscht, dass der Aufmarsch zwar mit Auflagen beschränkt, aber nicht zu verbieten ist. Eine ähnliche Erfahrung machten die Behörden mit der HoGeSa-Kundgebung in Hannover – und das trotz der teilweise gewalttätigen Ausschreitungen in Köln. Neben Anspielungen auf den Hitler-Stellvertreter Rudolf Heß war in diesem Jahr auch die Erwähnung des im vergangenen Jahr verstorbenen Kriegsverbrechers Erich Priebke untersagt. Beim letzten Aufmarsch hatten die Neonazis in dem SS-Mann einen Stellvertreter für den Stellvertreter gefunden und etliche Aspekte des Heß-Gedenkens auf ihn übertragen. Dieser Auflage konnten sich die bayerischen Neonazis auch gerichtlich nicht entledigen, nur den Einsatz von Fackeln hätten sie nach ihren eigenen Angaben noch erstreiten können.

Die Zivilgesellschaft der Fichtelgebirgsstadt wollte dieses Jahr den Aufmarsch weniger passiv hinnehmen; In den letzten Jahren wurden entlang der Strecke zwar viele Protestschilder aufgestellt, verbalen Protest gab es allerdings kaum.

Unter Hilfe der Aussteigerinitiative Exit-Deutschland wurde der Marsch kurzum in einen Charitylauf verwandelt. Für jeden gelaufenen Meter der Geschichtsverdreher gingen 10 Euro an die Initiative, die Aussteigern aus der rechtsextremen Szene hilft, sich ein neues Leben aufzubauen.

Aus der Sportredaktion

Bereits kurz nach 11 Uhr versammelten sich die ersten Läufer am üblichen Sammelort in der Egerstraße. Eigentlich wollten die Organisatoren durch die Innenstadt laufen. Die Strecke war allerdings durch einen Gedenkmarsch Wunsiedler Bürger blockiert, die auf der historischen Route eines Todesmarsches ehemaligen Zwangsarbeitern gedachten. So mussten die Sportler mit einem Rundkurs im Wunsiedler Osten vorlieb nehmen, der auch in den letzten Jahren gelaufen wurde. Einen unsportlichen Vorteil für die Teilnehmer, die die Strecke mit ihren Steigungen schon kannten, sahen die Unparteiischen nicht. Nachdem auch die Sportler aus dem süd- und ostbayerischen Raum, die mit zwei Bussen ins Fichtelgebirge fuhren, ihr Aufwärmprogramm absolviert hatten, ging es Richtung Startpunkt des Laufes.

Um 13.48 Uhr fiel der Startschuss für die Aktion „Rechts gegen Rechts“, dem „unfreiwilligsten Spendenlauf Deutschlands“. Eine eigens eingerichtete Internetseite informierte Fans, die zu Hause bleiben mussten, über die aktuelle Position der Läufer. Motivierende Banner wie „Flink wie Windhunde! Zäh wie Leder! Und großzügig wie noch nie!“ oder „national und freigiebig“ säumten die Strecke. Auf der Straße konnten sich die Teilnehmer regelmäßig orientieren, welcher Betrag bereits erlaufen wurde. Souveräner „Sieger“ war der oberbayerische Neonazi Thomas Huber, der mit drei Schrittlängen Vorsprung am Ende über die Ziellinie schritt, knapp gefolgt von Matthias Fischer, für lange Zeit Kopf der bayerischen Szene und Klaus Armstroff, dem Parteivorsitzenden der neonazistischen Kleinstpartei Der Dritte Weg. Huber hatte sich, trotz Birkenkreuz und Stahlhelm in den Händen den Vorsprung gleich zu Beginn erarbeitet und nur während einer Pause kurzzeitig abgeben müssen, als sich alle Teilnehmer beim Verpflegungsstand einfanden, der deutsche Bananen bereithielt.

Aber eigentlich waren an dem Tag alle Aktivisten und Mitläufer „Sieger“, konnten sie doch 10.000 Euro an Spenden erlaufen. Entsprechend wurden sie am Ziel mit Schüssen aus einer Konfettikanone begrüßt. Sportliche Rekorde wurden indes nicht gebrochen. Selbst der Erste im Ziel hatte eine Durchschnittsgeschwindigkeit, die kaum über Schrittgeschwindigkeit lag.

Bereit sein, zu bluten und zu sterben: Unschöne Zwischentöne über Leugner, Lügen und Drohungen

Im Gegensatz zu den letzten Jahren kamen zahlreiche Gegendemonstranten an die Strecke und waren mit ihrem Protest zu jedem Zeitpunkt der Reden laut vernehmbar. Matthias Fischer drohte ihnen dann auch, man werde noch die richtige Pädagogik finden und sich ihrer zu gegebener Zeit annehmen, sei man doch als Dritter Weg noch eine junge Partei. Komische Worte aus dem Munde Fischers, der seit über fünfzehn Jahren in der rechten Szene aktiv ist. Offenbar ist das die Sprachregelung, um Verbindungen zum verbotenen Kameradschaftsnetzwerk Freies Netz Süd, in dem viele Akteure der Partei vorher aktiv waren, zu kaschieren.

Nicht ganz durchdacht war die Forderung, die Walter Strohmeier, Stützpunktleiter des Dritten Weges in Ostbayern, aufstellte. Er forderte die Flüchtlinge auf, nicht ihre Heimat zu verlassen und irgendwo um Asyl zu bitten, sondern wie „die Deutschen nach 1945“ ihr Land wieder aufzubauen. Er verglich damit unpassend die aktuellen Bürgerkriegssituationen und schlechten Menschenrechtslagen in Syrien, Irak oder Eritrea mit Europa nach 1945 (!), als die internationale Koalition den Kontinent von eben jenen Schergen mit militärischen Mitteln befreien musste, denen der Dritte Weg an dem Tag in Wunsiedel größer gedachte und die es waren, die politische Gegner und Minderheiten aus rassistischen Gründen systematisch ermordeten und im „Kampf um Lebensraum“ alles in Schutt und Asche legten. Er forderte die Anwesenden auf, das aktuelle „naturwidrige System abzuschaffen und unseren Lebensraum für unsere Zukunft einzufordern“. Dazu müsse man notfalls auch bereit sein, zu bluten und zu sterben, so der wegen gefährlicher Körperverletzung lange in Haft gesessene Strohmeier gegen Ende seiner Rede.

Thomas Wulff, als freier Nationalist im Parteivorstand der NPD vorgestellt, übertrug die Diskussionen um einen Ausbruch des Ersten Weltkriegs auch auf den von Adolf Hitler gewollten und begonnenen Zweiten Weltkrieg. Seine Forderung, den Mord von Berlin endlich aufzuklären und den britischen Geheimdienst zu zwingen, die Namen von Mördern bekannt zu geben, wurde von wahrscheinlich alles vor Ort als Anspielung auf den Kriegsverbrecher Rudolf Heß verstanden und der in der rechten Szene grassierenden Vermutung, eben jener wäre ermordet worden. Wachpersonal der Konzentrations- und Vernichtungslager, die sich nach neuen höchstrichterlichen Entscheidungen nun doch einer Strafverfolgung ausgesetzt sehen könnten, entschuldigte er, sie „hätten nur ihre Pflicht“ getan. Abschließend trug er noch ein Gedicht des österreichischen Holocaustleugners Gerd Honsik vor, das eher an einen Wehrmachtsbericht erinnerte.

Außerdem kamen Klaus Armstroff und Rico Döhler zu Wort, der dem Stützpunkt Hochfranken-Vogtland der Partei Der Dritte Weg vorsteht. Nicht namentlich vorgestellt wurde ein weiterer Redner, der als Aktivist aus Rheinhessen angekündigt wurde. Mit Sonnenbrille und tief ins Gesicht gezogener Mütze wirkte dieser allerdings eher wie ein Gangsterrapper als Redner auf einer Gedenkveranstaltung. Immer wieder sprachen die Redner von Geschichtslügen und bezeichneten sich als das „anständige Deutschland“. Auch auf einem Banner, unterschrieben von NPD, Jungen Nationaldemokraten und Freien Kameradschaften, sprach man von angeblichen Lügen „auf dem Rücken unserer Toten“.

Der Marsch endete wie jedes Jahr mit einem ritualisierten „Heldengedenken.“ Wieder wurde der Waffen-SS gedacht, die man verharmlosend mit „den Eliteverbänden und den europäischen Freiwilligen“ umschrieb.

Weitere Bilder zum Spendenlauf gibt es hier

Kommentare(30)

DasNiveau Montag, 17.November 2014, 12:09 Uhr:
best action ever...

Hab Tränen gelacht als ich das gelesen hab.
Außerdem hab ich nun Hunger auf Bananen.
 
Soldat Montag, 17.November 2014, 15:47 Uhr:
Das ist doch mal eine wirklich gelungene Gegenaktion. Gab es gewalttätige Auseinandersetzung zwischen verfeindeten Blöcken? Zumindest laut Artikel nicht. Haben die Rechten mit ihrem Marsch etwas bewirkt? ja, allerdings nicht in ihrem Sinne.
Solche Aktionen wünsche ich mir in Zukunft häufiger. Keine Gewalt, keine Verletzten und vor allem keine Lobby für den rechten Brei.
 
Irmela Mensah-Schramm Montag, 17.November 2014, 17:48 Uhr:
Mein ganz großes Kompliment nach Wunsiedel an die NazigegnerInnen, die mit ihrer grandiosen Idee das Aussteigerprojekt EXIT zu unterstützten!
Einfach Spitze!
 
Roichi Montag, 17.November 2014, 18:16 Uhr:
Geniale Aktion.
So muss Protest sein. Kreativ, pfiffig und wirksam.
 
Amtsträger Montag, 17.November 2014, 19:45 Uhr:
Friedliche Gegenproteste. Kreativer Widerstand. Und jeder dürfte seine Grundrechte wahrnehmen.

So sieht Protest gegen Rechtsextremismus aus, wenn er nicht mit anderen politischen Begehrlichkeiten verknüpft wird.
 
Björn Montag, 17.November 2014, 20:11 Uhr:
Antirechte spenden ihr Geld an andere Antirechte. Inwiefern soll das jetzt die Teilnehmer des Heldengedenken ärgern?

Ihr müsst ja ziemlich verzweifelt wegen der etablierten, friedlichen Gedenkveranstaltungen sein, wenn ihr euch an einer Spende von Linken für Linke und Bananen festklammern müsst.

Aber wenigstens waren die Antirechts-Kämpfer diesmal nicht gewalttätig. Das ist schonmal positiv. Und auch das Heldengedenken konnte erfolgreich durchgeführt werden. Wenn das für euch eine Niederlage der "Rechten" ist, dann fühlen sich wohl alle als Sieger. Das ist doch mal was schönes.
 
Bürger Montag, 17.November 2014, 21:46 Uhr:
@Björn
EXIT dankt auch dir :o)
 
Soldat Montag, 17.November 2014, 21:53 Uhr:
@ Björn

"Antirechte spenden ihr Geld an andere Antirechte. Inwiefern soll das jetzt die Teilnehmer des Heldengedenken ärgern?"

Ärgern soll es die nicht. Aber so haben die während des Tages wenigstens eine gute Tat vollbracht. Übrigens wird das Geld nicht an Antirechte, sondern für Aussteiger aus der rechten Szene gespendet. Also für Menschen, die auf ein solchen "Heldengedenken" keine Lust mehr haben.

"Ihr müsst ja ziemlich verzweifelt wegen der etablierten, friedlichen Gedenkveranstaltungen sein, wenn ihr euch an einer Spende von Linken für Linke und Bananen festklammern müsst. "

Es ist das Gegenteil. Endlich schenkt man den Rechten mal die Beachtung, die sie verdienen. Keine. Der "Gedenkmarsch" hatte schlichtweg keine Lobby außerhalb der rechten Szene. Und das ist durchweg positiv.
 
Luise Montag, 17.November 2014, 23:26 Uhr:
Da passt doch ein Zitat der Ärzte: "Alles muss man dir erklären
Weil du wirklich gar nichts weist......"
Die Logik liegt darin, dass es ohne Euer perverses "Gedenken" keine Spenden gegeben hätte.

Wo gibt es denn diese nachhaltigen deutschen Bananen?????
 
JayBee Dienstag, 18.November 2014, 08:22 Uhr:
Björn, brauchste ein Taschentuch?
 
NeuDo Dienstag, 18.November 2014, 11:46 Uhr:
Allein die Aussage von "Björn": "Und auch das Heldengedenken konnte erfolgreich durchgeführt werden" lässt mich am Verstand der Rechten zweifeln: In welchem Universum waren Erich Priebke und Rudolf Hess denn Helden? Es waren zwei rechtskräftig verurteilte Kriegsverbrecher, die beide ihre gerechte Strafe bekommen haben!
 
DasNiveau Dienstag, 18.November 2014, 13:59 Uhr:
Und 1000 mal lieber so ne Protestaktion als Leute halbtotschlagen.

http://www.presseportal.de/polizeipresse/pm/66841/2883207/pol-h-nachtragsmeldung-zu-mehreren-versammlungsrechtlichen-aktionen-am-15-11-2014-zeugenaufruf-zu
 
Roichi Dienstag, 18.November 2014, 16:32 Uhr:
@ NeuDo

Mit Verstand ist es bei den Kamerraden nicht weit.
Wie nicht nur Björn regelmäßig unter Beweis stellt.
 
Björn Mittwoch, 19.November 2014, 10:03 Uhr:
@Luise

Sie tun ja so als ob die Spendengelder durch die Teilnehmer des Heldengedenken generiert wurden. Das war natürlich nicht der Fall. Stattdessen spendeten die einen Antirechten ihr Geld fur andere Antirechte.

Es interessiert nunmal keinen "Rechten" wenn sich ihrer Gegner gegenseitig ihr Geld spenden. Wieso sollte man sich darüber also ärgern? Oder würden sie sich ärgern, wenn ich als NPD-Sympathisant nach einer linken Demo der NPD Geld spende?

Deshalb hoffe ich das ihr euch weiterhin auf solche Sachen beschränkt. Das ist tausendmal besser als die Aktionen in Hannover als eure Antirechten Mitstreiter laut Polizei versuchten einen Menschen zu töten.

@Neudo

Erstens wurden sie nicht rechtsstaatlich verurteilt, sondern durch ein Tribunal der Siegermächte, welches unter anderem Sippenhaft gegen die Frauen der Angeklagten verhängte. Das werdet wohl nichtmal ihr als rechtsstaatlich bezeichnen.

Und zweitens gilt das Heldengedenken allen unseren Gefallenen.
 
Luise Mittwoch, 19.November 2014, 15:24 Uhr:
Björn, wir haben jetzt alle verstanden, dass (merke: mit zwei s) Ihr Intellekt zum Erfassen von Ironie nicht ausreicht und dass Ihre rhetorischen Möglichkeiten sich auf das Reproduzieren von Nazi-Phrasen beschränken.
Vorschlag zur Güte: halten Sie es mit Dieter Nuhr: http://www.youtube.com/watch?v=rq68A07CDcM
Danke!
 
Roichi Mittwoch, 19.November 2014, 16:33 Uhr:
@ Björn

Über deine Parole von "Antirechten" kommst du aber auch nicht hinaus.
Warum auch. Du brauchst doch nur eine Rechtefertigung für dich selbst, doch nicht drauf reingefallen zu sein. Und natürlich um die Kamerraden, die Kriegsverbrecher verehren reinzuwaschen.

"Das ist tausendmal besser als die Aktionen in Hannover als eure Antirechten Mitstreiter laut Polizei versuchten einen Menschen zu töten."

Laut Polizei ist noch nichtmal klar, wer da was getan hat.
Ist dir wie immer völlig Schnuppe.
Achso, und zu den Randalen deiner Kamerraden kommt natürlich nichts von dir.
Wer hätte auch Anderes erwartet.

"Erstens wurden sie nicht rechtsstaatlich verurteilt, sondern durch ein Tribunal der Siegermächte,"

Das alte Märchen.
Übrigens:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erich_Priebke#Wiederaufnahme_der_Ermittlungen_und_Prozess_in_Italien
Wer hat das Urteil gefällt?

"Und zweitens gilt das Heldengedenken allen unseren Gefallenen. "

Und ganz besonders den Kriegsverbrechern. Schon klar. Eure Vorbilder eben.
 
qual Mittwoch, 19.November 2014, 18:10 Uhr:
lieber björn
Na, Blondi ( nein ich meine nicht die Haarfarbe) wieder im Namen der Dummheit unterwegs?
"Und zweitens gilt das Heldengedenken allen unseren Gefallenen." Ist dem so? Na dann werden sich aber Rommel und Stauffenberg aber freuen.
 
systemstoerung Donnerstag, 20.November 2014, 07:21 Uhr:
mal ganz allgemein gefragt bjoern:

wieso werden kriegsverbrecher und kriegstreiber,moerder usw als 'helden' von dir/euch bezeichnet?
was haben die denn 'heldenhaftes' vollbracht?
 
JayBee Donnerstag, 20.November 2014, 09:37 Uhr:
@ Björn

Soso, Priebkes Frau kam also in Sippenhaft. Wo kann ich das denn nachlesen?

Ansonsten sind die Urteile rechtskräftig. Sie hätten nach der Wiedervereinigung angefochten werden können. Wurden sie aber nicht, basta. Aber war ja klar, daß Du mal wieder Kriegsverbrecher wie Priebke verteidigst.
Aber man merkt Dir sehr schön an, wie Du Dich über die Idee des Spendenlaufs ärgerst.

"Deshalb hoffe ich das ihr euch weiterhin auf solche Sachen beschränkt. Das ist tausendmal besser als die Aktionen in Hannover als eure Antirechten Mitstreiter laut Polizei versuchten einen Menschen zu töten."

Ich wüsste nicht, daß das meine antirechten Mitstreiter waren.
 
JayBee Donnerstag, 20.November 2014, 10:19 Uhr:
Und @ Björn

Woher hast Du denn das mit der Sippenhaft? Ich hab da mal ein wenig gegooglet. Ilse Heß kam 1947 in ein Internierungslager, wie viele andere überzeugte Nazis auch. Da war das Urteil gegen ihren Mann fast ein Jahr alt. Emmy Göring musste als überzeugte Nationalsozialistin 1948 für ein Jahr in ein Arbeitslager, mit eigenem Urteil. Bormanns Frau starb ´46. Von Sippenhaft habe ich nix gefunden. Robert Leys Frau hatte vor Kriegsende Selbstmord begangen. Martha von Papen: Nix gefunden. Lisa Keitel: Nix gefunden. Jodls Frau: Vor Kriegsende verstorben. Erika Raeder: Nix gefunden.
Und daraus: "Am 3. Juni 1947 wurde Ilse Heß – wie alle Ehefrauen der während der Nürnberger Prozesse verurteilten oder hingerichteten Kriegsverbrecher – verhaftet und in das Internierungslager Augsburg-Göggingen verbracht." (http://de.wikipedia.org/wiki/Ilse_He%C3%9F) ist für mich keine Sippenhaft erkenntlich.

Kannst Du da bitte wissenschaftlich fundierte Nachweise erbringen?
 
Björn Freitag, 21.November 2014, 19:37 Uhr:
@Luise

"...und dass Ihre rhetorischen Möglichkeiten sich auf das Reproduzieren..."

Wenn sie sich schon großkotzig an Rechtschreibfehlern ferstklammern müssen, sollten sie wenigstens einen fehlerfreien Kommentar hinlegen. Ihr Satz ist grammatikalisch falsch.

"Björn, wir haben jetzt alle verstanden, dass (merke: mit zwei s) Ihr Intellekt zum Erfassen von Ironie nicht ausreicht..."

Aha. Sie halten es also für Ironie, wenn Antirechte anderen Antirechten Geld spenden? Dann brauchen Sie sich nicht zu wundern, wenn sich "die Rechten" davon in keinster Weise beeindruckt zeigen.

Im Endeffekt tut ihr "uns" damit einen Gefallen. Wir haben ein Interesse daran die ganze Demonstrationsroute zu laufen. Und ihr auch. Würdet ihr Blockaden versuchen, dann lauft ihr Gefahr, dass eure Vereine keine Spenden erhalten.

Wie wäre es also, wenn ihr diese Aktion im Februar in Dresden wiederholt? Ich wäre unbedingt dafür.

@Roichi

"Über deine Parole von "Antirechten" kommst du aber auch nicht hinaus."

Ach, dann sind diese Leute in deinen Augen gar nicht antirechts?

"Laut Polizei ist noch nichtmal klar, wer da was getan hat."

Laut Polizei handelt es sich um Täter aus der linksextremen Szene. Also um deine Genossen.

"Wer hat das Urteil gefällt?"

Du weißt schon, dass nichtmal die BRD dieses Urteil anerkennt?

"Und ganz besonders den Kriegsverbrechern."

Nö. Wir sind ja schließlich keine Antideutschen, die Kriegsverbecher wie Arthur Harris als "Befreier" bejubeln so wie es deine Genossen tun.
 
Björn Freitag, 21.November 2014, 19:51 Uhr:
@qual

"Na, Blondi ( nein ich meine nicht die Haarfarbe) wieder im Namen der Dummheit unterwegs? "

Wieso sollte ich in deinem Namen unterwegs sein? ;-)

"Na dann werden sich aber Rommel und Stauffenberg aber freuen. "

Das denke ich auch.

@systemstörung

"wieso werden kriegsverbrecher und kriegstreiber,moerder usw als 'helden' von dir/euch bezeichnet?"

Wie kommst du auf so eine bekloppte Idee? Wir sind doch nicht wie eure Genossen, die Kriegsverbrecher als "Befreier" bejubeln.

Aber klar, dass für dich ein Mensch, der unter Parlamentärsflagge nach England flog um den zweiten Weltkrieg zu beenden und Millionen Menschenleben zu retten ein Kriegsverbrecher ist, während ein Massenmörder wie Arthur Harris ein "Befreier" ist.

@JayBee

"Ansonsten sind die Urteile rechtskräftig. Sie hätten nach der Wiedervereinigung angefochten werden können."

Ja klar. Weil Tote ja auch so gut Urteile anfechten können.

"Aber war ja klar, daß Du mal wieder Kriegsverbrecher wie Priebke verteidigst."

Na dann zitiere mich mal, wo ich das tue. Im übrigen erkannte nichtmal eure BRD das Urteil gegen Erich Priebke an.

"Aber man merkt Dir sehr schön an, wie Du Dich über die Idee des Spendenlaufs ärgerst."

Klar, ich ärgere mich total. Kleiner Vorschlag. Macht so eine Aktion doch bei jeder "unserer" Demonstrationen. Dann könnt ihr wenigstens keine Verhinderungsblockaden mehr versuchen, weil ihr euch damit dann ins eigene Fleisch schneidet.

Damit habt ihr euch selbst in die Zwickmühle manövriert.
 
Björn Freitag, 21.November 2014, 20:20 Uhr:
@JayBee

"Woher hast Du denn das mit der Sippenhaft?"

Alle Frauen der Angeklagten im Nürnberger Rachetribunal wurden in das Internierungslager Augsburg-Göppingen gesperrt. Ohne Verfahren. Ohne Urteil. Von den gleichen Leuten die das "Urteil" gegen den Friedensflieger Rudolf Hess fällten. Da ist nichts rechtstaatlich dran gewesen.
 
Björn Samstag, 22.November 2014, 13:27 Uhr:
Hier mal ein interessantes Video von euren Gegenprotesten in Wunsiedel. Neun Minuten antirechte Argumentation auf höchstem Niveau.

Dieses Video beweist wie frauenverachtend, sexistisch, markengeil und gewaltverherrlichend eure Genossen sind.

https://www.youtube.com/watch?v=TUr7HGRPCO4
 
Irmela Mensah-Schramm Samstag, 22.November 2014, 18:35 Uhr:
@Björn: Der Kriegsverbrecher Priepke saß wegen seines hohen Alters noch nicht mal im Knast sondern zuhause - unter Hausarrest.
Ich selbst habe vor Jahren in Wddurzen ein Nazi-Helden-Grabgebinde beseitigt, da dies leider die Stadtverwaltung versäumt hat.
Und noch etwas. Für mich waren, d.h. sind Desserteure Helden!
 
Roichi Montag, 24.November 2014, 07:48 Uhr:
@ Björn

" Ihr Satz ist grammatikalisch falsch."

Was zu beweisen wäre.

"Sie halten es also für Ironie, wenn Antirechte anderen Antirechten Geld spenden?"

Nö Björn. Aber du willst es ja nicht verstehen. Wäre ja doof, wenn die Kamerraden reingefallen sind.

"Würdet ihr Blockaden versuchen, dann lauft ihr Gefahr, dass eure Vereine keine Spenden erhalten. "

Mal wieder als Prophet unterwegs?

"Ach, dann sind diese Leute in deinen Augen gar nicht antirechts?"

Ach Björn. Nur, weil das die einzige bezeichnung ist, die du zu kennen scheinst, hat sie nichts mit der Realität zu tun.
Klar sind die Leute gegen Rechte. Sowohl auf der Spendengeberseite, der Gegendemoseite, als auch der Spendennehmerseite finden sich allerdings ganz normale Menschen.
Weder sind das gewalttätige Menschen, noch sind die Menschen verzweifelt.
Sie sind einfach nur intelligenter als ihr. Und natürlich wesentlich mehr.
Die Mehrheit eben.
Und das ärgert dich, weil du dagegen keine Parole hast. Ebensowenig dagegen, dass ihr reingelegt wurdet.

"Laut Polizei handelt es sich um Täter aus der linksextremen Szene. Also um deine Genossen."

Lesen hilft Björn. Laut Polizei wird in die Richtung vermutet.
Ich weiß, für dich ist das Beweis genug. Es sei denn, es wären Kamerraden.

Ende Teil1
 
Roichi Montag, 24.November 2014, 07:48 Uhr:
Teil 2


"Du weißt schon, dass nichtmal die BRD dieses Urteil anerkennt?"

Und was sollte mich das interessieren?
Deine Aussage war: "Erstens wurden sie nicht rechtsstaatlich verurteilt, sondern durch ein Tribunal der Siegermächte, welches unter anderem Sippenhaft gegen die Frauen der Angeklagten verhängte. "
Allein das war hier der Maßstab.
Die Aussage ist widerlegt.
Nur du kannst das ja nicht zugeben.

"Wir sind ja schließlich keine Antideutschen, die Kriegsverbecher wie Arthur Harris als "Befreier" bejubeln so wie es deine Genossen tun. "

Ihr bejubelt Heß und Priebke. Zwei verurteilte Kriegsverbrecher.
Wie immer zählen bei den Kamerraden noch nichtmal Urteile, während bei Gegenern allein ein vager Verdacht, oder auch nur eine Behauptung ausreicht.

"Aber klar, dass für dich ein Mensch, der unter Parlamentärsflagge nach England flog um den zweiten Weltkrieg zu beenden und Millionen Menschenleben zu retten ein Kriegsverbrecher ist"

Das Märchen kannst du dir längst an die bakce nageln.
Auch wenn du es immer bringst, wenn es um dein Idol geht.
Außer dem hast du nichts vorzuweisen, und selbst das Märchen wurde dir schon widerlegt.
Was bleibt, ist die ideologische Lüge.

Ende Teil 2
 
Roichi Montag, 24.November 2014, 07:48 Uhr:
Teil 3


"Ja klar. Weil Tote ja auch so gut Urteile anfechten können. "

Nicht die Toten selbst, aber ihre Angehörigen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Erna_Wazinski

"Na dann zitiere mich mal, wo ich das tue."

Du sprachst von ihm als "Helden".

"Alle Frauen der Angeklagten im Nürnberger Rachetribunal wurden in das Internierungslager Augsburg-Göppingen gesperrt."

Also lesen kannst du schon, oder?
Was hatte dir JayBee geschrieben?
Lies nochmal nach.
Und dann komm vielleicht mal mir mehr, als der bloßen Behauptung.

Ende Kommentar
 
JayBee Montag, 24.November 2014, 09:03 Uhr:
@ Björn

"Alle Frauen der Angeklagten im Nürnberger Rachetribunal wurden in das Internierungslager Augsburg-Göppingen gesperrt. Ohne Verfahren. Ohne Urteil."

Dann zitier mir doch bitte mal einen wissenschaftlichen Aufsatz oder ähnliches, in dem das nachzulesen ist, einschließlich des Begriffs Sippenhaft. Und das es ausschließlich den Frauen, der Angeklagten so ging, und nicht vielen anderen Menschen auch. Interniert wurden nämlich viele überzeugte Nazis nach dem Krieg.

"Ja klar. Weil Tote ja auch so gut Urteile anfechten können."

Na, stellste Dich mal wieder ein bißchen dumm? ICh zitier mal aus Wikipedia:

"Der Artikel 26 des Londoner Statut schrieb fest, dass die Urteile der Nürnberger Prozesse endgültig und nicht anfechtbar sein sollten. Bei der Wiedererlangung der vollen Souveränität durch die deutsche Wiedervereinigung wurde mit den Alliierten vertraglich geregelt, dass die Bundesrepublik Deutschland ohne Unterschied alliierte und bundesdeutsche Beschlüsse, Verordnungen und Gesetze ändern, streichen oder aufheben kann, solange sie sich dabei an die Vorgaben der parlamentarischen Demokratie hält. Die Urteile der Nürnberger Prozesse hätten also geändert werden können, blieben aber genau so, wie sie gefällt wurden."
 
JayBee Montag, 24.November 2014, 09:08 Uhr:
@ Björn

"Na dann zitiere mich mal, wo ich das tue. Im übrigen erkannte nichtmal eure BRD das Urteil gegen Erich Priebke an."

So ein kurzes Gedächtnis aber auch wieder.

Neudo schrieb: "In welchem Universum waren Erich Priebke und Rudolf Hess denn Helden? Es waren zwei rechtskräftig verurteilte Kriegsverbrecher, die beide ihre gerechte Strafe bekommen haben!"

Björn schrieb: "Erstens wurden sie nicht rechtsstaatlich verurteilt, sondern durch ein Tribunal der Siegermächte, welches unter anderem Sippenhaft gegen die Frauen der Angeklagten verhängte. Das werdet wohl nichtmal ihr als rechtsstaatlich bezeichnen."

Für mich klingt das doch arg nach Verteidigung.

"eure BRD"

Es ist auch Deine BRD, Björn. So sehr es Dich auch ärgert. Und Du nutzt täglich diverse Vorteile und Sicherheiten, die dieser Staat Dir bietet. Das muss Dich doch so richtig nerven, oder?
 

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