Kommentare(8)

citoyenne malicieux Dienstag, 03.Januar 2012, 17:28 Uhr:
So ein Unfug! Wer sich mal den Spaß macht und sich durch die veröffentlichten Listen auf http://nazi-leaks.net/ liest, wid feststellen, dass der Großteil der Unterstützer keineswegs aus dem Osten kommt oder hier besonders häufig wäre. Ein User hat sich mal die Mühe gemacht und die Anzahl der Spender in eine Karte eingepflegt. Das sieht dann so aus: http://lockerz.com/s/170925160
Die Verantwortung von sich und seiner Nachbarschaft weg zu schieben und mit dem Finger immer auf andere zu zeigen, bringt weder Erkenntnis noch Lösung!
 
citoyenne malicieux Dienstag, 03.Januar 2012, 18:19 Uhr:
Und hier die eingepflegten Daten der angeblich "Jungen Freiheit" in Yahoo Pipes : http://img708.imageshack.us/img708/4779/pipesl.gif

Ich weiß nicht, wie Herr Schroeder seine Theorie noch halten möchte. :)
 
Roichi Dienstag, 03.Januar 2012, 20:04 Uhr:
@ citoyenne

Naja, er redet nicht von Spendern. Sondern von Personen. Da im Osten tendenziell auch weniger Geld vorhanden ist, besonders in den einschlägigen Schichten, wird wohl auch nicht allzuviel gespendet, dafür wird dann eben mitgemacht, bei allem Blödsinn.

Diese Unterscheidung sollte schon sein.
 
StefanJahnel Dienstag, 03.Januar 2012, 22:04 Uhr:
Also wer jetzt erst feststellt, dass es sich bei Neonazis, nicht nur um Dumpfbacken handelt, der kommt reichlich spät. Es ist fast beschämend dass diese feststellung erst jetzt gemacht wird. Noch dazu von Leuten die offensichtlich mit einem wissenschaftlichen Background die rechte Szene erforschen. Es hätte das Gespräch mit irgendeinem Funktionär auf gehobener oder mittlerer Ebene zum Erwerb dieser Ekenntnis gelangt.
Eine beliebte Methode beim Schachspiel ist sich das Spiel aus der Sicht des gegners anzuschauen.Ich empfehle dies auch bei der Betrachtung des Rechtsextremismus. Richtigerweise stellt Klaus Schröder fest, dass es schon in den 80er Jahren eine rechte Szene in der DDR gegeben hat. Wohl schmerzlich aber doch auch notwenig wäre es die Beteiligung der rechten Szene an den Umwälzungen und Proteste gegen das kommunistische Regime der DDR zu analysieren. Die rechte Szene betrachtet sich damals als Sperrspitze im Kampf gegen das DDR-System. Diese Rolle ist sicher überzeichnet. Dennoch gibt es einen gewissen Beitrag. Und erst das gibt eine Erklärung zur Verwurzelung der Rechten in der ostdeutschen gesellschaft, Zum einen Spoerrspitze der revolution, zum anderen "vorläufige" Revolutionsverlieren.
Wer dern historischen Vergleich wagt: Die Jakobiner während der Herrschaft der Girondisten zur französischen revolution.
Ausserdem: Wer tiefer greifen will, der mag zurückgehen zur Weimarer republik, und Annäherungen zwischen Sozialisten und Nationalsozialisten. bezuggenommen sei hier auf den sogenannten Eisenbahnerstreik (Richtiger Streik der Berliner Verkehrsgesellschaften) sondern auf gewisse ideologische Brücken (Spruch einer KPD-Aktivistin: Es gibt in Deutschland ein anderes Wort für Kapitalisten: Juden)
 
krema Mittwoch, 04.Januar 2012, 08:27 Uhr:
Es ist immer wieder schön zu sehen, daß der Osten als Prügelknabe für fast alles herhalten darf.
Was Herr Schröder natürlich brav außer acht lässt, daß im Westen ebenfalls ein recht einfaches Freund/Feind-Denken verbreitet wurde. Ebenso dürftig ist der Bezug zu den End80ern. Es liest sich grad so, als ob Rechtsextremismus überhaupt erst in dieser Zeit entstanden ist und nach der Wende in alle Welt exportiert wurde.
Sorry, ich traue schon seit Jahren keinem Soziologen mehr über den Weg.
 
Roichi Mittwoch, 04.Januar 2012, 12:03 Uhr:
@ Krema

Den Fakt der Wendeapathie und des plötzlichen Verlustets des Orientierungssystems hat man im Westen allerdings nicht gehabt. Etwas, dass er durchaus als wichtig erachtet.
Von daher ist das Phänomen eben nicht nur auf Freund-Feind-Denken zurückzuführen.
Das steht in Interview auch so drin.
 
krema Mittwoch, 04.Januar 2012, 16:52 Uhr:
Ok, das gilt für Leute, die jetzt ungefähr um die 40 sind. Und was ist mit den ganzen Jungen? Das Ganze ist mir zu kurz gedacht.
 
Roichi Mittwoch, 04.Januar 2012, 20:21 Uhr:
@ citoyenne

Es geht ja um mehr, als nur den Verlust des Orientierungssystems. Dazu kommt ja noch die Perspektivlosigkeit und andere Phänomene, die gezielt von Leuten wie Pastörs und Kubitschek genutzt werden.
Die Menschen waren eben überfordert, und sind es heute teilweise immernoch. Da setzen sich einfache Erklärungen und Weltbilder besser fest. das ist ja nicht nur einmal geschehen und nicht nur hierzulande.
Nach dem Krieg war das noch anders. Da wussten die Leute mit umzugehen. Leid und Entbehrungen waren sie ja gewohnt. Und eine Perspektive gab es auch, nämlich ein Leben ohne Krieg. Eine Hoffnung auf Ende des Leids.

Wie du aber richtig ansprichst, ist das Thema nicht mit einfachen Erklärungen abzuhandeln. Nur muss man auch den Rahmen der hier dargebotenen Form des Interviews betrachten, der einfach keine ausführliche Behandlung erlaubt.
Vielleicht solltest du dich direkt mit dem Herrn Schroeder in Verbindung setzen, der wird das mit Sicherheit tiefer diskutieren können.

Was deine Anmerkungen zu Preußen angeht, so muss ich dir auch da zustimmen. Da ist noch viel Nachholbedarf zu sehen.
Ist jetzt zumindest für mich aber nicht gerade die spannendste Phase der Geschichte.

@ Krema

Die Nachwirkungen der Wende wirken immernoch, was man auch an der Arbeitslosigkeit und dem Lohnniveau sehen kann. Damit werden wir wohl auch noch die nächsten zwanzig Jahre zu kämpfen haben.
Und wenn sich solche Strukturen erst einmal etabliert haben, bekommen sie natürlich auch weiterhin einen gewissen Zulauf. Dieser hängt widerum stark mit der wirtschaftlichen Entwicklung und den Perspektiven der Menschen zusammen.
Dort wäre also ein wichtiger Ansatzpunkt. Andere Punkte gibt es natürlich auch.
Es hilft auch die Strukturen so gut es geht zu stören, bzw. neue Strukturen gar nicht erst entstehen zu lassen.
 

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