von Marc Brandstetter
   

Aus Fremdenhass: 17-jähriger Berliner attackiert Döner-Imbiss-Besitzer mit Reizgas

Drei Personen attackierten am Wochenende einen Döner-Imbiss-Besitzer in Berlin-Hellersdorf. Der jüngste Angreifer versprühte dabei Reizgas. Ihr Motiv: Fremdenhass.

Mit einem abenteuerlichen Plan betraten in der Nacht zu Samstag ein 24-Jähriger und seine gleichaltrige Begleiterin einen Döner-Imbiss in der Hönower Straße in Berlin-Hellersdorf. Der Trupp hatte nämlich im Sinn, einen Aufkleber einer rechtsextremistischen Partei in dem Ladenlokal anzubringen. Bei der Bundestagswahl am 22. September hatte die NPD in diesem Stadtteil der Hautstadt überdurchschnittliche Ergebnisse eingefahren. In einem Wahllokal in unmittelbarer Nähe eines neuen Flüchtlingswohnheimes erreichte sie sogar 10,2 Prozent.  

Der Besitzer bemerkte allerdings den versuchten Vandalismus und forderte die beiden Störenfriede auf, den Imbiss zu verlassen. Damit wollte sich ein 17-Jähriger allerdings nicht abfinden. Umgehend betrat er das Geschäft und sprühte dort mit Reizgas um sich. Danach nahmen die Angreifer die Beine in die Hand und flüchteten. Ihr 36-jähriges Opfer ließen sie zurück. Weit kam das Trio indes nicht. In unmittelbarer Nähe des Tatortes stellten Polizeibeamte die Verdächtigen.

Wie die Berliner Polizei mitteilte, habe der Staatsschutz des Landeskriminalamtes (LKA) die weiteren Ermittlungen übernommen. Denn der Attacke lag vermutlich eine fremdenfeindliche Motivation zugrunde. Der Vorwurf lautet auf gefährliche Körperverletzung. Da der jüngste mutmaßliche Täter alkoholisiert gewesen sei, wurde eine Blutabnahme angeordnet. Anschließend übergaben Polizisten den Jugendlichen seinen Eltern. Seine beiden Unterstützer durften nach Feststellung ihrer Personalien ihren nächtlichen Streifzug fortsetzen.

Foto: Pig Monkey, Lizenz: CC

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