von Mathias Brodkorb
   

Aufgegeben: Angelika Willig streicht die Segel als Chefredakteurin von „hier&jetzt"

Vor einem Jahr kündigte der frühere Chefredakteur der rechtsextremen Theoriezeitschrift "hier&jetzt" der sächsischen Jungen Nationaldemokraten, Johannes Nagel, seinen Rückzug an. Ersetzt wurde Nagel durch die ehemalige Mitarbeiterin der Wochenzeitung "Junge Freiheit" (JF), die Philosophin Dr. Angelika Willig. Nach nur einem Jahr gibt nun auch Willig ihren Posten wieder ab.


Die Mitteilung fällt kurz und knapp aus: Im Editorial der 13. Ausgabe von "hier&jetzt" kündigt Willig an, dass sie die "Leitung der Zeitschrift in neue Hände" lege. Als Grund gibt sie dabei Differenzen in der Redaktion an. Sie strebe nach wie vor die "neue geschlossene Theorie" an. "Dafür konnte ich aber meine Mitarbeiter nie so recht begeistern. Ich werde die Arbeit deshalb an anderer Stelle fortführen", so Willigs letzte Worte.

Willig, in einschlägigen Internetforen als "Denkmaid der NPD" tituliert, dürfte damit indes nicht ihren Abschied von der rechtsextremen Partei verkündet haben. Seit geraumer Zeit hat sie sich aus dem konservativen Dunstkreis rund um die JF verabschiedet. Zurückzuführen ist dies auf tiefgreifende inhaltliche Differenzen. Willig, seit einiger Zeit auch Autorin der NPD-Mitgliederzeitung "Deutsche Stimme", strebt im Unterschied zu den rechtskonservativen Denkzirkeln der Republik einen grundsätzlichen Systemwechsel an. Die "bürgerliche Gesellschaft" lehne sie ab.

Als Nachfolger präsentiert Willig den DS-Redakteur und Mitarbeiter der sächsischen NPD-Landtagsfraktion Arne Schimmer. Auch dieser ist innerhalb der NPD für differenziertere Töne bekannt. Trotz aller Sympathie grenzt sich Schimmer dabei jedoch ebenso entschieden von konservativen Rechten um die Theoriezeitschrift "Sezession" ab. In einem Beitrag der aktuellen Ausgabe wirft er diesen gar "Marktgläubigkeit" vor.



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