von Oliver Cruzcampo
   

Steinpyramiden und durchgeschnittene Seile? Kuriose Anfrage eines AfD-Politikers

Im Nachgang einer AfD-Demonstration in Rostock wandte sich Ralph Weber, Landtagsabgeordneter der Alternative für Deutschland, anhand einer Kleinen Anfrage an die Landesregierung. Die Fragen muteten äußerst skurril an, so wurde in etwa nach Steinpyramiden auf Dächern gefragt. Nachdem sich die Polizei zuvor bereits empört gezeigt hatte, fällt nun auch die offizielle Antwort eindeutig aus

Ralph Weber fragte nach Steinpyramiden auf einer Demonstration in Rostock.

Die Eingangsfrage des AfD-Landtagsabgeordneten Ralph Weber lautete: „Ist es richtig, dass bei der Beräumung der Hausdächer und der Steinpyramiden Polizisten zum Teil schwer verletzt wurden?“ Die wohl skurrilste Anfrage der Legislaturperiode lässt auf Unbeteiligte den Schluss zu, dass es auf der Demonstration womöglich zu heftigen Ausschreitungen kam bzw. hätte kommen können.

Der Parlamentarische Geschäftsführer bezieht sich auf eine Demonstration seiner Partei in Rostock. Am 22. September war Björn Höcke in Rostock als Redner angekündigt, auch Weber nahm an der Versammlung teil. An dem Tag kam es zu einer Blockade durch Gegendemonstranten, es kam allerdings zu keinen gewalttätigen Aktionen oder Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Weber verwechselt Daten

Doch dem Jura-Professor wurden offenbar weitere vermeintlich skandalöse Vorfälle zugetragen. So lautet eine weitere Frage an die Landesregierung: „Ist es richtig, dass ein Polizist dadurch schwer verletzt wurde, dass das Seil, mit dem er sich zum Dach abseilen wollte, von Gegendemonstranten durchgeschnitten wurde?“

Seit einigen Tagen liegt nun eine Antwort auf Webers Kleine Anfrage vor. Weber hatte sich darin fälschlicherweise auf eine Demo am 20. Oktober bezogen, an der Höcke jedoch gar nicht teilgenommen hatte. „Es liegen keine Feststellungen über aufgeschichtete Steinpyramiden auf Hausdächern vor“, heißt es in dem Dokument.

Auch bzgl. der mutmaßlich durchgeschnitten Seile, von denen sich Polizisten abseilen wollten, wurde Weber enttäuscht. Die kurze Antwort der Landesregierung, ob sich dies zugetragen hätte: „Nein.“ Bei keinem der beiden Polizeieinsätze hätte „sich ein Polizeibeamter von einem Gebäude abgeseilt.“

Unverständnis auf Seiten der Polizei

Seitens der Polizei war angesichts der Fragen Weber vor allem Empörung wahrzunehmen. „Ich bin erschrocken über solche Anfragen, die suggerieren, dass es derartige Vorfälle gegeben haben könnte“, so Polizeichef Ebert gegenüber der Ostsee-Zeitung.

Weber, der erst kürzlich von der NPD als ehemals „nationaler Hoffnungsträger“ bezeichnet wurde, sorgt immer wieder für Aufsehen. Kürzlich blamierte sich der Jura-Professor im Schweriner Landtag, als er Wissenslücken zum Grundgesetz offenbarte. Vor allem rufen jedoch die völkisch-nationalistischen Aussagen des AfD-Politikers Kritik hervor. Auf einer Demonstration in Warnemünde warnte Weber vor „Volksfremden“ und sorgte sich darum, dass „das eigene Blut nicht mehr mehrheitsfähig“ sei. Vergangenes Jahr griff er die Neonazi-Parole „Deutschland den Deutschen“ auf und schrieb von „Biodeutschen“, die zwei deutsche Eltern und vier deutsche Großeltern hätten.

Keine Kommentare

Diskutiere mit!


0 von 1.500 Zeichen* Pflichtfeld, E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht