Asylbewerber: NPD-Stadtvertreter will Gelder für Sterilisation aufstocken

Ein Stadtvertreter der NPD sorgte auf der gestrigen Sitzung des Wormser Kommunalparlaments für einen Eklat. Der Rechtsextreme thematisierte die Sterilisation von Asylbewerbern. So soll die „Überausländerung“ der Stadt bekämpft werden. Der Oberbürgermeister will nun Strafanzeige gegen das NPD-Mitglied stellen.

Donnerstag, 05. Februar 2015
Redaktion
Der NPD-Mann posiert zusammen mit Henrik Ostendorf, dem Sänger der Hooligan-Band "Kategorie C", Foto: Screenshot Facebook
Der NPD-Mann posiert zusammen mit Henrik Ostendorf, dem Sänger der Hooligan-Band "Kategorie C", Foto: Screenshot Facebook
Am Mittwochnachmittag kam der aus insgesamt 52 Mitgliedern bestehende Stadtrat zusammen, es sollte vor allem über den Haushalt für das Jahr 2015 beraten werden. Für gewöhnlich ein eher unspektakulärer Tagesordnungspunkt, jedoch von hoher Bedeutung für die finanzielle Ausstattung der 80.000-Einwohner-Stadt. Als schließlich Michael Weick, der einzige Stadtvertreter der NPD, seinen Redebeitrag einbrachte, kam es zum Eklat. Der Rechtsextreme hatte bereits von „200 Asylanten“ gesprochen, die „leider“ nach Worms kommen würden. Schließlich kam der Punkt „Hilfen für Asylbewerber“ zur Sprache. Dort will die Stadt offenbar eine Kostenstelle von 1.000 Euro für „Hilfe zur Familienplanung“ bereitstellen. Laut dem Hobbypolitiker sollen diese Gelder jedoch gestrichen und dafür die Hilfen unter dem Punkt „Sterilisation“ auf 2.000 Euro aufgestockt werden. So soll der „Überausländerung unserer Stadt“ entgegengewirkt werden, so der NPD-Vertreter. Der Wormser Oberbürgermeister Michael Kissel erteilte Weick daraufhin einen Ordnungsruf und entzog ihm das Wort für den Rest der Sitzung. Dem 21-Jährigen drohen zudem weitere Konsequenzen. So will der Oberbürgermeister mit Unterstützung der demokratischen Stadtvertreter Strafanzeige wegen Volksverhetzung stellen. Zudem gab die Stadt heute eigens zu dem Vorfall eine Pressekonferenz, die Nachfrage soll enorm gewesen sein. Weick ist kein unbeschriebenes Blatt. Am Freitag muss sich der Nachwuchskader vor Gericht verantworten – auch dort geht es um den Vorwurf der Volksverhetzung. Wie das „Wormser Wochenblatt“ berichtet, soll das NPD-Mitglied bei Facebook ein Foto mit Menschen jüdischen Glaubens mit den Worten „Pfui Deibel. Holt den Kammerjäger“ kommentiert haben.
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