„Aryan-Circle“-Aktivist vor Gericht

Vor dem Schöffengericht Neumünster beginnt am Montag der Prozess gegen einen Neonaz. Dem 23-Jährigen, der in Untersuchungshaft sitzt, werden unter anderem Körperverletzung und Raub vorgeworfen.

Freitag, 20. März 2020
Redaktion

Ab dem 23. März muss sich ein Aktivist der selbst ernannten Gruppierung „Aryan Circle Germany“ wegen insgesamt zwölf Anklagepunkten vor dem Schöffengericht Neumünster verantworten. Bei dem Zusammenschluss gab es erst am 3. März eine umfangreiche Razzia. (bnr.de berichtete)

Obwohl die Corona-Pandemie auch den Terminkalender an den deutschen Gerichten durcheinander wirbelt und zu vielen Absagen ursprünglich geplanter Prozesseröffnungen führt, gehört das Verfahren gegen den in U-Haft sitzenden Marcel S. nicht dazu. Dem 23-Jährigen werden laut Staatsanwaltschaft für den Zeitraum vom 12. Mai bis 10. November 2019 unter anderem Raub und Körperverletzung in mehreren Fällen vorgeworfen.

Schläge und Tritte mit Springerstiefeln gegen den Kopf

Dem Neonazi wird vorgehalten, am 17. Oktober zwei Teilnehmer einer Aktion zur Entfernung von Aufklebern der Gruppierung „Aryan Circle“ in Sülfeld (Kreis Segeberg) geschlagen und mit Einsatz von Reizgas verletzt zu haben. Außerdem wirft ihm die zuständige Kieler Anklagebehörde vor, am 10. November durch Schläge und Tritte mit Springerstiefeln gegen den Kopf seines Gegenübers diesen derart massiv verletzt zu haben, dass eine unmittelbare Behandlung auf der Intensivstation im Krankenhaus notwendig wurde.

Nach im Zusammenhang mit der Tat erfolgter Berichterstattung handelte es sich dabei offenbar um eine gruppeninterne Auseinandersetzung. Bereits im Zuge seiner Festnahme am 15. November hatte es eine Hausdurchsuchung bei S. gegeben. Die angeordnete U-Haft wurde unter anderem mit Fluchtgefahr begründet. Zum Prozessauftakt am Montag sind die Anklageverlesung und Zeugenvernehmungen geplant. (hf)

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