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AnStiftung und Storch Heinar starten Aussteiger-Tour mit „Verräter“ Benneckenstein

Felix Benneckenstein war Neonazi und gilt in der rechtsextremen Szene als Verräter. Er kam bereits als Teenager mit der rechten Szene in Kontakt, wurde NPD-Mitglied und machte sich als rechter Liedermacher einen Namen. Während eines Gefängnisaufenthalts fing Benneckenstein an, seine politische Ideologie in Frage zu stellen und stieg aus. Nun berichtet er eindrücklich von den vermeintlichen Verlockungen der extremen Rechten und seinem Wandel hin zum Ausstieg.

Felix Benneckenstein (Foto: privat)

Im Rahmen der Aussteigertour vom 27. Juni bis 3. Juli wird Felix Benneckenstein die Ostseeschule Wismar, KGS Europaschule Ahlbeck, Ostseeschule Ückeritz, Regionalschule Kosegarten Wolgast und die Europaschule Rövershagen besuchen. Am Freitag, den 27. Juni, veranstaltet der AStA der Universität Greifswald zudem eine öffentliche Diskussionsrunde mit dem früheren NPD-Mitglied. Los geht es um 18 Uhr im Seminarraum 2 in der Rubenowstr. 2b, Greifswald. Neben dem AStA wird die Veranstaltung unterstützt durch die Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern, die Jusos in der SPD Mecklenburg-Vorpommern und die Mecklenburger AnStiftung.

Benneckenstein ermutigt Menschen, kritisch über Neonazi-Parolen und -Versprechungen sowie das Instrument der Ausgrenzung zur Festigung der eigenen Gruppe nachzudenken. Nach Jahren in der Szene trat er aus und gründete den Verein „Aussteigerhilfe Bayern e.V.“, durch den er potentiellen Aussteigern zeigt, wie der Weg aus der rechten Szene verläuft. 

Stiftung greift Schüler-Idee auf

Schon Anfang des Schuljahres startete die Mecklenburger AnStiftung gemeinsam mit der Initiative Storch Heinar das Projekt „WarmUp! - Jugendkultur für Demokratie“. Zahlreiche Schülerinnen und Schüler aus allen Landesteilen setzten sich in diesem Rahmen mit rechtsextremen Tendenzen in den Bereichen Mode, Musik und Internet sowie ihrer persönlichen Beteiligung an demokratischen Prozessen auseinander.

„Die Idee des WarmUp!-Projekts ist die Vermittlung demokratischer Werte und die nachhaltige Förderung von Eigeninitiative und Engagement bei den Schülern und Schülerinnen“, erklärt Jacob Przemus, Projektkoordinator der AnStiftung gegenüber ENDSTATION RECHTS.. „Mehrere Schüler hatten während unserer Schulprojekttage die Idee, mit einem Aussteiger der rechtsextremen Szene zu sprechen, um mehr über die Szene und ihre Strukturen aus erster Hand zu erfahren. Diese Schüler-Idee haben wir sofort unterstützt und gemeinsam eine entsprechende Veranstaltungsreihe geplant,“ so Przemus weiter. 

Kommentare(2)

Schwab Sonntag, 29.Juni 2014, 12:09 Uhr:
"Während eines Gefängnisaufenthalts fing Benneckenstein an, seine politische Ideologie in Frage zu stellen und stieg aus."

Während eines Gefängnisaufenthaltes fing Benneckenstein an, darüber nachzudenken, daß seine "politische" Nazi-Ideologie im selbst mehr Nachteile als Vorteile bringt. Der Vorteil der Selbstdarstellung (Szene-Wichtigkeit) bleibt hinter dem Nachteil der Repression - Gefängnisaufenthalte, soziale Isolation, berufliche Nachteile usw. - deutlich zurück. Deshalb aus den naheliegenden utilitaristischen Erwägungen die Entscheidungen des "Ausstiegs". Dieser mußte freilich öffentlich erfolgen, damit die soziale Isolation usw. durchbrochen wird und sich neue berufliche Perspektiven - von ihm selbst geleitete staatliche Aussteigerprogramme - ergeben.
 
Roichi Montag, 30.Juni 2014, 20:26 Uhr:
@ Schwab

Du kannst auch nur persönlich werden, oder?
Akzeptiere doch, dass es Menschen gibt, die aus deiner Ideologie aussteigen und das auch noch freiwillig.
Obwohl, dann wäre es ja nicht mehr die alleinige Wahrheit und irgendwie nicht schlüssig.
Dumm gelaufen mit solch einer Ideologie.

Aber immerhin gibst du slebst zu, dass ihr keine Perspektive habt.
Da bietet es sich eigentlich an, einmal drüber Nachzudenken, oder den Märtyrer zu spielen. Nur dass auf dich keine Junfrauen warten.
Nochmal dumm gelaufen.

Ist schon nicht einfach mit deiner Ideologie.
 

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