von Redaktion
   

Angriffe auf Flüchtlinge steuern erneut auf Rekord zu

Nach Angaben der Bundesregierung sind bei 347 Angriffen auf Flüchtlingswohnheime in den ersten drei Monaten dieses Jahres 40 Menschen verletzt worden. Diese Zahlen dürften noch steigen, denn es handelt sich um vorläufige Erkenntnisse ohne Nachmeldungen. Vieles deutet darauf hin, dass der Rekordwert des letzten Jahres noch einmal übertroffen werden könnte.

Die Gewalt gegen Flüchtlinge, ihre Helfer und Unterkünfte ebbt nicht ab. Im Gegenteil: Von Januar bis März dieses Jahres zählten die Sicherheitsbehörden mehr Angriffe auf Wohnheime für geflüchtete Menschen als jemals zuvor in diesem Zeitraum. Wie aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Bundestagsabgeordneten Ulla Jelpke und der Fraktion der Linken, die ENDSTATION RECHTS. vorliegt, hervorgeht, verzehnfachten sich die Delikte im Vergleich zu 2014. Beobachter befürchten, die Rekordzahlen des letzten Jahres – das Bundeskriminalamt verzeichnete 1.047 Attacken auf Unterkünfte für Asylbewerber – könnten abermals übertroffen werden, denn in den ersten drei Monaten 2016 weist die Statistik drei Mal mehr Straftaten aus. 319 der 347 erfassten Angriffe lag nach Angaben des zuständigen Innenministeriums eine extrem rechte Motivation zugrunde.

Erfahrungsgemäß erhöhen sich die Zahlen nochmals, da die Landespolizeibehörden eine gewisse Anzahl an Delikten nachmelden. In der bisherigen Aufzählung sind die Vorfälle aus Clausnitz oder Bautzen, die bundesweit für Aufmerksamkeit sorgten, nicht enthalten. Während im sächsischen Clausnitz ein aufgebrachter Mob versuchte, die Ankunft eines mit Asylbewerbern besetzten Busses zu verhinderten, bejubelten in Bautzen rechte Schaulustige den Brand eines sich im Bau befindlichen Wohnheims.

Explodierende Gewalt

Die Polizei nahm bei 76 Gewaltdelikten Ermittlungen auf. Zwei Mordversuche wurden ebenso aktenkundig wie ein versuchter Totschlag und 23 Körperverletzungen. Hinzu kommen eine Sprengstoffexplosion und 38 Brandstiftungen. Bei den Angriffen wurden 40 Menschen verletzt. Im Gegensatz hierzu stehen die bisherigen Ermittlungserfolge. In 62 Fällen kam die Polizei den mutmaßlichen Tätern auf die Spur, als tatverdächtig gelten 117 Personen.

Etwa ein Viertel der Anschläge (92) wurde alleine in Nordrhein-Westfalen verübt. In Bayern waren es 45, in Sachsen 39 und in Mecklenburg-Vorpommern 14 Übergriffe. Erfasst wurden etwa eine gefährliche Körperverletzung am 16. Februar in Ueckermünde oder eine weitere gefährliche Körperverletzung genau einen Monat später in Hagenow.  

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