von Oliver Cruzcampo
   

Andreas Theißen - die rechte Hand Udo Pastörs´

Bei der Landtagswahl vor vier Jahren tauchte sein Name noch nicht auf der NPD-Liste auf, nun findet man Andreas Theißen auf einem attraktiven Platz sieben wieder. Das u.a. wegen Sprengstoffbesitzes mehrfach verurteilte NPD-Mitglied gilt als enger Vertrauter Udo Pastörs´, der auch an der guten Positionierung Theißens maßgeblich beteiligt sein dürfte.

Der 38-jährige Theißen ist kein Mann der großen Töne. Er agiert lieber aus dem Hintergrund, dafür aber beständig und konstant, hat sich in den letzten Jahren zu einer festen Größe der mecklenburg-vorpommerschen NPD entwickelt. Mit dem Einzug in den Schweriner Landtag nahm Pastörs, Fraktionsvorsitzender der NPD, den gebürtigen Berliner unter seine Fittiche und machte ihn zum Wahlkreismitarbeiter. 

Die beiden Rechtsextremisten kennen sich schon länger. Als Pastörs 1999 nach Lübtheen zog, um dort deutsche Familien anzusiedeln, folgten ihm mehrere Neonazis und verlagerten ihren Wohnsitz in den Landkreis Ludwigslust. Unter ihnen war neben dem Landesvorsitzenden Stefan Köster auch Andreas Theißen. Der gelernte Zimmermann ist nun in Langenheide ansässig, wenige Kilometer von Pastörs´ Gehöft entfernt. Schon damals erklärte Pastörs nahezu prahlerisch: „Hier wächst eine Kernmannschaft der nationalen Opposition zusammen mit den Menschen, die hier leben.“ Köster hob es deutlicher hervor: „Nationale Menschen sind in Lübtheen in der Mitte des Volkes.“

Theißen, der sechsfacher Familienvater ist und sich möglicherweise auch bald um die Ehrenpatenschaft des Bundespräsidenten bewerben kann, hatte schon vor einigen Jahren versucht, den lokalen Sportverein zu unterwandern. Seine Kinder trainieren in der „Concordia“, Theißen selber bewarb sich – ähnlich wie Lutz Battke in Laucha – für den Posten des Nachwuchstrainers. Der Sportverein ließ es jedoch nicht dazu kommen.

Trotzdem hat der 38-Jährige in der Vergangenheit beim Thema rechtsextremer Nachwuchs oftmals seine Finger im Spiel gehabt. Bis zu deren Verbot 1994 war er „Unterführer“ der „Wiking-Jugend“, später schickte er dann seine Kinder in Zeltlager der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ). Kenner der Szene rechnen Theißen und seine Frau dem Umfeld der mittlerweile ebenfalls verbotenen HDJ zu. Vor dem Verbot hätten sich Nachbarn des Öfteren über Zeltlager auf dem Gelände der Theißens gewundert. „Theißens Kinder zeigten meinen Kindern mal einen Platz und sagten: Hier kämpft mein Papa immer!“, so eine Anwohnerin. 

Apropos kämpfen: Genau zehn Jahre, bevor Pastörs Theißen zu seinem Mitarbeiter machte, wurde bei ihm Sprengstoff gefunden. Drei Jahre später verurteilte ihn das Amtsgericht Hagenow wegen vorsätzlichen und fahrlässigen Verstoßes gegen das Sprengstoffgesetz zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von 15 Monaten auf Bewährung.

Auch im NPD-Ordnerdienst ist Theißen tätig, war zeitweilig Stellvertreter im Bundesordnungsdienst. Dafür wurde man in geheimen Schulungscamps „umfassend ausgebildet“. Man soll lernen, „die Hasstiraden ihrer Gegner, die Gegner Deutschlands sind“, von sich abprallen zu lassen, vermummten Antifaschisten dagegen dürfe man „offen die Stirn bieten“, heißt es in einer Erklärung.

Dies nahm der sechsfache Familienvater offenbar beim Wort: Während der NPD-Wahlparty im Oktober 2006 in Schwerin hatte er den Kameramann eines NDR-Teams gewaltsam abgedrängt und dabei am Auge verletzt. Dafür wurde er wegen vorsätzlicher Körperverletzung und Nötigung zu einer Geldstrafe in Höhe von 1.000 Euro verurteilt und fand Erwähnung im NPD-Resozialisierungsprogramm.

Theißen, der gelernter Forstwirt und Zimmermann ist, hat zudem den Posten des NPD-Vorsitzenden des Kreisverbandes Westmecklenburg inne. Zusätzlich sitzt er seit der Kommunalwahl im Juni 2009 mit Marianne Pastörs, der Frau des NPD-Fraktionsvorsitzenden, in der Gemeindevertretung Lübtheen. Auf NPD-Demonstrationen – oft in Zimmermannskluft – ist er weiterhin als Ordner tätig und sorgt sich um einen reibungslosen Ablauf. 

Mit Andreas Theißen hat die NPD M-V einen Mann gefunden, der immer zur Stelle ist, wenn Hilfe benötigt wird und so schießt Pastörs´ Weggefährte in den Landeslisten-Charts von Platz null auf sieben.

Kommentare(1)

Rommy Montag, 13.Dezember 2010, 20:39 Uhr:
...gelernter Forstwirt und Zimmermann, eine Mann weniger Worte, doch vieler Taten, 6 Kinder...
Der Traum meiner Mutter...!
 

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