von Marc Brandstetter
   

Alleine auf dem sinkenden Schiff: Schlierer weiter am Ruder der angeschlagenen REP

Seit Jahren dümpelt der angeschlagene REP-Dampfer durch die Niederungen der politischen Bedeutungslosigkeit. Die Partei scheint dies aber nicht zu stören: Am Wochenende bestätigen die Delegierten nämlichen ihren langjährigen Chef im Amt des Parteivorsitzenden.

Rolf Schlierer gehört sicherlich zu den erfolglosesten Parteivorsitzenden in der Geschichte der Bundesrepublik. Seit 1994 steht er an der Spitze der REP, die unter seiner Ägide nicht an die Erfolge seines Vorgängers, des charismatischen Franz Schönhuber, anknüpfen konnten. Zwar erreichten sie bei den Landtagswahlen 1996 in Baden-Württemberg einen Achtungserfolg, und zogen mit 9,1 Prozent erneut in den Landtag ein. Aber eine Schwalbe macht bekanntlich noch keinen Sommer. Und so gab es in den Folgejahren nur noch eine Richtung für die Partei, die sich selbst als „rechtskonservativ“ beschreibt: Nach unten. 

Am Wochenende nun haben die REP Schlierer im Amt bestätigt. Wie die Parteiführung per Pressemitteilung mitteilte, setzte sich der langjährige Chef auf dem Parteitag in Veitshöchheim bei Würzburg mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit gegen seinen Herausforderer, den Landesvorsitzenden von Rheinland-Pfalz, Andreas Burkhardt, durch. 

Die Delegierten sprachen mit dem bayerischen Landesvorsitzende Johann Gärtner und Detlev Stauch (Thüringen) zwei bisherigen Stellvertretern erneut das Vertrauen aus. Neu in der Führungsspitze aufgerückt ist hingegen die Vorsitzende des politisch vollkommen bedeutungslosen Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern, Brigitte Wagner. An der Ostsee fuhren die REP bei den letzten Wahlen 2011 nur magere 0,1 Prozent ein.

Um seine Anhänger wenigstens bei Laune zu halten, bemühte Schlierer in seiner Rede die bekannten Verschwörungstheorien. Bekanntlich schaffe der Staat selbst den Rechtsextremismus, um ihn dann „mit großem Tamtam“ zu bekämpfen. Diese Denkweise ist nahezu allen Splitterparteien gemein: Die eigene Erfolgslosigkeit mit den illegitimen Machenschaften eines übermächtigen Gegners erklären. Deshalb wird gegen diesen auch schweres Geschütz aufgefahren. So unterstellte der wiedergewählte REP-Vorsitzende Angela Merkel und Wolfgang Schäuble, sie wollten das Grundgesetz abschaffen.

Kein Wunder, dass dem 57-Jährigen der Beifall der Gesinnungsgenossen gewiss ist. Markus Beisicht, Vorsitzender der islamfeindlichen Organisation PRO NRW, gratulierte mit einem kurzen Brief. Gleichzeit äußerte er die Hoffnung, gemeinsam mit den REP „die seriösen freiheitlichen Kräfte in der Bundesrepublik zu bündeln, damit es in ganz Deutschland endlich ein seriöses freiheitliches Korrektiv zu den verbrauchten Altparteien gibt!“ In ihrem momentanen Zustand wird ihnen das aber kaum gelingen.

Kommentare(3)

Don Geraldo Mittwoch, 10.Oktober 2012, 06:50 Uhr:
Schlierer ist doch der beste Mann aller Anti-Rechts-Vereinigungen.
Ohne den hätten sich die REP tatsächlich als dauerhafte politische Kraft rechts der CDU etablieren können.
 
SoIstEs Samstag, 25.Mai 2013, 08:04 Uhr:
tja..die REP´s werden schon einmal zumindest in MV auf dem Wahlzettel auftauchen ;) hier der Beweis:
http://www.rep.d...
 
Björn Samstag, 25.Mai 2013, 13:45 Uhr:
Letztes mal wollten sie auch "gegen die NPD" antreten. Am Ende bekamen sie 0,1%. (Judäische Volksfront: Spalter)
 

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