von Redaktion
   

AfD wird ultrarechte Geister nicht los

Gestärkt durch das Votum von fast 160.000 sächsischen Wählerinnen und Wählern, bereitet sich die AfD im Freistaat derzeit auf die kommende Legislaturperiode vor, in der die Euro-Kritiker erstmals einem Landtag angehören werden. Derweil kratzen mehrere Veröffentlichungen über die ultrarechte Vergangenheit einiger Funktionäre am selbstgewählten „nicht links, nicht rechts“-Image der blauen Senkrechtstarter. Sein Engagement für zwei umstrittene Vereine machte dem als Alterspräsident des Parlaments vorgesehenen AfD-Abgeordneten Detlev Spangenberg einen Strich durch die „neue“ Karriere.

AfD-Veranstaltung in Rostock: Auf welcher Seite stehen sie? (Foto: ENDSTATION RECHTS.)

Detlev Spangenberg, frischgebackener Abgeordneter für die „Alternative für Deutschland“ (AfD) im Landtag von Sachsen, blickt auf eine politische Vita mit mehreren Einträgen zurück. Der 70-Jährige war vor seinem Engagement bei der von dem Hamburger Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke ins Leben gerufenen Organisation 27 Jahre CDU-Mitglied. Keine ungewöhnliche Vorgeschichte, denn nicht wenige der heutigen AfD-Anhänger gehörten zuvor der Union an.

Er soll sich bei Pro Sachsen, eine von dem früheren NPD-Mitglied Mirko Schmidt initiierte Gruppierung, und – Recherchen des Blick nach Rechts zufolge – bei der Wählergemeinschaft des einstigen CDU-Rechtsauslegers Henry Nitzsche eingebracht haben.

Der AfD habe Spangenberg diese Engagement verschwiegen, räumte der AfD-Generalsekretär und neu gewählte Landtagsabgeordnete aus Leipzig, Uwe Wurlitzer, gegenüber den DNN ein. Wurlitzer, einst Mitarbeiter eines CDU-Bundestagsabgeordneten, hätte unter diesen Umständen gerne auf Spangenberg als neuen Kollegen verzichtet. Für das Amt des Alterspräsidenten wird er nicht mehr zur Verfügung stehen, sein Mandat aber möchte Spangenberg behalten. Das Tischtuch der AfD-Fraktion scheint bereits wenige Tage nach der Wahl zerschnitten.

Kein Einzelfall

Damit ist keinesfalls das Ende der Fahnenstange erreicht. In Leipzig kamen die Verbindungen einer Führungsfigur der neurechten „Identitären Bewegung“ zur AfD ans Tageslicht. Ein Musiker der Neonazi-Band „Blitzkrieg“ ist nach MDR-Informationen Mitglied des AfD-Kreisverbandes Zwickau, was der Vorstand bestätigt habe. Gegen den Mann sei darüber hinaus im Zusammenhang mit dem verbotenen militanten Neonazi-Netzwerk „Blood&Honour“ ermittelt worden. Ein weiterer AfD-Parteigänger sei früher bei der ebenfalls verbotenen „Wiking Jugend“ (WJ) mitmarschiert, die sich selbst in der Tradition der „Hitler Jugend“ sah. Der WJ gehörte auch der amtierende NPD-Chef Udo Pastörs an. Die Enthüllungen sind keinesfalls auf Sachsen beschränkt. In Hamburg läuft ein Parteiausschlussverfahren gegen einen früheren Kandidaten der NPD zur Bürgerschaftswahl.

Sorgen um seine Partei: AfD-Sprecher Bernd Lucke

Warum sich Personen aus dem extrem rechten Milieu von der AfD angezogen fühl(t)en, zeigen interne Dokumente die kürzlich von „Anonymous Austria“ veröffentlicht wurden. Darin beklagen sich die Verfasser nicht nur über die ihrer Meinung nach zu starke Fixierung des Geschichtsunterrichts in sächsischen Schulen auf die Zeit des Nationalsozialismus, sondern sie fordern ebenfalls weniger Kindergeld für „nichtdeutsche Staatsbürger“ oder eine „Verhaltenserziehung“ für auffällige Kinder und Jugendliche. Forderungen, die viele NPD-Anhänger bedenkenlos unterschreiben würden. 

Kommentare(36)

Hans Wurst Donnerstag, 04.September 2014, 16:33 Uhr:
So viel verwerfliches habe ich jetzt in diesem Artikel nicht finden können. Das ist schon ein wenig an den Haaren herbeigezogen.
 
Paul.pa Donnerstag, 04.September 2014, 18:21 Uhr:
Was heißt bitte die Formulierung " die Organisation machte sich für die Anerkennung der Grenzen von 1937 stark"? Verlangte dieser Verein die Wiederherstellung eines Deutschlands in den Grenzen von 1937 ? Was wäre denn daran verboten ? Das war über Jahrzehnte Konsens zwischen allen Parteien in der BRD. 1961 verkündete die SPD zum Schlesiertag noch vollmundig " Verzicht ( auf die Grenzen von 1937 ) wäre Verrat, wer wollte das bestreiten ? Also kann das ja nicht so schlimm sein,oder?
 
Don Geraldo Freitag, 05.September 2014, 08:54 Uhr:
Dieser Wurlitzer scheint mir angesichts seiner Vita der typische CDU-Karrierist zu sein, nur hat es bei ihm nicht mit der CDU-Karriere geklappt.
Die AfD muß jetzt sehr aufpassen:
Wenn sie über jedes Stöckchen springen, das ihnen die Altparteien hinhalten und sie Personal und Inhalte auf Kompatibilität zu den Altparteien abklopfen kann es sehr schnell passieren, daß die Wähler sich fragen, wo den der Unterschied zu den Altparteien ist.
Am besten mal die Piraten fragen, wie die das gemacht haben und dann das Gegenteil davon selbst machen.
 
Roichi Freitag, 05.September 2014, 10:05 Uhr:
@ Paul

"Verlangte dieser Verein die Wiederherstellung eines Deutschlands in den Grenzen von 1937 ?"

Genau das.

"Was wäre denn daran verboten ?"

Es wäre ein Verstoß gegen etliche internationale Verträge.

"Das war über Jahrzehnte Konsens zwischen allen Parteien in der BRD. "

Richtig. Nur haben die Parteien, zumindest die meisten, die danach abgeschlossenen internationalen Verträge über die Grenzen und für den Frieden akzeptiert.
Deswegen wollen heute nur noch ewiggestrige Geschichtsverdreher diese Forderung durchsetzen.
Leute, denen der Frieden egal ist. Leute, denen die Geschichte seit 1945 ideologisch so unangenehm ist, dass sie diesen Part einfach ignorieren.
 
nur mal angemerkt Freitag, 05.September 2014, 11:06 Uhr:
"AfD wird ultrarechte Geister nicht los"

Afd wird die linken Hetzer und Pöbler nicht los muss es sachlich richtig heissen. Die nächste Klatsche für Euch gibts bei der nächsten Landtagswahl!
 
Roichi Freitag, 05.September 2014, 14:38 Uhr:
@ Don

"Dieser Wurlitzer scheint mir angesichts seiner Vita der typische CDU-Karrierist zu sein,"

Du unterstellst also der CDU, die Grenzen von 1937 wiederhaben zu wollen und sich mit allerlei sonstigen rechten bis rechtsextremen Phantasien abzugeben.
Da werden deine Kamerraden aber einige Ideologische Probleme bekommen, wenn sie von "Systemparteien","Blockparteien" oder "Linksgrüngutmenschen" reden. Immerhin zählt die CDU rgelmäßig dazu.
Wie das ideologsiche Dilemma gelöst wird, bin ich mal gespannt.

"Die AfD muß jetzt sehr aufpassen: "

Besser wäre das ,wenn sie ihren eigenen "Ansprüchen" genügen wollen.
Damit haben Rechte ohnehin traditionell so ihre Probleme.


@ nur mal reingesabbelt

Was du unter "sachlich" verstehst, ist für gewöhnlich ideologisches Rumgetrolle.
So auch hier.
 
Dennis Freitag, 05.September 2014, 14:41 Uhr:
@ nur mal angemerkt:

"Die nächste Klatsche für Euch gibts bei der nächsten Landtagswahl! "

Und das sagt ausgerechnet einer, dessen Lieblingspartei NPD gerade aus dem Parlament geflogen ist. Ist ja lächerlich.....
 
Don Geraldo Freitag, 05.September 2014, 16:10 Uhr:
Ach Roichi,

immer das gleiche von keinerlei Sachkenntnis getrübte Gesülze.

Meine Bemerkung zu Herrn Wurlitzer bezog sich auf seine Tätigkeit als Mitarbeiter eines CDU-Bundestagsabgeordneten. Solche Leute werden nämlich meist selbst Berufspolitiker; außer es klappt aus den verschiedensten Gründen nicht mit der Politik-Karriere.

Wenn Du meinen Beitrag gelesen hättest statt gleich mit Schaum vor dem Mund deinen Sermon in die Tasten zu hauen hättest Du erkennen können, daß ich weder zur CDU noch zu den Grenzen von 1937 ein Wort verloren habe.
 
Björn Freitag, 05.September 2014, 18:24 Uhr:
Lieber Roichi,

die Forderung nach Rückgabe der völkerrechtswidrig geraubten deutschen Ost-Gebiete ist natürlich vollkommen legal. Und es ist auch nicht "rechts" und schon gar nicht extrem. Nicht umsonst hat damals selbst die SPD selbiges gefordert. Das es mittlerweile einige durch die etablierten Parteien unterschriebenen Verträge gibt, in denen diese Politiker "im Namen des Volkes" die alten deutschen Gebiete verkauft haben, ist wahr. Allerdings sind Verträge natürlich kündbar.

Darüberhinaus ist es schon witzig, wenn man jetzt dem AfD-Politiker vorwirft "zu rechts" zu sein, obwohl keine der Vereinigungen, deren er angehörte extremistisch war. Was also ist "zu rechts"?

Besonders da die Partei "die Linke" zumindest in Teilen vom Verfassungsschutz wegen ihrer Verfassungsfeindlichkeit überwacht wird. Ganz im Gegensatz zur AfD oder den beiden Wahlvereinigungen, denen der AfD-Abgeordnete angehörte.

Was nichts daran ändert, dass genau diese Linken vom äußersten Rand den Mandatsverzicht fordern.
 
Roichi Samstag, 06.September 2014, 08:31 Uhr:
@ Don

"Meine Bemerkung zu Herrn Wurlitzer bezog sich auf seine Tätigkeit als Mitarbeiter eines CDU-Bundestagsabgeordneten."

Netter Versuch.

"hättest Du erkennen können, daß ich weder zur CDU noch zu den Grenzen von 1937 ein Wort verloren habe. "

Du hast nur auf seine Vita verwiesen, die ja im Artikel kritisiert wurde. An genau den Punkten, die du jetzt nicht genannt haben willst.


@ Björn

"die Forderung nach Rückgabe der völkerrechtswidrig geraubten deutschen Ost-Gebiete ist natürlich vollkommen legal."

Ach Björn.
Da ist nichts mehr "Völkerrechtswidrig".
Die Grenzen sind per völkerrechtlich verbindlichem Vertrag anerkannt.
Das in Frage zu stellen, zeugt nicht nur von historischer Ignoranz.

"Und es ist auch nicht "rechts" und schon gar nicht extrem. "

Das sagst du. Allerdings gibt es außerhalb davon niemanden, der diese Forderung vertritt.
Das mag in der Vergangenheit mal anders gewesen sein. Es geht allerdings um die Gegenwart.

"einige durch die etablierten Parteien unterschriebenen Verträge gibt,"

Nicht Parteien, sondern Regierungen.
Lern doch endlich einmal, wie das "System" funktioniert, das du bekämpfen willst.

"die alten deutschen Gebiete verkauft haben"

Wen interessiert denn, was du davon hältst, in deiner historischen Ignoranz und politischen Dummheit.

Ende TEil 1
 
Roichi Samstag, 06.September 2014, 08:31 Uhr:
Teil 2

"Allerdings sind Verträge natürlich kündbar. "

Nicht alle.
Abgesehen davon hättest du dann wieder Besatzungsrecht.
Und wahrscheinlich mehr Probleme, als du dir vorstellen kannst.
Aber so weit denkt der Nazi ja nicht.

"obwohl keine der Vereinigungen, deren er angehörte extremistisch war."

Das ist deine Behauptung.
Die NPD ist für dich ja auch eine demokratische Partei.
Deine Maßstäbe sind also nicht relevant. Zumal du sie eh nie einhältst.
Allein die Forderung nach Grenzänderungen in der beschriebenen Weise erfüllt das Kriterium des Extremimus übrigens.

"Besonders da die Partei "die Linke" zumindest in Teilen vom Verfassungsschutz wegen ihrer Verfassungsfeindlichkeit überwacht wird. "

Und was hat das jetzt mit dem AfDler zu tun?
Versuchst du mal wieder abzulenken.

Ende KOmmentar
 
kritiker Samstag, 06.September 2014, 22:20 Uhr:
Typisch für all die wackeren Kämpfer gegen Rechts : wenn man keine stichhal-
tigen Argumente gegen Andersdenkende, in diesem Fall gegen die AfD hat, dann
wird krampfhaft versucht, auf ganz niedrigem Niveau gegen einzelne Personen
dieser Partei persönlich zu polemisieren bzw. zu hetzen. Eine ganz primitive
Art der politischen Auseinandersetzung ! Man kennt das ja leider schon von den
vielen Verleumdungen und Hetztiraden, die ein Herr Gysi u.a. Linkspolitiker zu
Beginn ihrer politischen Arbeit in der BRD (und auch z.T. noch heute) über sich
ergehen lassen mußten (und noch müssen).
 
Björn Sonntag, 07.September 2014, 13:37 Uhr:
@Roichi

"Da ist nichts mehr "Völkerrechtswidrig"."

Natürlich war die Enteignung und der Raub der deutschen Ostgebiete völkerrechtswidrig. Annexion ist immer völkerrechtswidrig. Das lässt sich auch nicht dadurch ungeschehen machen, dass die Blockparteipolitiker in Verträgen auf die deutschen Ostgebiete verzichteten um die ehemaligen Siegermächte zur Zustimmung zur Wiedervereinigung zu bewegen. Speziell England war ja sehr gegen die deutsche Wiedervereinigung.

Aber auch wenn Politiker Unrecht im Nachhinein akzeptierten, bleibt es Unrecht. Und die Forderung nach einem Ende dieses andauernden Unrechts ist vollkommen legitim und legal. Deshalb ist es einfach nur Schwachsinn nun ein Mandatsverzicht zu fordern, weil der AfD-Mann in der Vergangenheit in einer Wahlvereinigung war, die genau das gefordert hat.

Besonders bezeichnend ist, dass die Verzichts-Forderung vor allem von der Linken kommt, die zumindest in Teilen vom Verfassungsschutz wegen ihrer Verfassungsfeindlichkeit überwacht wird. Ganz im Gegensatz zur AfD übrigens.

"Das mag in der Vergangenheit mal anders gewesen sein. Es geht allerdings um die Gegenwart."

Aha. Und wann wurde die Forderung deiner Meinung nach zu einer "rechten Forderung"? Bitte den genauen Termin angeben.

"Nicht Parteien, sondern Regierungen."

Und aus was bestehen Regierungen?

""Allerdings sind Verträge natürlich kündbar. "

Nicht alle."

Selbsverständlich. Deshalb heißen sie ja Verträge. Die basieren nämlich auf Freiwilligkeit.
 
Jupp Sonntag, 07.September 2014, 14:28 Uhr:
@Björn
Es gibt sowas wie Bestandsschutz. Wenn du dein Auto verkaufst, dabei keine scheiße baust und einen gültigen Vertrag schließt, so ist dieser nicht mehr kündbar oder rückabwickelbar. Es sei denn, beide Seiten stimmen zu.
 
Paul.pa Sonntag, 07.September 2014, 15:00 Uhr:
Wieso wurde denn eigentlich nach 1945 der Anschluss Österreichs und des Sudetenlandes an das damalige deutschen Reich aufgehoben? Da gab es doch gültige Verträge, die international anerkannt gewesen sind?
 
Björn Sonntag, 07.September 2014, 19:36 Uhr:
@Jupp

Möchtest du auch inhaltlich etwas zum Thema beitragen oder wollen wir uns jetzt über Autos unterhalten?

Natürlich kann Deutschland die entsprechenden Verträge einseitig kündigen. Schließlich ist Deutschland doch ein souveränes Land. Oder etwa nicht???
 
münchhausen Sonntag, 07.September 2014, 22:42 Uhr:
"Natürlich war die Enteignung und der Raub der deutschen Ostgebiete völkerrechtswidrig. Annexion ist immer völkerrechtswidrig."

Wie ist es dann mit der Teilung Polens durch Preußen und Russland in den Jahren 1772, 1793 und 1795? Bis dahin waren das später sogenannte West- Süd- Neuost und Ostpreußen polnisches Gebiet eines polnischen Staates - lange bevor übrigens überhaut erst ein gesamtdeutscher Staat existiert hat. Wenn jede Annexion völkerrechtswidrig ist, dann wurden doch auch die deutschen Ostgebiete ursprünglich völkerrechtswidrig erlangt - daher hat Polen weitestgehend lediglich die Gebiete wieder zurück erhalten, die ihm 18. Jahrhundert von beiden Mächten aufgeteilt wurden. Forderungen nach Wiederherstellung der Grenzen von 1937, oder auch nur von 1914, beutet gleichzeitig, dass man die Annexion der polnischen Gebiete durch Preußen als zu respektierendes Recht erachtet. Wie halten Sie es nun mit Ihrem apodiktischen Grundsatz: "Annexion ist immer völkerrechtswidrig."? Ist sie das "immer"? Oder nur dann, wenn Deutschland Gebiete verloren hat?
 
Bürger Montag, 08.September 2014, 11:03 Uhr:
@ münchhausen

" Bis dahin waren das später sogenannte West- Süd- Neuost und Ostpreußen polnisches Gebiet eines polnischen Staates ..."

Wollen Sie diese Aussage nicht lieber nochmal überdenken?
http://de.wikipedia.org/wiki/Mieszko_I.#mediaviewer/File:Polen_960-992.png
Das dunkelrot eingezeichnete auf dieser Karte kennzeichnet den ursprünglichen polnischen Staat um 960. Die hellrot gezeichneten Gebiete wurden dann bis 992 von dem polnischen Herzog Mieszko erobert.
Hier noch eine Karte von vor der ersten polnischen Teilung 1772.:http://www.unsere-ahnen.de/polen/territo/polen_vor_1772.gif
Pommern, Schlesien und ein großer Teil Ostpreußens waren also auch direkt vor der ersten polnischen Teilung kein polnisches Gebiet.
 
Bürger Montag, 08.September 2014, 11:04 Uhr:
Einige Leute haben halt ein großes Problem, wenn für sie die Geschichte erst 1772 beginnt.
 
Jupp Montag, 08.September 2014, 11:13 Uhr:
@Björn
War das Bild zu kompliziert? Es ging um Deine Aussage, alle Verträge seien kündbar (weil sie auf Freiwilligkeit beruhten). Dem ist aber nicht so, wie ich versuchte, mit dem einfachen Beispiel zu verdeutlichen. Wobei Du natürlich insofern recht hast, dass ich den Vertrag unrechtmäßig kündigen kann. Aber das war ja wohl nicht gemeint, oder?
 
Bürger Montag, 08.September 2014, 12:03 Uhr:
@ Roichi

"Da ist nichts mehr "Völkerrechtswidrig".
Die Grenzen sind per völkerrechtlich verbindlichem Vertrag anerkannt.
Das in Frage zu stellen, zeugt nicht nur von historischer Ignoranz."

Dann war die "Zerschlagung der Rest-Tschechei" auch nicht völkerrechtswidrig. Denn es gab ja einen völkerrechtlich verbindliches Abkommen zwischen der tschechischen und der deutschen Regierung.
 
münchhausen Montag, 08.September 2014, 14:05 Uhr:
@Bürger:

Ich schließe mich Ihnen an: 1772 beginnt die Geschichte nicht, aber 920 ebensowenig, Ich fordere daher die sofortige Wiederherstellung des Römischen Reichs in den Grenzen von 117 n. Chr.! Die Rheinlande wurden unrechtmäßig von Chlodwig I. annektiert. Ein klarer Bruch des Völkerrechts! Frage an "Bürger": War Chlodwig eigentlich ein Franzose oder Deutscher? Nicht, dass am Ende Frankreich in den Grenzen von 511 wiederhergestellt wird.
 
Roichi Montag, 08.September 2014, 16:18 Uhr:
@ Kritiker

"wird krampfhaft versucht, auf ganz niedrigem Niveau gegen einzelne Personen
dieser Partei persönlich zu polemisieren bzw. zu hetzen. "

Du meinst also, ein Politiker muss sich nicht mehr an den eigenen Maßstäbe, oder an denen der Wähler messen lassen?
Interessante Ansicht.
Das erklärt aber zumindest die in rechten Kreisen so flexible Handhabung eigener Aussagen.
 
Roichi Montag, 08.September 2014, 16:19 Uhr:
@ Björn

"Natürlich war die Enteignung und der Raub der deutschen Ostgebiete völkerrechtswidrig. Annexion ist immer völkerrechtswidrig."

Schön, dass du das behauptest.
Die Aufteilung des Gebiets eines besiegten Gegners ist aber nicht völkerrechtswidrig. Sie war vielmehr allgemein üblich bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.
Aber, wenn man deine Worte nimmt, war also nicht nur der Angriffkrieg des deutschen Reiches, sondern auch die vorhergehenden Gebietserweiterungen völkerrechtswidrig.
Ebenso wie die jetzige Forderung nach der Aneignung von polnischen Gebieten es sein müsste.
Da hast du dich aber mal wieder ganz schön verheddert. Siehe auch Münchhausens Kommentar.

"Speziell England war ja sehr gegen die deutsche Wiedervereinigung. "

Und wovon willst du damit jetzt ablenken?
Sie haben unterschrieben. Das zählt.

"Und die Forderung nach einem Ende dieses andauernden Unrechts ist vollkommen legitim und legal."

Also wäre die Annexion von Teilen Polens für "legitim" umgekehrt aber nicht.
Mal wieder ein Paradebeispiel für deine "nationale Realität". Deine Kamerraden haben alle Rechte, andere nur die, die ihr ihnen zugestehn wollt.

"Deshalb ist es einfach nur Schwachsinn nun ein Mandatsverzicht zu fordern, weil der AfD-Mann in der Vergangenheit in einer Wahlvereinigung war, die genau das gefordert hat."

Er hat sich damit gegen die FDGO gestellt.
Damit kann man sehr wohl einen Mandatsverzicht fordern.
Vor allem, da eine klare Distanzierung nicht erfolgte.

Ende Teil 1
 
Roichi Montag, 08.September 2014, 16:19 Uhr:
Teil 2

"Ganz im Gegensatz zur AfD übrigens."

Behauptet der Björn.
Wolltest du die Beobachtung durch den Verfassungsschutz als Maßstab nehmen, würdest du bei deinen Kamerraden aber in ganz schöne Schwierigkeiten kommen.
Natürlich ist das bei dir dann etwas völlig anderes. Sind ja schließlich Kamerraden.
Die sind selbst noch Helden, wenn sie kriminell werden.

"Und wann wurde die Forderung deiner Meinung nach zu einer "rechten Forderung"? Bitte den genauen Termin angeben."

Spätestens mit Inkrafttreten des 2+4 Vertrags.
Aber natürlich haben das schon vorher nur noch deine Kamerraden gefordert.
Demokratische Menschen wussten da schon lange, dass das nicht mit der FDGO und der Demokratie vereinbar ist.

"Und aus was bestehen Regierungen?"

Gewählten Amtsträgern.
Die müssen nicht Mitglied irgendeiner Partei sein.
Es reicht, wenn sie gewählt werden.

"Selbsverständlich. Deshalb heißen sie ja Verträge. Die basieren nämlich auf Freiwilligkeit. "

Dann finde doch mal im 2+4 Vertrag die Kündigungsklausel.
Ich bin gespannt.
Dazu verweise ich gerne noch auf den Beitrag von Jupp.
Auch wenn du Probleme mit dem Verständnis hast.

Ende kommentar
 
Roichi Montag, 08.September 2014, 16:19 Uhr:
@ Bürger

"Wollen Sie diese Aussage nicht lieber nochmal überdenken?"

Wie schön, dass du dich beteiligst.
Das Beispiel Münchhausens sollte die Grundaussage und deren Problematik aufzeigen.
Offensichtlich ist das nicht zu dir vorgedrungen.
Denn das Gleiche könnte man mit jedem beliebigen Staat machen. Und immer würde es darauf hianuslaufen, dass Björns Aussage Blödsinn ist.
Du kannst natürlich auch gerne Deutschland zu Frankreich schlagen. Oder zu Rom. Je nachdem, welchen Zeitpunkt du als Ausgangspunkt annimmst.
Münchhausen hast das ja nochmal ausgeführt.
Würdest du es konsequent machen, kämst du bei einer erstaunlichen Feststellung heraus. Nicht nur dass Björn und Kamerraden Blödsinn erzählen, sondern auch, dass Nationen nur Kunstprodukte sind, und es eine Zeit ganz ohne gab.
Aber dann bist du ja wieder dabei, dass die gesamte rechte Ideologie in sich zusammenfällt.

"Dann war die "Zerschlagung der Rest-Tschechei" auch nicht völkerrechtswidrig. Denn es gab ja einen völkerrechtlich verbindliches Abkommen zwischen der tschechischen und der deutschen Regierung. "

Frag das Björn.
Der behauptet doch, Annexion wäre per se Völkerrechtswidrig.
Dass es völkerrechtswidrige Annexion geben kann, ist unbestritten. Es gibt aber auch andere.
Nicht, dass du oder Björn in der Lage wärt, den Unterschied zu begreifen.
 
Bürger Montag, 08.September 2014, 16:25 Uhr:
@ münchhausen

Es ging doch hier um die Geschichte des polnischen Staates und dessen Territorium. Wenn Sie behaupten, dass West- Süd- Neuost und Ostpreußen "bis dahin" (also bis 1772) Gebiete des polnischen Staates waren, dann ist das nicht korrekt, wie ich Ihnen bewiesen habe. Die Geschichte des polnischen Staates begann um 960. Und zu dieser Zeit war dieses Staatsgebiet wesentlich kleiner. Erst im Laufe der darauffolgenden Jahre , wurde dieses Gebiet durch Eroberung erweitert. Die Polen haben durch die Aufteilung nur das verloren, was sie in den Jahrhunderten davor durch Krieg annektiert hatten. Da brauchen Sie auch nicht mit irgendwelchen Merowingerkönigen ablenken. Sie können Ihren Fehler auch einfach eingestehen.
 
Björn Montag, 08.September 2014, 20:26 Uhr:
@Münchausen

Ihr Geschichtsunwissen ist wirklich erschreckend. Aber zugleich nicht wirklich verwunderlich. Belesen sie sich mal zur Geschichte des Völkerrechts. Dann können auch sie über ihre Kommentare lachen.

Man sieht also, dass es alles andere als "zu rechts" ist sich für die Beendigung des Unrechts einzusetzen, welches mit der Enteignung und Vertreibung von Millionen unschuldiger Menschen durch die alliierten Kriegsverbecher begann und mit dem Raub der deutschen Ostgebiete noch bis heute andauert.

Klar, dass ihr Antideutschen darin überhaupt kein Problem seht, und stattdessen diejenigen bekämpft, die es wagen dieses Unrecht zu kritisieren.
 
Roichi Montag, 08.September 2014, 22:27 Uhr:
@ Bürger

"Es ging doch hier um die Geschichte des polnischen Staates und dessen Territorium. "

Nein. Es ging um Björns Aussage: " Annexion ist immer völkerrechtswidrig"
Das sollte dir eigentlich aufgefallen sein.
Aber offensichtlich reicht es dann doch nur bis zur nationalen Parole.


@ Björn

"Ihr Geschichtsunwissen ist wirklich erschreckend. "

Für dich bestimmt, immerhin weißt du noch viel weniger.

"Belesen sie sich mal zur Geschichte des Völkerrechts."

Da wär ich doch mal gespannt, wie du deine Aussagen damit begründen willst.
Wo du doch so belesen bist.

"Man sieht also,"

Dass du immernoch nicht über Parolen hinauskommst.

"und mit dem Raub der deutschen Ostgebiete noch bis heute andauert."

Björn scheißt selbstverständlich auf Frieden und Verträge, wenn er nur Ostpreußen wiederbekommt.
Ganz wie das historische Vorbild.

"Klar, dass ihr Antideutschen darin überhaupt kein Problem seht, und stattdessen diejenigen bekämpft, die es wagen dieses Unrecht zu kritisieren."

Euch braucht man nicht zu bekämpfen dabei. Man muss euch nur eure eigenen Forderungen um die Ohren hauen, dann sieht jeder Blinde, wie dämlich diese sind.
 
münchhausen Dienstag, 09.September 2014, 00:54 Uhr:
@Björn:

Wer ad hominem argumentiert, gesteht ein, dass er auf der Sachebene nichts beizutragen hat. Im wissenschaftlichen Diskurs und bei der Wahrheitsfindung widerlegt man andere Positionen nicht dadurch, indem man anderen Unkenntnis vorwirft und sich auf der angeblichen Autorität der eigenen Stimme ausruht, sondern mit Sachargumenten arbeitet. Ich kenne nicht eine einzige wissenschaftliche Kontrovere, die nach dieser Taktik entschieden worden wäre. Ab und zu das Wort "also", "deswegen" und "folglich" einzubauen macht noch keine Argumentation. Dann erklären Sie bitte, warum die Teilung Polens völkerrechtlich nicht zu beanstanden, der 4+2 Verträge allerdings als unwirksam zu erachten ist. Solange Sie hier die Begründung nicht ausführen oder anderslautende Belege anführen, ist meine These nicht falsifiziert. 1,2,3, so einfach geht Wissenschaft - auch die deutsche Physik(tm). Da können Sie sich noch so mit persönlichen Vorwürfen abarbeiten. Oder wollen Sie jetzt auch den Diskussionsnomaden spielen: Sobald man ratlos ist und das Argument nicht widerlegen kann einfach zur nächsten Diskussion weiterziehen und erneut Unordnung anrichten?
 
Don Geraldo Dienstag, 09.September 2014, 08:47 Uhr:
Im Prinzip ist doch alles was hier zum Thema Annexionen und Völkerrecht geschrieben wurde absoluter Mist.

Das sogenannte Völkerrecht war immer nur eine juristische Bemäntelung des Rechts des Stärkeren.

Als Polen geteilt wurde war es zu schwach sich dagegen zu wehren !
Als die Tschechei mit deutschen Gebieten gegründet wurden waren Deutschland und Österreich zu schwach sich dagegen zu wehren !
Als Hitler das Sudetenland zurückforderte war die Tschechei zu schwach sich dagegen zu wehren !
Als Deutschland 1945 Gebiete an Polen, CSSR und UdSSR verlor war es zu schwach sich dagegen zu wehren ?

Auch Hawaii und Tibet waren unabhängig und wurden von anderen Staaten überfallen und annektiert.
Und derzeit läuft in Schottland eine Volksabstimmung, die möglicherweise die Annexion Schottlands durch England beendet.
Wie würden wohl Volksabstimmungen in Hawaii und Tibet ausgehen ? In beiden Ländern ist die ursprüngliche Bevölkerung nur noch eine Minderheit.
Geschichte ist immer in Bewegung, und nur Dumpfbacken a la Roichi meinen, Verträge wie "2+4" wären das Ende der Geschichte.
 
JayBee Dienstag, 09.September 2014, 08:54 Uhr:
Man kann ja eigentlich froh sein, wenn hier nicht die Wiederherstellung der germanischen Reiche in Europa gefordert wird...
 
Roichi Dienstag, 09.September 2014, 17:06 Uhr:
@ Don

"Im Prinzip ist doch alles was hier zum Thema Annexionen und Völkerrecht geschrieben wurde absoluter Mist."

Hugh. Der Don hat gesprochen.

"und nur Dumpfbacken a la Roichi meinen, Verträge wie "2+4" wären das Ende der Geschichte. "

Immerhin hast du ja voll den nationalen Durchblick.
Wie gut, dass du nicht einen einzigen Kommentar verstanden hast.
 
Paul.pa Mittwoch, 10.September 2014, 12:37 Uhr:
Leider habe ich bisher noch keine Antwort erhalten und ich hatte so auf den klugen Roichi gehofft. Also noch einmal:

Wieso wurde denn eigentlich nach 1945 der Anschluss Österreichs und des Sudetenlandes an das damalige deutschen Reich aufgehoben? Da gab es doch gültige Verträge, die international anerkannt gewesen sind?
 
münchhausen Mittwoch, 10.September 2014, 15:04 Uhr:
@Paul.pa:

1. Der Anschluss Österreichs war international nicht anerkannt. Tatsächlich stellte der Anschluss ein Verstoß gegen das Anschlussverbot im Versailler Friedensvertrag (§80, §80). Der Anschluss wurde von Völkerbund niemals als gültiges Recht anerkannt, dem Vertrag wurde niemals zugestimmt. Ganz im Gegenteil erklärten 1943 die internationalen Mächte in der Moskauer Erklärung, dass der Anschluss von 1938 als ungültig zu betrachten sei.

2. Österreich selbst hat sich nach Kriegsende als Opfer der deutschen Annexionspolitik darsgestellt und die Opferthese zur Grundlage seiner Souveränität gemacht. Die drei Parteien ÖVP, SPÖ und KPÖ erließen in Wien am 27. April 1945 die Österreichische Unabhängigkeitserklärung, die den „Anschluss“ als null und nichtig bezeichnete.

Warum also wurde der Anschluss Österreichs de facto aufgehoben? 1. Weil er international de iure niemals anerkannt worden ist 2. Weil es die Österreicher selbst nicht wollten und sich nach 1945 als Überfallopfer präsentiert haben.
 
münchhausen Mittwoch, 10.September 2014, 16:06 Uhr:
@Bürger: Wenn Sie die Uhren auf 960 zurückdrehen wollen (warum 960? warum nicht 973, 511, 116 oder gar 1558, das wär doch was?), müssten sie folgerichtig auch die Wiedereingliederung Hollands, Korsikas, Sardiniens und Siziliens ins Reich fordern. Viel Erfolg bei Ihren politischen Visionen!
 

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