von Oliver Cruzcampo
   

AfD, Pegida und Identitäre mobilisieren zu Kundgebung vor Kanzleramt

Keine 48 Stunden nach dem Terroranschlag in Berlin mobilisieren Rechte zu zwei Aktionen in Berlin, teils nur wenige Hundert Meter vom Breitscheidplatz entfernt. Dort mobilisieren Rechtsextreme zu einer Demonstration, auch die NPD ruft dazu auf. Vor das Kanzleramt wollen zeitgleich mehrere AfD-Politiker ziehen, darunter Björn Höcke und Alexander Gauland, Unterstützung kommt von den Identitären und Pegida.

„Es sind Merkels Tote“, war sich kurz nach 21 Uhr Marcus Pretzell, AfD-Landeschef aus Nordrhein-Westfalen, bereits sicher. Nur rund eine Stunde nach dem Vorfall stand weder fest, ob es sich um einen Anschlag oder Unfall handelte, noch wer der Täter war. Ähnlich reagierten weitere Vertreter der politischen Rechten, Interesse an der Aufklärung oder den Hintergründen der Tat, Zurückhaltung aus Respekt vor Opfern und Verletzten: Fehlanzeige.

Am Donnerstagabend heißt es dann „Grenzen dichtmachen – An Merkels Händen klebt Blut“, zu 18 Uhr mobilisieren Rechtsextreme auf den Hardenbergplatz am Bahnhof Zoologischer Garten, wie ein Polizeisprecher bestätigte. Lediglich 300 Meter weiter raste am gestrigen Abend der LKW in die Menschenmenge und tötete elf Personen. „Wir werden trauern aber natürlich auch unsere Wut in Form unserer Stimmen kundtun“, schreiben die Organisatoren auf Facebook. Anschließend soll es eine Demonstration geben, die genaue Strecke stünde laut Polizei noch nicht fest. Mittlerweile ruft auch die Berliner NPD zur Teilnahme an der Versammlung auf. Eine Gegenveranstaltung gibt es zum jetzigen Zeitpunkt offenbar nicht.

AfD, Pegida und Identitäre gegen Angela Merkel

Ebenfalls um 18 Uhr wollen sich zudem etliche Merkelgegner vor dem Kanzleramt versammeln. Auf Facebook kursieren mehrere Aufrufe für die Veranstaltung, die unter dem Motto „Mahnwache für die Toten und Verletzten“, beworben wird. Die Initiative „Ein Prozent“, die eng mit den Identitären verwoben ist und hinter der Götz Kubitschek steckt, ruft zur Teilnahme an der „Mahnwache“ auf, natürlich wird auch Kubitschek persönlich auf der Bühne stehen. Zugesagt haben auch die beiden AfD-Hardliner Björn Höcke und Alexander Gauland, sowie Franz Wiese, AfD-Landtagsabgeordneter aus Brandenburg und Philip Stein von der Initiative „Ein Prozent“.

Wie viele Personen an den beiden Demonstrationen teilnehmen werden, bleibt schwer abzuschätzen. Der Aufruf für die „Mahnwache“ vor dem Kanzleramt verbreitet sich derweil rapide in den sozialen Netzwerken, Lutz Bachmann mobilisiert über Pegida und auch die Identitäre Bewegung teilt die Mobilisierung.  

Kommentare(10)

Roichi Dienstag, 20.Dezember 2016, 20:16 Uhr:
Nachtrag:
http://www.deutschlandfunk.de/kommentar-zu-berlin-wir-waren-vorbereitet.720.de.html?dram%3Aarticle_id=374371
 
Karl Bartlep Mittwoch, 21.Dezember 2016, 07:50 Uhr:
Interesse an der Aufklärung oder den Hintergründen der Tat, Zurückhaltung aus Respekt vor Opfern und Verletzten: Fehlanzeige.

Unfug.
 
Uwe Mattusch Mittwoch, 21.Dezember 2016, 13:31 Uhr:
Kennzeichen seriöser Politik ist, erst einmal die Fakten und Zusammenhänge zu ermitteln und dann über Forderungen nachzudenken. Aber das ist nicht Ding der AFD und sie zeigt überdeutlich, dass ihr es ihr nur darum geht, aus diesem Elend politisch Kapital zu schlagen.
 
Janina Mittwoch, 21.Dezember 2016, 16:53 Uhr:
Was wollen Sie aufklären? Entspricht diese Tat etwa den Methoden der Traminer Schuhplattler? Was hilft den Opfern die ganze Anteilnehme und Mitgefühl? Eine andere Politik muss her, eine realistische, das kann weitere Opfer verhindern.
 
Hans Koller Mittwoch, 21.Dezember 2016, 20:11 Uhr:
@Karl Bartlep respekt vor den Toten???? Die würde es nicht geben hätte man blindlings islamisten ins Land gelassen.
 
Meier Pirmin Mittwoch, 21.Dezember 2016, 21:59 Uhr:
So weit keine Gewalt geübt wird und man sich an die abgemachte Parole zu schweigen hält, die normalste Demonstration der Welt. Natürlich trägt Merkel die Verantwortung. Wer das extremistisch findet, hat mutmasslich psychische Probleme, sein innenpolitisches Feindbild betreffend.
 
Roichi Donnerstag, 22.Dezember 2016, 15:50 Uhr:
@ Janina

Realistisch ist dann was genau?
Panik, Angst und Diktatur?
Oder doch besonnenes Handeln.

@ Hans

Jaja. Denken ist nicht nötig. Pöbeln reicht völlig aus.
Mehr kann die AfD ja auch nicht.

@ Meier

Offensichtlich hast du psychische Probleme.
Wer sonst braucht ein "innenpolitisches Feindbild"?
 
Berlinerin Freitag, 23.Dezember 2016, 20:55 Uhr:
Wieviele Berliner waren nochmal bei dieser "Mahnwache"?
Wie peinlich für die herangekarrten Politikclowns Höcke und Gauland.
Getoppt wurden die allerdings noch von den paar Hanseln der "Identitären" mit ihrer Sitzblockade vor der verlassenen CDU-Bundeszentrale. Wer sollte eigentlich am Eingang gehindert werden? Die dunkle Macht?
Die Berliner Polizei hätte mit ihrer Räumung gern bis zum nächsten Morgen warten können.
 
Meier Pirmin Montag, 26.Dezember 2016, 14:17 Uhr:
Politik ist nun mal die Differenzierung einer öffentlichen Auseinandersetzung in Freund und Feind. Diejenigen, die wir "gefährlich" finden und vor denen gewarnt wird, die notfalls auch unter Berufsverbot gestellt werden, sind die Feinde. Die Sprache drückt es jeweils deutlich aus. Zugleich macht man sich vom Feind ein entsprechendes Bild, bringt es in Schlagworte, zum Beipiel Adenauer: "Die SPD ist der Untergang Deutschland". Auch Ausdrücke wie antifaschistisch und antikomunistiisch drücken ein Feindbild aus, desgleichen Polarisierungen wie bürgerlich - sozialistisch und dergleichen. Noch Fragen? Im Allgemeinen ist man über den Feind zu wenig im Bild, macht sich im Sinn der Bibel ein Bild von ihm, das nicht stimmt. Dabei sollte man selbstverständlich differenzieren und beim Feindbild die eigenen Aggressionen analysieren. Natürlich drückt auch der Titel "Endstation rechts" ein Feindbild aus, was sonst?
 
Roichi Dienstag, 27.Dezember 2016, 18:50 Uhr:
@ Meier

Mal abgesehen von den philosophischen Abhandlungen, wolltest du deine Behauptung noch irgendwie unterstützen, oder nur Pöbeln und dann rumlabern.
 

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