AfD-„Patriot“ bei den „Abendlandrettern“

Dresden – Mit Hans-Thomas Tillschneider ist am Montagabend erstmals ein Landtagsabgeordneter der AfD als Redner bei einer Pegida-Veranstaltung in Dresden aufgetreten.

Dienstag, 10. Mai 2016
Redaktion

„Ohne Pegida stünden wir nicht dort, wo wir heute stehen. Pegida hat den Boden für die neue Islam-Politik der AfD bereitet“, erklärte Tillschneider, der Mitte März bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ins Magdeburger Parlament gewählt worden war, vor den 2500 bis 3000 Anhängern der selbst ernannten „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ am Dresdner Hauptbahnhof. Pegida habe „Großartiges für unser Vaterland geleistet“, rief Tillschneider, der in der AfD die Rechtsaußengruppe „Patriotische Plattform“ anführt: „Die Zeiten, in denen wir still hingenommen haben, wenn man uns erklärt hat, dass der Islam zu Deutschland gehört, diese Zeiten sind dank Pegida ein für allemal vorbei.“

Als Vorbild dienen Tillschneider offenbar die Rechtspopulisten in anderen europäischen Ländern. „Ungarn ist frei, Österreich befreit sich gerade, und ich bin mir sicher, es dauert nicht mehr lange, dann wird auch Deutschland frei sein!“, sagte er.

Vorbehaltlos solidarisierte sich Tillschneider mit Pegida-Vormann Lutz Bachmann. Ihm solle man das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verleihen, „anstatt ihn wegen Volksverhetzung zu verurteilen“, erklärte der AfD-Abgeordnete. Bachmann war in der vorigen Woche in erster Instanz zu einer Geldstrafe von 9600 Euro verurteilt worden, weil er auf seiner Facebook-Seite Flüchtlinge als „Dreckspack“, „Gelumpe“ und „Viehzeuch“ tituliert haben soll.

Tillschneiders Dresdner Rede soll nicht der letzte Auftritt eines AfD-Politikers bei Pegida gewesen sein. „Wir haben da noch was vor im Mai“, deutete Bachmann an. (rr)

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